Ich stimme dir voll und ganz zu: Viele, dass sieht man hier an der Diskussion besonders gut, denken nicht darüber nach, was sie eigentlich tun.schnwaz*s rectus hat geschrieben: Man sollte da schonmal darüber nachdenken.
Klar, Counter-Strike kann man als Sport betrachten. Man geht im Spiel strategisch vor, will seinen Gegner im sportlichen Sinne besiegen. Daran ist auch nichts verwerflich. Bei hunderten Spielen ist das ähnlich.
Fest steht: Durch das Spielen wird niemand körperlich verletzt. Fest steht auch, dass diese Videospiele nicht zwingend Amokläufer und Killer hervorbringen.
Fest steht aber auch, so sehe ich es zumindest, dass die eigene Moral zugunsten des Spielspaßes ausgeblendet wird. Und selbst, wenn dies einigen der Spielern bewusst wird, ist es ihnen schlichtweg egal.
Ich meine, was macht man denn bei den Shootern? Man spielt ein Spiel, dass verlangt, dass man (virtuell) einen anderen Menschen tötet. Jetzt kann jeder sagen: Das ist doch nur virtuell! Das mag stimmen, doch das perverse ist doch, dass man von Spielegeneration zu Spielegeneration auf immer realistischer aussehende Computermenschen schießt. Neuestes Hightlight ist Killzone 2. Selten zuvor hat man auf echter wirkende Menschen (oder was die Helghast auch sind) geschossen und getötet.
Wann fängt man an, darüber nachzudenken, dass man (virtuell) tötet?
Call of Duty ist das perfekte Beispiel: Call of Duty spielt (meistens) im zweiten Weltkrieg. Man muss im neusten Teil nicht nur mit dem Gewehr schießen, sondern man darf sogar Menschen (in grafischer Pracht) verbrennen. Eigentlich hat (fast) jeder Deutsche zumindest einen Verwandten, der den Krieg miterlebt hat. Man hat von (Ur-)Opa, oder (Ur-)Oma grausamste Geschichten gehört, voller Qualen und Tragödien.
Und welche (moralische) Lehren ziehe ich daraus? Keine! Man spielt am Abend schön den Weltkriegsshooter und isst nebenbei eine Salami-Pizza. Wo bleibt da der Kopf, der einem sagt, dass man sich bei diesem Spiel eigentlich nicht amüsieren sollte? Wann setzt bei einem der Gedanke ein, dass man sich gerade an einem Szenario ergötzt, in dem damals millionen Menschenleben reales Leid erfuhren und, dass man durch seine Verwandten direkt erlebtes erzählt bekommen hat?
Das traurige ist, dass schon die nächsten Kommentare im Forum kommen werden, die genau mein Bild dieser Morallosigkeit* verdeutlichen.
Genauso traurig sind die Spieler, die sagen, dass man bei Counter-Strike, FarCry etc., usw., usf. doch gar nicht darauf achtet, dass man Leuten in den Kopf schießt und, dass ein Haufen Blut fließt. Es gehe einem doch nur um die geniale Story und den Spielspaß.
Traurig sind solche Aussagen deshalb, weil sie zeigen, dass man die Brutalität in Spielen mitlerweile gar nicht mehr wahrnimmt. Man ist in den vielen Jahren seit man Computerspiele spielt, so daran gewöhnt, dass man es einfach ignoriert. Diese Spieler sind anscheinend im wahrsten Sinne abgestumpft. Wo die meisten anderen weggucken, spielen sie ohne jegliche Reaktion weiter. Mit dieser Reaktionslosigkeit ist nichts positives in dem Sinne gemeint, dass der Spieler wacker/unerschrocken ist, sondern in vielen Fällen einfach nur "dran' gewöhnt" ist. Man hat ja schon tausenden Menschen in Videospielen den Kopf weggeschossen.
Die Frage die man sich nun stellen muss, ist die, wie weit der Realismus in Spielen gehen muss, eher der Spieler sagt: "Nein, das reicht! Ich kann diesen (virtuellen) Menschen nicht mehr töten. Es ist mir zu real!"
Sollte es so sein, wie es sich jetzt verhält, wird es nie soweit kommen. Dann schießt man irgendwann in Spielen auf 1:1 Kopien von Menschen, ohne, dass es jemandem stört.
Besonders letzterer Absatz mag vielen übertreben vorkommen. Aber mal im Ernst: Seit den aller ersten Spielen hat sich in Sachen Realismus und Grafik sehr sehr viel getan. Bis jetzt hat niemand (oder aber nur ein sehr unbedeutender Anteil) der Gamer gesagt: "Liebe Entwickler, ist euch klar, was ihr da tut?". Im Gegenteil, die Gamer verlangen noch mehr Realismus. Die Entwicklung von Videospielen ist (zumindest im Moment) klar definiert: Bessere Grafik, bessere Physik, realistischeres Spielgefühl und das Festhalten an Gewalt. Wie schon erwähnt: Uncut ist ein Gütesiegel.
*damit will ich nich sagen, dass Videospieler allgemein keine Moral besitzten. Sondern morallos im Sinne meines "Call of Duty" Beispiels sind.
