Ugchen hat geschrieben:
Selten so einen Stuss gelesen, den du hier dauernd von dir gibst...
Wenn ich schon lese "Jugendschutzbehörden, Kirchen, Medien und Pädagogen"...
Pädagogen sind zu 95% Leute, die an der Realität vorbeileben, weil sie glauben, dass junge Menschen nach einem Handbuch funktionieren (siehe Lehrer, die lieber die Schüler von der Schule schmeißen, statt sich mit ihnen zu befassen usw).
Medien sind im 21. Jahrhundert sensationsgeile und gewinnorientierte Unternehmen, die aus einer Mücke einen Elefanten machen. Fachlich steckt da auch nie etwas hinter. Siehe Frontal21 usw.
Kirche... Was hat die Kirche bitte bei der Prüfung von Videospielen zu suchen? Die Kirche hat selber genug Leichen im Keller und genug Dreck vor der Türe. Hinzu kommt, dass der Vatikan PCs für eine Erfindung des Teufels hält. Also wieso ist es deiner Meinung nach sinnvoll, dass die Kirche "mitwertet" ?
Was hat bitte dein verzerrtes Weltbild damit zu tun, wie sinnvoll oder unsinnig die Zusammensetzung der Gremien bei der USK ist? Was ich da bei dir lese sind nichts weiteres als plumpe und diskreditierende Verallgemeinerungen ganzer Berufs- und Gesellschaftsschichten. Woher nimmst du dir eigentlich das Recht, so abwertend über DIE Pädagogen, DIE Medien und DIE Kirche zu reden? Nach deiner Ansicht scheinbar alles homogene Gruppen, die natürlich pauschal alle unfähig sind.
Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft, in der sich die Vielzahl an Meinungen und Interessen widerspiegeln soll. Deswegen ist es nicht nur sinnvoll, sondern absolut unabdingbar, dass Vertreter der gesellschaftlich relevanten Gruppierungen auch in den Gremien repräsentiert sind, die sich mit den relevanten Fragen unser aller Zusammenleben beschäftigen. Und die kirchlichen Institutionen sind u.a. auch Träger von Moral- und Wertvorstellungen, auf deren Basis unser gesellschaftliches Zusammenleben funktioniert und die wir in großen Teilen auch in unserem Grundgesetz verankert haben. Und auch wenn es einen Trend der zurückgehenden Kirchenbindung gibt sind die Kirchen auch weiterhin ein einflussreicher Akteur und eine ethische Instanz in der Struktur der Bundesrepublik Deutschland.
Was beim PEGI-System von vielen scheinbar nicht bedacht wird ist die Tatsache, dass die Hersteller die Einstufung der Spiele anhand eines Fragebogens selbst vornehmen. Die NICAM prüft lediglich, ob die vom Publisher vorgenommene Bewertung sich mit den Kriterien des PEGI-Systems deckt,
sonst nichts.
Was sie ausdrücklich
nicht macht, ist das Durchspielen eines jeden einzelnen Titels, von Anfang bis Ende. Dieses System der USK ist weltweit einzigartig.
Wenn ein großer Teil der Spieler es begrüsst, dass Hersteller ihre Produkte selbst bewerten dürfen, ohne dass die nationalen Jugendschutzbehörden (bzw. die Landesjugendschutzbehörden) und andere gesellschaftlich relevante Gruppen und Sachkundige dabei ein Mitspracherecht haben, dann ist das deren Meinung. Soll und muss mir recht sein.
Man sollte sich dann aber ernsthaft die Frage stellen, was das ganze dann noch mit aktivem Jugendschutz zu tun hat.
Ugchen hat geschrieben:
Und dann deine unverschämte Meinung "ICH fühle mich nicht durch die Erwachsenenbevormundung gegängelt und deswegen ist die USK super"....

Wenn ICH als Mid-20er in ein Geschäft gehe und dann einen Wucherpreis für ein indiziertes Spiel zahlen soll (weil das lt. Verkäufer ja soooo schwer zu bekommen wäre) oder umständlich (Altersnachweis) bzw. teuer über Internet bestellen muss, um ein Spiel zu spielen.... dann ist das Gängelung.
Hinzu kommt, dass man sich dann für den DLC zu diesen Spielen noch einen VPN-Zugang kostenpflichtig mieten muss...
Keine Ahnung in welcher Gesellschaftsform du sozialisiert wurdest, aber es würde mich schon interessieren, woher du dir das Recht nimmst, anderer Leute Meinung als "unverschämt" abzustempeln? Ich sage, dass ich mich in keinster Weise durch die deutschen Jugendschutzgesetze gegängelt fühle.
Das ist mein rein persönliches Empfinden, keine allgemeingültige Aussage.
Ob man das JuSchG als Gängelung betrachtet oder nicht überlass du mal bitte jedem selbst anstatt anderen deine Ansicht als objektive Wahrheit aufzudrücken.
Bisher habe ich noch keine vernünftigen Alternativen zum bisherigen System gehört. Es gibt gewisse Spiele, Filme etc., die nicht in die Hände von Jugendlichen gehören, ich denke mal da sind wir uns alle weitestgehend einig. Einige davon verherrlichen Gewalt und Krieg. Und du hast allen Ernstes kein Problem damit, dass ein Publisher / ein Label etc. solche Medien öffentlich und für alle zugänglich bewerben darf?
Ugchen hat geschrieben:Nur weil DU es toll findest, wenn du bevormundet wirst bedeutet das nicht, dass die anderen Volljährigen in Deutschland es auch toll finden bzw. unverschämt sind, weil sie ihre Rechte einfordern.
Habe ich auch nie behauptet. Aber ich betrachte die Angelegenheit nicht nur aus rein aus meiner Perspektive. Ich finde nach wie vor, dass es in Ordnung ist, dass bestimmte Medien mit zweifelhaften Inhalten nicht öffentlich ausgestellt und beworben werden sollten, eben um Kinder und Jugendliche möglichst von diesen Produkten fernzuhalten. Nur weil es in Europa alle anders regeln als hierzulande heißt das nicht automatisch, dass es besser ist.
Die Mehrheit der Staaten der internationalen Gemeinschaft ist auch nicht demokratisch verfasst, trotzdem sehe ich keinen Grund, diesen Staaten nachzueifern.
Ugchen hat geschrieben:Hinzu kommt dann bei diesem tollen "Gremium" die komplett nicht nachvollziehbare "Richtlinie".
In Gears 1 und 2 konnte man Gegner mit der Lancer zersägen und den Kopf abtreten, wenn der ALIEN (!, = kein Mensch) aufm Boden lag.
Das ist dann zu schlimm für die Erwachsenen in Deutschland. Aber wenn man in Gears 3 dann zusätzlich noch die Körperteile abreißen und als Waffe benutzen kann ist das völlig ok und darf offen verkauft werden.
Es wird ganz offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen und DAS ist es was sehr viele Leute ankotzt.
Schon wieder falsch. Wer hat gesagt, dass das "zu schlimm für die Erwachsenen in Deutschland" sei? Eine Indizierung bedeutet kein Verkaufs- oder gar Besitzverbot. Das indizierte Medium darf nur nicht öffentlich beworben werden und für alle einsichtig in den Regal stehen.
Dass du indizierte Titel hierzulande oft nicht bekommst liegt einzig und allein an den Publishern, die meinen dass sich ein Release bei einem Werbeverbot wirtschaftlich nicht rechnet. Und genau an dieser Stelle muss man für sich selbst festlegen, was einem persönlich wichtiger ist:
Dass ein gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen bewerben und verkaufen darf was immer ihm Profit bringt, oder ob manche Spiele nicht doch lieber dem Wahrnehmungsbereich von Kindern und Jugendlichen verschlossen bleiben sollten, weil sie möglicherweise negative Auswirkungen auf deren Psyche haben könnten?
Dass so viele Staaten in Europa das PEGI-System nutzen ist übrigens nicht weiter verwunderlich, die meisten von denen haben schlicht und ergreifend keine mit ähnlichen Ressourcen ausgestatteten Instanzen wie die USK, weshalb es natürlich bequemer ist, sich einem laufenden System anzuschließen, anstatt selbst eines zu etablieren. Und es spart natürlich Kosten und Ressourcen.
Dazu kommt eben, dass umfassende Jugenschutzgesetze wie in der BRD in anderen EU-Staaten schlicht und ergreifend nicht existieren.
Deswegen wurde ja das PEGI-System 2003 überhaupt erst ins Leben gerufen, damit diese Staaten überhaupt erstmal eine Regelung für die Alterseinstufung von Videospielen bekamen. In Deutschland haben wir die USK bereits seit 1994, und im Großen und Ganzen funktioniert das System.
Dass da ab und an für den einzelnen unvollziehbare Einstufungen herauskommen kann nicht ernsthaft Anlass dafür sein, die Existenzberechtigung der USK als solches in Frage zu stellen.
PS: Dass der Vergleich mit der Schweiz absolut sinnlos ist, sollte demjenigen eigentlich von selbst auffallen. In einem Land mit 80 Mio. Einwohnern ist die Chance eines Amoklaufs nunmal erheblich größer als in einem Land mit knapp 8 Mio. Einwohnern
