Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

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johndoe1966876
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von johndoe1966876 »

darkchild hat geschrieben: 06.03.2019 16:07 Denn mir kommt hierbei immer sofort das Musterbeispiel GTA in den Sinn. Hier kann ich, losgelöst von seinem ach so satirischen und gesellschaftskritischen Story-Kontext, meinen eigenen Gewaltporno veranstalten und wahllos wehrlose Menschen nach Herzenslust hinrichten, so wie es mir gefällt. Wo besteht da im Kern der Unterschied?
Die Antwort hast Du Dir bereits selber gegeben.
Es ist eine Begleiterscheinung der Open-World in GTA, dass Du auch Passanten, die zur Immersion beitragen, erschießen kannst. Es ist aber nicht Ziel des Spiels. Soweit ich weiß, wirst Du auch für solch eine Vorgehensweise "bestraft", indem Dein Fahndungslevel rapide steigt und Du recht schnell, von der Polizei, ausgebremst wirst. Korrigiere mich, falls ich falsch liege, da ich GTA nicht spiele.
Der Sachverhalt ist in Rape Day gänzlich anders, wie bereits ausführlich diskutiert.
johndoe1741084
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von johndoe1741084 »

Verd$§%.. eigentlich wollt ich mich ja raushalten, da das Thema mMn eher die Mädels besprechen sollten, solange nur diese zum Objekt der Handlung gemacht werden.

In "Gewaltspielen" dreht es sich vorerst mal um den "sportlichen" Part. Wenn ich nen Headshot verteile, dann erfreue ich mich nicht an BlutTexturen oder Splatter, sondern der Tatsache, dass die Trefferzone sehr klein ist. Headshots sind schwer.

Desweiteren muss ich mich ja schon fragen, wie so Manche GTA spielen 8O Die Krux an systemischem Gameplay in einer Sandbox-OpenWorld mit "echten" Menschen und "realen" Tagesabläufen: Da passieren halt auch strange Dinge, wenn man den entsprechenden Menschen an den Controller lässt.

Desweiteren II ist es immer eine Frage des Kontext. Siehe Nabokov's "Lolita". Das ist eine großartige Sozialstudie und zu Recht ein Stück Weltliteratur. Nicht nur mMn. Im Vergleich dazu ein Schund-Roman mit ähnlicher Thematik: Bäh
Liesel Weppen
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von Liesel Weppen »

Kajetan hat geschrieben: 06.03.2019 16:31 Sind wir also so sehr daran gewöhnt, dass Menschen aufeinander schiessen, dass der Schußwechsel als solcher leicht von seiner blutigen Realität getrennt und in harmlose Unterhaltung verwandelt werden kann? Könnte das eines Tages auch mit Vergewaltigungen passieren, mit Tiermißhandlungen? Ist diese unterschiedliche Verarbeitung von weiterhin (!) gesellschaftlich geächteten Handlungen mit "Gewöhnung" zu erklären? Welche Faktoren spielen hier eine Rolle?
Genau das versuche ich ja auch schon die ganze Zeit zu sagen. Die Grenzen werden von der Gesellschaft gezogen, das Gesetz ist nur die Umsetzung der gesellschaftlichen Akzeptanz. Die gesellschaftliche Akzeptanz ändert sich aber mit der Zeit.

Wiesehr sich das ändert und unterscheidet, sieht man auch an diversen Beispielen:
In USA läuft nachmittags im Kinderprogramm die Uncut-Version von Total Recal, die man hier in Deutschland nichtmal regulär so richtig uncut kaufen kann, aber wenn man mal irgendwo einen Nippel sieht, flippen alle aus.
In Deutschland ist man da praktisch gegensätzlicher Meinung, Gewalt wird zwar mittlerweile und auch immer mehr akzeptiert, aber immernoch weit weniger als in USA. Ein Nippel stört hier aber keine Sau.
Die Amis sind da nicht irgendwie biologisch anders, im Laufe der letzten paar hundert Jahre, hat sich die Moralvorstellung dort nur einfach anders entwickelt. Einen absoluten Grund dafür, warum sich beide Unterscheiden, gibts eigentlich nicht.

(Kleine Bemerkung am Rande: Ich war Anfang der 90er mit meinen Eltern auf einem Campingplatz in Spanien auf Urlaub, da war ich etwa 14 Jahre alt. Im KINDER-Animationsprogramm war Kino angsagt und was lief: Total Recal. UNCUT. Auf spanisch mit englischen Untertiteln. Ich hatte die "deutsche FSK18 Version" von Total Recal schon gesehen und mir fielen die doch mimernoch deutlichen Unterschiede zur deutschen Version auf. Da saßen Kinder mit im "Kino", die 6, 7 Jahre alt waren. Interessiert hat das in Spanien niemanden, ich will nicht wissen, was das in Deutschland losgetreten hätte, wenn sich da auch nur einer beschwert hätte)

Gibt auch Beispiele innerhalb Deutschlands:
Doom landete vor knapp 30 Jahren auf dem Index, wegen explizit gewaltverherrlichender Darstellung. Dabei schoß man da nur Anfangs auf etwas, was man als "Menschen" hätte erkennen können. Später waren es eh nur noch Dämonen und Cyborgs.
Erst vor ein paar Jahren wurde das Spiel nach "erneuter Prüfung" dann doch vom Index genommen, mit der Begründung (frei wiedergegeben, nicht der exakte Wortlaut) das die Darstellung aus heutiger Sicht nicht realistisch genug wäre, als das man das heute noch "verbieten" müsste.
Damals war das also "verstörend" trotz Pixelbrei, aber heute, wo man ja viel bessere Grafik hinkriegt, und in 1000 anderen Spielen viel krassere und explizitere, genauere Darstellungen längst akzeptiert werden, sieht man keinen Grund mehr dafür. Das Spiel hat sich kein bisschen geändert.

Das wiederrum spielt den Verfechtern von "Die Gesellschaft verroht" zu. Denn es ist ja tatsächlich so, sieht man ja an dem zweiten Beispiel, dass die Akzeptanzschwelle offensichtlich immer weiter sinkt.

Oder man guckt mal auf Paintball. Während es in Videospielen normal ist, Feinde mit viel Gore zu töten, wird Paintball in Deutschland mit allen Möglichen mitteln irgendwie wie "töten" zu wirken. Man darf keine Markierfarbe in irgendwelchen Rottönen verwenden (also auch nicht Orange, glaube nichtmal Gelb), das Spielfeld darf kein "realistsches" Szenario darstellen (also etwa keine alten Autos als Deckung, sondern nur abstrakte aufblasbare Hinernisse), man darf keine Tarnkleidung (oder irgendwas militärisch wirkendes) tragen, die Markierer dürfen keinesfalls irgendwelchen echten Schusswaffen ähneln und ka. was noch alles.

Interessant ist übrigens auch der Unterschied in der Spielweise, wenn man Laien mal beim Lasertag zusieht und beim Paintball/Gotcha. Spätestens nach dem ersten Treffer in Paintball/Gotcha, bewegen die sich auf einmal GANZ ANDERS. ;)
Zuletzt geändert von Liesel Weppen am 06.03.2019 17:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Kajetan
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von Kajetan »

Liesel Weppen hat geschrieben: 06.03.2019 16:55 Das wiederrum spielt den Verfechtern von "Die Gesellschaft verroht" wiederrum zu.
Aber auch nur so lange niemand entsprechende Kriminalitätstatistiken anschaut, aus denen sich keine zunehmende Verrohung der Gesellschaft ableiten lässt. Im Gegenteil, die Zahl schwerer Gewalttaten, wie sie ja in den Spielen zelebriert werden, sinkt AFAIK stetig.

Sprich, es wird offenbar lediglich die künstlerische, spielerische Darstellung der Gewalthandlung akzeptiert, nicht jedoch die echte, reale Handlung. Diese wird gesellschaftlich weiterhin abgelehnt und geächtet.
Doc Angelo
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von Doc Angelo »

rSchreck hat geschrieben: 06.03.2019 16:44 Verd$§%.. eigentlich wollt ich mich ja raushalten, da das Thema mMn eher die Mädels besprechen sollten, solange nur diese zum Objekt der Handlung gemacht werden.
Sexuelle Gewalt betrifft alle. Soweit ich weiß werden nur Frauen in diesem Spiel zu Opfern gemacht, aber das Thema hier im Forum beschränkt sich ja so oder so mittlerweile nicht mehr nur auf genau dieses Spiel.

Generell hab ich hier oft gelesen, das sexuelle Gewalt an Frauen und Kindern schlimm ist. Da kann man natürlich nur zustimmen, allerdings kann man sich auch fragen, ob erwachsene Männer da ausgeschlossen sind - immerhin wird es explizit immer so ausgedrückt, das sie rein technisch gesehen nicht gemeint sind. Sexuelle Gewalt ist niemals gut, ganz egal wer das Opfer ist. Da muss man gar nicht unterscheiden.
rSchreck hat geschrieben: 06.03.2019 16:44 In "Gewaltspielen" dreht es sich vorerst mal um den "sportlichen" Part. Wenn ich nen Headshot verteile, dann erfreue ich mich nicht an BlutTexturen oder Splatter, sondern der Tatsache, dass die Trefferzone sehr klein ist. Headshots sind schwer.
Ich persönlich sehe das auch so: Bei Spielen wie PUBG geht es mir um das Können und das Miteinander des Teams im Wettstreit mit anderen Teams. Genau genommen wäre mir persönlich es vollkommen egal, wenn man bei PUBG mit Wasserpistolen agiert und man ausscheidet, wenn man zu nass geworden ist. Healthpacks wären dann Handtücher. Es wäre mir wirklich total schnurz - und ehrlicherweise wärs auch mal ne Abwechslung.

Aber wie wir wissen, wäre das die absolute und extrem seltene Ausnahme. Fast alle Spiele haben ein Setting, wo man andere Leute tötet, und zwar mit Kriegswerkzeugen. Ich finde das darf man nicht außen vor halten. Ich finde man sollte sich ruhig fragen, wie es denn kommt, das nahe zu alle Spiele eine Tötungskomponente haben, und die meisten davon als Hauptinhalt.

Stellt euch vor, ihr hättet noch nie selbst gespielt, aber ab und zu mal Spiele gesehen, vielleicht im Fernsehen, vielleicht mal bei einem Kumpel oder ähnliches. Gerade die ältere Generation kennt das vielleicht noch, als Spielen noch kein Massenphänomen war wie es heute ist. Könnt ihr euch nicht vorstellen, das so ein jemand fragen würde: "Warum werden in allen Computerspielen eigentlich Lebewesen getötet? Gibts da wirklich nix anderes?"

Die Antwort "Es geht um den Sport" ist legitime Antwort, aber ehrlicherweise beantwortet sie die Frage nicht vollumfassend. Denn man könnte problemlos nachhaken: "Aber wenn es nicht ums Töten geht, sondern um Skill, Kommunikation und Teamgeist... warum dreht es sich dann dennoch bei fast allen Spielen um das Töten?" Und da muss ich ganz ehrlich sein: Hätte hier jemand ne gute Antwort drauf? Ich denke nicht. Ich zumindest nicht.

Um mal ein paar Beispiele zu nennen: Mortal Kombat ist nicht ein Kracher geworden, weil der sportliche Aspekt des Spiels besonders ausgereift war, sondern weil man die Eingeweide des Gegners zerschmetzeln konnte. Glorykills sind nicht so beliebt in Single-Player-Spielen, weil sie eine besondere Anforderung an das Können des Spielers stellen. Blutpatches für Spiele sind nicht so beliebt, weil sie die Spielmechanik verbessern.

(Hinweis am Ende: Ich möchte hier keine Bewertung dieser Dinge vornehmen, aber ich möchte darauf pochen, das man sie in Relation zu den anderen Sachen die es so gibt stellen sollte.)
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von Liesel Weppen »

Kajetan hat geschrieben: 06.03.2019 17:03 Aber auch nur so lange niemand entsprechende Kriminalitätstatistiken anschaut, aus denen sich keine zunehmende Verrohung der Gesellschaft ableiten lässt. Im Gegenteil, die Zahl schwerer Gewalttaten, wie sie ja in den Spielen zelebriert werden, sinkt AFAIK stetig.
Kommt jetzt drauf an, wie man "Verrohung" auslegt. Ich sehe bereits die Akzeptanz von Spielen/Filmen mit entsprechender Darstellung durchaus als "Verrohung". Dafür muss nicht erst auch die tatsächliche Zahl der Gewalttaten ansteigen.
Ich setze eine Akzeptanz von Videospielen mit entsprechendem Inhalt/Darstellung auch nicht gleich mit tatsächlicher Anwendung von Gewalt/Vergewaltigung/etc.
Einen Zusammenhang zwischen beiden, wollte ich schon gar nicht ziehen.
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von johndoe1741084 »

Doc Angelo hat geschrieben: 06.03.2019 17:07 […]Da muss man gar nicht unterscheiden.
Das war auch nicht meine Absicht. Aber da es sich dieses "Spiel" so ausgesucht hat, bin ich mir etwas unsicher, ob meiner "Meinungsverbreitung", da die Thematik sich nicht ausschließlich um sexuelle Gewalt zu drehen scheint sondern vielmehr um die Unterwerfung nur eines Geschlechts.
[…]"Aber wenn es nicht ums Töten geht, sondern um Skill, Kommunikation und Teamgeist... warum dreht es sich dann dennoch bei fast allen Spielen um das Töten?"[…]
Joa.. das Martialische ist in unserer Kultur wohl noch sehr verankert. Ich mein, "Krieg spielen" waren ein fester Bestandteil meiner Kindheit. Und ich bin seit jeher Pazifist. Gewaltausübung war niemals mein Weg. Aber dennoch... Bis das aus dem Menschen raus"gewachsen" ist und wir in einer "StarTrek"-Welt leben, muss noch viel Zeit vergehen. :(
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von Doc Angelo »

HellToKitty hat geschrieben: 05.03.2019 17:18 Wir haben uns an gewisse Formen der Gewalt in Medien gewöhnt und nehmen sie weitgehend abstrakt und ohne echten Bezug zur Wirklichkeit war. In der Regel schockieren uns zum Beispiel Aufnahmen von einem Konzentrationslager, währenddessen es wohl kaum einen Erwachsenen geben wird, der bei einem Spiel wie Doom Albträume bekommt. Was dabei als akzeptabel wahrgenommen wird unterliegt offensichtlich einem sich ständig wechselnden Zeitgeist, der noch dazu kulturell geprägt ist. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Call of Duty von jemanden der Krieg und Terror miterlebt hat, sauer Aufstößt, was wiederum jemand, dessen Leben bisher nur heile Welt war und der niemanden kennt, der im Bombenhagel gestorben ist, vielleicht nur indirekt nachvollziehen kann. Bei sexueller Gewalt haben wir uns offensichtlich darauf geeinigt, dass es nicht okay ist. Die Realität sieht aber anders aus, denn sexuelle Gewalt gegen Kinder und Frauen stellt ein echtes und greifbares Problem innerhalb unserer Gesellschaft dar. Ich denke, dass der relevante Unterschied dabei einfach der Bezug zur Wirklichkeit ist. In der Regel wirft eben niemand mit Napal um sich oder reißt andern den Kopf samt Wirbelsäule vom Rumpf und auch Krieg kennen die meisten nur aus den Nachrichten, währenddessen aber viele Frauen in der ein oder anderen Form Erfahrung mit sexueller Gewalt gemacht haben. Der Bezug zur Realität spielt bei unserer moralischen Bewertung offensichtlich eine entscheidende Rolle.
Ich denke da ist viel dran was Du hier sagst. Der hauptsächliche Unterschied scheint zu sein, das die mediale Sättigung mit brutaler Gewalt einfach so hoch ist, das es keinen mehr "vom Hocker" haut. Wir wissen zwar, das solche Gewalt irgendwo auf der Welt tatsächlich stattfindet, aber auch das sehen wir über die gleiche Flimmerkiste wie die fiktiven Gewaltmedien. Es ist einfach sehr weit weg von uns. Obwohl ich sagen muss, das mich die folgenden Zahlen doch ein wenig schockiert haben. Aus denen könnte man heraus lesen, das Gewalt sehr wohl in der Nähe und oft passiert, aber man... keine Ahnung... das Rampenlicht nicht darauf lenkt, oder man Scheuklappen hat, oder es einfach darauf ankommt, in welcher Gegend man wohnt?

Tötungsrate pro 100.000 Einwohner in Deutschland (2016): 1,2 (link)
Vergewaltigungsrate pro 100.000 Einwohner in Deutschland (2013): 9,2 (Vergewaltigung oder schwere sexuelle Nötigung) (link)
Rate von schwerer Körperverletzung pro 100.000 Einwohner in Deutschland (2016): 170,4 (link)

Tötungsrate pro 100.000 Einwohner in den USA (2003): 5,7 (link)
Vergewaltigungsrate pro 100.000 Einwohner in den USA (2003): 40 (nur Vergewaltigung) (link)
Rate von schwerer Körperverletzung pro 100.000 Einwohner in den USA: 237,8 (link)

(Hinweis: Die Tötungsrate bezieht sich rein auf vorsätzlichen Mord. Kriege, Selbstverteidigung und anderes sind nicht mit eingeschlossen.)

------------------------------------------------------------------

Eine andere Betrachtung der Dinge hatte ich mir folgenderweise überlegt: Hier sind ja im großen und ganzen 3 Tatbestände/Umstände diskutiert worden: Pädophilie, Vergewaltigung und Gewalt/Mord. Diese drei Dinge unterscheiden sich wesentlich in diversen Aspekten und sind in anderen Aspekten ähnlich.

Pädophilie: Diesen Trieb kann man nicht im realen Leben ausleben ohne eine Straftat zu begehen. Man kann auch nicht seine Fantasien in die Tat umsetzen ohne eine Straftat zu begehen. Es ist unmöglich. Hier gibt es immer ein Opfer, egal wie man das dreht oder wendet.

Vergewaltigung: Auch eine Vergewaltigung kann man nicht ausüben ohne eine Straftat zu begehen. Allerdings kann man seine Fantasien ausleben mit einem Geschlechtspartner, ohne das es zu einer Straftat kommt. Die Prävalenz von solchen Fantasien ist deutlich höher als man annehmen würde. Wer das wissen will, der darf sich gerne mal Studien und wissenschaftliche Umfragen heraus suchen. Wenn ich das hier posten würde, das würde keine Sau glauben. Ich war zumindest heftigst überrascht. Wie dem auch sei: Bei dem einvernehmlichen Ausleben der Fantasie gilt was mich betrifft: Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Wer drauf steht... nur zu. Wer bin ich das zu bewerten? Will ich gar nicht.

Gewalt/Mord: Auch hier ist es so, das man keine Körperverletzung oder einen Mord begehen kann ohne sich strafbar zu machen. Wer einen Drang dazu hat, andere Menschen zu verletzen, der kann seine Fantasien nicht in die Tat umsetzen, ohne das er eine Straftat begeht. Was vielleicht als Ausweich-Beschäftigung dienen könnte wäre Kampfsport wie Boxen oder anderer Vollkontakt-Kampfsport. Auch hier besteht eine Einvernehmlichkeit, aber Schaden entsteht dennoch.

Wenn man sich das so anguckt, dann ist hier die Vergewaltigungsfantasie durch einen wichtigen Aspekt von den anderen beiden Dingen unterschiedlich: Es gibt eine (mehr oder weniger) gesellschaftlich akzeptierte Methode, damit umzugehen, und niemand kommt zu schaden. Wenn man sich das so betrachtet, und fiktive und interaktive Medien aus den jeweiligen Bereichen betrachtet...

...was bedeutet das für all die Spiele, die dem Bereich "Gewalt/Mord" zuzuordnen wären? Warum gibt es eine so große Akzeptanz? Liegt es an der Zahl der Vorfälle (siehe Statistiken), liegt es an der Natur der Sache? Oder woran liegt es?

Ich möchte nochmal sagen, das ich das Zitat von HellToKitty von ganz oben in diesem Post sehr interessant und passend finde. Ich für meinen Teil stelle fest, das ich mir den Status Quo nicht so ganz erklären kann. Da gibt es noch Lücken von mir unbekanntem Ausmaß. Ich denke darüber kann man noch sehr viel sprechen, und ich denke auch das man das tun sollte.

(Scheiße man... das Thema ist echt anstrengend... ich mach jetzt erstmal irgendwas ohne Töten und Vergewaltigen, und nachher les ich nochmal drüber, ob das alles irgendwie kohärent und fehlerfrei ist, was ich so geschrieben habe...)
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von James Dean »

Wer auch immer die Infobox zu dem Spiel zu verantworten hat, gebt dem Mann eine Beförderung!

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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von Usul »

Doc Angelo hat geschrieben: 06.03.2019 18:30Vergewaltigung: Auch eine Vergewaltigung kann man nicht ausüben ohne eine Straftat zu begehen. Allerdings kann man seine Fantasien ausleben mit einem Geschlechtspartner, ohne das es zu einer Straftat kommt.

[...]

Wenn man sich das so anguckt, dann ist hier die Vergewaltigungsfantasie durch einen wichtigen Aspekt von den anderen beiden Dingen unterschiedlich: Es gibt eine (mehr oder weniger) gesellschaftlich akzeptierte Methode, damit umzugehen, und niemand kommt zu schaden. Wenn man sich das so betrachtet, und fiktive und interaktive Medien aus den jeweiligen Bereichen betrachtet...
Ich finde nicht, daß die Unterscheidung, die du da siehst, vorhanden ist. Denn eine "gespielte" Vergewaltigung ist eben genau das - gespielt. Wenn das als Ausleben dieser Fantasie gilt, dann muss gespielter Sex mit Minderjährigen oder etwa gespieltes Töten ebenfalls als Ausleben dieser Arten von Fantasie gelten. Womit der erwähnte Unterschied hinfällig wäre.
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von BMTH93 »

Efraim Långstrump hat geschrieben: 06.03.2019 10:56
BMTH93 hat geschrieben: 06.03.2019 10:38 Um ehrlich zu sein bin ich mir gar nicht so sicher ob Rape Day wirklich ein "Skandal" ist. Jeden Tag werden irgendwo Menschen vergewaltigt und ermordet, aber den meisten ist es egal, bis es sie selbst erwischt. Solche Spiele wie "Rape Day" hält uns als Gesellschaft den Spiegel vor. Wir halten uns alle für so aufgeklärt, überlegen und moralisch gefestigt. Geht es aber um Themen die unangenehm sind möchte man alles verbieten und jegliche ernsthafte Diskussion im Keim ersticken.
Wie kommst Du eigentlich auf das schmale Brett, das Rape Day einen aufklärenden Charakter hat?
Du interpretierst da etwas rein, was das Spiel überhaupt, aber wirklich überhaupt nicht vermittelt.

Nach Deiner Interpretation ist Rambo 2 ein Antikriegsfilm und Titanic ne Doku.
Anhand eurer Reaktionen. Anscheinend muss man erst so einen Bullshit veröffentlichen, damit gewisse Personen sich mit der Thematik beschäftigen. Also Ziel erfüllt.
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von BMTH93 »

thormente hat geschrieben: 06.03.2019 11:41
BMTH93 hat geschrieben: 06.03.2019 10:38 Um ehrlich zu sein bin ich mir gar nicht so sicher ob Rape Day wirklich ein "Skandal" ist. Jeden Tag werden irgendwo Menschen vergewaltigt und ermordet, aber den meisten ist es egal, bis es sie selbst erwischt. Solche Spiele wie "Rape Day" hält uns als Gesellschaft den Spiegel vor. Wir halten uns alle für so aufgeklärt, überlegen und moralisch gefestigt. Geht es aber um Themen die unangenehm sind möchte man alles verbieten und jegliche ernsthafte Diskussion im Keim ersticken.

Mh, du bist der Überzeugung, es sei gerechtfertigt Spiele zu entwickeln, in denen man unteranderem als Hauptaugabe hat Säuglinge rituell zu schänden und.... so weiter.


Hmhm, gewagte These.
Das habe ich so nie behauptet. Meine Aussage bezog sich auf Vergewaltigungen und nicht auf rituelle Kindermorde.
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von BMTH93 »

ronny_83 hat geschrieben: 06.03.2019 12:45
BMTH93 hat geschrieben: 06.03.2019 10:38 Um ehrlich zu sein bin ich mir gar nicht so sicher ob Rape Day wirklich ein "Skandal" ist. Jeden Tag werden irgendwo Menschen vergewaltigt und ermordet, aber den meisten ist es egal, bis es sie selbst erwischt.
Es gibt einen Unterschied zwischen "egal" und "nicht persönlich betroffen". Kennst du jemanden, dem es egal ist, dass jeden Tag Kinder verhungern, Frauen vergewaltigt und Menschen ermordet werden? Ich nicht. Annähernd jeder würde sich doch wünschen, dass solche Dinge auf der Welt nicht passieren. Natürlich sind Menschen emotional mehr involviert, wenn es im eigenen Umfeld passiert. Dass heisst aber noch lange nicht, dass es denen egal ist, wenn es andere erwischt.

Der Skandal des Spiels ist nicht unbedingt das Thema, sondern wie es verwendet wird, um Aufmerksamkeit zu generieren (und zwar völlig banalisierend, egalisierend und beschwichtigend; als ob darin eine Notwendigkeit bestehen würde, wenn man in einer Apokalypse überleben will).
Selbstverständlich kenne ich Menschen denen es egal ist, dass jeden Tag Menschen vergewaltigt, ermordet, geschändet etc werden. Ich kenne sogar Menschen die es geil finden wenn Frauen durch Islamisten geköpft werden. Die Grenzen zwischen "egal" und "nicht persönlich betroffen" sind fließend und laufen letzten Endes auf das selbe hinaus.
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von Doc Angelo »

Usul hat geschrieben: 06.03.2019 18:47 Ich finde nicht, daß die Unterscheidung, die du da siehst, vorhanden ist. Denn eine "gespielte" Vergewaltigung ist eben genau das - gespielt. Wenn das als Ausleben dieser Fantasie gilt, dann muss gespielter Sex mit Minderjährigen oder etwa gespieltes Töten ebenfalls als Ausleben dieser Arten von Fantasie gelten. Womit der erwähnte Unterschied hinfällig wäre.
Ich bin mir nicht sicher ob hier ein Missverständnis vorliegt: Mit dem Ausleben der Fantasie im realen Leben ist kein Computerspiel gemeint, sondern das tatsächliche Ausführen der Sache im echten Leben. Es ist nicht möglich mit einem minderjährigen Menschen Geschlechtsverkehr zu haben, ohne das man eine Straftat begeht. Egal wie Du an die Sache heran gehst: Wenn Du mit einer Person schläfst, die weder hormonell noch körperlich dazu bereit ist, noch in der mentalen Lage ist so einer Sache zuzustimmen und damit zu einer akzeptablen Form von Einvernehmen zu kommen, dann begehst Du eine Straftat. Ich sehe da keine andere Möglichkeit. Genau so ist es beim Töten: Es gibt zwar Leute, die wollen von anderen getötet werden und suchen sich den passenden "Gegenspieler" im Internet. Aber legal ist das nicht (und auch fraglich ob es jemals legal sein würde). Und dazu ist so ein Umstand doch wirklich extrem selten.

Ich sehe da einen großen Unterschied zu einem Päärchen, das gerne Macht- und Vergewaltigungs-Fantasien im gemeinsamen Schlafzimmer auslebt. Der Unterschied ist halt: Du kannst jemandem nicht ein Messer in den Bauch stecken, aber dabei nur so tun als würdest Du ihn umbringen wollen. Genau so wenig kannst Du nicht mit einem Kind Sex haben, und dabei nur so tun als wäre dir nicht klar das Du hier ein junges Leben ruinierst. Du kannst aber Sex mit jemandem haben, und dabei so tun, als würdest Du ihn dazu zwingen, und dein Partner kann ebenfalls so tun, als würde er das Opfer sein. Das funktioniert.
Zuletzt geändert von Doc Angelo am 06.03.2019 19:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rape Day - Skandalspiel auf Steam: Vergewaltigung von Frauen während der Zombie-Apokalypse

Beitrag von Usul »

Aber der springende Punkt ist ja, daß das Ausleben von Vergewaltigungsfantasien in einem einvernehmlichen Rahmen eben auch nur gespielt ist. So ähnlich wie Sex mit einer kindlichen Frau, die sich wie ein junges Mädchen verkleidet und verhält. Oder eben das "Töten" z.B. beim Paintball-Spielen. Zugegeben, es mag hier graduelle Unterschiede hinsichtlich der Intensität der Emotionen und der Fantasiebefriedigung geben - aber letztlich bleibt alles "gespielt".
Von demher sehe ich da keinen qualitativen Unterschied.