Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem Spiel genommen

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Wigggenz
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Re: Kommentar

Beitrag von Wigggenz »

Kajetan hat geschrieben:Deswegen ja, Kommunizieren und miteinander verkehren, dass so allmählich die Menschen lernen, wie es anderswo zugeht. So entsteht Ideenaustausch und kulturelle Befruchtung. Wer weiß, vielleicht würden viele Leute im Westen am Islam so einges total klasse finden, wenn sie ihn besser kennen würden?
Und genau das halte ich aus räumlichen Gründen für so gut wie unmöglich. Der Westen und die "Islam-Länder" stehen nur durch die Medien, nicht aus erster Hand (wie z.B. Nachbarschaft) miteinander in Kontakt. Und die (Massen-)Medien sind kontraproduktiv, vermitteln beidseitig fast nur das Hassschürende.
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LP 90
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Re: Kommentar

Beitrag von LP 90 »

Kajetan hat geschrieben:
LP 90 hat geschrieben:Dannn bleibt aber die Frage inwiewit man den Nachgeben soll bis der Rubikon überschritten ist?
Es geht hier nicht um Nachgeben, sondern um Nachdenken. Was erreiche ich durch eine Mohammed-Karikatur? Will ich einfach nur provozieren? Dann darf ich mich nicht beschweren, wenn sich irgendwo jemand angegriffen fühlt und ebenso austeilt.
imo ist meine Auffassung das eine Gesellschaft die allgemein auf Provokation mit Gewalt reagiert bzw. sich dazu ansacheln lässt nicht wirklich bereit zu kommunizieren.
Schön, wie Du einige wenige gewaltsame Aktionen von Extremisten gleich mit der ganzen Gesellschaft gleichsetzt.
Desweiteren ist Extremismus für mich vor allem eine Frage der Bildung
Dann sorge dafür, dass mehr Bildung verbreitet wird. Gegenseitiges Anstacheln und stures Beharren auf irgendwelchen Prinzipien, von denen man genau weiß, dass die Gegenseite damit tief getroffen wird ... das führt doch zu nix! Das ist nicht gebildet, das ist schlichtweg dumm!
Habe ich nicht getan, habe selbst genug muslimische Freunde die absolut friedlich damit umgegangen sind. Das es aber einige große Gruppierungen gibt die in der Lage sind die Bevölkerung derart anzustacheln ist aber Tatsache und die sind es dann auch eben die einen solchen Dialog eben sabotieren. Es darf ja nicht seit das allein die Führung eines solchen Dialogs für die Teilnehmer teilweise lebensgefährlich wird.z.B durch gezielte Angriffe auf gemäßigtere Stimmen. Das Christentum Europas musste sich auch erst von den Strengen Doktrien und Eingriffen der religiösen Machthabern(Krichliche Doktrin) lösen um überhaupt erst sowas wie eine eigenständige Philosophie zu entwickeln die besagt das es auch NichtChristen gibt und diese nicht nur noch Leute sind die es zu bekehren gilt. Den Islam sehe ich persönlich in einer entscheidenen Phase der Selbstfindung, hervorgerufen durch Globalisierung, Bevölkerungsexplosion und milit. Übergriffen bestimmter Supermächte, und dabei versucht halt ein äußerst militanter Teile eine gesell. Öffnung zu verhindern ,unter anderem durch versuchte Infiltration des arab. Frühlings. Aber eine Öffnung in der ein oder anderen Form muss kommen, allein wegen all den jungen Menschen. Erstaunlicherweise stimmt das auch alles auf das ultrareligiöse Christentum in den USA(bis auf die Bevölkerungsexplosion) zu, welche dabei Rückschitte zu machen scheint. Wobei meiner Meinung nach Bildung der schlüssel zur Toleranz ist(ein weiterer Beweis auf dem Weg zur Verdummung der Gesellschaft meiner Meinung).
Am ende wollen die meisten aber auch nur in fFrienden leben.

Und nur weil ich sage man darf etwas machen, also jetzt veröffentlichen, heißt nicht das man das Gutheißen muss. Jedoch sollte jeder der sagt man häte das verhindern müssen sich Artikel 5 im Grundgesetz durchlesen und die Begründeungen des BfvG in Bezug auf die Pressefreiheit bei der Spiegel- und dann bei der Cicero-Affäre. Jeder kleinste Angriff auf die Pressefreiheit ist ein Angriff auf unsere Freiheit und Lebensart an sich. Zwar wird religiöse Beleidigung davon ausgenommen, jedoch greift dieses hier nur bedingt, da es sich dabei miest (Mohammed-Karikatuen z.B.) um Wiederdrucke einer von jemand anderen handelt der diesen Gesetz nicht unterworfen ist meistens. Und da diese große internationale Resonanz schlagen überwiegt die Benachrichtigungspflicht der Medien, die eine umfassende Berichterstattung in Bild, Schrift und Ton zulassen, theoretisch sogar Pflicht sind wenn man ein By-the-Book-Journalist ist. Jedoch muss natürlich jede Redaktion selber gucken ob sie das Verantworten kann. Das da so manch entscheidung natürlich nicht "optimal" ist (manchmal sogar absolut verwerflich) ist selbstredend, aber ein Preis denn man leider Gottes für eine freie vierte Gewalt zahlen muss. Denn mal im Ernst, wenn man denen Verordnen darf, ihr zeigt das jetzt nicht, wer sagt denn das das Morgen nicht mit einer legitimen politischne Botschaft passiert.

Hab geedit!
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The Incredible Hojo
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von The Incredible Hojo »

Die Frage, die sich mir stellt ist:
Wenn ich in den Augen der radikalen Islamisten ein Ungläubiger bin, warum darf ich dann keine Karikaturen über Mohammed machen? Im Koran, der für mich ja nicht gültig ist, steht, dass man sich vom Propheten oder Allah kein Bild machen darf, soweit für mich o.k. Da ich aber den Koran nicht als mein für mich gültiges Regelwerk anerkenne - und dadurch als Ungläubiger sowieso verdammt bin - gilt dieses Verbot für mich nicht.
Wenn ein Moslem eine Karikatur erstellt, verstünde ich es ja, aber ich als Ungläubiger?
So wird der Koran immer so weitergegeben und erklärt, wie es gerade passt. Und da wir meist selbst kaum Ahnung von dem Inhalt der anderen Hl. Schriften haben, braten wir bei allen größeren Festen immer brav in Deutschland auch Alternativen zu Schweinefleisch mit, weil wir irgendwann mal gehört haben, dass Muslime kein Schweinefleisch essen dürfen. Dass dies nur bedingt richtig ist, interessiert uns nicht, weil es uns ja nicht um das Fleisch sondern darum geht, dass wir als integrationswillig und tolerant gelten.
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fuxx
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von fuxx »

@ The Incredible Hojo
Bin bei Dir, aber genau deshalb brechen Religionskriege aus; Weil der Glaube nicht nur über die eigene Person, sondern auch über den Rest der Menschheit gestellt wird. Wenn ein Moslem Mohammed veralbern würde, das wäre ja noch was, eine Evolution von innen heraus. Aber gerade dann, wenn ein nicht-Moslem Mohammed karrikiert, scheren die Moslems gerne ganze Nationen bzw. Bündnisse über einen Kamm.
Momentan wird denke ich der weitere politische Weg des nahen Ostens geklärt- wird man weltoffener oder bleibt man bei radikalen Ansichten.
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Wigggenz
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von Wigggenz »

fuxx hat geschrieben:Momentan wird denke ich der weitere politische Weg des nahen Ostens geklärt- wird man weltoffener oder bleibt man bei radikalen Ansichten.
Ich bin leider nicht auf dem neuesten Stand, aber sollten die religiös radikalen Parteien (Muslimbruderschaft in Ägypten z.B.) siegreich aus den ganzen Nachwirkungen (Wahlen, Errichtungen von Parlamenten und Regierungen) des Arabischen Frühlings hervorgehen, sehe ich da schwarz.

In den Zeiten der politischen Unterdrückung (die zumindest innoffiziell keinem bestimmten Glauben folgte) gab ihr Glaube als letzte dran klammerbare Instanz (nachdem bloße weltliche Hoffnungen entkräftet schienen) den unterdrückten Menschen die Kraft, durchzuhalten und letzten Endes ihre Diktaturen zu überwinden, weshalb die Menschen in Ägypten, Libyen etc. nun ihren Erfolg fest mit strikter Religiosität verknüpfen. Zumindest ist das meine Theorie, weshalb Parteien wie die Muslimbrüder so viel Zuwendung finden.
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Kajetan
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von Kajetan »

Wigggenz hat geschrieben:Ich bin leider nicht auf dem neuesten Stand, aber sollten die religiös radikalen Parteien (Muslimbruderschaft in Ägypten z.B.) siegreich aus den ganzen Nachwirkungen (Wahlen, Errichtungen von Parlamenten und Regierungen) des Arabischen Frühlings hervorgehen, sehe ich da schwarz.
Der derzeitige ägyptische Präsident, Mohammed Mursi, gehört der Muslimbruderschaft an und hat sich bislang nicht nur schwer zurückgehalten, was religiös motivierte Entscheidungen betrifft, sondern legt sich zudem ständig mit den Militärs an, die dem Aufbau einer halbwegs passablen Demokratie mit ihrer Machtfülle immer noch im Wege stehen.

Man sollte sich, vor allem als uninformierter Europäer, von irgendwelchen vorschnellen Urteilen auf Grund mangelnder Informationsgrundlage hüten. Auch sollte man nicht vergessen, dass die Muslimbruderschaften, wie auch die Taliban in Afghanistan, sehr viel für soziale Gerechtigkeit getan haben, während die vom Westen unterstützten reichen Geschäftsleute aus dem Ausland und diverse Diktatoren nur die eigenen Taschen gefüllt haben. Was Du persönlich für den Untergang des Abendlandes hälst, ist für große Teile der Bevölkerung dort eine zT. drastische Verbesserung ihrer Lebensumstände.

Der achso supertolle Westen hat sich über all die Jahrzehnte hinweg im Nahen Osten selber ein Ei gelegt. Von Demokratie rumtönen, mit Diktatoren paktieren und die einzige Opposition gegen diese Diktatoren, die religiösen Gemeinschaften schmählich im Stich lassen und sie dann hinterher als Extremisten bezeichnen, mit denen man nichts zu tun haben möchte.

Ehrlich ... mich wundern brennende US-Flaggen überhaupt nicht. Die Leute dort kommen sich zurecht vom Westen nach Strich und Faden verarscht vor. WEIL man sie nach Strich und Faden verarscht hat, WEIL die eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen (hat nicht Guttenberg als Wirtschaftsminister mit Wirtschaftskontakten im Schlepptau schön Höflichkeitsbesuch bei Gadaffi in Tripolis gemacht?) wichtiger waren als das Wohl der dortigen Bevölkerung.

Nein, "schwarz" musst Du nicht sehen. Nur mal aufwachen und erkennen, dass sich die Menschen einer ganzen Region nicht länger als Kollateralschaden im geopolitischen Machtgeschacher mißbrauchen lassen.
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The Incredible Hojo
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von The Incredible Hojo »

Ist es nicht genauso einfach gemacht und einseitig, wenn man "den Westen" als Wurzel allen Übels für die gescholtene Bevölkerung im Nahen Osten, Ostafrika, Südostasien oder dem Hindukush deklariert?

Stalin war ein Diktator, den man nicht toleriert und nicht akzeptiert hat. Hat er deshalb besonnener regiert? Hätte "der Westen" mit Waffengewalt eingreifen müssen? Wie verhält sich ein Staat richtig gegenüber einem Diktator, wie die Wirtschaft? Ganz sanktionieren? Ich habe das seinerzeit in Somalia gesehen, wohin solche Embargos führen, damit triffst du auch nicht die, die du treffen willst. Abschottung? Dann heisst es wieder "Dem Westen sind die egal!"
Diese ganze Sache ist etwas komplizierter als "Der Westen ist schuld" oder "Die Extremisten sind dafür verantwortlich" zu erklären.
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Kajetan
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von Kajetan »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Ist es nicht genauso einfach gemacht und einseitig, wenn man "den Westen" als Wurzel allen Übels für die gescholtene Bevölkerung im Nahen Osten, Ostafrika, Südostasien oder dem Hindukush deklariert?
Es geht hier nicht um Schuldzuweisungen mit denen man sich das Leben einfach machen kann, sondern darum, dass wir hier im Westen uns nicht einmal ansatzweise erlauben dürfen den Leuten dort vorzuschreiben, wie diese ihr Leben gestalten wollen, weil der Westen sämtliche moralische Ansprüche diesbezüglich längst verspielt hat. Die Chinesen lachen ja auch schon fast öffentlich, wenn die Amis mehr Menschenrechte in China fordern und die Chinesen einfach nur auf Guantanamo verweisen müssen oder auf Bestrebungen im Westen das Internet zu kontrollieren oder die Meinungsfreiheit einzuschränken. Da komen dann aus Peking nur noch süffisante Kommentare.

Irgendwelche Schandtaten von religiösen Extremisten sind damit nicht weißzuwaschen, aber "Der Westen" kann sich nicht aus seiner Verantwortung davonstehlen. Man kann nicht jahrelang Diktatoren an der Macht halten, die Opposition in diesen Länder ignorieren (oder sogar mithelfen sie zu unterdrücken) und dann so tun, als ob die jetzt an die Macht gekomme ehem. Opposition ja ganz arg chlimm und phöse sei. Das ist, mit Verlaub, eine äusserst miese Tour.
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The Incredible Hojo
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von The Incredible Hojo »

Und? Sind wir untereinander anders?
Vor ein paar Wochen, FOCUS Titelblatt "Welcher Präsident ist für uns besser?" zum Thema USA-Wahl. Und da ging es nicht einmal um Menschenrechtsverletzung. Wir wünschen uns aus diesen oder jenen Gründen, dass dieser oder jener Kandidat gewinnen möge. Was spricht also dagegen, wenn wir sagen "Wir wünschen uns eine demokratische und volksnahe Regierung in Lybien, die in ihrer Verfassung die Menschenrechte mehr achtet, als die religiösen Gebote." Ein ganz normaler politischer Vorgang. Da ändert es auch nichts daran, dass Kennedy Castro töten wollte oder "der Westen" sich mit Diktatoren an einen Tisch gesetzt hat.
Die Satellitenstaaten- bzw. Dominopolitik war sicher ein Fehler, bei dem viel falsch gemacht wurde, von Korea bis quasi ganz Mittelamerika, aber das heisst doch nicht, dass man sich als Staat nicht an einen anderen, um Umbruch befindlichen, Staat wenden kann und sagt, was er er sich für die neue Richtung wünscht. "F*** you!" kann die neue Regierung dann immer noch sagen.
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Kajetan
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von Kajetan »

The Incredible Hojo hat geschrieben: Die Satellitenstaaten- bzw. Dominopolitik war sicher ein Fehler, bei dem viel falsch gemacht wurde, von Korea bis quasi ganz Mittelamerika, aber das heisst doch nicht, dass man sich als Staat nicht an einen anderen, um Umbruch befindlichen, Staat wenden kann und sagt, was er er sich für die neue Richtung wünscht. "F*** you!" kann die neue Regierung dann immer noch sagen.
DOCH. Genau das heisst es. Weil dieser Staat noch vor einigen Jahren wunderbar Geschäfte mit dem Diktator gemacht hat. Es wird einfach so getan, als ob es diese Unterstützung nie gegeben hätte.

Du als Einzelperson, Du als Hojo bist (wie wir alle, mich eingeschlossen) auch ein kleines Stück für die Machtpolitik der westlichen Regierungen der letzten Jahrzehnte verantwortlich zu machen. Wir hätten es zwar wissen können, aber wir haben vorgezogen uns nicht dafür zu interessieren. Dennoch hast Du als Einzelperson noch am ehesten die moralische Berechtigung Dich zB. an einzelne Ägypter zu wenden und Deine Hoffnungen, Ängste und Wünsche auszudrücken. Aber mehr ist da nicht drin. Jedes scheinheilige Politikergewäsch zur zB. Muslimbruderschaft ist ein Schlag ins Gesicht der Leute, die jahrzehntelang unter den von West oder Ost (nicht zu vergessen :) ) gestützten Regimen zu leben hatten.

Aber keine Sorge ... die Muslimbruderschaft ist in Ägypten zwar populär, aber dennoch recht umstritten, wie man an den säkulär motivierrten Prostesten der letzten Zeit in Kairo sehen konnte. Auch in Tunesien gibt es viele Tunesier, die KEINEN BOCK haben ihr Land in einen Gottesstaat verwandelt zu sehen. Aber das ist deren Angelegenheit. Das müssen die Leute dort selber klären, ob uns das anschliessende Ergebnis nun in den Kram passt oder nicht.
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The Incredible Hojo
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von The Incredible Hojo »

Ich will es ja denen überlassen. Sollen sie die Staatsform wählen, die die Mehrheit akzeptiert und vertreten kann. Trotzdem kann ich - auch als Staat - laut sagen, welche ich mir in diesem Land wünsche. Wie wir spätestens alle seit dem 5. Geburtstag wissen sollten: Ein Wunsch ist keine Garantie.

Ich persönlich finde jedoch nicht, auch nicht zu einem sehr kleinen Teil, dass ich in irgend einer Art und Weise verantwortlich für diese Situation bin. Du hast dich dafür interessiert, ich habe mich dafür interessiert, aber was hat das geändert? Was hätten wir wählen können, damit mein Staat bzw. deren Volksvertreter sich dahingehend anders verhalten? Nix oder niemanden.

Ich bin weder für den Terrorismus, noch für Guantanamo, für Arbeitslager für Pussy Riot, für die Ausschreitungen zwischen Schalke und Dortmund, den Holocaust, die Ausbeutung von Indern für die Textilindustrie oder den irren Attitüden von afrikanischen Diktatoren verantwortlich. Noch nicht mal ein bisschen. Meine Verantwortung endet beim Abgeben meiner Stimme bei einer Wahl und da hört es schon auf. Oder mit Sicherheit bin ich auch für mein Handeln in meine Auslandseinsätzen verantwortlich, da sehe ich es differenzierter, wenn man auch nicht für die Gesamtsituation verantwortlich ist.
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Kajetan
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von Kajetan »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Meine Verantwortung endet beim Abgeben meiner Stimme bei einer Wahl und da hört es schon auf.
Man kann es sich zwar so einfach machen, aber da hört es eben NICHT auf ;)
Oder mit Sicherheit bin ich auch für mein Handeln in meine Auslandseinsätzen verantwortlich, da sehe ich es differenzierter, wenn man auch nicht für die Gesamtsituation verantwortlich ist.
Du und ich, wir sind nicht direkt dafür verantwortlich. Wir wissen aber, was hier für eine Scheisse veranstaltet wird, doch tun wir etwas dagegen? Gut, immerhin führen wir beide (mit anderen) hier eine öffentliche Debatte über dieses Thema. Was schon mal nicht ganz schlecht ist :)

Was man sonst tut oder nicht tut, dass entscheidet jeder für sich, aber ganz frei von Verantwortung können wir uns nicht machen.
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The Incredible Hojo
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von The Incredible Hojo »

Im Sinne von "verantwortlich sein" hört es allerdings da auf. Im Sinne von "Verantwortung übernehmen" mag ich dir recht geben.
Ich bin tatsächlich nur für das verantwortlich, was ich auch direkt beeinflussen kann. Ist der amerikanische Farmer in Nebraska für den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima verantwortlich, weil er Amerikaner ist und regelmäßig deren Präsidenten mitwählt? Wohl kaum. Ist er für den Krieg in Afghanistan oder Irak verantwortlich? Auch nicht. Er kann aber Verantwortung übernehmen und dagegen demonstrieren oder sich anderswie engagieren, Erfolg sei mal dahingestellt.
Welches Engagement kann denn von mir persönlich Einfluss nehmen? Nimm schon mal innenpolitisch gesehen die Probleme: Ich kann gegen Hartz IV demonstrieren, weil ich das finanziere und finde, die Leute kriegen zu wenig Geld. Ich kann an irgendwelchen ineffizienten Lichterketten oder gegen-Rechts-Konzerte teilnehmen, weil mir diese Typen echt auf die Nerven gehen. Ich kann mir ein Schalke-Shirt mit dem Aufdruck "Echte Fans sind keine Hooligans" kaufen, aber was erreiche ich damit? Ändert sich was oder gebe ich nur meine Meinung kund?
Was für eine Wahl habe ich, das zu beeinflussen? Wenn alle Parteien für einen Krieg in Afghanistan sind, wen wähle ich, wenn ich den strikt ablehne? Gar nicht wählen? Mache ich dann nicht noch mehr falsch und bin eher dafür verantwortlich?
Da kann man es sich tatsächlich einfach machen: Ich bin für das verantwortlich, was ich veranlasst oder beeinflusst habe, für mehr nicht. Ich kann aber für andere Dinge Verantwortung übernehmen, ein Automatismus, der dafür sorgt, dass ich das sowieso machen muss, weil ich dafür verantwortlich bin, sehe ich da nicht.
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Wigggenz
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Re: Call of Duty: Modern Warfare 2: Karte "Favela" aus dem S

Beitrag von Wigggenz »

Kajetan hat geschrieben:Nein, "schwarz" musst Du nicht sehen. Nur mal aufwachen und erkennen, dass sich die Menschen einer ganzen Region nicht länger als Kollateralschaden im geopolitischen Machtgeschacher mißbrauchen lassen.
Was nicht bedeutet, dass wir die weitere Entwicklung bedenkenlos gutheißen müssen. Wir müssen (und dürfen) uns zwar nicht einfach so einmischen, aber akzeptieren brauchen wir es immer noch nicht (akzeptieren ist nicht gleich tolerieren).

Und erst recht bedeutet es nicht, dass wir Religionen verspottende Satire bei uns verbieten müssen, weil sich Menschen in den nah- und mittelöstlichen Regionen dadurch bis aufs Blut beleidigt fühlen. Es geht schließlich um die Geltung der Grundrechte als oberste Rechtsnormen in Deutschland. Diese deshalb einzuschränken, weil eine (wenn auch große) Gruppe lautstark mit Gewalt droht, ist das völlig falsche Signal an den Rest der Welt.