Bitte frage bei deiner nächsten Universität, Fachbereich Japanologie bzw. Regionalwissenschaft Japan, nach. Dieses Bild, welches Du hier dargelegt hast, wankte vor 20 Jahren und ist seit mindestens 10 Jahren vollends runtergefallen und zerstört.quellen kann ich dir nicht nennen, aber als wir mal ein film über die japaner gesehen haben, holda die waldfee. (...)
Die Kinder brauchen alle Uni-Abschlüsse, deshalb gehen sie auch alle zur Nachhilfe. Wer besser als die anderen ist, kommt auf einer höher angesehenen Universität. Du wirst dies auch kennen, wenn Du dich mit Schulnoten irgendwo bewerben möchtest. Der Konkurrent mit besseren Noten wird eher genommen. Und in gute Unternehmen kommt man eben nur mit guten Universitätsnamen rein.
Der rituelle Selbstmord ist längst nicht mehr Realität. Auch werden Japaner gefeuert, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Das gute alte "immer für die Firma dasein" kennen nur noch die Eltern der jetzigen Generation. Und so weiter ...
Ich stehe mit einigen in Tokyo in Verbindung. Das Beben sitzt zwar noch in den Knochen, ist aber längst das kleinste aller Probleme. Neben den bedauerlichen Vermissten (wohl eher Toten), ist ihre größte Sorge eindeutig das Kraftwerk. Schon seit mehreren Jahren wurde Japans Atompolitik auch in den Printmedien behandelt, aber tatsächlich von der Lobby ständig kleingeredet. Es ist eine traurige Ironie, dass Japan nach den Atombomben und dem durch Godzilla dargestellten atomaren Missbrauch, nun die größten Probleme des Landes eigens produziert hat.
Das stimmt. Doch wegen der jap. Philosophie wirst Du als "Westler" dies nahezu niemals von einem Japaner zu hören bekommen. Wir sind leider immer auf Interpretationen angewiesen.(...) ich glaube viele sind es nicht.
Dies hängt mit der Philosophie zusammen. Die fernöstliche, und hier speziell die japanische, darfst Du nicht mit unseren westlichen Augen betrachten. Wir haben eine vollkommen andere "Denkweise" gelernt, seit Jahrtausenden. Die fernöstliche Philosophie ist wiederum mit ganz anderen Philosophen groß geworden. Sie hatten keinen Aristoteles, keinen Homer und tausende weitere Denker. Dies prägt auch das Handeln der heutigen Generation. Es ist wahrlich eine Art "Kulturschock", wenn man beide Welten direkt miteinander vergleichen möchte.warum gibts keine individien, also persönlichkeiten?!
Der Shintoismus ermöglicht es, dass sogar "leblose" Substanzen mit Leben bzw. mit Geistern gefüllt werden können. Für Japaner ist es kein Problem, sondern eine Lösung, wenn sie Haushaltsroboter für die Unterhaltung nutzen können. Bei uns verursacht diese "kalte und leblose Maschine" spätestens seit dem Terminator eine ganz andere Reaktionkann dir noch ein beispiel nennen, als voriges jahr ein japaner seine figur aus dem fernsehen heiratete, man bedenke, eine leblose kunststoffsubstanz darf dort geheiratet werden
Übrigens ... in Japan wird auch mal ein Auto vom Shinto-Priester gesegnet. Hierzulande haben wir Heilige, die für das "gesunde" Autofahren zuständig sind. Unsere Hirne ticken nicht immer so unterschiedlich
Seit wann ist es "merkwürdig", wenn Menschen Pokemon spielen? Andere spielen im hohem Alter sogar Brettspiele wie Schach oder Dame. Ganz ohne Joypad!alte herren spielen da immer noch pokemon
Dies ist kein Sarg, dies nennt sich Gesellschaft. Und das exakt selbe geschieht hierzulande ebenfalls. Du wirst in jeder einzelnen Gesellschaft solche Konventionen finden. In Frankreich frühstücken die Menschen vollkommen unterschiedlich als in Italien oder in Deutschland. Trotzdem sprechen wir nicht von einem "Sarg" oder ähnlichem. Es sind eben andere Menschen, mit anderen Sitten, anderen Regeln in einem anderem Land und mit anderen Vorstellungen - begründet auf einer anderen Philosphie.die menschen sind, wie bruchstein sagt, gefangen, in einem gläsernen sarg. angefangen in der kindheit bishin zu dem gesellschaftlichen gemeinschaftsleben, als nichts, denn nur die gesellschaft ist die nummer 1, nur du nicht.
Und das ist begründet. Wer "ausrastet", der wird mit seiner Handlung die (funktionierende) Harmonie beschädigen, sich und andere "aus dem Takt" bringen und damit den Fluss stören. Als "Störenfried" verliert man dann das Gesicht und wird zu einer Schande für sich bzw. seine Familie oder der Gruppe, der man sich zugehörig fühlt. Dies versucht man zu verhindern und bleibt solange still, bis das Ziel erreicht ist. Der Frieden des Ganzen, der Gesellschaft wird damit zwar aufrecht erhalten - die Maschine läuft ... aber es ist kein Geheimnis, dass dieses innerliche Runterschlucken zu anderweitigen Problemen führt. Die Zahl der Selbstmordgefährdeten ist in Japan bekanntlich alles andere als niedrig. Eine Frau kann zwar Nachts sicher nach Hause gehen, ohne große Angst um Vergewaltiger und Diebe zu haben - etwas, was in New York, Detroit oder Chicago absolut undenkbar ist. Doch dessen Sohn wird womöglich aufgrund des Leistungsdrucks und der Nichtakzeptanz seiner Individualität aus dem Fenster hüpfen. Dieses Problem haben aber auch China und Korea, die großen Nachbarn Japans. China verarbeitet die Gefahr in ihrer Politik durch knallharte Disziplin, Korea lenkt mit Freizeitaktivitäten ab. Wo Licht ist, findet sich eben auch Schattenseiten.siehe diese disziplin an den kassen, unser einst hätte noch schnell herztabletten und lebertabletten geholt und hätte gemeutert, die japaner stellen sich seelenruhig dorthin als wäre nichts.
Bitte nicht alles glauben, was Google rausspuckt. Mit den "Vor-Ort-Blogs" vieler Regio-Studenten und mit einem Besuch der Fakultät kann man sehr viel mehr erreichen, als mit Copy-and-Paste aus diversen Forenüber japan gibts so viel, schau einfach mal bei tante google nach.
Es gibt kein Land auf der Erde, dass soviel zur Erdbeben- und Tsunamiforschung beigetragen hat. Diese Katastrophe hat den dortigen Menschen die Gefahr der Radioaktivität (mal wieder) bewiesen. Für diese Nachhaltigkeit wird die Politik und die Wirtschaft riesige Vertrauensverluste hinnehmen müssen. Und wer in Japan sein Gesicht verliert, zum Beispiel durch inkorrektes Verhalten, wird nicht mehr lange "leben". Ich bezweifle, dass sie sich nun in ein Massengrab stürzen werden
Ich habe mit einigen vom THW und MSF telefoniert und das THW kehrt bald zurück. Es gibt nahezu keine Menschen, die man wohl noch lebend bergen könnte. Die Küste ist vorsichtig durchgekämmt worden. Die (runde 10.000) Leichen befinden sich wohl leider unter dem Schlamm. Ärzte ohne Grenzen würden gerne tiefer nach Norden eindringen, müssen aber aufgrund der möglichen Strahlenbelastung darauf verzichten. Verständlich. Man geht nicht um zu helfen in ein Land, um danach als Krebskandidat der eigenen Familie den Tod in einigen Jahren mitzuteilen.
Aber man ist zuversichtlich. Der Fleiss der Japaner ist bekannt. Sie drehen jeden einzelnen Stein um, richten ihre Häuser wieder auf und werden wieder auf die Beine kommen. Doch das größte Problem, die wahre Angst, ist das verdammte Kraftwerk und seine Reaktoren. Selbst einige meiner Kollegen in Tokyo waren wegen den Hamsterkäufen in Sorge und einer meiner besten Freunde berichtete mir, dass das Werk von Panasonic in Oosaka zwar Aussen mit abgefallenem Putz an den Wänden stehen blieb, innerlich allerdings nahezu alles "weggerüttelt" wurde.
Ich kann nur hoffen, dass die Reaktoren - nur Gott weiss wohl wie - in den Griff zu bekommen sind. Wahrscheinlicherweise kommt ein Betonsarg drauf, wie in Tschernobyl. Wenn diese verpuffende Radioaktivität erst einmal eingedämmt wird, dann wird sich Japan in laufe der Jahre wieder fangen - da bin ich zuversichtlich. Es hängt alles von diesen verdammten Reaktoren ab.
@lenymo:
Kurz, knapp und vollkommen richtig erkanntVon den berühmten deutschen Tugenden wie Disziplin, Ordnung und Pünktlichkeit sieht man bei den jüngeren Generationen auch weniger als bei den Ältern. Ich denke mal je länger es einem Volk gut geht desto höher ist die Chance das die Arbeitsmoral sinkt und sie die Jüngeren auf dem geschaffenen Wohlstand ausruhen wollen.
Deutschland, das Land der Dichter und Denker, hat mit der PISA-Studie zwei ihrer Punkte (zumindest temporär) wegstreichen
Und Japan hat dasselbe ... in einer wesentlich rasanteren Geschwindigkeit ... erlebt. Weniger auf dem Gebiet der Schule - obwohl ich da einiges erzählen könnte
@boesor:
Die 4 Szenarien sind tatsächlich interessant. Doch leider hat Japan seit einigen Jahren eine horrende Selbstverschuldung - kann also nicht einfach so Geld in den Kreislauf pumpen. Eine gefährliceh Inflation dürfte die Folge sein, wenn neugedrucktes Geld in Massen strömen würde. Und das die Versicherungen im Augenblick hektoliterweise Tränen vergießen, auch ohne menschliche Verluste, dürfte nur allzuverständlich sein. Die Deckung der Schäden dürfte sozusagen der finanzielle Tsunami sein, den die jetzige Wirtschaft wohl nicht so abfangen kann. Ich hoffe, dass das erste Szenario - aber mit einer merkbar wirtschaftlichen Schwäche - eintreffen wird.
(Sorry für die Länge. Ich wollte euch auf dem Laufenden halten. Stress ohne Ende, glaubt mir!)
