Dr. Fritte hat geschrieben:Kajetan hat geschrieben:flo-rida86 hat geschrieben:warum wird erst jetzt bei win10 gejammert in punkto daten?
*seufz*
Es wurde schon lange vorher die Datensammelwut diverser Firmen und ihrer Produkte kritisiert. Das hat nicht erst mit W10 angefangen. W10 ist nur ein weiterer Baustein in einer langen Kette.
Äääähm.....
Ja... Und was tun die weißen Ritter?
Motzen rum und heute benutzen sie besagtes W7 und sagen "Das nutze ich bis ans Ende meiner Tage", obwohl es vor 4 Jahren noch "Ich bleibe bei W-XP, scheiß W7-Datenkrake"....
Du machst hier zum wiederholten male einen ziemlich grundlegenden Denkfehler: Du nimmst nämlich oftmals an, dass Leute, die hier irgendeinen Standpunkt vertreten, vermeintlicherweise gleichzeitig einen zweiten Standpunkt vetreten, der aus Deiner Sicht zu ersterem Standpunkt in Widerspruch steht. "Vermeintlicherweise" deshalb, weil die von Dir kritisierten Leute jenen zweiten Standpunkt tatsächlich überhaupt nicht so geäußert haben - der wird ihnen nur von Dir unterstellt (ein rhetorisches Manöver, das im Forenjargon gern mal als "Strohmann" oder "Pappdrache" bezeichnet wird).
Du kannst faktisch doch überhaupt nicht wissen, ob exakt diejenigen Leute, die hier Windows 7 gegenüber Windows 10 bevorzugen, vor vier Jahren das gleiche Spielchen mit "Windows XP vs. Windows 7" gespielt haben. Du unterstellst es lediglich.
Und das machst du oft: Beispielsweise hat hier auch niemand gesagt "Ich finde es okay, wenn Windows 7 meine Daten sammelt, aber nicht okay, wenn Windows 10 das tut". Ebenso wie keiner meinte "Ich finde die Datensammelei Microsofts blöd, aber die Datensammelei Apples/Googles/Facebooks okay". Auch hat hier nie jemand behauptet "Direkt nach der Installation wurden schwuppdiwupps alle meine Daten an Microsoft übermittelt" - eine uninformierte und vermutlich unzutreffende Aussage, die, wie Du in einem früheren Post schriebst, gern mal in Deinem persönlichen Umfeld geäußert werden mag, die hier aber gleichwohl niemals irgendjemand so getätigt hat.
Warum hältst du diese vermeintlichen Standpunkte Leuten, die sie gar nicht explizit vertreten haben, überhaupt vor? Man muss Deinen Diskussionsgegnern was dies betrifft wirklich eine Engelsgeduld bescheinigen - ich persönlich hätte spätestens beim zweiten mal, wenn mir jemand eine Haltung unterschiebt, die ich überhaupt nicht vertete, die Diskussion abgebrochen.
Dr. Fritte hat geschrieben:Man kann ja nun mal "Windows 7 Datensammelwut" in Google eintippen und mir erklären wo der Unterschied zu den bei W10 bemängelten Sachen ist...

Was diesen Punkt betrifft, so wurde hier doch schon mehrfach erläutert, dass der Datenhunger älterer Windowsversion sich durch entsprechende von Microsoft angebotene Nutzereinstellungen eben verlässlich unterbinden ließ. Was beim neuen Windows 10 eben nicht der Fall ist, da beobachtet wurde, dass offenbar auch dann Daten übertragen werden, wenn der Nutzer dies dem Betriebssystem konkret untersagt. Das kann man doch wohl mit guten Gründen als signifikanten Unterschied werten.
Darüber hinaus macht der Umstand, dass man gar nicht genau weiß bzw. "beweisen kann" was genau da für Daten übertragen wurden, den Du schon zur Verteidigung dieser Praxis anführtest, die Sache in meinen Augen eher schlimmer als besser. Selbst wenn es sich nur um ein paar Kilobytes handeln mag.
All dies mag kein Grund sein, Microsoft zum "großen Bösewicht der Softwarebranche" oder zum "willigen Komplizen der NSA" zu dämonisieren (wie Du es ebenfalls bar jeglicher Grundlage unterstelltest) - ein Grund für sachbezogene, gern auch heftige Kritik an der Firma ist es allemal - zumal sie damit, selbst wenn sie selbst aktuell keinen Datenmissbrauch betreiben mag, dennoch die technische Möglichkeit eines solchen Missbrauchs stark vereinfacht. Ich sehe daher keinerlei Anlass, einem Unternehmen, das auch bei expliziter Untersagung meinerseits Daten überträgt und dabei noch nichteinmal transparent macht, um welche Daten es sich dabei konkret handelt, diesbezüglich einen Vertrauensvorschuss angedeihen zu lassen.
Auf Windows 10 werde ich übrigens vermutlich trotzdem demnächst umsteigen. Diese Datenfrage ist für mich kein Alles-oder-nichts-Kriterium, so prinzipienstreng bin ich da nun auch nicht. Dennoch, bzw. gerade deswegen, halte ich eine reflektierte und kritische Auseinandersetzung mit dem Datenhunger eines Systems für ausgesprochen richtig und wichtig. So eine relativistische Egalo-Haltung nach dem Motto "Macht doch jeder", "War doch bei der letzten Version auch schon so" oder "Geheimdienste können uns eh überwachen, wenn sie denn wollen" ist dabei genau das Gegenteil von reflektiert oder kritisch, und trägt mittelfristig dazu bei, die Möglichkeit eines Datenmissbrauchs als gesellschaftlich konsensfähige Selbverständlichkeit zu etablieren, was meiner Meinung nach extren unerstrebenswert wäre.