PS3: Sony nimmt Hacker ins Visier

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HanFred
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Beitrag von HanFred »

Flextastic hat geschrieben:+ garantieverlust :) ansonsten richtig hanfred.

@zappes: klär mich mal bitte auf, um die "harmlose" homebrew-geschichte auf die ps3 zu kriegen, muss ich mit irgendeiner software irgendwas anstellen, als nebeneffekt wird der kopierschutz ausgehebelt, soweit richtig?

damit hat man doch schon gegen die agb´s verstossen, oder irre ich da?
Reboot - Jailbreak weg. Soviel dazu.
Und die AGB sind auch kein Gesetz.
sayhello
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Beitrag von sayhello »

HanFred hat geschrieben:
sayhello hat geschrieben: Geht es bei diesem Hack aber nicht darum die digitale Signatur selber erstellen zu können? Somit meint das System es handle sich um authorisierte Software, was es ja aber nicht ist und somit nicht legal ist.
sayhello hat geschrieben:Beim Punkt mit dem tun und lassen was du willst irrst du dich aber gewaltig!!

Du hast mit der ersten Nutzung der PS3 die Nutzungsbestimmungen von Sony akzeptiert (oder halt akzeptieren müssen). (...)

In diesem Thread sprechen wir von was, dass definitiv illegal ist und zu Recht von Sony verfolgt wird.
Nichts für ungut, aber von Recht scheinst du nicht die Bohne zu verstehen. Wenn man seine PS3 hackt, begeht man höchstens einen Vertragsbruch und der ist grundsätzlich nicht strafbar. Sony muss den Vertrag in Folge auch nicht mehr einhalten und kann einen aus dem PSN werfen, das ist klar. Viel mehr liegt aber einfach nicht drin.
Ein Vertrag ist eine Abmachung zwischen Parteien und kein Gesetz.
Ach ehrlich? Du hast wohl nicht ganz verstanden was ich eigentlich gemeint habe. Deine Aussage war, ich kann damit machen was ich will und das ist falsch! Und diesen Hack würden 99% dafür verwenden um Raubkopien auf ihren PS3 laufen zu lassen. Und was genau ist jetzt nicht strafbar daran?
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HanFred
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Beitrag von HanFred »

sayhello hat geschrieben:Ach ehrlich? Du hast wohl nicht ganz verstanden was ich eigentlich gemeint habe. Deine Aussage war, ich kann damit machen was ich will und das ist falsch! Und diesen Hack würden 99% dafür verwenden um Raubkopien auf ihren PS3 laufen zu lassen. Und was genau ist jetzt nicht strafbar daran?
Und du scheinst mein Posting nicht richtig gelesen zu haben, obwohl du es doch zitiert hast. Ich bezog mich auf das Gerät. Dass man in vielen Ländern die Games nicht verändern darf, um den Kopierschutz zu umgehen, weiss ich auch. Selbst das trifft hier in der Schweiz nicht zu, aber dazu habe ich mich in diesem Thread bisher in keiner Weise geäussert.
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Zappes
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Beitrag von Zappes »

sayhello hat geschrieben:Geht es bei diesem Hack aber nicht darum die digitale Signatur selber erstellen zu können? Somit meint das System es handle sich um authorisierte Software, was es ja aber nicht ist und somit nicht legal ist.
flextastic hat geschrieben:@zappes: klär mich mal bitte auf, um die "harmlose" homebrew-geschichte auf die ps3 zu kriegen, muss ich mit irgendeiner software irgendwas anstellen, als nebeneffekt wird der kopierschutz ausgehebelt, soweit richtig?

damit hat man doch schon gegen die agb´s verstossen, oder irre ich da?
Um mal beide Sachen auf einen Schlag zu beantworten, muss ich vielleicht kurz darlegen, was eine digitale Signatur ist. Das geht in zwei Schritten:

Zunächst braucht man ein grobes Verständnis davon, wie asymmetrische Verschlüsselung funktioniert. Dabei besteht jeder Schlüssel aus zwei Teilschlüsseln, die eine interessante Eigenschaft haben: Wenn man mit einem der Teilschlüssel etwas verschlüsselt, kann ausschließlich der andere es wieder entschlüsseln und andersrum. Nun macht man es so, dass man die eine Hälfte (den "secret key" oder "private key") gut versteckt, die andere Hälfte (den "public key") kann man frei ins Internet stellen. Die Idee ist dabei, dass jeder mit dem public key eines Empfängers etwas verschlüsseln kann - um die Nachricht lesen zu können, braucht man zwingend den privaten Schlüssel des Empfängers. Das ist jetzt zwar etwas vereinfacht dargestellt, reicht aber schon mal, um zu verstehen, wie moderne Mailverschlüsselung funktioniert.

Der nächste Schritt sind digitale Signaturen. Mit so einer Signatur kann man zweifelsfrei beweisen, dass eine Datei von einer ganz bestimmten Person stammt und nicht verändert wurde, seit diese Person die Datei erzeugt hat. Um das zu erreichen, benutzt man die oben beschriebenen Eigenschaften eines asymmetrischen Schlüsselpaars, und zwar wie folgt:

Im ersten Schritt bildet man über die Datei eine Prüfsumme, einen so genannten "Hash" - dafür gibt es verschiedenste Verfahren mit Namen wie "SHA-1" oder "MD5". Allen Verfahren ist gemeinsam, dass jeder weiß, wie man so einen Hash berechnet und dass idealerweise keine zwei verschiedenen Dateien den selben Hash haben. Jetzt nehmen wir mal an, dass eine Datei, beispielsweise ein Spiel für die PS3, den Hash "12AB45EF" hat (der ist erfunden und kürzer als in Echt). Um eine Signatur zu bekommen, nimmt Herr Sony jetzt seinen privaten Schlüssel, den niemand außer ihm kennt (*), verschlüsselt damit diesen Hash und legt ihn zu der Datei. Genau das ist eine digitale Signatur! Jeder, der die Datei und diese Signatur hat, kann nämlich selber den Hash der Datei berechnen (das Verfahren ist ja bekannt), die Signatur mit dem öffentlichen Schlüssel von Herrn Sony entschlüsseln und schauen, ob sein Hash mit dem aus der Signatur übereinstimmt. Wenn er es nicht tut, wurde die Datei verändert. Weil nur eine mit dem privaten Schlüssel von Herrn Sony erstellte Signatur überhaupt mit Herrn Sonys öffentlichem Schlüssel entschlüsselt werden kann und nur Herr Sony diesen Schlüssel kennt, wissen wir bei übereinstimmenden Hashes also, dass die Datei von Herrn Sony kommt und nicht verändert wurde. Yeah! Wenn Herr Sony jetzt noch in die Signatur zusätzlich zum Hash der Datei das Gamertag reinschreibt, mit dessen Account das File ausgeführt werden darf, haben wir alles, was man an Sicherhheit braucht: Bei jeder Datei auf der Platte kann das Betriebssystem der PS3 prüfen, ob Herr Sony diese Datei signiert und für den aktuellen User freigegeben hat, und wenn nicht, zeigt sie uns den Stinkefinger.

Der wichtige Punkt ist mit (*) markiert: Mittlerweile kennt JEDER den Schlüssel von Herrn Sony. Und zwar nicht, weil man ihm den geklaut hätte, sondern weil der Depp ihn einfach offen hat rumliegen lassen. Jetzt kann also jeder Programmierer so tun, als sei er selbst Herr Sony und eine digitale Signatur erzeugen. Für jedes Programm, das er geschrieben hat. Und die Konsole wird es ohne jede Änderung der Firmware ausführen, denn sie kann ja gar nicht mehr sagen, ob ein Stück Code von Herrn Sony kommt, oder von irgendwem sonst.

Ganz wichtig ist dabei, dass mit den Homebrew-Programmen nicht etwa die bösen, geklauten Schlüssel verbreitet werden. Nein, es werden nur digitale Signaturen verbreitet - und weil die für jedes Programm logischerweise anders aussehen, sind sie NICHT Eigentum von Herrn Sony, auch wenn man für ihre Erstellung seine Schlüssel benutzt hat. Falls sich also überhaupt irgendwer strafbar machen sollte, wäre es der, der die Schlüssel hat. Also die bösden Homebrewer. Sind die dann doch kriminell? Vermutlich bald nicht mehr.

Es wird meiner Meinung nämlich nicht lange dauern, bis Bewohner eines Landes, in dem der Schlüsselbesitz legal ist, kleine Webfrontends anbieten werden, um digitale Signaturen für die Sony-Konsole zu erzeugen. Dann würde der Homebrewer weder die Schlüssel noch irgendwelche Spezialtools selber haben und es gibt eigentlich nur noch einen, der doof da steht: Herr Sony, weil er nicht auf seine Schlüssel aufgepasst hat.

Noch mal: Das da oben ist teilweise stark vereinfacht, stimmt aber im Prinzip so. Wenn man so was im Detail verstehen will, sollte man sich im Netz über Begriffe wie "Public-Key-Kryptographie", "Hashes" und "Digitale Signaturen" schlau machen - dazu gibt es mehr Material, als man in einem Menschenleben lesen kann.
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john1231
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Beitrag von john1231 »

ich finds immer wieder lustig wie hier einige veruschen gegen den hack vorzugehen als wären sie sony selbstpersönlich. :lol:

hey leute was regt ihr euch so auf! ist doch völlig schnuppe was in den AGBs steht!
wenn ich meine konsole aus dem fenster werfe hab ich die hardware ja auch modifiziert, oder?
was heißt ich hab ja nur nutzungsrechte aber meine um teures geld gekaufte konsole gehört gar nicht mir - dH. ich darf sie nicht in den müll werfen, sondern muss sie an sony retournieren wenn ichs nimmer brauch.
denkt doch mal nach, diese AGBs sind doch nicht ernst zu nehmen (vor allem weil ich sie erst lesen kann, nachdem ich das ding bereits bei mir daheim stehen hab - nach meinung vieler juristen sind die AGBs allein aus dem grund schon ungültig)
und dann schreien diese wahnsinnigen verfechter auch noch man möge leute die sich nicht verarschen lassen wollen an die wand stellen und erschießen! also ehrlich gehts noch?
einige hier sollten eine therapie machen oder sich ein anderes hobby suchen.
freda
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Beitrag von freda »

Ich finde es lustig, dass hier manche meinen ihr rechtsverständnis stände über dem Gesetz. Darauf argumentierend könnte ein Vergewaltiger auch sagen: Die Schlampe hatte es verdient.

Informationen sollen frei sein, aber nicht alle. Und schon garnicht, wenn jemand daraus Schaden entsteht. Hier wird Sony als Feindbild präsentiert, dabei geht es nicht um Sony.

Komischerweise findet jeder Informationsfreiheit toll, so lange es nicht um ihn selbst geht. Dann ist das Geschrei aber groß, siehe Streetview.
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john1231
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Beitrag von john1231 »

freda hat geschrieben:Ich finde es lustig, dass hier manche meinen ihr rechtsverständnis stände über dem Gesetz. Darauf argumentierend könnte ein Vergewaltiger auch sagen: Die Schlampe hatte es verdient.

Informationen sollen frei sein, aber nicht alle. Und schon garnicht, wenn jemand daraus Schaden entsteht. Hier wird Sony als Feindbild präsentiert, dabei geht es nicht um Sony.

Komischerweise findet jeder Informationsfreiheit toll, so lange es nicht um ihn selbst geht. Dann ist das Geschrei aber groß, siehe Streetview.
ich finds noch lustiger, dass manche hier wie lemminge zu großen konzernen halten, anstatt zum endverbraucher der hier ordentlich verarscht wird.
bsp. ich kaufe ein spiel bei amazon - lt. amazon agbs gibts kein rückgaberecht auf spiele. nun habe ich so eines gekauft bin mit den AGBs des spiels nicht einverstanden (da ich sie erst nach öffnen der packung lesen konnte) und was nun? amazon agbs > spiele agbs oder wie?

das ist doch alles verarsche und das ist nicht mein rechtsverständniss sondern das vieler juristen (gesetz) - dann gibts da wiederrum passagen in den AGBs die für mein land nicht gelten (sehr viele, wenn man nicht grad in den USA lebt) usw. usf.
also wenn du so strikt zu den AGBs hältst dann ist das dein rechtsverständnis aber nicht umbedingt geltendes gesetz.
glaub nicht alles was man dir versucht reinzudrücken, auch du hast rechte!
und anstatt sich über diese hier aufzuregen solltest du lieber froh sein, dass dem so ist.

ps.
so ist es zB. auch gut dass es ein recht auf privatkopien gibt.
deine ganzen 70€ spiele wirst du nämlich in ca. 10-15 jahren auf den müll tragen können, da die datenträger nicht mehr lesbar sein werden.
unteranderem deswegen sieht das gesetz ja auch vor, dass du dir kopien ziehen kannst - toll dass sony und co dieses gesetz mit füßen tretten, aber leider pech gehabt - gesetz > AGBs. also ist es gänzlich legal eine kopie deines originals zu erstellen (zumindest in Ö) und allein deswegen ist der hack schon mal was gutes - da man dank diesem sein recht wahrnehmen kann welches von den konzernen mit füßen getretten wird.
(hauptsache die konzerne schreien als erstes wenn ihre rechte mal so behandelt werden)
johndoe1044785
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Beitrag von johndoe1044785 »

@john: irgendwie konfus, deine ausführungen. wenn du deine ps3 aus dem fenster schmeisst, hat sony dann einen schaden? also was soll der vergleich?

@zappes: danke, danke :)
freda
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Beitrag von freda »

john1231 hat geschrieben:
ich finds noch lustiger, dass manche hier wie lemminge zu großen konzernen halten, anstatt zum endverbraucher der hier ordentlich verarscht wird.
bsp. ich kaufe ein spiel bei amazon - lt. amazon agbs gibts kein rückgaberecht auf spiele. nun habe ich so eines gekauft bin mit den AGBs des spiels nicht einverstanden (da ich sie erst nach öffnen der packung lesen konnte) und was nun? amazon agbs > spiele agbs oder wie?

das ist doch alles verarsche und das ist nicht mein rechtsverständniss sondern das vieler juristen (gesetz) - dann gibts da wiederrum passagen in den AGBs die für mein land nicht gelten (sehr viele, wenn man nicht grad in den USA lebt) usw. usf.
also wenn du so strikt zu den AGBs hältst dann ist das dein rechtsverständnis aber nicht umbedingt geltendes gesetz.
glaub nicht alles was man dir versucht reinzudrücken, auch du hast rechte!
und anstatt sich über diese hier aufzuregen solltest du lieber froh sein, dass dem so ist.

ps.
so ist es zB. auch gut dass es ein recht auf privatkopien gibt.
deine ganzen 70€ spiele wirst du nämlich in ca. 10-15 jahren auf den müll tragen können, da die datenträger nicht mehr lesbar sein werden.
unteranderem deswegen sieht das gesetz ja auch vor, dass du dir kopien ziehen kannst - toll dass sony und co dieses gesetz mit füßen tretten, aber leider pech gehabt - gesetz > AGBs. also ist es gänzlich legal eine kopie deines originals zu erstellen (zumindest in Ö) und allein deswegen ist der hack schon mal was gutes - da man dank diesem sein recht wahrnehmen kann welches von den konzernen mit füßen getretten wird.
(hauptsache die konzerne schreien als erstes wenn ihre rechte mal so behandelt werden)
Da steht soviel gequirlter Unsinn, dass es schwerfällt darauf zu antworten. Was hat dein AGB Gefasel mit dem Sachverhalt zu tun? Und was kann Sony für die AGB der Publisher? Kleiner Tip, der Plural von AGB ist AGB...also lass das "s" weg.

Ich erklärs so einfach wie möglich, damit du folgen kannst.

1. Sony baut die Konsole
2. Die Entwickler produzieren Spiele und versuchen, diese vor Diebstahl zu schützen. Klar soweit?

Sony will natürlich, dass Entwickler Spiele für die PS3 machen, damit die Leute die Konsole kaufen. Die Entwickler machen das auch, wollen aber, dass Sony auch ein bisschen was tut, damit die Spiele nicht gestohlen werden.

Es ist also ein Zeichen für einen sehr kleinen Horizont, wenn man jetzt, so wie du, sagt: Sony ist shice!!11. Das wäre nämlich eigentlich die Entwickler. Das sind die Deppen, die tatsächlich von dem leben wollen, was sie herstellen. Man macht etwas und bekommt was dafür. Diese Interaktion nennt sich Handel.

Für viele hier ist es unverständlich, dass man für etwas, an dem man 2 Jahre gearbeitet hat, Geld haben möchte. Die Hartz4 Generation kennt das so nicht, die bekommen immer Geld, auch wenn sie nichts tun. Daher habe ich Verständnis für deine Einstellung.

Ganz grob gesagt: Wenn ich einen Ferrari will, aber kein Geld habe, dann gibts keinen Ferrari. Wenn ich mir also ein Game nicht leisten kann, dann kann ich es eben nicht spielen. Das Leben ist kein Ponyhof, das wirst auch du lernen.

Und zu deinem letzten kruden Punkt, die DVDs würden nach 15 Jahren nicht mehr laufen: Auch das ist falsch. Ich habe CDs von 81 im regal stehen, laufen einwandfrei.

Und um dir nochmal zu zeigen, wie blödsinnig dein Argument ist: gehst du nach 15 Jahren zu BMW und sagts: Hey, mein 3er BMW wo isch vor 15 Jahren gekauft habe ist Schrott, gebt mir nen Neuen? Wohl nicht, das wäre Idiotie. Aber bei Spielen ist das normal oder wie soll ich deine Aussage verstehen? Rennst du auch alle paar jahre oder wann auch immer in den Laden und willst neue Schuhe, weil die alten durch sind? gehst du zum Friseur nach 3 Monaten und beschwerst dich, weil der Schnitt rausgewachsen ist?

Mach mal einen Realitycheck oder Drogengtest oder beides, kann bei dir wohl nicht schaden.
reeBdooG
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Beitrag von reeBdooG »

freda hat geschrieben: Da steht soviel gequirlter Unsinn, dass es schwerfällt darauf zu antworten...

Und nach dem Satz bringst du tatsächlich den ultimativ beknackten Automobil-Spiel Vergleich? :roll:

Und im zweifelsfall ist auf die AGB geschissen. Amazon kann zB in die AGB reinschreiben was sie wollen, um die per Gesetz verankerte Gewährleistungspflicht (Rückgaberecht glaube auch) kommen sie dadurch in keinem Fall herum. Dementsprechend ist auch Sonys AGB nicht Gottes Wort...
Zuletzt geändert von reeBdooG am 13.01.2011 16:34, insgesamt 1-mal geändert.
johndoe1044785
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Beitrag von johndoe1044785 »

hat doch recht, du kannst dich locker neben john hinstellen, der gleiche gequirlte mist.
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sahel35
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Beitrag von sahel35 »

Viele interessante Beiträge bisher! auch wenn hier und da ein paar Schreihälse mitmischen :D

Macht euch mal den kopf frei und denkt erstmal über einen Begriff wie "Eigentum" nach. Der Klassiker aller Geschäfte, die man tätigen kann: Ware gegen Geld. Ich lege Scheinchen hin, für einen Gegenstand. Alles was man in diesem Sinne kauft (nicht mieten, leasen, etc.), gehört einem. Punkt. Da gibt es einfach keinen Zweifel. Das ist so etwas, wie die Wurzel aller Logik der heutigen Geschäftswelt. Ist dem nicht so, handelt es sich nicht um einen Kaufvertrag, sondern, wie oben beschrieben, um Leasing oder irgendwas anderes. Aus diesem Grund wurde noch nie jemand angeklagt, der einen Modchip in der Konsole hatte.

Was sollen nun die AGB?
"Allgemeine Geschäftsbedingungen" beschreiben das regeltreue Verhalten in einem Geschäftsverhältnis. Und das hat erstmal nichts mit den Platinen, Schrauben und dem Kunststoff zu tun, was ihr liebevoll als PS3 bezeichnet. Vielmehr handelt es sich hier um das softwarebasierte Angebot, welches Sony euch zur Verfügung stellt. Allen voran das PSN Network. Wenn wir die Nutzer mal als Gäste in Sonys PSN Hütte darstellen sind die AGB die Hausregeln, die man einhalten soll. Wer sich nicht benimmt, fliegt halt und verliert auch alle Ansprüche auf Sonys Kooperation. Das ist alles. Das ist der Grund, warum IKEA immer noch keine AGB den Schränken beilegt und die Currywurst bei der Ibissbude immer noch ohne Vertrag auskommt. AGB finden wir in der Regel immer dann, wenn wir uns physisch oder virtuell bei jemand anderem aufhalten wollen oder über längere Zeit ein Verhlätnis unterhalten, bei dem beide Parteien Leistungen erbringen müssen.

Wie stellt sich das mit Software dar?
Das wiederum, ist eine ganz andere Kiste. Ich besitze niemals Software, im klassischen Sinne. Ich erhalte als gewöhnlicher Käufer den Datenträger und alles was physisch greifbar über den Ladentisch geht. Zudem erhalte ich lediglich das Nutzungsrecht von Einsen und Nullen in einer gewissen Reihenfolge und Häufigkeit, die sich irgendein\irgendwelche Verrückten ausgedacht haben.
Ähnlich der Erlaubnis den Slogan eines Geschäftes für gewisse Zwecke übernehmen zu dürfen. Dabei ist es natürlich keineswegs so, das diese Leute das ultimative Besitz und Anspruchrecht auf die Art und Weise der Software haben, die sie als ihr Werk bezeichnen dürfen.

Vielmehr geht es hier um die geistige Arbeit, die geleistet wurde. Diese Arbeit ist nunmal grundsätzlich geschützt. Egal ob es sich dabei um Software, Slogans oder Hausaufgaben handelt. Jeder darf ein ähnliches oder nahezu identisches Werk erschaffen. Solange dies komplett aus eigener Kraft geschieht, oder mit der eines kooperierenden Partners. Niemand kann euch vorwerfen Gothic 3 nochmal in funktionierend zu programmieren, solange kein Diebstahl erkannt werden kann. Weder in der Syntax, noch im Namen.

Sprecht ihr den geschützten Satz "Ich bin doch nicht blöd" in der Schule aus, nachdem eure Lehrerin euch fragt, ob ihr gerne mehr Hausaufgaben haben wollt, so kann euch Blödmarkt niemals deswegen belangen. Der Zusammenhang wäre viel zu fremd, denn schließlich verfolgt ihr ganz andere Absichten als das Verkaufen von Waren. Behauptet ihr aber, ihr hättet euch den Satz zufällig genauso erdacht, noch nie etwas von Blödmarkt gehört und ihn deswegen über euren Computerstore geschrieben, dann kann das vielleicht sogar korrekt sein(Zufälle gibts^^), aber keine Sau würde euch das glauben. Der Gedanke ihr hättet es einfach dreist geklaut, läge zu nahe.

Ein ähnlicher Fall spielte sich auch neulich mit Bully Herbig und dem Spiel "Bully" ab, aber das würde jetzt zu sehr Richtung OffTopic gehen.

Im Endeffekt heißt das übertragen auf Spiele nicht mehr, als dass ich als Nutzer das Werk eines anderen in Anspruch nehme/konsumiere. Ändere ich etwas an diesem Werk (umgehe den Kopierschutz), eigne ich es mir gewissermaßen an, da ich meine persönliche Arbeit mit der eines anderen kombiniere, sie dadurch modifiziere und entfremde . Und das wird nach aktueller Rechtslage als Raub betrachtet, denn schließlich besitze ich nicht die Erlaubnis zu dieser "Werk"- Mutation.

Die Software als Entität, existiert theoretisch vielleicht beim Entwickler, denn er bestimmt Art und Aussehen seiner Arbeit und das daraus resultierende Ergebnis. Alles was als Software von diesem Entwickler auf Datenträgern verkauft wird, ist lediglich ein mit dem Original verschränktes Abbild. Ändere ich dieses Abbild, entsteht eine unautorisierte Kopie.

Edit: Natürlich bezieht sich das ausschließlich auf das Umgehen des Kopierschutzes nach aktueller Rechtslage und nicht auf so etwas wie Mods und Co. Diese Änderungen verstoßen bekanntermaßen gegen keine Gesetze, können aber im Hause des Herren (auf Server und co) zum Ausschluss führen. Schließlich geben die Hausregeln den Ton in der Hütte an.

Um mal einen Schlusspunkt zu finden:
Der Kunststoffhaufen gehört mir!
Jede Software, die ich nicht selbst programmiere, gehört jemand anderem.
Zuletzt geändert von sahel35 am 13.01.2011 16:55, insgesamt 3-mal geändert.
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Sevulon
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Beitrag von Sevulon »

freda hat geschrieben:Ich finde es lustig, dass hier manche meinen ihr rechtsverständnis stände über dem Gesetz. Darauf argumentierend könnte ein Vergewaltiger auch sagen: Die Schlampe hatte es verdient.

Informationen sollen frei sein, aber nicht alle. Und schon garnicht, wenn jemand daraus Schaden entsteht. Hier wird Sony als Feindbild präsentiert, dabei geht es nicht um Sony.

Komischerweise findet jeder Informationsfreiheit toll, so lange es nicht um ihn selbst geht. Dann ist das Geschrei aber groß, siehe Streetview.
This. Sehr guter Beitrag. Die Doppelmoral, dass man einerseits dauernd gegen den gläsernen Bürger meckert aber gleichzeitig selbst auf jegliche Information [von freiem Film, Spiel und Musik gar nicht erst zu sprechen] besteht, geht mir auch schon gewaltig auf den Keks.
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HanFred
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Beitrag von HanFred »

Sehr guter Beitrag, Sahel35. Bis auf das Wörtchen "Raub" ist auch alles vollkommen korrekt, aber wie Raub definiert ist, weisst du bestimmt selbst.
freda
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Beitrag von freda »

reeBdooG hat geschrieben: Und nach dem Satz bringst du tatsächlich den ultimativ beknackten Automobil-Spiel Vergleich? :roll:
Was ist daran nicht verständlich? John meint, er kauft die Software und schließlich ginge die DVD ja kaputt nach einigen Jahren (was im Übrigen eine Urban Legend ist). Nimmt man diesen Ansatz als Grundlage könnte er ja auch ein Neues Auto fordern, wenn seins nach XY Jahren kaputt geht.

Das ist sehrnaiv gedacht, spiegelt aber die Aussage einiger hier wieder, die meinen, sie hätten ein gottgegebenes Recht auf Kopien.

Warum eigentich? Weils so einfach ist, schließlich könnte John ja auch, wenn er sich ein neues Auto kauft, davon eine Kopie anfertigen. Das ist allerdings schwieriger, als bei Rapidshare etwas anzuklicken. Aber der Vorgang ist identisch. Jeder würde sagen: Was für ein Schwachsinn. Aber bei virtuellen Inhalten ist es selbstverständlich?