Temeter hat geschrieben:
Ist nicht ganz korrekt, weil das Gehirn (kleines afaik) sowieso an keiner einzigen Stelle mit Bildern arbeitet. Unsere Augen senden einen konstanten Strom Informationen, die einzelnen Sensorezäpfchen reagieren fließend, je nachdem was für eine Art Licht auf sie einscheint.
Worauf ich hinaus will, erst das Gehirn macht aus denn eigentlich zusammenhanglosen Bilder eine fließende Bewegung. Optische Täuschungen basieren oft darauf, entweder die Zäpfchen zu überlasten (starre 30sek auf dieses Muster etc.), oder das Hirns zu überlisten, weil es Muster erkenenn/nachvollziehen will, die gar nicht existieren.
Ich bin kein Experte, aber es gibt eine ganze Partition des Hirns, die alleine darauf ausgelegt ist, das gesehene in bekannte Muster uzu übersetzen. E.g. du weißt nur, das deine Tastatur wie eine Tastatur aussieht, weil das Gehirn das gesehene mit Erfahrungswerten abgleicht. Schätze damit wird das zusammenhängen.
Btw, gibt sogar eine Krankheit, bei dem eben dieser Teil des Gehirns nicht funktioniert. Interessanterweise auch Seelenblindheit genannt.
Die rechte Gehirnhälfte arbeitet konstant mit Bildern. Sie hilft dir unter anderem beim Träumen, indem sie Bilder aus deiner Erfahrung verwendet. Träumst du beispielsweise, in irgend einer großen Menschenmenge zu stehen, ist jedes einzelne Gesicht in dieser Menschenmenge ein Gesicht, das du schon mal irgendwo in der Realität gesehen hast, auch wenn es dir noch so fremd vorkommt.
Das Gehirn kann keine Bilder "erfinden" in dem Sinne, es beruft sich immer auf Erfahrungen und Bekanntem.
Es gibt unterschiedliche optische Täuschungen. Einige basieren, wie du schon sagtest, auf physikalischer Überlistung (Fokusmanipulation, Farbwahrnehmung, etc.), viele andere basieren aber auf erlerntem Verhalten oder auch kulturellen Erfahrungen.
Die bekannte Müller-Lyer Täuschung, in der wir einen offenen und geschlossenen Pfeil unterschiedlich lang wahrnehmen (<-------> / >------<), basiert beispielsweise auf kulturellen Erfahrungen und Erlerntem, nicht auf physikalischen Unzulänglichkeiten unserer Augen. Wir werden von unseren Erfahrungswerten getäuscht, daher funktioniert diese optische Täuschung auch nicht bei Naturvölkern, die das Konzept des rechten Winkels nicht kennen.
Was die Bewegungen angeht, ist es so wie vorhin geschildert. Das B zwischen A und C wir visualisiert, dazugedacht, erzeugt. Aber, eben auf Bekanntem basierend.
Als Beispiel:
Erstes Bild: Ein Mann schaut nach rechts.
Zweites Bild: Ein Mann schaut nach links.
Unser Gehirn kann das nicht als Bewegung wahrnehmen, weil uns Informationen fehlen, die wir noch nicht logisch zusammenfügen können. Dreht sich sein Kopf links herum oder rechts herum? Wissen wir nicht, daher kann es nicht als Bewegung wahrgenommen werden.
Sind zwischen dem ersten und zweiten Bild jetzt noch zwei Bilder, die die Richtung des Umdrehens zeigen (links oder rechts herum), sind wir in der Lage, diese vier Bilder als Bewegung wahrzunehmen (ab 4 fps können Einzelbilder als Bewegung wahrgenommen werden) und die fehlenden Bilder zu ergänzen. Eben weil wir dabei auf Erfahrungen zurückgreifen können, weil wir die Welt so kennen gelernt haben und es uns logisch erscheint.
Diese Bewegung erscheint uns dann aber noch lange nicht flüssig und an dem Punkt habe ich angesetzt, insbesondere was die kreative Leistung des Gehirns angeht. Da unterschiedliche Menschen unterschiedlich viele Bilder benötigen, um diese Bewegung als flüssig wahrzunehmen. Und auch als gleichermaßen flüssig. Ob das dann 30, 60, 120 oder 800 Bilder pro Sekunde sind, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Auf Spiele bezogen: Es gibt Menschen, die nehmen 30 und 60 fps gleichermaßen flüssig wahr, teilweise werden sogar im direkten Vergleich keinerlei Unterschiede erkannt.
Mir schwirrte die Frage im Kopf herum:
Wenn Person A den Unterscheid zwischen 30 und 60 fps sehen kann und Person B ihn nicht sehen kann, wie nimmt Person B die Bewegung wahr? Nimmt er sie so wahr, wie Person A die 30 fps wahrnimmt oder so, wie Person A die 60 fps wahrnimmt? Und was besagt das über die Kreativleistung des Gehirns von Person B?