Brakiri hat geschrieben:
Erneut vergisst du wichtige Dinge.
Ja, ein Gewinn ist durchaus nachvollziehbar.
ABER: Wenn ich bereits meine Kosten wieder drin habe, und einen netten Gewinn gemacht habe, worin besteht dann die moralische Basis, die Leute zu verklagen/abzumahnen, weil ich der Meinung bin, es müsste noch mehr Kohle fliessen? Da sehe ich ehrlich gesagt nirgendwo einen "moralischen" Anspruch.
Wie bitte?
Hast du dich mal informiert? Hollywood bzw. die Studios fahren seit 3 oder 4 Jahren jährlich einen Rekordgewinn nach dem anderen ein!
Publisher die gute Spiele produzieren wie Bethesda z.B. verdienen super an den Games, egal wie oft kopiert wird. COD:MWx würde ich jetzt zwar nicht als top bezeichnen, aber Activision kann sich diesbezüglich vor Geld kaum retten. Ich hoffe du fällst hier nicht auf irgendwelche Propaganda rein?
Auch The Witcher 2 hat sich schon mehr als amortisiert, trotz der vielen Raubkopien.
Man sollte hier schon den richtigen Blick wahren. Publisher und Studios jammern IMMER rum, wie schlimm doch alles ist, schaut man sich aber die Zahlen an sieht man, dass es der Contentindustrie so gut geht wie kaum jemals zuvor.
Du bist also der Meinung das Unternehmen keinerlei gesellschaftliche Verpflichtungen haben?
Unternehmen SOLLEN also einfach nur grosse Herdenbetriebe sein deren Sinn es ist, den Kapitaleignern eine möglichst hohe Rendite zu verschaffen? *schauder*
Der Staat, der von allen Seiten von wirtschaftlichen Interessenverbänden bedrängt wird, sich seine Gesetzestexte in den Ministerien von der Industrie schreiben lässt, und der seit Jahren Politik gegen die Meinung und die Wohlfahrt seiner Bürger macht, soll nun alles richten? Ist das wirklich dein ernst? Der Staat, der Jahr um Jahr mehr Geräte mit Zwangsabgaben belegt, weil die Content-Industrie es fordert, so Milliarden umverteilt werden, man dadurch als Bürger aber keine Rechte erhält, sondern nur draufzahlt ohne etwas dafür zu bekommen?
Wenn du dich dafür interessiertst, les doch mal ein Buch über Wohlfahrtsökonomie, und schau dir dann den Grundgedanken der "Neuen politischen Ökonomie" an. Da wird schnell klar was sein sollte, und was ist.
Ich glaube ja, du bist hier ein wenig der Propaganda aufgesessen, die möglichst oft verbreitet wird(Zumal die Entwicklungshilfe die wir leisten zu 99% für den Popo ist und Abhängige schafft, nicht ein sich selbstständig versorgendes Volk).
Im System stimmt einiges nicht, die Bürger sind schon lange nicht mehr die, zu deren Wohlfahrt politische Entscheidungen getroffen werden. Du hältst Hersteller von Generika für schlechte Unternehmen, weil sie Medikamente zu einem Bruchteil der Kosten herstellen, wie die ehemaligen Patentbesitzer? Dir ist schon klar, dass die ihre Entwicklungskosten schon x-fach wieder drin haben? Auch "Raubkopiermedikamentenhersteller" sind natürlich keine selbstlosen Einrichtungen, aber sie sorgen dafür, dass die Vorteile dieser Medikamente nicht nur bei den Kapitaleignern der Pharmaunternehmen und bei den Leuten sprudeln, die sich 8000€ pro Dosis Zytostatika leisten können. Weisst du was Krebsmedimakente in der Herstellung kosten? Ein- bis zweistellige Eurobeträge. Die Marge ist unglaublich hoch. Aventis beschäftigt btw. mehr Marketingleute als Forscher. Die hohen Entwicklungskosten sind nach 1-2 Jahren wieder drin, in den nächsten Jahrezehnten in denen das Patent schützt, wird nur Profit gesammelt, und der nächste Goldesel entwickelt, wärend eine grosse Personengruppe auf diese Medikamente aus Geldmangel verzichten mmuss. Ist das die Moral nach deinem Geschmack?
Dein emotionaler Rundumschlag beweist eigendlich nur, dass du dir nicht so wirklich Gedanken um die Fehlkonstrukte dieser Gesellschaft machst, und hier nur Massenmedienverblödung nachplapperst. Sorry aber das ist zumindest mein Eindruck, denn ich will dir nicht zu nahe treten, aber keins deiner Argumente ist auch nur im Ansatz zuendegedacht.
Und nochmal: Gesetz ungleich Moral.
Gut diskutieren wir weiter, obwohl ich darin den Sinn vermisse, weil ihr eh wieder die Argumente zu euren Gunsten legen werdet.
Fangen wir an: Das ist der Sinn hinter der Marktwirtschaft mehr Gewinne zu machen.
Warum sollten die Unternehmen den Leutem etwas schenken und damit ihren Gewinn schmälern,
warum sollten die einen zahlen und die anderen kostenlos das Vergnügen haben? Dieser Frage bist du ausgewichen, weil du darin natürlich kein Gerechtigkeitsargument finden kannst. Bitte beantworte sie.
Die Musikbranche hast du auch ausgeblendet, war ja klar. Hollywood verdient vereinzelt Geld mit stupiden Müll, ja da hast du recht, aber es lohnt sich immer weniger geistvolle Spielfilme wie American Beauty zu drehen, bei denen sich der Kinobesuch zwecks fehlenden Peng Peng und Kawumm aus den Boxen nicht lohnt, ob das mit den "Schwarzsehern" zu tun hat oder nicht kann ich dir nit genau sagen, ich vermute zumindest etwas.
Bei der Computerbranche schätze ich dasselbe. Zumindest die Diversität wird angegriffen.
Einen Beweis für deine Rekordgewinn-Theorie habe ich auf die schnelle auch nicht gefunden, nur einen Eintrag aus einem Forum von 2005, wo irgendein Hansel genau das wiederholt, was du behauptest, nämlich Rekordgewinn 2005 gegenüber 2003 trotz Schwarzkopien ohne vernünfttige Quellenangabe. Er stützt sich auf eine Quelle namens Gulli irgendwas, das sehe ich nicht als vernünftige Quelle an.
Unternehmen haben natürlich keine gesellschaftlichen Verpflichtungen, wo steht denn das bei Adam Smith, dass sie das hätten, grundsätzlich "schmücken" sie sich nur mit Charity und ich halte es sogar für schädlich, weil sie das Geld teiweise, was sie dafür ausgeben auch noch absetzten und in dubiose Kanäle schieben. Hier ist der Staat gefragt.
Und nun zum Staat, natürlich wird dieser von Lobbyverbänden bedrängt, weil Geld regiert die Welt. Aber ich habe doch explizit geschrieben,
dass er keine egoistischen Intressen haben sollte. Das dem nicht so ist, steht auf einen anderen Blatt. Der Staat muss für die Umverteilung sorgen, nicht die Industrie und auch nicht die angeblichen Gutmenschen. Herrgott, das was ihr hier schreibt, ist dasselbe was die Reichen wollen. Nämlich den Staat zum Nachtwächter degradieren, denn die Reichen kümmern sich angeblich ja schon mit Charity um die Armen. Das ist genau die Einstellung die die USA vertritt. Ihr konterkariert euch alle selber mit diesen Gefasel. Die Reichen sollen mal lieber ordentlich Steuern zahlen, statt sich krankzurechnen mit schönen Charity-Dinern.
Was für Zwangsabgaben??? Meinst du damit die Umsatzsteuer, oder Umweltauflagen??? Was wollt ihr eigentlich Gerechtikeit oder einfach nur das ihr schön konsumieren könnt und die anderen hungern? Nur der Staat (am besten alle Staaten gemeinsam) kann für Gerechtigkeit sorgen.
Nein, Enwicklungshilfe ist nicht nur schlecht, es werden Brunnen gebaut und Mikrokredite vergeben. Ich weiss auch nicht was daran nur schlecht sein soll. Willst du die abschaffen????
Auch die Gewinne der Pharmakakonzerne muss der Staat abschöbfen, wie ich bereits geschrieben hab, er befindet sich leider im Würgegriff der Firmen, aber eure Mentalität ist exakt diesselbe, die diese Firmen haben, hauptsache ich ich ich. Dieser widerliche Geruch der Steuerrunter Partei durchweht hier das Forum.
Eure Argumente machen mir klar, dass ihr Egoisten seid, ganz einfach, wer gibt euch das Recht Sozialdarwinisten zu sein, die alles für sich reklamieren.
Ihr träumt von persönlicher Freiheit und grenzlosen kostenlosen Konsum auf Kosten anderer, ich von einer besseren Welt, in der Geld umverteilt wird und jeder Mesnch ein menschenwürdiges Leben führen kann.