Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

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Querscheisser
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Querscheisser »

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Danke für die Steilvorlage. Warum muss sich etwas verändern, warum ist die derzeitige Lage der Videospiele in der Hinsicht ein Problem? Weil es manchen Leuten nicht gefällt? Tja, wenn es euch nicht gefällt, macht was, was euch und vllt. anderen gefällt. Aber lasst die Werke und die zukünftige Arbeit anderer davon verschont. Die Gleichberechtigung von Frauen endet bei der kompletten rechtlichen Gleichstellung dieser im Gesetzbuch, der rechtlichen Praxis sowie bei relevanten Themen wie Arbeit, Wohnungssuche usw., wo auch sonst keine Diskriminierung erlaubt ist. Männer-exklusive Clubs u.ä. gehören schon nicht mehr ins Themenfeld (u.a. weil man ja aus bestimmten Clubs schon aufgrund des Schuhwerks verbannt wird). Es ist vollkommen legitim, bei seiner Kunst andere Akzente zu setzen und auf bestimmte Frauenbilder zu verzichten, aber man muss auch anderen die Freiheit lassen, ihren Kram so durchziehen zu wollen, wie sie wollen. Die Freiheit des einen endet, wo die Freiheit des anderen beginnt und so. Dementsprechend: Macht von mir aus Emanzengefüllten PC-Mist in Videospiel-Form, werd ich mir bestimmt nicht antun, aber auch keine 160.000-Ocken-Entrüstungs-Doku draus machen.

PS: Das Argument mit dem "Wer immer nur dieses eine Bild vermittelt bekommt, nimmt an, es sei die Realität" kannst du dir direkt sparen. Erstens sieht die Videospielrealität in der Hinsicht schon etwas sehr differenzierter aus, zweitens muss man sich mittlerweile schon geradezu anstrengen, um nicht mitzubekommen, wie das neue, emanzipierte und einzig akzeptable Frauenbild auszusehen hat. Dass noch immer einige Poser über Frauenmisshandlung rappen oder einige Opas sich immer noch keine Frau ohne Herd vorstellen können, ist mit Sicherheit nicht auf die Videospielindustrie zurückzuführen (Ich hoffe ich muss nicht erklären, warum).

PPS: Ich fühl mich echt ein bisschen wie ein Hellseher. Damals bei dem Thread "Weibliche Charaktere in Videospielen" waren sie noch alle relaxt und haben da keinen aufziehenden Sturm gesehen. Und nu haben wir den Salat.

Selbstzitat von damals:
Das Problem ist: Dabei (Anmerkung: bei der reinen Untersuchung der Videospielwelt in der Hinsicht) bleibt es nicht. Derartige "Befunde" locken immer die Frauenrechtler an und dann wird verdammt, kritisiert, verteufelt und eingemischt, siehe die Kampagnen gegen die Pornoindustrie oder bestimmte sexuelle Spielarten, die erwachsenen Menschen etwas vorschreiben will. Dagegen wehre ich mich entschieden und an der Wurzel. Ich kann natürlich nichts verbieten und würde es auch nicht tun; aber ich kann zumindest mein Missfallen zu diesem Vorgang äußern.
this. genau das.. dir passt die videospielewelt so wie sie ist, ihr missfällt es und sie äussert sich.
von verboten und derlei krimskrams ist überhaupt nicht die rede, eher aufklärung und sensibilisierung, sie zockt ja scheinbar selbst die games.
du überdramatisierst und interpretierst echt mehr rein als eigentlich da ist.
und ja, genau das kann man auch andersrum behaupten und hat damit vielleicht sogar recht.
das ändert aber nichts daran wie wichtig derlei diskussionen für die entwicklung der gesellschaft sind, sonst gäbe es heute weder sex, homosexualität, gesellschaftskritik oder sonstwas in videospielen, kunst, musik etc. .... ausser bei den griechen :Häschen:
Es ist vollkommen legitim, bei seiner Kunst andere Akzente zu setzen und auf bestimmte Frauenbilder zu verzichten, aber man muss auch anderen die Freiheit lassen, ihren Kram so durchziehen zu wollen, wie sie wollen.
Geb ich dir vollkommen recht, und genau darum geht es.
Zuletzt geändert von Querscheisser am 08.03.2013 20:50, insgesamt 1-mal geändert.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

Almalexian hat geschrieben: Das ist Faschismus.
Ach komm. Für so einen Vergleich bist Du doch eigentlich zu intelligent.
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Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Wigggenz »

Oldholo hat geschrieben:Das behauptet niemand. Es ist keine Rechteverletzung, sondern ein Ungleichgewicht in der Darstellung von Frauen und Männern. Es geht noch nicht einmal um Einzelfälle, nicht per se um Peach oder Zelda, sondern das Bild, das Videospiele im Gesamten von Geschlechtern zeichnen. Um es mal etwas abstrakt auszudrücken: Würde man eine Statistik anlegen, in welcher Männer und Frauen in die Rollen, die sie einnehmen, eingeordnet werden, und daraus dann einen Durchschnittswert berechnen...was meinst Du, wie viele "Männer in Nöten" einer "Jungfrau in Nöten" gegenüber stünden? Wieviele "Frauen, die es zu erobern gilt" gegenüber "Männern, die es zu erobern gilt"? Es gibt da ein Problem.
Und was ist genau falsch oder problematisch daran? Dann ist es nunmal so, dass in Videospielen häufiger die Jungfrau in Nöten vorkommt. Videospiele sind Kunst (zumindest meinem Verständnis nach) und keine Politik, sie schränken auch bei noch so patriarchalischer Darstellung in der Realität keine Frauenrechte ein.

Solange es Gleichberechtigung gibt, hat niemand das Recht, jemand Anderem Änderungen vorzuschreiben. Wenn Leute möchten, dass sich die Rollenzeichnung in Videospielen ändert, muss das auf dem Wege von neuen, eigenen Videospielen mit neuer Rollenzeichnung geschehen, nicht indem man bestehende direkt angreift (höchstens indirekt, auf dem genannten Weg der eigenen Spiele).

Man könnte wenigstens die "Eier" haben, die Bewertungen zu erlauben (nicht Kommentare).

Ich würde gerne weiterdiskutieren, muss aber leider los, wenn ich wieder Zeit habe schaue ich hier wieder rein, heikle Themen sind immer was Feines ;)
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Raksoris
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Raksoris »

Almalexian hat geschrieben:
Es gibt da ein Problem.
Nein gibt es nicht. Nenn mir mal einen Grund, wieso es in der Gesellschaft immer auf 50/50 rauslaufen muss. Was ist falsch daran, dass Männer in Geschichten häufiger die Frauen retten als umgekehrt? Du meinst, dass es so sein muss und weil dass deine Meinung ist, soll sie selbstverständlich auch zu Veränderungen führen, oder wie? Das ist Faschismus.
Nicht zu vergessen, dass die meisten von ihr genannten Spiele in einer Zeit released wurden wo Videospiele nun einmal den Mann/Jungen als Kunden hatten.
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zipit
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von zipit »

das waren die youtube reaktionen zur ankündigung der videoserie und der bitte um finanzielle
hilfe.
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Zuletzt geändert von zipit am 08.03.2013 21:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Nekator
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Nekator »

*gähn* dieser ganze Feministenextremismus nervt einfach nur noch ohne Ende... :roll:
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Culgan
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Culgan »

Hardtarget hat geschrieben:über 20 minuten gelaber und die alte hat nicht 1x blank gezogen !!!! waste of time :mrgreen:
So sieht es mal aus.
Leute kommt mal runter von eurem Trip. Hier geht es nur um eine Feministin die Sand in der Vagina hat und sich jeglicher Kritik entzieht.
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PanzerGrenadiere
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von PanzerGrenadiere »

@zipit

alter, pack das in spoiler.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

Wigggenz hat geschrieben: Wenn Leute möchten, dass sich die Rollenzeichnung in Videospielen ändert, muss das auf dem Wege von neuen, eigenen Videospielen mit neuer Rollenzeichnung geschehen, nicht indem man bestehende direkt angreift (höchstens indirekt, auf dem genannten Weg der eigenen Spiele).
Sehe ich nicht so. Wieso soll man in einer pluralistischen Gesellschaft nicht an bestehenden Kunstwerken eine Fehlentwicklung argumentativ herausarbeiten? Dazu ist Kritik in meinen Augen da. Im Idealfall kann sie ja neue Sensibilitäten schaffen, die tatsächlich bei nachwachsenden Kreativen eine Auseinandersetzung auslösen. Veränderungen passieren nicht einfach so. Die müssen im Diskurs erstritten werden. Manchmal gelingt das. Manchmal nicht. So funktioniert Kunst schon seit es Kunst gibt.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

PanzerGrenadiere hat geschrieben:@zipit

alter, pack das in spoiler.
+ 1
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Querscheisser
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Querscheisser »

Wieso soll man in einer pluralistischen Gesellschaft nicht an bestehenden Kunstwerken eine Fehlentwicklung argumentativ herausarbeiten? Dazu ist Kritik in meinen Augen da. Im Idealfall kann sie ja neue Sensibilitäten schaffen, die tatsächlich bei nachwachsenden Kreativen eine Auseinandersetzung auslösen. Veränderungen passieren nicht einfach so. Die müssen im Diskurs erstritten werden. Manchmal gelingt das. Manchmal nicht. So funktioniert Kunst schon seit es Kunst gibt.
Genau das. Wenigstens kannst du meine Gedanken in Worte packen, wenn mir das selbst nicht so recht gelingen will. :mrgreen:
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Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Wigggenz »

mr archer hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben: Wenn Leute möchten, dass sich die Rollenzeichnung in Videospielen ändert, muss das auf dem Wege von neuen, eigenen Videospielen mit neuer Rollenzeichnung geschehen, nicht indem man bestehende direkt angreift (höchstens indirekt, auf dem genannten Weg der eigenen Spiele).
Sehe ich nicht so. Wieso soll man in einer pluralistischen Gesellschaft nicht an bestehenden Kunstwerken eine Fehlentwicklung argumentativ herausarbeiten? Dazu ist Kritik in meinen Augen da. Im Idealfall kann sie ja neue Sensibilitäten schaffen, die tatsächlich bei nachwachsenden Kreativen eine Auseinandersetzung auslösen. Veränderungen passieren nicht einfach so. Die müssen im Diskurs erstritten werden. Manchmal gelingt das. Manchmal nicht. So funktioniert Kunst schon seit es Kunst gibt.
Weil "klassische Jungfrau in Nöten= Sexismus" keine ernsthaft erarbeitete Kritik sondern beleidigend und unzutreffend ist. Es werden den Verantwortlichen Gesinnungen vorgeworfen, die, so behaupte ich mal, fast niemals vorliegen. Es sollen nämlich keine Minderwertigkeitsvorstellungen dadurch ausgedrückt werden. "Klassische Jungfrau in Nöten=langweiliger Archetyp" ist da schon eher angebracht, ganz einfach weil es auf den ersten Blick schon zutrifft und nicht die Persönlichkeit des Verantwortlichen angreift.

So, jetzt bin ich aber wirklich weg, bis morgen oder übermorgen zusammen ;)
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3nfant 7errible
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von 3nfant 7errible »

darthslug hat geschrieben:Warum regt sich eigentlich jeder hier auf, wie viel Geld sie dafür gekriegt hat...
Ich weiss nicht, ob man es Aufregung nennen kann... ich für meinen Teil finde es jedenfalls urkomisch weil extrem ironisch. :)
Jeder Depp schafft es aus eigener Kraft seine vlogs zu machen, nur die kleine Anita schafft es nicht und muss um Hilfe betteln. Und dann hat sie auch noch teh fuckin nerve sich gleich zum Auftakt über das Konzept der Damsel in Distress herzumachen??? Hallooo? :lol:

Wäre es ne Comedy-Nummer würde ich ihr dafür auf jeden Fall ne 1 mit Sternchen geben.
So bleibt es zwar auch ne Lachnummer, aber eher unfreiwillig und auf ihre eigene Kosten. :Häschen:

und damit kommen wir zum nächsten Punkt...


Gex83 hat geschrieben:Getroffene Hunde bellen bekanntlich und das Gebelle ist hier sehr laut...
Plor hat geschrieben:Sorry Folks, aber dieser Thread wirft echt kein gutes Licht auf die Videospielszene und dieses Forum im besonderen.
...
Und wie von der Tarantel gestochen springen hysterische Antifeministen aus ihrer Deckung hervor und kreischen sich was zurecht von wegen Feminazi, Rumgeheule und Gehirnwäsche. Sagt mal, hackts?

Interessant. Man darf sich über die x-te Molyneux'sche revolutionäre Vision amüsieren, darf über Cevat Yerlis Geschwätz spotten, den nächsten dahergelaufenen Analysten/Experten mit seiner Kristallkugel auslachen usw.... aber wenn eine Frau was sagt dann hat man gefälligst nur brav zuzuhören und darf gar nichts kritisieren? Lieber Gex, Plor und Co..... gehts noch? Wie sexistisch seid ihr bitte?

Die liebe Anita sollte bitte froh sein, dass ich sie genauso auslache wie jeden Mann, der mit so nem Kack ankommt. :)
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Obstdieb
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Obstdieb »

mr archer hat geschrieben: Vergleiche doch bitte mal die Kommentare in dem Link mit den Kommentaren unter einem Triple-A-Verriss von Jörg. Und dann sag mir nochmal, dass Du da keinen qualitativen Unterschied wahrnimmst. Hier im Forum gibt es Mods. Für die Äußerungen, die sich die Gute anhören musste, würdest Du hier einen Instant-Ban auf Lebenszeit bekommen - und das mit Recht. Youtube ist quasi unmoderierbar. Und nochmal, weil das immer gerne mal vergessen wird: dezidierte Drohungen sind strafbar und werden durch Gerichte verfolgt. Müssten die Leute da mit ihrem RL-Namen posten, stünde ein paar Tage später die Bullerei vor der Tür. Und mein Mitleid hielte sich extrem in Grenzen. Vergewaltigungsandrohungen? Really?
Ja sicherlich ist der Unterschied gewaltig. Aber wer ein polarisierendes Thema wählt, und dann ein Video darüber bei Youtube hochlädt, darf sich nicht über die Kommentare wundern. So ist es numal. Traurig? Na klar, aber eben auch die Realität.
Versteh mich nicht falsch, ich finde das Projekt interessant und die Frau ist sicherlich auch intelligent aber mit dem ausschalten von Meinungen, welche sowohl von Befürwortern- als auch Kritikern kommen, hat sie meiner Meinung nach ein Fehler gemacht. Anita versucht ja sogar die Leute von der Realität zu überzeugen, die Realität das Sexismus sehr wohl in allen Arten und Formen vorkommt aber gleichzeitig versteckt sie sich auch, vor genau der Realität wieder. Ich bin der festen Meinung, dass man sowohl Idioten, Fans und Kritiker reinlassen muss um wirklich alle Seiten zu verstehen. Jeder sollte seine Meinung kund geben dürfen, sowohl Anita als auch die Leute die sie anspricht.

Mal davon abgesehen, einiger ihrer Follower striken mich als downright crazy. Wenn da einige die Weltherrschaft für Frauen und das deutlich stärkere Geschlecht wollen, ist das völlig am Thema vorbei. Das witzige ist aber, dass sie warscheinlich, hoffentlich garnichts mit den Gestalten zutun hat. Genauso wenig haben wir beide, was mit pubertierenden, ihre fehlende Reife auslebenden Teenagern zutun. Nein ich denke das es hier im Thread, deutliche Beispiele für sehr intelligente Menschen gibt. Leute die tatsächlich argumentieren und kein schwarz-weiß sehen ausleben. Genau die werden allerdings auf Youtube und anderen Seiten ausgeschlossen.
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Oldholo
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Oldholo »

Almalexian hat geschrieben:
Es gibt da ein Problem.
Nein gibt es nicht. Nenn mir mal einen Grund, wieso es in der Gesellschaft immer auf 50/50 rauslaufen muss. Was ist falsch daran, dass Männer in Geschichten häufiger die Frauen retten als umgekehrt?
Wigggenz hat geschrieben: Und was ist genau falsch oder problematisch daran? Dann ist es nunmal so, dass in Videospielen häufiger die Jungfrau in Nöten vorkommt. Videospiele sind Kunst (zumindest meinem Verständnis nach) und keine Politik, sie schränken auch bei noch so patriarchalischer Darstellung in der Realität keine Frauenrechte ein.

Solange es Gleichberechtigung gibt, hat niemand das Recht, jemand Anderem Änderungen vorzuschreiben.
Okay, ähm..können wir mal eine grundsätzliche Sache klären, die glaub' ich hier zu ziemlichen Missverständnissen führt?
Es geht in dieser Sache nicht (!) darum, Spieleentwicklern irgendetwas vorzuschreiben oder irgendetwas zu verbieten.
Es geht darum, Entwicklern und Konsumenten klarzumachen, dass Frauen in Videospielen in der Vergangenheit und auch heute noch oft nicht auf gleichwertige Weise dargestellt werden wie Männer und dass wir verstehen sollten, dass das ein sehr verzerrtes Bild unserer Gesellschaft zeichnet und die Gesellschaft damit letztlich auch in diese Richtung mit beeinflusst.
Das ist nicht gut, denn selbst mit der besten rechtlichen Gleichberechtigung haben wir alle sehr klare Bilder im Kopf, wie eine Frau "zu sein hat", obwohl die meisten Frauen diesem Bild nicht länger entsprechen möchten.
Videospiele sind heutzutage eine der größten Medien und haben dementsprechend einen großen Einfluss auf Menschen, gerade auf Kinder und Jugendliche. Wir lernen von den Charakteren dieser Spiele, wir sehen sie z.T. als Vorbild an und übernehmen deren Werte. Das macht Spieleentwickler zu ziemlich wichtigen Personen, die eine gewisse Verantwortung für ihr künstlerisches Schaffen übernehmen müssen. Sie kreieren schließlich unsere Vorbilder.
Und diese Verantwortung soll uns und den Entwicklern bewusst gemacht werden, wie auch immer sie damit dann umgehen.

Schritt 1 ist eben immer erst einmal die Aufklärung.