Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spielekritik
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- Sharkie
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Noch ein lässig-abgeklärter Oneliner vom Mann mit dem maskulinen Kinn. Na gut, dann lassen wir das halt mit dem Diskutieren...Dermer hat geschrieben:Da muss sich wohl jemand durch seinen Spielgeschmack profilieren
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Nanimonai
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Die Stimme ist absolut elementar für das Schauspiel, keine Frage.Wigggenz hat geschrieben: Dass man in einer synchronisierten Fassung (zumindest eines Films) nur ca. die halbe originale Schauspielleistung bekommt, lässt sich nicht relativieren. Die Stimme und deren Gebrauch gehören eben so fest zu einem Menschen dazu, wie dessen Mimik und Gestik.
Ich behaupte aber einfach mal ganz frech, dass ein guter deutscher Synchronsprecher in der Lage ist, die Leistung des Schauspielers stimmlich zu transportieren und wenn schon nicht 1:1, dann aber zumindest so, dass er bei einem deutschen Publikum entsprechend verstanden wird. Mit "verstanden wird" meine ich noch nicht einmal die sprachliche Verständnisbarriere an sich, sondern in erster Linie die Metaebene.
Ich habe mich sehr lange und intensiv mit asiatischen Filmen beschäftigt und kannte sehr viele Leute, die darauf geschworen haben, alles immer nur im Original schauen zu wollen. Weil das echter und viel besser ist. Ohne auch nur ein einziges Wort zu verstehen oder eine einzige Betonung vernünftig deuten zu können.
Natürlich sind solche Aussagen Blödsinn.
Ich habe das zum Großteil zwar auch OmU geschaut, aber auch nur, weil die deutsche Synchro größtenteils wirklich dilettantisch war.
Aber genau das sehe ich eben nicht nur bei fremdsprachigen Filmen, dessen Sprache man so gar nicht versteht, sondern auch bei so manchem englischsprachigen Film, weil es eben in der Sprache doch eine derartige Varianz und kleine Nuancen gibt, die man als nicht Muttersprachler nicht wahrnimmt.
Klar ist das etwas anderes, wenn man auch als Nicht-Muttersprachler ein paar Jahre in dem Land gelebt hat. Hat man das aber nicht, fährt man qualitativ vermutlich immer besser mit einer deutschen Synchro (wenn sie denn wirklich gut ist).
Stanley Kubrick hat mal gesagt, dass die einzig wahre Version von Clockwork Orange die deutsche Version ist, weil sie sprachlich und stimmlich besser ist als das Original und sie dadurch das Schauspiel von Malcolm McDowell deutlich aufgewertet hat.
- sourcOr
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
"Evolutionäre Prozesse" laufen aber auch nicht von alleine. Dass die Dinge sich entwickeln nimmst du als gegeben an, dem ist aber nicht so. Es braucht Leute, die eine Vorreiterrolle einnehmen. Wenn es nach dir ginge, dann sollten die Leute das nicht tun, dann bliebe aber alles so, wie es ist.Alter Sack hat geschrieben:Mit welcher Erleuchtung ... "der einen richtigen Erleuchtung"?Kajetan hat geschrieben:Und genau deswegen braucht es Vorreiter, nennen wir sie ruhig Avantgarde, die mit der Fackel der Aufklärung nach und nach auch das verbohrteste Hirn mit Erleuchtung erhellen. Es braucht Vorbilder und Beispiele. Es braucht Alternativen.
Was immer dann jeder daraus macht, das ist dann wieder die Sache jedes Einzelnen, aber wenn niemand da ist, der zur Bewusstseinserweiterung beiträgt, kann auch keine Bewusstseinserweiterung stattfinden. Oder wir müssen darauf hoffen, dass X-Men-mäßig in den Gehirnen der Leute eine plötzliche Mutation zu mehr Erkenntnis und Reflexion führt.![]()
Das ist ziemliches Geschwafel. Es gibt nicht den einen richtigen Weg ... Das ganze ist ein evolutionärer Prozess. Den kann man nicht steuern und das ist auch gut so. Deshalb ist eine Forderung nach einem anderen Journalismus auch Schwachsinn. Er wird sich entwickeln wenn die Menschen bereit sind diesen anzunehmen. Und da die ersten Alltagsmedien schon darauf vermehrt eingehen wird sich auch was entwickeln. In welche Richtung werden wir dann sehen ... und obs einem dann gefällt oder nicht ist dann persönliches Schicksal. Deswegen sind diese Vorderungen eines Herrn Spector wieder so ein Müll den keiner braucht. Es ist das typische Bedürfnis nach Aufmerksamkeit eines sich nicht weiterentwickelden Menschen.
- Kumbao
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Nein, sind sie nicht. Gerade bei vielen Sprachen aus dem asiatischen Raum ist es so, dass diese oft wesentlich flotter und dynamischer sind, als das Deutsche. Diese Sprachen werden auch mit Gestik und vor allem Mimik gesprochen, was bei deutscher Synchro dazu fuehrt, dass die Schauspieler eher wie Dilettanten mit hoffnungslosem Hang zum Overacting rueberkommen.Nanimonai hat geschrieben:Natürlich sind solche Aussagen Blödsinn.
Schaut man die Filme jedoch im Original, so sieht man das Sprache und Ausdruck durchaus eine Einheit eingehen. Allein dadurch ertrage ich es kaum, mir einen chinesischen Film auf Deutsch anzuschauen.
Weiter gilt auch fuer den asiatischen Sprachraum, dass man die Leistung eines Schauspielers erst dann wuerdigen kann, wenn man seine Darstellung im Original schaut.
- Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Ich hatte ja mit einigen Aussagen Spectors in der jüngeren Vergangenheit so meine Probleme, aber in diesem Punkt kann ich ihm klar zustimmen. Ist natürlich auch nichts Neues, seine Forderung. Ich kann aber weiß Gott nichts Negatives darin erblicken, wenn Spiele öfter den leider etwas inzestuösen und geschlossenen Zirkel des klassischen Spielejournalismus verlassen und z.B. in Föetongz diverser Zeitungen auftauchen, oder zumindest mal irgendwie unter dem Vorzeichen "Kultur" behandelt werden. Sie sind ja nunmal unbestreitbar alltägliche kulturelle Praxis und längst in der berüchtigten Mitte der Gesellschaft angekommen. Daher sehe ich nicht, wie man da als Gamer etwas gegen haben könnte, auch wenn man (wie ich) nicht permanent nach Anerkennung und Gleichbehandlung gegnüber den etablierten, "seriösen" Medien hechelt.
- mr archer
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Trefflich gesprochen, old chap!
- gracjanski
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
oh ja, mehr Masse, mehr Vollhonks, die keine Ahnung von Spielen haben, aber plötzlich Gamer sind. Und dadurch weitere Verflachung der Spiele, weil auch die Oma mit Multipler Sklerose den Shooter in 6 Stunden durchzocken muss
=> Nein, Idioten sollen draussen bleiben
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- Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Ach, ja....richtig. Gracjanski. Hallo

- greenelve
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Toll du kennst Zahlen. Die 48 sind ziemlich neu, sei dazugesagt. Und du hast die Aussage dahinter scheinbar nicht verstanden.SethSteiner hat geschrieben:24, 30 und 48?greenelve hat geschrieben:@SethSteiner:
Und doch geht es bei Film 3D nur um die Information ob sich der Aufpreis lohnt. Die Technik wird kaum auseinander genommen. Schaut man sich hingegen an was für ein Zeug über Spiele losgelassen wird in Foren... welcher Kinogänger kennt schon die Bilder pro Sekunde auf der Leinwand?![]()
Und klar geht es darum ob sich der Aufpreis lohnt, geht ja auch generell darum ob es wert ist Zeit und Geld in etwas zu investieren. Wie aber jetzt mehrmals gesagt, zumeist ist die Technik wunderbar und wird daher auch seltener kritisiert. Videospiele hingegen sind von schlechter Arbeit gezeichnet, die aber wie gesagt gar nicht wirklich einfließt, in der Generation sind die meisten Spiele technisch unterdurchschnittlich oder Mittelmaß, ohne dass das großartig Erwähnung finden würde.
3D ist eben nicht "zumeist" wunderbar -zumeist wird es im Nachhinein gemacht und schaut nicht so toll aus- und "kritisieren" heist nicht "schlecht" reden. Typisch Deutsch.
Um den Dreh zu bekommen...Animationsfilme sind reine Computergrafik...wann wurde in deren Reviews (vielleicht ein bessereres Wort als Kritik...) von Texturen gesprochen?
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froschhund
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Kennt ihr "Movie in 5 seconds"?
http://www.youtube.com/watch?v=kO1WXEH9B7M
In diesen Videos wird auf ironisch pointierte Weise ein ganzer Film auf's "Wesentliche" zusammengepresst. Natürlich ist das als Gag gedacht, denn man kann praktisch jeden Film (auch einen guten) auf einen einzigen Satz reduzieren, sowas wie "Frodo, geh nach Mordor und vernichte den Ring!".
Bei Spielen gibt es - finde ich - das Problem, dass man nicht nur ein spezifisches Spiel, sondern gleich ganze Genres mit einem einzigen solchen Satz charakterisieren kann:
- Ego-Shooter: "Hier hast du eine Waffe, töte damit alle deine Feinde, während du den Levelausgang suchst."
- Rennspiel: "Du kannst lenken, beschleunigen, bremsen und schalten, gewinn das Rennen."
- Jump&Run: "Lauf und hüpf von links nach rechts und pass auf, dass du in keine Falle trittst."
Wenn ich jemandem sage, Spiel XY ist ein Ego-Shooter mit Außerirdischen, dann hat man das Spiel praktisch schon im Kopf, bevor man's noch gespielt hat. Man weiß, es gibt eine Ego-Ansicht, Fadenkreuz, verschiedene Waffen, höchstwahrscheinlich Auto-Heal, Savepoints, eine Singleplayer Kampagne + Multiplayer, der Hauptcharakter ist vermutlich männlich, die Steuerung funktioniert über WASD+Maus usw.
Versuche ich mir hingegen vorzustellen, wie das neue Album von sagen wir Björk klingen wird, habe ich keinen blassen Schimmer.
In der Spieleindustrie fragt man sich nicht: "Hey, ich habe da eine tolle Idee, welche Art von Spiel soll ich daraus machen?", sondern der Ansatz läuft anders rum: "Wir wollen einen Ego-Shooter machen, welches Setting könnten wir dafür bemühen?"
Da rühmt man sich also der Interaktivität, presst aber den Spieler im Endeffekt jedes Mal auf's Neue in ein zumeist recht enges und vor allem 25 Jahre altes Gameplay-Korsett. Verbunden mit dem allgemein vorherrschenden Mangel an Emotion in Videospielen frage ich mich, welche Form von Substanz man als ernsthafter Kritiker denn nun an einem Spiel herausarbeiten könnte?
Greifen Spiele fundamentale Konflikte des menschlichen Daseins auf?
Berührt einen das Spielen von Super Mario in irgendeiner Weise?
Provozieren Spiele ernsthaft durch Aufgreifen aktueller politischer, kultureller oder religiöser Themen?
Bringt einen das Spielen von Videospielen irgendwie menschlich weiter?
Vermitteln Spiele irgendeine Form von Moral?
Ich würde vorschlagen - lassen wir dem Medium noch 20 Jahre Zeit, vielleicht ist es dann den Kinderschuhen entwachsen.
http://www.youtube.com/watch?v=kO1WXEH9B7M
In diesen Videos wird auf ironisch pointierte Weise ein ganzer Film auf's "Wesentliche" zusammengepresst. Natürlich ist das als Gag gedacht, denn man kann praktisch jeden Film (auch einen guten) auf einen einzigen Satz reduzieren, sowas wie "Frodo, geh nach Mordor und vernichte den Ring!".
Bei Spielen gibt es - finde ich - das Problem, dass man nicht nur ein spezifisches Spiel, sondern gleich ganze Genres mit einem einzigen solchen Satz charakterisieren kann:
- Ego-Shooter: "Hier hast du eine Waffe, töte damit alle deine Feinde, während du den Levelausgang suchst."
- Rennspiel: "Du kannst lenken, beschleunigen, bremsen und schalten, gewinn das Rennen."
- Jump&Run: "Lauf und hüpf von links nach rechts und pass auf, dass du in keine Falle trittst."
Wenn ich jemandem sage, Spiel XY ist ein Ego-Shooter mit Außerirdischen, dann hat man das Spiel praktisch schon im Kopf, bevor man's noch gespielt hat. Man weiß, es gibt eine Ego-Ansicht, Fadenkreuz, verschiedene Waffen, höchstwahrscheinlich Auto-Heal, Savepoints, eine Singleplayer Kampagne + Multiplayer, der Hauptcharakter ist vermutlich männlich, die Steuerung funktioniert über WASD+Maus usw.
Versuche ich mir hingegen vorzustellen, wie das neue Album von sagen wir Björk klingen wird, habe ich keinen blassen Schimmer.
In der Spieleindustrie fragt man sich nicht: "Hey, ich habe da eine tolle Idee, welche Art von Spiel soll ich daraus machen?", sondern der Ansatz läuft anders rum: "Wir wollen einen Ego-Shooter machen, welches Setting könnten wir dafür bemühen?"
Da rühmt man sich also der Interaktivität, presst aber den Spieler im Endeffekt jedes Mal auf's Neue in ein zumeist recht enges und vor allem 25 Jahre altes Gameplay-Korsett. Verbunden mit dem allgemein vorherrschenden Mangel an Emotion in Videospielen frage ich mich, welche Form von Substanz man als ernsthafter Kritiker denn nun an einem Spiel herausarbeiten könnte?
Greifen Spiele fundamentale Konflikte des menschlichen Daseins auf?
Berührt einen das Spielen von Super Mario in irgendeiner Weise?
Provozieren Spiele ernsthaft durch Aufgreifen aktueller politischer, kultureller oder religiöser Themen?
Bringt einen das Spielen von Videospielen irgendwie menschlich weiter?
Vermitteln Spiele irgendeine Form von Moral?
Ich würde vorschlagen - lassen wir dem Medium noch 20 Jahre Zeit, vielleicht ist es dann den Kinderschuhen entwachsen.
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johndoe1527797
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- Registriert: 14.11.2012 13:24
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
... tja, wo er sich selbst nicht an die Vorlage gehalten hat.Nanimonai hat geschrieben:Stanley Kubrick hat mal gesagt, dass die einzig wahre Version von Clockwork Orange die deutsche Version ist, weil sie sprachlich und stimmlich besser ist als das Original und sie dadurch das Schauspiel von Malcolm McDowell deutlich aufgewertet hat.
- KATTAMAKKA
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- Registriert: 25.10.2009 09:43
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Verdammt noch ne wunderbare Post . Allerdings nochmal 20 Jahre Zeit geben ? Ne ne, das muss deutlich schneller gehen.Die 20 Jahre hatten die schon, wobei sie die letzten 3 Jahre Rückwärts maschiert sind. Das mit dem aus den Kinderschuhen herauswachsen muss Gestern stattfinden oder zumindestens Morgen. :wink:froschhund hat geschrieben:Kennt ihr "Movie in 5 seconds"?
http://www.youtube.com/watch?v=kO1WXEH9B7M
In diesen Videos wird auf ironisch pointierte Weise ein ganzer Film auf's "Wesentliche" zusammengepresst. Natürlich ist das als Gag gedacht, denn man kann praktisch jeden Film (auch einen guten) auf einen einzigen Satz reduzieren, sowas wie "Frodo, geh nach Mordor und vernichte den Ring!".
Bei Spielen gibt es - finde ich - das Problem, dass man nicht nur ein spezifisches Spiel, sondern gleich ganze Genres mit einem einzigen solchen Satz charakterisieren kann:
- Ego-Shooter: "Hier hast du eine Waffe, töte damit alle deine Feinde, während du den Levelausgang suchst."
- Rennspiel: "Du kannst lenken, beschleunigen, bremsen und schalten, gewinn das Rennen."
- Jump&Run: "Lauf und hüpf von links nach rechts und pass auf, dass du in keine Falle trittst."
Wenn ich jemandem sage, Spiel XY ist ein Ego-Shooter mit Außerirdischen, dann hat man das Spiel praktisch schon im Kopf, bevor man's noch gespielt hat. Man weiß, es gibt eine Ego-Ansicht, Fadenkreuz, verschiedene Waffen, höchstwahrscheinlich Auto-Heal, Savepoints, eine Singleplayer Kampagne + Multiplayer, der Hauptcharakter ist vermutlich männlich, die Steuerung funktioniert über WASD+Maus usw.
Versuche ich mir hingegen vorzustellen, wie das neue Album von sagen wir Björk klingen wird, habe ich keinen blassen Schimmer.
In der Spieleindustrie fragt man sich nicht: "Hey, ich habe da eine tolle Idee, welche Art von Spiel soll ich daraus machen?", sondern der Ansatz läuft anders rum: "Wir wollen einen Ego-Shooter machen, welches Setting könnten wir dafür bemühen?"
Da rühmt man sich also der Interaktivität, presst aber den Spieler im Endeffekt jedes Mal auf's Neue in ein zumeist recht enges und vor allem 25 Jahre altes Gameplay-Korsett. Verbunden mit dem allgemein vorherrschenden Mangel an Emotion in Videospielen frage ich mich, welche Form von Substanz man als ernsthafter Kritiker denn nun an einem Spiel herausarbeiten könnte?
Greifen Spiele fundamentale Konflikte des menschlichen Daseins auf?
Berührt einen das Spielen von Super Mario in irgendeiner Weise?
Provozieren Spiele ernsthaft durch Aufgreifen aktueller politischer, kultureller oder religiöser Themen?
Bringt einen das Spielen von Videospielen irgendwie menschlich weiter?
Vermitteln Spiele irgendeine Form von Moral?
Ich würde vorschlagen - lassen wir dem Medium noch 20 Jahre Zeit, vielleicht ist es dann den Kinderschuhen entwachsen.
- Bluewoodtree
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- Registriert: 01.12.2008 06:53
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Genau das sind die Leute, die noch "frisch und unverbraucht" sind und von denen ich am ehesten ableiten kann ob ein spiel ihnen spass macht oder nicht, unabhaengig davon wie gut die grafik und andere objektiven design features sindgracjanski hat geschrieben:oh ja, mehr Masse, mehr Vollhonks, die keine Ahnung von Spielen haben, aber plötzlich Gamer sind. Und dadurch weitere Verflachung der Spiele, weil auch die Oma mit Multipler Sklerose den Shooter in 6 Stunden durchzocken muss![]()
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nommos
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie
Große Onlinezeitungen wie Spiegel Online oder Zeit-Online berichten durchaus gelegentlich über Spiele was meiner Meinung schon ein Zeichen ist das dieses Medium sehr akzeptiert wird selbst diesen Jungfrau in Nöten Kram haben sie auf Zeit Online gebracht. Ich finde der Journalismus im Spielebereich könnte ruhig etwas ernster kritischer und seriöser werden, allerdings muss man es auch nicht übertreiben.
