Wenn Du wirklich alles auf die Goldwaage legen musst, dann mache ich das auch mal.Sir Richfield hat geschrieben:Pass auf, nochmal:Nanimonai hat geschrieben:Mir ist nicht ganz klar, warum Du Dich an dieser Zusatzinformation so störst.
Der Zusatz "ehrlich" beschreibt doch nur das, was ich vorhin schon geschrieben hab.
Ich habe mir das geflügelte Wort des "ehrlichen Kunden/Käufers" auch nicht ausgedacht, es schwirrt schon seit Jahren umher. Beschreibt aber im Wesentlichen, was damit gemeint ist.
Der Kunde ist per Definition ehrlich - er gibt dem Anbieter Geld für die Ware. (Den theoretischen Ansatz, den Händler zu bescheissen habe ich zur Kenntnis genommen!).
Wenn wir nun einen ehrlichen Kunden erfinden, haben wir damit automatisch auch den unehrlichen Kunden geschaffen, denn den muss es ja geben, will der ehrliche Kunde sich von irgendwas absetzen.
Mit den unehrlichen Kunden sind die Raubmordkopierterroristen gemeint.
Mit der Bezeichnung "Kunde" werten wir die Nutzer unlizensierter Kopien allerdings auf, zu einer Art von Kunde.
Der Downloader ist aber eben KEIN Kunde, weil er dem Publisher kein Geld für die Nutzung der Lizenz zukommen läßt.
Als Kunde würde ich mich fragen, warum ich auf einmal noch extra "ehrlich" sein soll. Was war ich denn bisher? Muss ich jetzt noch was extra tun, um "ehrlich" zu werden? Alle DLC kaufen oder so?
Sprache ist gerade in solchen Dingen wichtig. Weshalb ja immer von der Raubkopie gesprochen wird, wobei es diese nur sehr eingeschränkt geben kann. (Dafür müsste ich einen Raub kopieren. Raub ist Diebstahl mit Gewalteinwirkung. Raub ist strafrechtlich relevant, eine Urheberrechtsverletzung, besonders im nichtkommerziellen Rahmen eher nicht.)
Interessant finde ich ja auch, dass alle, aber auch ALLE immer in der dritten Person vom betroffenen Kunden sprechen. Wieso betrifft es keinen persönlich?
Ein Kunde ist per definitionem weder ehrlich noch unehrlich.
Er ist erst mal nur ein InteressebeKUNDEnder.
Ein Kunde ist auch nicht automatisch ein Käufer, ein Käufer ist aber automatisch ein Kunde, denn man kann auch Kunde sein, ohne zu kaufen, aber nicht kaufen, ohne Kunde zu sein.
Ein Mensch, der bei einem Dealer Drogen kauft, ist sein Kunde und Käufer.
Aber er ist kein "ehrlicher Käufer", weil er wissentlich am Gesetz vorbei einen Kauf getätigt hat.
Ebenso verhält es sich mit Spielern, die sich eine Schwarzkopie von Carl of Duty auf einem beispielsweise türkischen Basar gekauft haben. Sie sind Kunden und Käufer des windigen Verkäufers, aber sie sind wohl kaum das, was wir hier als "ehrlichen Käufer" bezeichnen würden.
Es gibt also Kunden, die sich ihre Software beim Rechtsinhaber (oder einen seiner Vertreter) kaufen und Kunden, die ihre Software auf anderem Weg käuflich erwerben.
Den ersten bezeichnen wir als "ehrlichen Kunden", den zweiten nicht.
Der Einfachheit halber stecken wir Schwarzkopierer, die ihre Software komplett nicht kaufen, sondern nur saugen unter die zweite Kategorie, ist doch einfacher.
Oder ist es Dir lieber, wenn wir drei Kategorien aufmachen? Ehrlicher Kunde, Unehrlicher Kunde, Schwarzkopierer?
Oder generell nur zwei Kategorien? Kunde und Nichtkunde, Käufer und Nichtkäufer?
Da ich vorhin immer von Käufern gesprochen habe (Du hast die Sache mit dem Kunden erst hochgebracht), ist es halt recht schwierig, ohne den Zusatz "ehrlich" auszukommen, denn auch die unehrlichen Käufer sind Käufer. Aber ich gebe Dir Recht, das ein Schwarzkopierer prinzipiell kein Kunde ist. Allerdings habe ich das auch nie anders behauptet...
