Nanimonai hat geschrieben:Imperator Palpatine hat geschrieben:" Diese Studien geben wichtige Hinweise auf das Ausmaß gefühlter Diskriminierung, beschränken sich jedoch auf die subjektive Dimension erfahrener Benachteiligung und bilden das Ausmaß tatsächlicher Diskriminierung nicht exakt ab, weil die Ergebnisse möglicherweise durch unterschiedliche Sensibilitäten für Diskriminierung verzerrt sind, die sich nicht objektivieren lassen ".
Wie ein Hai mit Blutwitterung stürzt du dich auf den wesentlichen Punkt 3.2, der die so verheißungsvolle Überschrift "Arbeitsmarktdiskriminierung: bisher nur punktuell erforscht" trägt, weil du genau dort den einen Satz finden wirst, der dein Denken stützt und den gesamten Rest dieses 50-seitigen Papiers ad absurdum führt.
Ist dir dabei die kleine Überschrift "Betroffenenbefragungen" entgangen, die erläutert, was es damit auf sich hat? Und ist es für dich wirklich eine Entdeckung gewesen, dass die Befragung eines Betroffenen subjektive Eindrücke und Ergebnisse liefert, weil diese Menschen, nun ja, "Betroffene" sind?
Die eigentliche Studie beginnt übrigens erst ab Punkt 4. Vielleicht liest du dort erst mal weiter.
Ich habe weitergelesen und die Punkte bezüglich der Personaler sind die aufschlussreichsten denn diese beschreiben grösstenteil konkrete Gründe wie Religion inklusive Kopftuch und Vorerfahrungen.
Und speziell den Kopftuchpunkt kann ich sehr gut verstehen denn ich handhabe ihn in meinem Unternehmen genauso.
Und bevor du in Schnappatmung verfällst erkläre ich dir auch wieso ( auch wenn dass an deiner Schnappatmung vermutlich nichts ändert )
Es handelt sich hier um ein ideologisches Symbol dass sowohl Frauen wie auch Männer diskriminiert. Nichtmuslimischen Frauen vermittelt es die Botschaft ihr tretet sündig auf und Männer werden als rein triebgesteuerte Tiere dargestellt die sich gewissermassen nicht zurück halten könnten falls jenes Kleidungsstück nicht existieren würde.
So etwas akzeptiere ich eben so wenig wie ein ACAB oder Nazi Kleidungsstück.
Wer zudem wie ein befreundeter Unternehmer erlebt hat was es bedeutet wenn die junge gut qualifizierte Türkin nicht mit auf eine Messe fahren kann weil sowohl ihr Mann als auch ihr Vater telefonisch gegen die nötige Übernachtung protestieren, überlegt sich beim nächsten Mal sehr genau ob er eine Person mit diesem Hintergrund noch einmal einstellt.
Oder wenn zum Ramadan muslimische Mitarbeiter teilweise direkt an der Maschine umkippen.
Und jene Erfahrungen die auch Atzenmiro beschrieben hat fallen ebenfalls ins Gewicht. Der Kleinunternehmer hat unter Umständen als Kind / Jugendlicher mit diesen Gruppierungen bestimmte negative Erfahrungen gemacht, er hat selbst Kinder die ihm einiges über ihren Alltag erzählen und davon ist vieles nicht gerade schön.
All das kommt zum tragen wenn er dann am Schreibtisch sitzt und die Bewerbungen studiert.
Traurig und fatal für denjenigen der nichts dafür kann aber auch ein Denkansatz den man hier einfliessen lassen sollte.
Nicht als Rechtfertigung sondern als weiteres Puzzlestück für das Gesamtbild