SethSteiner hat geschrieben:"nahezu der gesamte Alltag geprägt von Menschen ist" sollte natürlich geprägt von Medien heissen, logisch.
Ganz ohne Zweifel kann es Effekte geben, die ihre Ursache im Medienkonsum haben aber das große Problem dabei ist, dass es unheimlich diffus ist und die Politik, wie wohl der wissenschaftlichen Diskurs selbst, von Simplifizierung, vorschnellen Urteilen, Manipulation, Leichtgläubigkeit, Vorurteilen, Tradition und mehr geprägt ist. Was man bei ersterem dann daran erkennt, wenn vorgeschrieben wird dass USK Logos riesengroß auf dem Cover zu pranken haben und letzteres wenn eine Metastudie erhebliche Mängel in der Methodik vorangegangener Untersuchungen zeigt. Das Ende vom Lied sind dann Zeitungsberichte oder solche Petitionen, in denen völlig falsche Bilder vermittelt werden (die dann wieder einen neuen Zyklus in Gang setzt).
Zum übermäßigen Konsum mit Computerspielen und Fernsehgucken: Ich gehöre zu den Kindern, die einen erheblichen Anteil ihres erwachsenwerdens mit Videospielen und dem Fernsehen verbrachten, soweit dass man wohl sagen könnte, ich wäre davor geparkt worden (was wieder zu simpel wäre aber egal). Trotzdem würde ich mich nicht verwahrlost nennen, auch wenn alles hier ein bisschen verstaubt ist aber man, ich hasse es dass er ständig zurückkommt! Wie auch immer, von Verwahrlosung nach RTL-Schema (fett, rauchend, saufend vor dem Fernseher oder 12 Stunden vor WoW in einer Platte, am besten kanakisch redend und im Problembezirk lebend) kann trotzdem keine Rede sein, eher das Gegenteil.
Es sind eben immer viele Faktoren die bestimmen und die wichtigsten, entscheidensten dürften das nahe Umfeld sein. Wenn die Eltern das Kind vor dem Fernseher lassen und gleichzeitig am besten noch das vorleben was es im Fernsehen sieht, sie dabei in einem bestimmten Milieu leben und einen entsprechenden Freundeskreis haben, dürfte es eine andere Entwicklung erheblich begünstigen.
Ps. Ich liefere keinen Beleg für meine Hintergrundgeschichte, das kann also alles dreist gelogen und ich in Wirklichkeit eine abartige Figur alà Mr. Plinkett, Cindy aus Marzahn oder Deso Dogg sein.
Fraglos, ich spiele auch seitdem ich 8 Jahre alt war und das teils jede Minute meiner Freizeit. Ich bin für Colonization, als ich vielleicht 12 oder 13 war, heimlich in die Wohnung meines Bruders nachts eingestiegen, die Wohnung war mit dem Haus meiner Eltern über einen Balkon verbunden. (ich hatte die Balkontür immer auf Kipp gestellt, um einsteigen zu können.) Und hab dann fast jede Nacht von 1 Uhr bis 5 Uhr nachts gespielt, habe mir dafür extra den Wecker gestellt und solche Sachen, hat meinen Noten nicht unbedingt gut getan. Aber später habe ich noch ganz andere Sachen gemacht, die auch meinen Noten nicht gutgetan haben. Immerhin habe ich keinen gefährlich verletzt oder schlimmeres.
Dafür habe ich jetzt aber eine umfangreiche Bibliothek an Büchern, Spielen und Filmen verinnerlicht, was ja auch zu was nutze ist. Z.B. wenn ich Germanistik oder Anglistik studiert hätte, was ich nicht habe, sondern Geschichte, aber auch da ist es nützlich, wäre das mein Forschungsgebiet, was es nicht ist. Auch heute noch verbringe ich einen Großteil meiner Freizeit mit Spielen und ich denke es gibt schlimmeres und ab und zu wird man durchaus emotional und auch rational gefordert.
Ich denke das ganze wirkt auch jeden Menschen natürlich verschieden und den allermeisten schadet es nicht besonders, aber einigen die vielleicht schon das Pech hatten in die falsche Familie geboren zu werden oder keine günstige Stressresistenz haben, denen schadet es vermutlich. Aber vermutlich auch nicht so sehr, dass sie was machen würden, was sie ohne Computerspiele nie machen würden. Daran glaube ich auch wieder nicht so recht.
Mit anderen Worten ich weiß es einfach nicht, generell bin ich gegen Zensur. Ich habe auch Fallout mit 15 gespielt und hab zwar Dummheiten gemacht, aber ich glaube das hatte nix mit den Computerspielen zu tun und inzwischen bin ich größtenteils ein sehr friedlicher Mensch.
GTA finde ich nicht toll, weder spielerisch, noch von dem geistigen Nährwert, den das Spiel bietet, noch von der Brutalität die das Spiel zeigt. Aber deswegen würde ich es nicht verbieten, nur weil ich es für dumm, banal und brutal halte, wenn Millionen von Menschen damit ihren Spaß haben.