Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatte

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Nanimonai
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Nanimonai »

Liesel Weppen hat geschrieben: Richtig, das Gehirn "berechnet" in dem Sinn keine Zwischenbilder, sondern es erkennt Bewegungen und führt diese logisch fort, auch wenn da keine Zwischenbilder sind.
Ist denn eine "logische Fortführung einer erkannten Bewegung" nicht nur eine andere Umschreibung für "Das Gehirn berechnet Zwischenbilder"?
Zwischen Ausgangspunkt "A" und Endpunkt "C" wird logisch "B" eingefügt. Wenn das Gehirn für "B" kein logisches Zwischenbild visualisieren kann, weil es auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen kann, kommt es zu einer Irritation in der Wahrnehmung. Ist das nicht eigentlich der Hauptgrund, warum optische Täuschungen existieren und bei Menschen unterschiedlich funktionieren?
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Temeter 
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Temeter  »

Nanimonai hat geschrieben:
Liesel Weppen hat geschrieben: Richtig, das Gehirn "berechnet" in dem Sinn keine Zwischenbilder, sondern es erkennt Bewegungen und führt diese logisch fort, auch wenn da keine Zwischenbilder sind.
Ist denn eine "logische Fortführung einer erkannten Bewegung" nicht nur eine andere Umschreibung für "Das Gehirn berechnet Zwischenbilder"?
Zwischen Ausgangspunkt "A" und Endpunkt "C" wird logisch "B" eingefügt. Wenn das Gehirn für "B" kein logisches Zwischenbild visualisieren kann, weil es auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen kann, kommt es zu einer Irritation in der Wahrnehmung. Ist das nicht eigentlich der Hauptgrund, warum optische Täuschungen existieren und bei Menschen unterschiedlich funktionieren?
Ist nicht ganz korrekt, weil das Gehirn (kleines afaik) sowieso an keiner einzigen Stelle mit Bildern arbeitet. Unsere Augen senden einen konstanten Strom Informationen, die einzelnen Sensorezäpfchen reagieren fließend, je nachdem was für eine Art Licht auf sie einscheint.

Worauf ich hinaus will, erst das Gehirn macht aus denn eigentlich zusammenhanglosen Bilder eine fließende Bewegung. Optische Täuschungen basieren oft darauf, entweder die Zäpfchen zu überlasten (starre 30sek auf dieses Muster etc.), oder das Hirns zu überlisten, weil es Muster erkenenn/nachvollziehen will, die gar nicht existieren.
Ich bin kein Experte, aber es gibt eine ganze Partition des Hirns, die alleine darauf ausgelegt ist, das gesehene in bekannte Muster uzu übersetzen. E.g. du weißt nur, das deine Tastatur wie eine Tastatur aussieht, weil das Gehirn das gesehene mit Erfahrungswerten abgleicht. Schätze damit wird das zusammenhängen.

Btw, gibt sogar eine Krankheit, bei dem eben dieser Teil des Gehirns nicht funktioniert. Interessanterweise auch Seelenblindheit genannt.
Tomas Vittek
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Tomas Vittek »

Bloodborne zu kaufen stand nie zur Debatte.

So wird jedesmal meine Antwort aussehen solange Programmierer denken ich wäre noch dümmer als eine Packung Toast.
Tomas Vittek
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Tomas Vittek »

just_Edu hat geschrieben:konstante 30 fps reichen bei einem Spiel wie Bloodborne vollkommen aus,
bitte verallgemeinere nicht. 30 FPS mögen DIR ausreichen (schauder). Mir ist die grobe, langsam reagierende Steurung bei 30 FPS ein absoluter graus und JA ein grund sich ein Spiel nicht zu holen. Wir leben ja schlieslich nicht in den 90ern wo man 5 gute releases im Jahr hatte. Ich weis gar nicht was ich als nächstes zocken soll bei der riesen Wahl. Da brauche ich mir nicht ein Spiel zu gönnen bei dem ich mich ständig wegen der Steuerung ärgern muss.
Nanimonai
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Nanimonai »

Temeter  hat geschrieben: Ist nicht ganz korrekt, weil das Gehirn (kleines afaik) sowieso an keiner einzigen Stelle mit Bildern arbeitet. Unsere Augen senden einen konstanten Strom Informationen, die einzelnen Sensorezäpfchen reagieren fließend, je nachdem was für eine Art Licht auf sie einscheint.

Worauf ich hinaus will, erst das Gehirn macht aus denn eigentlich zusammenhanglosen Bilder eine fließende Bewegung. Optische Täuschungen basieren oft darauf, entweder die Zäpfchen zu überlasten (starre 30sek auf dieses Muster etc.), oder das Hirns zu überlisten, weil es Muster erkenenn/nachvollziehen will, die gar nicht existieren.
Ich bin kein Experte, aber es gibt eine ganze Partition des Hirns, die alleine darauf ausgelegt ist, das gesehene in bekannte Muster uzu übersetzen. E.g. du weißt nur, das deine Tastatur wie eine Tastatur aussieht, weil das Gehirn das gesehene mit Erfahrungswerten abgleicht. Schätze damit wird das zusammenhängen.

Btw, gibt sogar eine Krankheit, bei dem eben dieser Teil des Gehirns nicht funktioniert. Interessanterweise auch Seelenblindheit genannt.
Die rechte Gehirnhälfte arbeitet konstant mit Bildern. Sie hilft dir unter anderem beim Träumen, indem sie Bilder aus deiner Erfahrung verwendet. Träumst du beispielsweise, in irgend einer großen Menschenmenge zu stehen, ist jedes einzelne Gesicht in dieser Menschenmenge ein Gesicht, das du schon mal irgendwo in der Realität gesehen hast, auch wenn es dir noch so fremd vorkommt.
Das Gehirn kann keine Bilder "erfinden" in dem Sinne, es beruft sich immer auf Erfahrungen und Bekanntem.

Es gibt unterschiedliche optische Täuschungen. Einige basieren, wie du schon sagtest, auf physikalischer Überlistung (Fokusmanipulation, Farbwahrnehmung, etc.), viele andere basieren aber auf erlerntem Verhalten oder auch kulturellen Erfahrungen.
Die bekannte Müller-Lyer Täuschung, in der wir einen offenen und geschlossenen Pfeil unterschiedlich lang wahrnehmen (<-------> / >------<), basiert beispielsweise auf kulturellen Erfahrungen und Erlerntem, nicht auf physikalischen Unzulänglichkeiten unserer Augen. Wir werden von unseren Erfahrungswerten getäuscht, daher funktioniert diese optische Täuschung auch nicht bei Naturvölkern, die das Konzept des rechten Winkels nicht kennen.

Was die Bewegungen angeht, ist es so wie vorhin geschildert. Das B zwischen A und C wir visualisiert, dazugedacht, erzeugt. Aber, eben auf Bekanntem basierend.
Als Beispiel:
Erstes Bild: Ein Mann schaut nach rechts.
Zweites Bild: Ein Mann schaut nach links.

Unser Gehirn kann das nicht als Bewegung wahrnehmen, weil uns Informationen fehlen, die wir noch nicht logisch zusammenfügen können. Dreht sich sein Kopf links herum oder rechts herum? Wissen wir nicht, daher kann es nicht als Bewegung wahrgenommen werden.
Sind zwischen dem ersten und zweiten Bild jetzt noch zwei Bilder, die die Richtung des Umdrehens zeigen (links oder rechts herum), sind wir in der Lage, diese vier Bilder als Bewegung wahrzunehmen (ab 4 fps können Einzelbilder als Bewegung wahrgenommen werden) und die fehlenden Bilder zu ergänzen. Eben weil wir dabei auf Erfahrungen zurückgreifen können, weil wir die Welt so kennen gelernt haben und es uns logisch erscheint.

Diese Bewegung erscheint uns dann aber noch lange nicht flüssig und an dem Punkt habe ich angesetzt, insbesondere was die kreative Leistung des Gehirns angeht. Da unterschiedliche Menschen unterschiedlich viele Bilder benötigen, um diese Bewegung als flüssig wahrzunehmen. Und auch als gleichermaßen flüssig. Ob das dann 30, 60, 120 oder 800 Bilder pro Sekunde sind, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Auf Spiele bezogen: Es gibt Menschen, die nehmen 30 und 60 fps gleichermaßen flüssig wahr, teilweise werden sogar im direkten Vergleich keinerlei Unterschiede erkannt.
Mir schwirrte die Frage im Kopf herum:
Wenn Person A den Unterscheid zwischen 30 und 60 fps sehen kann und Person B ihn nicht sehen kann, wie nimmt Person B die Bewegung wahr? Nimmt er sie so wahr, wie Person A die 30 fps wahrnimmt oder so, wie Person A die 60 fps wahrnimmt? Und was besagt das über die Kreativleistung des Gehirns von Person B?
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Temeter 
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Temeter  »

Kannte einige der Sachen, aber Interessant zu lesen.
Nanimonai hat geschrieben:Auf Spiele bezogen: Es gibt Menschen, die nehmen 30 und 60 fps gleichermaßen flüssig wahr, teilweise werden sogar im direkten Vergleich keinerlei Unterschiede erkannt.
Mir schwirrte die Frage im Kopf herum:
Wenn Person A den Unterscheid zwischen 30 und 60 fps sehen kann und Person B ihn nicht sehen kann, wie nimmt Person B die Bewegung wahr? Nimmt er sie so wahr, wie Person A die 30 fps wahrnimmt oder so, wie Person A die 60 fps wahrnimmt? Und was besagt das über die Kreativleistung des Gehirns von Person B?
Es ist Gewohnheit. Früher konnte ich 30 und 60fps auch nicht so gezielt unterscheiden, gehörte also zur zweiten Kategorie, wenn auch der Unterschied im Spielgefühl offensichtlich war. Jetzt weiß ich, worauf ich achten muss, und kann sehr schnell ein Urteil fällen.

Der Gedankengang macht keinen Sinn, weil es gibt keinen gesunden Menschen gibt, der 30 und 60fps nicht unterscheiden kann. Manchmal meinen Leute Dinge zu sehen, die nicht existieren, genauso funktioniert es andersrum.
Sehen und verstehen sind eben 2 Seiten einer Medaillie, nur sind menschliche Sehschärfe und Wahrnehmung diesen lächerlich geringen Framerates meilenweit vorraus.

btw: Ich glaube, wir bringen hier auch die Definition von Bildern durcheinander. Damit sind PC-Frames gemeint, und die gibt es im Kopf nunmal nicht.
Nanimonai
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Nanimonai »

Temeter  hat geschrieben: Es ist Gewohnheit. Früher konnte ich 30 und 60fps auch nicht so gezielt unterscheiden, gehörte also zur zweiten Kategorie, wenn auch der Unterschied im Spielgefühl offensichtlich war. Jetzt weiß ich, worauf ich achten muss, und kann sehr schnell ein Urteil fällen.

Der Gedankengang macht keinen Sinn, weil es gibt keinen gesunden Menschen gibt, der 30 und 60fps nicht unterscheiden kann. Manchmal meinen Leute Dinge zu sehen, die nicht existieren, genauso funktioniert es andersrum.
Sehen und verstehen sind eben 2 Seiten einer Medaillie, nur sind menschliche Sehschärfe und Wahrnehmung diesen lächerlich geringen Framerates meilenweit vorraus.
Hmm, meinst Du, dass man es nur auf Gewohnheit reduzieren kann? Das klingt mir irgendwie zu einfach.
Wäre es nur Gewohnheit oder Training, müsste doch theoretisch ein erfahrener Kinogänger auch die Schwarzbilder während eines Filmes wahrnehmen können, da sehen wir ja auch 48 oder 72 Bilder pro Sekunde.
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Xris
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Xris »

Egal wie lange ich mit einem Game Pad auf 30 Fps spiele - das Bild wirkt immer iwie "unruhig" und leicht verzögert. Dafür brauche ich keinen Vergleich. Das mag etwas anderes sein wenn man es nicht anders kennt.
da sehen wir ja auch 48 oder 72 Bilder pro Sekunde.
Zwei verschiedene Paar Schuhe sind Film und Spiel. Ich gebe die Brief und Siegel darauf das ich den Unterschied in einem Spiel sofort sehen würde. Aus Erfahrung weiß ich das ich jeden Drop der größer ist als 5 Fps unter 60 Fps sehe.
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Temeter 
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Temeter  »

Nanimonai hat geschrieben:
Temeter  hat geschrieben: Es ist Gewohnheit. Früher konnte ich 30 und 60fps auch nicht so gezielt unterscheiden, gehörte also zur zweiten Kategorie, wenn auch der Unterschied im Spielgefühl offensichtlich war. Jetzt weiß ich, worauf ich achten muss, und kann sehr schnell ein Urteil fällen.

Der Gedankengang macht keinen Sinn, weil es gibt keinen gesunden Menschen gibt, der 30 und 60fps nicht unterscheiden kann. Manchmal meinen Leute Dinge zu sehen, die nicht existieren, genauso funktioniert es andersrum.
Sehen und verstehen sind eben 2 Seiten einer Medaillie, nur sind menschliche Sehschärfe und Wahrnehmung diesen lächerlich geringen Framerates meilenweit vorraus.
Hmm, meinst Du, dass man es nur auf Gewohnheit reduzieren kann? Das klingt mir irgendwie zu einfach.
Wäre es nur Gewohnheit oder Training, müsste doch theoretisch ein erfahrener Kinogänger auch die Schwarzbilder während eines Filmes wahrnehmen können, da sehen wir ja auch 48 oder 72 Bilder pro Sekunde.
Gutes Argument, bei Filmen ist mir das nie aufgefallen. Bei 60fps und einem Spiel wie CS:GO bemerke ich ab und zu die 'fehlenden' Zeiträume zwischen den Frames.

quasi-edit: Mir ist das warum gerade wieder eingefallen. Nachbilder warens, die Bilder eines Films hinterlassen Nachbilder auf den Augen (träge zäpfchen) und das trägt zur Flüssigkeit bei. Ziemlich wichtiges Element, das ich völlig vergessen hatte. :Blauesauge:

Interessanterweise kann ich z.B. bei CS:GO aber teils recht deutlich fehlende Zeit sehen, während es beim Film ganz anders ist. Wieder natürliches Motion Blur, vielleicht auch die Gewöhnung an die 'cinematic experience' mit 24 (film-)fps? Könnte auch an der Passivität liegen, weil ich im Film nicht jede Bewegung zu verfolgen versuche, während Spiele es mich so lehren.
Bambi0815
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Bambi0815 »

Liesel Weppen hat geschrieben:
Bambi0815 hat geschrieben:
wer sagt dass 60 frames wieso überbewettet wird, der hat noch nie mot 60 frames gedaddelt.
Wer sagt, dass 60 frames wieso überbewertet sind, konnte noch nie Deutsch sprechen/schreiben.
ok
Nanimonai
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Nanimonai »

Temeter  hat geschrieben: quasi-edit: Mir ist das warum gerade wieder eingefallen. Nachbilder warens, die Bilder eines Films hinterlassen Nachbilder auf den Augen (träge zäpfchen) und das trägt zur Flüssigkeit bei. Ziemlich wichtiges Element, das ich völlig vergessen hatte. :Blauesauge:

Interessanterweise kann ich z.B. bei CS:GO aber teils recht deutlich fehlende Zeit sehen, während es beim Film ganz anders ist. Wieder natürliches Motion Blur, vielleicht auch die Gewöhnung an die 'cinematic experience' mit 24 (film-)fps? Könnte auch an der Passivität liegen, weil ich im Film nicht jede Bewegung zu verfolgen versuche, während Spiele es mich so lehren.
Nachbilder können eigentlich nicht der Grund sein. Die entstehen erst dann, wenn das neue Bild schon lange dagewesen ist.

Motion Blur ist sicherlich ein Grund, ja. Aber auch der "entfernt" ja quasi nicht die schwarze Leinwand, die nach einem Einzelbild zu sehen ist.
Passivität ist bestimmt auch ganz wichtig. Im Gegensatz zu einem Spiel, können wir die Kameraperspektive nicht beeinflussen und gerade bei mittleren Geschwindigkeiten würde man mit der falschen Kameraperspektive auch bei einem Film ein Ruckeln erkennen.
Vielleicht liegt es auch an der "fehlenden" Information, die ein schwarzes Bild bedeutet, weswegen wir es nicht erkennen können.

Dann wiederum gab es ja vor etlichen Jahren auch den großen Aufschrei, als unterschwellige Werbung in Kinos bekannt gemacht wurden. Ein trainierter Kinogänger müsste der Gewohnheitstheorie nach diese Bilder auch erkennen können.
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Nanimonai »

Xris hat geschrieben: Zwei verschiedene Paar Schuhe sind Film und Spiel.
Jein. Ich hatte ja in dem letzten Beitrag ein paar Punkte genannt, die für mich auch erklären, warum es Unterschiede zwischen Film und Spiel gibt.
Dennoch: Unter dem Strich bleiben es bei Film und Spiel einzelne Fotos, die mit einer bestimmten Geschwindigkeit unser Auge treffen.
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Temeter 
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von Temeter  »

Nanimonai hat geschrieben:
Temeter  hat geschrieben: quasi-edit: Mir ist das warum gerade wieder eingefallen. Nachbilder warens, die Bilder eines Films hinterlassen Nachbilder auf den Augen (träge zäpfchen) und das trägt zur Flüssigkeit bei. Ziemlich wichtiges Element, das ich völlig vergessen hatte. :Blauesauge:

Interessanterweise kann ich z.B. bei CS:GO aber teils recht deutlich fehlende Zeit sehen, während es beim Film ganz anders ist. Wieder natürliches Motion Blur, vielleicht auch die Gewöhnung an die 'cinematic experience' mit 24 (film-)fps? Könnte auch an der Passivität liegen, weil ich im Film nicht jede Bewegung zu verfolgen versuche, während Spiele es mich so lehren.
Nachbilder können eigentlich nicht der Grund sein. Die entstehen erst dann, wenn das neue Bild schon lange dagewesen ist.

Motion Blur ist sicherlich ein Grund, ja. Aber auch der "entfernt" ja quasi nicht die schwarze Leinwand, die nach einem Einzelbild zu sehen ist.
Passivität ist bestimmt auch ganz wichtig. Im Gegensatz zu einem Spiel, können wir die Kameraperspektive nicht beeinflussen und gerade bei mittleren Geschwindigkeiten würde man mit der falschen Kameraperspektive auch bei einem Film ein Ruckeln erkennen.
Vielleicht liegt es auch an der "fehlenden" Information, die ein schwarzes Bild bedeutet, weswegen wir es nicht erkennen können.

Dann wiederum gab es ja vor etlichen Jahren auch den großen Aufschrei, als unterschwellige Werbung in Kinos bekannt gemacht wurden. Ein trainierter Kinogänger müsste der Gewohnheitstheorie nach diese Bilder auch erkennen können.
Wie wärs damit:
Die Leinwand wird nicht wahrgenommen, weil die Augen gerade noch an das helle Filmbild gewöhnt sind, und sich wegen dem Kontrast erst mal ein par Sekunden an die Dunkelheit gewöhnen müssten. Projektoren werden schlielich sowieso immer in der Dunkelheit benutzt. Und die Augen haben nicht genug Zeit zur Gewöhnung, weil das nächste Bild 20ms später schon angezeigt wird.
So hört sich das mit den Nachbildern imo schon stimmig an.
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sourcOr
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von sourcOr »

Nanimonai hat geschrieben:
Liesel Weppen hat geschrieben: Richtig, das Gehirn "berechnet" in dem Sinn keine Zwischenbilder, sondern es erkennt Bewegungen und führt diese logisch fort, auch wenn da keine Zwischenbilder sind.
Ist denn eine "logische Fortführung einer erkannten Bewegung" nicht nur eine andere Umschreibung für "Das Gehirn berechnet Zwischenbilder"?
Zwischen Ausgangspunkt "A" und Endpunkt "C" wird logisch "B" eingefügt. Wenn das Gehirn für "B" kein logisches Zwischenbild visualisieren kann, weil es auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen kann, kommt es zu einer Irritation in der Wahrnehmung. Ist das nicht eigentlich der Hauptgrund, warum optische Täuschungen existieren und bei Menschen unterschiedlich funktionieren?
Dazwischen ist so ein Begriff, der ja eigentlich nicht wirklich zutreffend ist, wenn es dem Gehirn immer um die nachfolgenden Bilder geht. Aus der Welt kommt nach A das C und wenn C nicht einer ... Erwartung (?) B folgt, dann irritiert das. B gehört ja aber nicht zu dem was wir dann sehen, sondern ist eher eine Einstellung, um das darauf eintreffende C effektiver verarbeiten zu können.

Wenn ich sage, dass das Gehirn Zwischenbilder berechnet, dann würde das ja eher bedeuten, dass es Ergebnisse zurückhält, ein Bild dazwischenfügt und dann meinetwegen die drei Bilder raushaut.
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Re: Bloodborne: 60 Bilder pro Sekunde standen nie zur Debatt

Beitrag von AtzenMiro »

Nanimonai hat geschrieben:
Temeter  hat geschrieben: quasi-edit: Mir ist das warum gerade wieder eingefallen. Nachbilder warens, die Bilder eines Films hinterlassen Nachbilder auf den Augen (träge zäpfchen) und das trägt zur Flüssigkeit bei. Ziemlich wichtiges Element, das ich völlig vergessen hatte. :Blauesauge:

Interessanterweise kann ich z.B. bei CS:GO aber teils recht deutlich fehlende Zeit sehen, während es beim Film ganz anders ist. Wieder natürliches Motion Blur, vielleicht auch die Gewöhnung an die 'cinematic experience' mit 24 (film-)fps? Könnte auch an der Passivität liegen, weil ich im Film nicht jede Bewegung zu verfolgen versuche, während Spiele es mich so lehren.
Nachbilder können eigentlich nicht der Grund sein. Die entstehen erst dann, wenn das neue Bild schon lange dagewesen ist.

Motion Blur ist sicherlich ein Grund, ja. Aber auch der "entfernt" ja quasi nicht die schwarze Leinwand, die nach einem Einzelbild zu sehen ist.
Passivität ist bestimmt auch ganz wichtig. Im Gegensatz zu einem Spiel, können wir die Kameraperspektive nicht beeinflussen und gerade bei mittleren Geschwindigkeiten würde man mit der falschen Kameraperspektive auch bei einem Film ein Ruckeln erkennen.
Vielleicht liegt es auch an der "fehlenden" Information, die ein schwarzes Bild bedeutet, weswegen wir es nicht erkennen können.

Dann wiederum gab es ja vor etlichen Jahren auch den großen Aufschrei, als unterschwellige Werbung in Kinos bekannt gemacht wurden. Ein trainierter Kinogänger müsste der Gewohnheitstheorie nach diese Bilder auch erkennen können.
Bei Filme werden Bilder doppelt beleuchtet, damit man eben diese Schwarzbilder erst gar nicht erkennt, obwohl die natürlich da sind. Außerdem werden Filme mit einer verzögerten Verschlussaufnahme (das Motion Blur des Filmes also) aufgenommen, wodurch Bewegungen, die sonst ruckelig rüberkommen würde, wesentlich fließender aussehen.

Ein gutes Experiment hierfür kenne ich noch aus dem Physik-Unterricht. Wenn man eine Glühbirne mit 50Hz (Wechselstorm) ansteuert, flimmert sie 100x die Sekunde auf. Für uns sieht es so aus, als ob sie konstant durchleuchtet und nicht immer an/aus/an/aus/an/aus. Nun kann man die Frequenz so weit runter drehen, dass man das Geflimmer (also auch die Leerphasen) irgendwann wahrnimmt und das war bei fast allen immer bei unter 50Hz.

Ein anderes gutes Beispiel für diese "Schwarzbilder" sind die alten Röhrenfernseher. In Deutschland haben die mit 50Hz genau 50x die Sekunde aufgeleuchtet (was bei 24FPS Filmen ausgereicht hat um jedes Bild doppelt zu beleuchten), trotzdem hat man noch das Geflimmer erkannt.