Der 4P-Kommentar: Wertung abschaffen?

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johndoe793863
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Wertung abschaffen

Beitrag von johndoe793863 »

Hallo, ich finde die Prozent-Wertung soll abgeschafft werden, den Ihr Moderatoren(Spieltester) habt eine so tolle Begabung, es manchmal auch so auf den Punkt zu bringen. Und durch den Text fühle ich mich angesprochen, dass ich manchmal Denke richtig Gut formuliert. :wink: . Die Werbung für Spiele mit eurem Namen"4Players" und Boykott läuft ja oft auch so: Ausgezeichnt mit so und so viel Prozent bewertet. Und als Benefit ein Schlagwort(Tag) "epic" "grandios" "das Beste auf der und der Konsole" etc.. ICH finde eure Kommentare toll mit + und- und einem Text was ihr fühlt, würde mir reichen. Ist die Entertainmentbranche so Flach geworden ich Wette auf eine 85 = Gold und eine schlechter Kommentar?.
Gruß evaan :) . PS: Musste ich schreiben weil ich die Komplettlösung von Stalker COP so schlecht fand lol :twisted: .
Ghisby
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Beitrag von Ghisby »

eine bewertung des spiels in prozent, noten oder buchstaben kann und darf nicht abgeschafft werden! als grobe richtung für die nicht freaks und als maßnahme gegen die etwaige willkürlichkeit der publisher und deren werbung, muss eine bewertung in form einer zusammenfassende wertung bestehen bleiben!

allerdings halte ich eine einteilung in 100er schritten, sprich prozentwertung für schwachsinnig! eine maximale einteilung in 6 noten, von mir aus auch noch mit +/- versehen, also 18 mögliche bewertungen, sind mehr als ausreichend!

damit sollte jedem geholfen sein!

greetingz
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vienna.tanzbaer
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Beitrag von vienna.tanzbaer »

welch amüsanter artikel... ;-)

zum thema:
wertungen (in zahlen) helfen dem geschätzen leser zunächst mit "einem" schnellen blick zu erfassen in welchem "leistungsbereich" sich der geteste titel bewegt... die zahl gibt uns ein gefühl...

um sich ein wirkliches bild zu machen hilft einem ein punktesystem in keinster weise - denn dazu ist es notwendig zu erfahren "warum" die wertung so oder so ausgefallen ist - spielebewertungen sind nunmal eine subjektive sache... und das ist gut so - was der eine liebt & findet der andere wiederum letztklassig... aus diesem grund stoßen die "glaubenskriege" in den foren ob nun ein spiel 85, 87 od. 91% verdient hat unter "sinnentleerte" diskussionen" - wer's mag...!?

ich persönlich denke bei wertungen würde eine 10-punkte-skala mehr als ausreichen...

cheers
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Brotkruemel
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PC Games

Beitrag von Brotkruemel »

Da es grad ganz gut passt erlaube ich mir mal den Kommentar von Petra Fröhlich (Chefredakteurin der PC Games) hier zu ergänzen.
Zu Beginn dieser Kolumne folgt ein intimes Geständnis: Dass Sie den nachfolgenden Text auf pcgames.de lesen, geht auf Ereignisse zurück, die mehr als 20 Jahre her sind. Es ward Ende der 80er, ich war jung und habe Computer- und Spielezeitschriften förmlich verschlungen. Das Taschengeld wanderte fast vollständig in die Kassen der Kioske. Was war ich neidisch auf privilegierte Redakteure wie Heinrich Lenhardt, die in Richard Garriotts Haus herumlungern oder Lemmings viele Monate vor mir spielen durften. Nicht wenige Spieletests konnte ich auswendig rezitieren.

Es dürfte im Rahmen der damals noch gut besuchten CeBIT in Hannover gewesen sein, als ich zufällig über den Stand des Markt & Technik-Verlags stolperte. Ich nahm meinen Mut zusammen und fragte die Dame am Empfangstresen schüchtern: "Ist der Boris Schneider auch da?". Sie: "Ja, glaub schon, dass der da ist...soll ich ihn holen?". Ich: "Nenelassensemal...". Ich bin anschließend noch geschätzte 20 Mal um den Stand scharwänzelt und habe versucht, verstohlene Blicke in den "VIP-Bereich" des Messestands zu werfen. Bekloppt, oder? Fehlte nur noch, dass ich am Gitter rüttelnd gerufen hätte: "Ich will da rein!"

Lange her ist das. Fünf Spielebücher und 50 Artikel später (u. a. über prickelnde Themen wie EGA-Grafikkarten) habe ich 1995 nach dem Abi als Redakteurin bei PC Games begonnen.

Warum erzähle ich Ihnen das? Jener Boris Schneider heißt heute Boris Schneider-Johne und hat in den wilden 90ern nicht nur Lucasfilm-Adventures famos ins Deutsche übersetzt, sondern unter anderem Fachmagazine wie POWER PLAY, PC Player und HYPER! mitgegründet. Wie 5.000 andere Microsoft-Mitarbeiter betreibt er einen privaten Blog, auf dem er regelmäßig die Weltgeschichte kommentiert. 20 Jahre nach dem Mauerfall und der Einführung des Von-100-Prozentsystems fordert Boris nicht weniger als die Abschaffung von Spieletests und Wertungen - Letztere hätten sich überlebt, die %-Spielspaß-Benotung sei mathematischer Humbug, die PC-Games-Motivationskurve ohnehin blühender Blödsinn und die Spieler würden sich längst nicht mehr für Trivialitäten wie Grafik-Sound-Steuerung-Atmosphäre interessieren, weil sich die Spiele "weiterentwickelt" hätten.

Natürlich hat Boris in einem zentralen Punkt Recht - so ziemlich alle Wertungssysteme der Welt (5 von 5 Sternchen, 10 von 10 Punkten, 100 % Spielspaß, Schulnoten, Kurven, Einzelwert-Addition...) stecken voller Tücken, sind höchst unwissenschaftlich, anfällig und für viele tausend Spielegeschmäcker und Produkte nicht anwendbar. Und: Mit den sich stündlich verändernden Online-Rollenspielen und Browsergames ist eine faire Bewertung mit chirurgischen Methoden nicht trivialer geworden (von Facebook- und iPhone-Apps gar nicht zu reden).

Sagen wir es gemeinsam: Die Systeme sind alles andere als perfekt. Es handelt sich lediglich um Ansätze, gängige Kriterien und Maßstäbe unter einen Hut zu kriegen. Transparenz zu schaffen. Argumente vorzutragen. Vergleichbarkeit herzustellen. Fairness walten zu lassen. Letztlich also: Orientierung zu bieten. Nicht mehr, nicht weniger.

"Jahahaha, bei Büchern, Filmen, Musik käme doch auch keiner auf die Idee, eine Von-100-Wertung drunterzusetzen", schallmeit es seit den Zeiten von Ultima 1 und Summer Games durch die Republik. Seitdem vertreten Schlaumeier quartalsweise die Meinung: "JETZT ist es soweit. JETZT sind Spiele Kultur. Und JETZT gehören sie ins Feuilleton. Und JETZT kann, ja: DARF man keine Wertung mehr drunterschreiben, sondern sollte nur noch Prosa texten wie weiland Walther von der Vogelweide - oder MAXIMAL fünf Sternchen drunterpacken".

Stimmt schon: Nichts geht über eine flott geschriebene, gut argumentierte, vollständige Spielebesprechung. Am besten frei von "Eigentlich großer Mist, aber für Fans okay"-Wischiwaschi.

Doch gerne wird übersehen bzw. verdrängt, dass es einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen Harry Potter, Dr. House, ARD-Tatort, Guitar Hero, Dr. Kawashima, Singstar und Farmville auf der einen Seite und Need for Speed Shift, Uncharted 2, Left 4 Dead 2, Assasin's Creed 2 und Batman: Arkham Asylum auf der anderen Seite gibt.

Das: Feature!

Die meisten Computer- und Videospiele werden wegen ihrer Features gekauft und gespielt. Ja, immer noch. Mehr noch: Spieler sind verrückt nach Features. Die meistgestellten Ansprüche an neue Strategie-, Rollen-, Action- und Rennspiele lauten: "Was kann ich da eigentlich alles machen?" oder "Und wo ist da jetzt der Unterschied zum Vorgänger?". Denken Sie an Milllionen farmender, pullender, castender, skillender, raidender World of Warcraft-Spieler. Schauen Sie sich die Diskussion um Dedicated Server, Kopierschutzsysteme, Bugs, DLC und geschnittene Missionen an. Gucken Sie in die Amazon-Kommentare, was Käufer super-toll oder überhaupt nicht toll finden.

Das Feature unterscheidet Spiele von Theaterstücken, TV-Serien, Kinokomödien und Romanen. Es umgibt uns, es durchdringt uns. Es hält die Galaxis zusammen. Und es ermöglicht Einordnung und Bewertung.

Wertungen haben seit jeher die fantastische Eigenschaft, dass man die Hosen runterlassen und sich festlegen muss - besser als x, schlechter als y. Und zwar um so-und-so-viel. Das gilt für Bundesligaspielernoten in der Bild am Sonntag genauso wie eine prozentgenaue Spielspaß-Wertung.

Zu einer Dragon-Age-Bewertung im sensiblen Bereich zwischen 75 und 95 Punkten gehört Spielzeit, Erfahrung und Mut - erheblich mehr Mut jedenfalls als für die Aussage "MIR macht das Spiel Spaß". Oder: "Für MICH ist das nix". Fragen Sie Thomas Wilke, der 84 Punkte für Left 4 Dead 2 aufruft. Er hätte ein erheblich leichteres Leben ohne diese Festlegung.

Populärwissenschaftlich formuliert: keine Wertung, keine Eier.

Wer der Meinung ist, man könne einem Spiel mit einer Prozentwertung "nicht gerecht werden" oder Spiele würden allein wegen einer zweistelligen Zahl nahe 90 gekauft, hat das Prinzip nicht verstanden: Es ist völlig wurscht, ob 50 % tatsächlich mathematischer "Durchschnitt" sind oder doch eher 75 % bis 80 %. Entscheidend ist alleine, dass der User aus Text und Wertung für sich persönlich ableiten kann: "Ist das was für mich?". Das gilt in gleicher Weise für scheinbar objektive, gemessene Ergebnisse: Auch ein "Sehr gut" im Stiftung-Warentest-Waschmaschinentest und die 358/400-Punkt-Wertung beim Auto-Motor-und-Sport-Kleinwagentest muss jeder Leser für sich selbst "lesen" und abgleichen. Ist der Testsieger das richtige Produkt für meine Bedürfnisse, für meinen Geschmack, für meinen Rechner, für mein Zeitpensum und nicht zuletzt: für meinen Geldbeutel?

Diese Gehirnleistung kann, will und wird Ihnen niemand abnehmen können. Wir leben ja bekanntlich im freien Westen: Man darf Testergebnisse, die einem nicht zusagen, durchaus verteufeln oder komplett ignorieren. Es handelt sich nur um eine Entscheidungshilfe für oder (häufig) gegen die Investition von immerhin 40, 50, 60 Euro.

Ich halte es vielmehr für eine Frechheit, dem vielzitierten "mündigen Spieler" möglichst viele Informationen (fünf Kilometer Text, Dutzende Pro und Contras, 20 Meinungen) vor die Füße zu kippen - und zu erwarten, er solle gefälligst das rauspicken, was für ihn relevant sein KÖNNTE. Wer sind wir denn, dass wir uns und unsere Ansprüche über unsere Kundschaft (Leser, User) stellen? Dass wir davon ausgehen, dass es doch auch ohne Wertung ginge? Dass wir voraussetzen, JEDER Spieler möge bitte seitenweise Foren, Blogbeiträge und Tests durchkämmen?

Wie Günther Jauch in diesen Tagen sinngemäß feststellte: Du kannst im Netz zwei Milliarden Seiten über die Schweinegrippe nachlesen, weißt aber hinterher trotzdem nicht, ob du dich impfen lassen sollst oder nicht.

Meinungen gibt es zuhauf, an jeder Ecke. In einer immer komplexeren Welt ist es mehr denn je der verdammte Job eines Redakteurs, Lesern das Leben zu erleichtern. Orientierung zu bieten. Fragen zu beantworten. Zu beraten und zu informieren. Zusammenzufassen. Aufzudröseln. Argumente zu liefern. Sei es durch Grafikvergleiche, Adventure-Komplettlösungen, Dragon-Age-Klassenguides, CPU-Marktübersichten, möglichst fundierte Artikel und eindeutige Standpunkte. Ein von der Redaktion verliehener "Editor's Choice"-Award für Modern Warfare 2 oder eine 64 % für das PC-FIFA 2010 leisten genau dies.

Keine Wertung, keine Eier.

Einen schönen Abend wünscht Ihnen
Petra Fröhlich
http://www.pcgames.de/aid,700197/Froehl ... C/Special/

Ihre Argumente sind durchaus nicht von der Hand zu weisen, haben für mich persönlich allerdings nur eine geringe Relevanz. Ein Spiel ist eben kein Staubsauger. Natürlich haben Spiele Features, aber diese dienen im Endeffekt auch nur dazu mir das Spielerlebnis intensiver zu gestalten. Ich will in einem Spieletest keine Bewertung der Featureliste. Es gibt 15 Waffen, 20 verschiedene Gegner, 7 Level und nur 6 Stunden Spielzeit. Macht dann 83 % Spielspaß. So geht das einfach nicht. Ich bleib dabei: Prozentzahlen können mir persönlich nicht das Feedback geben, das ich brauch um zu wissen: "Ok, das spielt gefällt mir und kaufe ich". Soweit kommt's noch dass ich 40 € wegen 87 % ausgebe.
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Joxi
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Beitrag von Joxi »

Neee nicht abschaffen is blöd weil dann kann man wenigstens sehen ob die Spiele gut sind oder nicht oder ob es ein Kauf wert ist !!!!

PLS NICHT ABSCHAFFEN!!!!
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IEP
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Beitrag von IEP »

Joxi hat geschrieben:Neee nicht abschaffen is blöd weil dann kann man wenigstens sehen ob die Spiele gut sind oder nicht oder ob es ein Kauf wert ist !!!!

PLS NICHT ABSCHAFFEN!!!!
Stimmt!!!! Das sieht man ja gar nicht, wenn da nur Text steht!!!11eins


Oh mein Gott.
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-Scythe-
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Beitrag von -Scythe- »

Mir is die Zahl eigentlich egal, Es gibt spiele mit niedriger wertung die mir Spaß machen und spiele mit hoher wertung die es nicht tun.
Ich les mir den Bericht durch, das Fazit und die zusammengefassten Vor- und nachteile des Spiel durch, mehr brauch ich nicht um mir eine eigene Meinung über das spiel zu bilden.

Ich achte nur noch Grob auf die wertung. ;)
Xyluz
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Beitrag von Xyluz »

Servus liebe Redaktion, servus liebe 4P-Leser,

da dies mein erstes Posting in diesem Forum ist, will ich nur kurz und ganz OT ein Lob an die Redaktion aussprechen. Ich kenne sonst keine Seite und auch kein Magazin, das sich so ernsthaft mit dem Medium "Videospiele" auseinandersetzt. Gerade der MW2-Kommentar von Jörg ist mir doch sehr positiv aufgefallen, wenn man ihn mal im Vergleich zu anderen Magazinen (ich war langjähriger Gamestarleser. Meiner Ansicht nach hat die Gamestar hier ihren Tiefpunkt in ihrer Geschichte erreich) betrachtet.
Da ich einige Jahre aus dem "Gaming" raus war und erst vor kurzem wieder eingestiegen bin, ist mir 4Players auch erst vor kurzem aufgefallen, seid also nicht überrascht, wenn ich vielleicht etwas anmerke, lobe oder kritisiere, das eigentlich schon lange bekannt ist.

Aber zum Thema:

Die Gedankengänge, die Jörg in seinem Kommentar niedergeschrieben hat sind meiner Ansicht nach gut und wichtig. Mir stellt sich nämlich die Frage, ob ein 100-Punkte-Wertungssystem einem Medium wie den Videospielen gerecht wird. Der Spaß an Videospielen ist etwas sehr subjektives, genauso wie die Unterhaltung durch einen Film oder einem Buch. Jeder Mensch fasst die Unterhaltung durch diese Medien aufgrund von eigenen Erfahrungen, Vorzügen, Geschmäckern etc. völlig anders auf. Wie soll man solch eine hoch subjektive Erfahrung in ein objektiv aussehende 100-Punkte-Schema einfügen?

Andererseits kann ich natürlich auch die Leute verstehen die sagen "wir wollen Prozentwertungen am Ende des Tests". Man hat eben nicht unbedingt immer die Zeit 20 Minuten einen Test zu lesen, aber trotz allem will man natürlich wissen, was die Redakteure von diesem Machwerk halten. Gerade in der Situation, in der der Spieler nur das Geld für ein Spiel hat, es aber mehrere interessante Titel gibt und sich nun entscheiden will bzw. muss welches Spiel denn nun gekauft wird.

Komplett ohne Wertung würde die Recherche und Abwägung wahrscheinlich mehrere Stunden dauern (je nachdem wieviele gute Titel erschienen sind und wie ernsthaft man recherchiert und abwägt. Es sind im Endeffekt eben "nur" Videospiele). Ich persönlich habe beim besten Willen nicht die Zeit und auch nicht die Muße dafür, es gibt noch viel wichtigere Dinge die meine Zeit in Anspruch nehmen, wie eben Arbeit und Studium.

Also was tun?

Das ist nun die Preisfrage.

Videospiele sind zur Kunst und zum Kulturgut geworden, auch wenn das weiterhin viele abstreiten würden, was jedoch komplett irrelevant ist.
Eben weil sie Kultur geworden sind, haben sie doch eine dfferenziertere Betrachtung als eben bloß einen Test a la "Stiftung Warentest" verdient. Genau wie Filmkritik sollte man auch von "Videospielkritik" sprechen.
Das 100-Punktesystem steht dabei im Weg, das ist mir klar. Soweit ich mich entsinne stammt dieses System noch aus "Happy-Computer-Zeiten" und hat sich seitdem auch nicht wirklich weiterentwickelt. Ein System von Technikern für Techniker.

Wie gesagt, Videospiele sind keine reine Technikangelegenheit mehr, und darum wäre eben eine Idee von mir, Videospiele so zu bewerten, wie es damals die amerikansichen Filmkritiker Siskel und Ebert getan haben. Ein einfaches "Thumbs up" oder "Thumbs down" System, am besten natürlich noch von mehreren Redakteuren. Da die Leser auch die Erfahrung gemacht haben, das gewisse Redakteure ihren Geschmack teilen, kann man sich nun an dem Urteil eben jenes Redakteurs orientieren.

Damit würde man das Kulturgut "Videospiele" anerkennen, ohne den Lesern eine Kaufempfehlung (oder eben Warnung) vorzuenthalten.


Das ist natürlich nicht der Weisheits letzter Schuss, aber es wäre ein Ansatz, an dem man weiterdenken könnte. Oder man nimmt ein komplett anderes System. Es ist halt nur eine Idee.

Jedenfalls ist es wirklich wichtig das man darüber diskutiert und sich auch die Frage stellt, wo wir hin wollen. Wenn wir unser geliebtes Medium als Kunstform emanzipieren wollen, gerade der großen Öffentlichkeit gegenüber, muss man darüber (und nicht nur darüber) diskutieren.
feyja
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Beitrag von feyja »

Ich hab als Printzeitschrift die GEE abboniert, genau aus dem Grund, da sie keine Zahlenbewertung hat, sondern sie nach der Rezession des Spieles eine kurze Zusammenfassung macht, was der Redaktion am Spiel Spass gemacht hat und was nicht und geben Empfehlungen raus, mit welchen Spieleklassiker man das neue Spiel vergleichen kann.
Somit kann kann ich viel besser sehen, ob mir das neue Spiel persönlich gefallen wird, als mit einer Prozentwertung.
Z.B. das "neue" Prince of Persia finde ich persönlich sehr schön, wenn ich hier sehe, hat es hat nur eine 70%, dafür würd ich so gut wie keine Ego-Shooter anfassen, auch wenn er eine Wertung über 90% hat.
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Condemned87
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Beitrag von Condemned87 »

Bei mir ist es nunmal so, dass ich bei Spielen die mich nicht brennend interessieren, halt nur schnell auf die Punktezahl / Wertung schaue. Das selbe ist bei Filmen...

Diese langen Tests lese ich nur bei meiner Meinung nach TOP Games / gehypten Games.

Daher verzichte ich wirklich ungern auf die Prozente..
Allerdings, und da werden mir viele zustimmen, ist die 4P-Wertung nicht immer Stand aller Dinge :-)

Oftmals ist sie weit unterm Durchschnitt aller anderen Zeitschriften.
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IEP
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Beitrag von IEP »

T34mKill0r hat geschrieben:
Daher verzichte ich wirklich ungern auf die Prozente..
Allerdings, und da werden mir viele zustimmen, ist die 4P-Wertung nicht immer Stand aller Dinge :-)


Oftmals ist sie weit unterm Durchschnitt aller anderen Zeitschriften.
... was die Spiele dann ja auch direkt schlechter macht. Oh, das macht es gar nicht? Oh, die Wertungen gehen bei verschiedenen Magazinen weit auseinander? Oh, die Wertung stimmt nicht mit der eigenen Meinung überein?

Prozentzahl=Wertlos