Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schwarzen und Stereotypen in der Videospiele-Branche

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

johndoe527990
Beiträge: 9230
Registriert: 23.10.2006 08:18
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von johndoe527990 »

Leider geht der Link zur Studie nicht.
Finde nur die Methode etwas naja. Bisschen aussagekräftiger hätte die schon sein können.

Gerade bei kleinen Unternehmen ist ein negativer Fall bei der nächsten Bewerbung im Gedächtnis. Und ein falscher Mitarbeiter kann ein kleines Unternehmen ruinieren.
(Wenn ich mit Peter, Meier und Schulze in der Vergangenheit halt weniger Probleme hatte als mit einem Türken z.B.)

Ich möchte da nicht gleich einen rassistischen Beweggrund vermuten.

Aber die anonyme Bewerbung würde hier Abhilfe schaffen. Gibt es hier schon Vorreiter? Gerade die großen auf ihre Diversity Aussenwirkung bedachten Großunternehmen müssten da eine Pionierrolle einnehmen. Als Pilotprojekt würde ich mir das wünschen.
Nanimonai
Beiträge: 5637
Registriert: 10.11.2007 01:02
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Nanimonai »

douggy hat geschrieben:Leider geht der Link zur Studie nicht.
Finde nur die Methode etwas naja. Bisschen aussagekräftiger hätte die schon sein können.
Hand aufs Herz: Würde es überhaupt eine Studie geben, die dich nicht zu diesem Satz verleiten würde?
Benutzeravatar
Imperator Palpatine
Beiträge: 1829
Registriert: 11.06.2014 14:19
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Imperator Palpatine »

Nanimonai hat geschrieben:
douggy hat geschrieben:Leider geht der Link zur Studie nicht.
Finde nur die Methode etwas naja. Bisschen aussagekräftiger hätte die schon sein können.
Hand aufs Herz: Würde es überhaupt eine Studie geben, die dich nicht zu diesem Satz verleiten würde?
Es wäre interessant zu erfahren ob die im Artikel genannten Hintergründe für die Ablehnungen Spekulationen der Forscher sind oder nach Rückfragen mit den Unternehmen zu Stande kamen.
Gesetz dem Fall ein Großteil der Unternehmen hat sich diesbezüglich auf eine mögliche Rückfrage geäussert.

Denn dies wird mir aus dem Artikel nicht ersichtlich.
Benutzeravatar
Wigggenz
Beiträge: 7449
Registriert: 08.02.2011 19:10
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Wigggenz »

douggy hat geschrieben:LGerade bei kleinen Unternehmen ist ein negativer Fall bei der nächsten Bewerbung im Gedächtnis. Und ein falscher Mitarbeiter kann ein kleines Unternehmen ruinieren.
(Wenn ich mit Peter, Meier und Schulze in der Vergangenheit halt weniger Probleme hatte als mit einem Türken z.B.)

Ich möchte da nicht gleich einen rassistischen Beweggrund vermuten.
Bei Erfahrungen mit einem schlechten Mitarbeiter anzunehmen, ein anderer Mitarbeiter, der nur die Ethnizität mit der "schlechten Erfahrung" gemeinsam hat, würde sich eben so schlecht machen, IST rassistisch.

Edit:
Ethnizität hier zu verstehen als "vermutete Ethnizität aufgrund des Namens".
Benutzeravatar
Lykaner77
Beiträge: 96
Registriert: 17.09.2013 23:02
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Lykaner77 »

Und hier eine Studie, die im Ergebnis zeigt, was die meisten bei klarem Verstand erwarten:
http://www.sciencedirect.com/science/ar ... 651200362X
und
http://www.iza.org/de/webcontent/public ... dp_id=8517

Hier werden die Einladungen anonymisierter Bewerbungen - also ohne Namen, Geschlecht und Foto - mit standard Bewerbungen verglichen und .... es wird kaum ein Unterschied festgestellt, das heißt die Verteilung mit und ohne Kenntnis von Geschlecht, Namen und Hautfarbe ist nahezu gleich. Aber jetzt kommts: Überraschenderweise (aber nur für unserer Feministinnen!) werden bei den Standardbewerbungen sogar MEHR Frauen eingestellt, als bei den annonymisierten Bewerbungen. Bei Standardbewerbungen, bei denen das Geschlecht klar ersichtlich ist, erfolgt also eine Diskriminierung von MÄNNERN! Womit mal wieder bewiesen ist, dass das ganze Gejammer von Unterdrückung und Ungleichbehandlung unsere Emanzen und Multikultischwätzern nichts als Krokodilstränen sind.
Plor
Beiträge: 372
Registriert: 31.03.2010 16:26
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Plor »

@Imperator & douggy

Och Leute, ihr könnt doch googlen...

http://www.svr-migration.de/wp-content/ ... smarkt.pdf
xub
Beiträge: 105
Registriert: 24.01.2007 16:19
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von xub »

Jo, und wenn man Kevin oder Jaqueline heißt kriegt man im Schnitt für die gleiche Leistung auch schlechtere Noten (und später Jobs) als Friedrich und Marie-Therese. Bei ner Ethnie ist das dann Rassismus, bei allen andern Meinungs auslösenden Markern, die man so an sich haben könnte ist das kack egal (z.B. Glatze, glaub -7% Durchschnittseinkommen). Der Mensch erkennt halt schnell Pseudo-Muster und handelt entsprechend. Wir stammen von den Menschen ab, die pauschal gedacht haben "Es raschelt im Gebüsch = schlecht, renn besser weg", nicht von denen die gesagt haben "Ja, lass das mal differenziert betrachten und nicht pauschal das Rascheln diskriminieren".

Ist halt unfair, glaube aber nicht, dass man sowas irgendwie steuern kann ohne die Ungleichheit im Kopf noch zu verstärken (Stichwort: Die kann nix, ist nur ne Quotenfrau). Aber ein bisschen gleicht sich sowas letztlich immer aus, Obamas Wahlkampf z.B. war nur deshalb so erfolgreich, weil er sein Versprechen von "ich werd alles anders machen" unterstreichen konnte mit, "weil ich seh auch anders aus als die Tpyen auf den Dollarscheinen". Bäng, Erdrutsch Sieg + Friedensnobelpreis fürs nichts-tun, wär nicht so gelaufen, wär er weiß gewesen.
Benutzeravatar
Imperator Palpatine
Beiträge: 1829
Registriert: 11.06.2014 14:19
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Imperator Palpatine »

Plor hat geschrieben:@Imperator & douggy

Och Leute, ihr könnt doch googlen...

http://www.svr-migration.de/wp-content/ ... smarkt.pdf

Und was lese ich dann da unter Punkt 3.2:

" Seit dem Gesetzgebungsverfahren zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wird das Thema Diskriminierung in Deutschland verstärkt diskutiert; dennoch gibt es über die tatsächliche Diskriminierung, insbesondere auf dem Arbeits-und Ausbildungsmarkt, bisher nur zu einigen Aspekten quantifizierbares und empirisch belastbares Wissen. "

Und als dann im folgenden jene wenigen Studien genannt werden wird folgendes erwähnt:

" Diese Studien geben wichtige Hinweise auf das Ausmaß gefühlter Diskriminierung, beschränken sich jedoch auf die subjektive Dimension erfahrener Benachteiligung und bilden das Ausmaß tatsächlicher Diskriminierung nicht exakt ab, weil die Ergebnisse möglicherweise durch unterschiedliche Sensibilitäten für Diskriminierung verzerrt sind, die sich nicht objektivieren lassen ".
Nanimonai
Beiträge: 5637
Registriert: 10.11.2007 01:02
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Nanimonai »

xub hat geschrieben:Wir stammen von den Menschen ab, die pauschal gedacht haben "Es raschelt im Gebüsch = schlecht, renn besser weg", nicht von denen die gesagt haben "Ja, lass das mal differenziert betrachten und nicht pauschal das Rascheln diskriminieren".
Das ist so, ja. Aber eben auch nur, wenn das Reptiliengehirn, also der Hirnstamm, das Denken übernimmt. Für soziale Interaktion ist dieser Teil des Gehirns nicht sonderlich gut geeignet.
Plor
Beiträge: 372
Registriert: 31.03.2010 16:26
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Plor »

Lies bitte ausführlich und suche nicht nach "deinen Spots", mache ich auch gerade mit dem, was Lykaner verlinkt hat...
Nanimonai
Beiträge: 5637
Registriert: 10.11.2007 01:02
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Nanimonai »

Imperator Palpatine hat geschrieben:" Diese Studien geben wichtige Hinweise auf das Ausmaß gefühlter Diskriminierung, beschränken sich jedoch auf die subjektive Dimension erfahrener Benachteiligung und bilden das Ausmaß tatsächlicher Diskriminierung nicht exakt ab, weil die Ergebnisse möglicherweise durch unterschiedliche Sensibilitäten für Diskriminierung verzerrt sind, die sich nicht objektivieren lassen ".
Wie ein Hai mit Blutwitterung stürzt du dich auf den wesentlichen Punkt 3.2, der die so verheißungsvolle Überschrift "Arbeitsmarktdiskriminierung: bisher nur punktuell erforscht" trägt, weil du genau dort den einen Satz finden wirst, der dein Denken stützt und den gesamten Rest dieses 50-seitigen Papiers ad absurdum führt.

Ist dir dabei die kleine Überschrift "Betroffenenbefragungen" entgangen, die erläutert, was es damit auf sich hat? Und ist es für dich wirklich eine Entdeckung gewesen, dass die Befragung eines Betroffenen subjektive Eindrücke und Ergebnisse liefert, weil diese Menschen, nun ja, "Betroffene" sind?

Die eigentliche Studie beginnt übrigens erst ab Punkt 4. Vielleicht liest du dort erst mal weiter.
xub
Beiträge: 105
Registriert: 24.01.2007 16:19
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von xub »

Nanimonai hat geschrieben:
xub hat geschrieben:Wir stammen von den Menschen ab, die pauschal gedacht haben "Es raschelt im Gebüsch = schlecht, renn besser weg", nicht von denen die gesagt haben "Ja, lass das mal differenziert betrachten und nicht pauschal das Rascheln diskriminieren".
Das ist so, ja. Aber eben auch nur, wenn das Reptiliengehirn, also der Hirnstamm, das Denken übernimmt. Für soziale Interaktion ist dieser Teil des Gehirns nicht sonderlich gut geeignet.
Ja, aber das bewusste Denken ist langsam, wir treffen viel mehr Entscheidungen rein emotional mit dem Reptiliengehirn. Deswegen versucht Marketing ja auch Emotionen zu erzeugen. Wenn man erstmal ne Emotion mit was verbindet, dann wird das logische Denken folgen und versuchen die Emotion mit irgendnem Bullshit Grund zu rechtfertigen. Das ganze wird dann nachträglich rationalisiert. Die Ursache von vielem Verhalten, wen wir mögen, wen nicht und ob unsere Diät scheitert liegt aber gar nicht in unserer Entscheidungsgewalt.
Nanimonai
Beiträge: 5637
Registriert: 10.11.2007 01:02
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Nanimonai »

xub hat geschrieben: Ja, aber das bewusste Denken ist langsam, wir treffen viel mehr Entscheidungen rein emotional mit dem Reptiliengehirn. Deswegen versucht Marketing ja auch Emotionen zu erzeugen. Wenn man erstmal ne Emotion mit was verbindet, dann wird das logische Denken folgen und versuchen die Emotion mit irgendnem Bullshit Grund zu rechtfertigen. Das ganze wird dann nachträglich rationalisiert. Die Ursache von vielem Verhalten, wen wir mögen, wen nicht und ob unsere Diät scheitert liegt aber gar nicht in unserer Entscheidungsgewalt.
Da sind wir einer Meinung. Die Evolution erklärt vieles, was bei uns Menschen insbesondere auch in sozialer Interaktion und Kommunikation schief und auch was richtig läuft. Es erklärt es, es entschuldigt oder rechtfertigt es aber nicht. Denn vor und nach der Emotion kann immer auch die Reflektion kommen, wenn man das denn zulassen kann und möchte. Und diese sollte im Idealfall dazu führen, die nächste Entscheidung eventuell anders zu treffen, als das eigene Gefühl einem rät.
xub
Beiträge: 105
Registriert: 24.01.2007 16:19
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von xub »

Nanimonai hat geschrieben:
xub hat geschrieben: Ja, aber das bewusste Denken ist langsam, wir treffen viel mehr Entscheidungen rein emotional mit dem Reptiliengehirn. Deswegen versucht Marketing ja auch Emotionen zu erzeugen. Wenn man erstmal ne Emotion mit was verbindet, dann wird das logische Denken folgen und versuchen die Emotion mit irgendnem Bullshit Grund zu rechtfertigen. Das ganze wird dann nachträglich rationalisiert. Die Ursache von vielem Verhalten, wen wir mögen, wen nicht und ob unsere Diät scheitert liegt aber gar nicht in unserer Entscheidungsgewalt.
Da sind wir einer Meinung. Die Evolution erklärt vieles, was bei uns Menschen insbesondere auch in sozialer Interaktion und Kommunikation schief und auch was richtig läuft. Es erklärt es, es entschuldigt oder rechtfertigt es aber nicht. Denn vor und nach der Emotion kann immer auch die Reflektion kommen, wenn man das denn zulassen kann und möchte. Und diese sollte im Idealfall dazu führen, die nächste Entscheidung eventuell anders zu treffen, als das eigene Gefühl einem rät.
Sehr schön, nur beim letzten Part sind wir etwas auseinander. Ich denke halt der Mensch ist Sklave seiner Instinkte, Triebe und Emotionen :wink: #fette Menschen, süchtige Menschen, verliebte Menschen, zwangsneurotische Menschen, könnte mir wirklich vorstellen, dass Rassismus bei manchen Menschen genetisch verankert ist....was in sich selbst wahrscheinlich rassistisch meinerseits ist....meta-racism :lol:
Benutzeravatar
Sharkie
Beiträge: 869
Registriert: 23.02.2013 14:37
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Entwickler sprechen über die Rolle von Schw

Beitrag von Sharkie »

xub hat geschrieben: Ist halt unfair, glaube aber nicht, dass man sowas irgendwie steuern kann ohne die Ungleichheit im Kopf noch zu verstärken (Stichwort: Die kann nix, ist nur ne Quotenfrau). Aber ein bisschen gleicht sich sowas letztlich immer aus, Obamas Wahlkampf z.B. war nur deshalb so erfolgreich, weil er sein Versprechen von "ich werd alles anders machen" unterstreichen konnte mit, "weil ich seh auch anders aus als die Tpyen auf den Dollarscheinen". Bäng, Erdrutsch Sieg + Friedensnobelpreis fürs nichts-tun, wär nicht so gelaufen, wär er weiß gewesen.
Was Du da bezüglich Obamas Wahlkampf schreibst ist, mit Verlaub, Quatsch. Daran, dass er schwarz ist, kann Obama nichts ändern, aber dass er daraus im Wahlkampf kalkuliertermaßen Kapital geschlagen hätte, ist schlichtweg falsch; tatsächlich ist sogar das Gegenteil der Fall. Obama hat nämlich in seinem Wahlkampf die Strategie verfolgt, sich als künftiger Präsident eines "post-racial America" zu positionieren, also sich explizit nicht als "first black president" oder ähnliches profiliert. Was ihm (nicht nur) unter Afroamerikanern übrigens durchaus Kritik eingebracht hat.