Get Even: Aufgrund des Terroranschlags in Manchester auf Juni verschoben

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

unknown_18
Beiträge: 26973
Registriert: 05.08.2002 13:11
Persönliche Nachricht:

Re: Get Even: Aufgrund des Terroranschlags in Manchester auf Juni verschoben

Beitrag von unknown_18 »

Man kann aber halt eben die Auswirkung so gering wie möglich halten, die Medien verbreiten aber nur zu gerne Angst und Panik, das gibt ihnen Klicks/Verkaufszahlen.

Da Videospiele sowieso nur einen sehr kleinen Teil in unserer Gesellschaft aus machen, ist die Verschiebung jetzt auch nicht wild, kann man so machen und ist auch durchaus nachvollziehbar, gibt dem Terror jetzt nicht so viel Aufmerksamkeit, darauf kommt es nicht mehr an.
Benutzeravatar
Wigggenz
Beiträge: 7449
Registriert: 08.02.2011 19:10
Persönliche Nachricht:

Re: Get Even: Aufgrund des Terroranschlags in Manchester auf Juni verschoben

Beitrag von Wigggenz »

Usul hat geschrieben: 24.05.2017 19:59
Balmung hat geschrieben: 24.05.2017 19:36 Würde Terror nichts bewirken, gäbe es praktisch keinen. Terror siegt sobald er mehr als nötig bewirkt. Oftmals sind nur wenige wirklich vom Terror direkt betroffen, wenn dann die große breite Masse sich indirekt davon treffen lässt, hat Terror gesiegt und damit bewiesen das Terror etwas bringt, schon gibt es mehr Terror in der Zukunft. Genau so funktioniert Terror, Angst und Schrecken in der breiten Masse verbreiten. Also muss genau das verhindert werden, dann nimmt auch der Terror ab.
Nur das Problem ist: Terror wirkt eben. Jede Art von extremen Ereignissen wirkt - je näher an uns (auch im übertragenen Sinne näher) desto größer ist die Wirkung.

Mit Wirkung meine ich nicht unbedingt Angst und Panik und sowas. Auch das andere Extrem - nämlich unbedingter Trotz - ist eine Wirkung.

Schauen wir uns mal die Sache an: Wenn eine Firma ein Spiel herausbringen will, in dem es um einen einzelnen Amokläufer in einer Schule geht... und im realen Leben läuft tatsächlich ein Einzeltäter Amok in der Schule... so würde niemand auf die Idee kommen und der Firma einen Vorwurf machen, falls sie den Release des Spiels verschieben würde. Das wäre der "normale" Gang der Dinge. In dem Sinne, daß eine Aktion entsprechende Folgen mit sich bringt, die nicht außergewöhnlich sind und die jeder nachvollziehen kann.

Wenn eine Firma nun aber ein Spiel herausbringen will, in dem ein Mädchen mit einem Sprenggürtel versehen ist und das man offensichtlich nicht retten kann... und im realen Leben sprengt sich jemand tatsächlich in die Luft (und dann auch noch ein böser Islamist), und dann auch noch bei einem Konzert mit vielen jungen Besuchern... gibt es plötzlich Leute, die eine Verschiebung als falsches Signal auffassen und es lieber hätten, wenn man diesen "normalen" Gang der Dinge - also daß eine Aktion entsprechende Folgen mit sich bringt, die nicht außergewöhnlich sind und die jeder nachvollziehen kann - NICHT beibehält, sondern bewußt trotzig dagegen handelt. Denn es handele sich um Terror, und dem dürfe man sich nicht beugen. Auch DAS ist Wirkung.

Kurz gesagt: Alles wirkt auf die eine oder andere Art. Manches wirkt stärker, manches schwächer. Solche Anschläge wirken oftmals stärker, weil die örtliche und auch situative Distanz so gering ist, daß man sich automatisch (auch auf eine abstrakte Art) bedroht fühlt. Wenn sich im Irak alle 2 Tage jemand in die Luft sprengt und 100 Leute umbringt, ist die Distanz bei weitem nicht so gering - folglich ist die Wirkung auf "den Westen" auch nicht wirklich gegeben.

Letztlich ist es hier keine Angst oder Panik, die um sich greift, sondern eine nachvollziehbare Verschiebung aufgrund einiger Aspekte im Spiel, die zu nah an der aktuellen Realität sind. Daß die Firma das im Grunde genommen AUCH aus finanziellen Beweggründen macht, ist ebenso klar - es ist eine Firma, keine Einzelperson mit einem Gewissen oder religiösen/sozialen/ethisch-moralischen Prinzipien.
Dein Vergleich mit dem Amoklaufspiel ist völlige Spekulation.

Ehrlich gesagt ist die Vorsicht vor dem medialen Backlash und möglichem Schaden für das Image des Unternehmens für mich der einzig nachvollziehbare Grund, das Spiel zu verschieben.

Die Zivilgesellschaft sollte genau das tun, was du ein paar Posts zuvor verteufelt hast: den Terroranschlag weitgehend ignorieren. Den Opfern Respekt zollen, indem man ihnen angemessen gedenkt, sei es religiös-zeremoniell oder areligiös mit Schweigeminuten oder sonstigem, aber ansonsten völlig normal weiterleben und die zuständigen Personen bei der Terrorismusbekämpfung ihre Arbeit machen lassen, mehr kann man ohnehin nicht tun. Das hat auch nichts mit Trotz zu tun. Zu Trotz wird es erst, wenn das groß als heldenhafter Terrorismus-Widerstand aufgebauscht wird.

Ich weiß nicht mehr wo, aber ich habe Terrorismus einmal als Kommunikationsform bezeichnet gesehen. Ist natürlich wissenschaftlich wahrscheinlich Humbug (ich habe keine Ahnung) und meine bescheidene Meinung hier ist mangels Expertise auch absolut nicht für voll zu nehmen, aber hier mal ein Gedanke dazu: Wenn diese gewaltigen gesellschaftlichen Echos, die Anschläge erzeugen, indem Menschen in den betroffenen Ländern als Reaktion ihr Verhalten wie auch immer ändern und das ganze medial zu irgendeiner gefühlsträchtigen Terror-Reaktion (sei es Angst oder auch Trotz oder auch Mut oder was auch immer) aufgebaut wird, wenn diese Echos nicht da wären oder zumindest nicht so groß wären, dann wäre Terror vermutlich für viele Extremisten bei Weitem nicht so attraktiv. Da sie bzw. vor allem das rekrutierte "Fußvolk" dann gar nicht das Gefühl haben könnten, dass eine Botschaft da tatsächlich ankommt und sie somit durch ihre Gewaltakte etwas bewirken.
Gast
Persönliche Nachricht:

Re: Get Even: Aufgrund des Terroranschlags in Manchester auf Juni verschoben

Beitrag von Gast »

Wigggenz hat geschrieben: 24.05.2017 20:54 Ehrlich gesagt ist die Vorsicht vor dem medialen Backlash und möglichem Schaden für das Image des Unternehmens für mich der einzig nachvollziehbare Grund, das Spiel zu verschieben.
Will mich persönlich da nicht ganz so festlegen, aber man müsste es in der Tat mit in Betracht ziehen.
Man sollte sich an dieser Stelle auch vor Augen führen, dass gerade die britische Regenbogenpresse für ihre boshafte Scharfzüngigkeit berüchtigt ist, siehe etwa die bizarre Hysterie um ein vermeintliches "Grand Theft Auto: Rothbury" anno dazumal:
http://www.gamestar.de/news/vermischtes ... thbury.amp
An einem Spiel dieser Couleur so kurz nach den Geschehnissen vom Montagabend hätten solche Blätter womöglich ihre helle Freude gefunden, und das wollten The Farm 51 bzw. Bamco mglw. wohl eher vermeiden.
Benutzeravatar
Usul
Beiträge: 11398
Registriert: 13.06.2010 06:54
Persönliche Nachricht:

Re: Get Even: Aufgrund des Terroranschlags in Manchester auf Juni verschoben

Beitrag von Usul »

Wigggenz hat geschrieben: 24.05.2017 20:54Dein Vergleich mit dem Amoklaufspiel ist völlige Spekulation.
Gibs zu, das hast du am Konjunktiv erkannt!
Benutzeravatar
Jondoan
Beiträge: 2776
Registriert: 21.08.2013 15:42
Persönliche Nachricht:

Re: Get Even: Aufgrund des Terroranschlags in Manchester auf Juni verschoben

Beitrag von Jondoan »

LePie hat geschrieben: 24.05.2017 21:17 [...] anno dazumal [...]
Kleines Cafe mit selbstgemachtem Kuchen. Das Preis/Leistungsverhältnis passt auch. Aber die Bedienung ist mittlerweile sehr schlecht geworden.

Das kommt, wenn man "anno dazumal" googelt. Aber auch eine entsprechende Erklärung und ein Dudenlink. Kannte ich noch gar nicht. :mrgreen:

sorry für OT
Benutzeravatar
Sharkie
Beiträge: 869
Registriert: 23.02.2013 14:37
Persönliche Nachricht:

Re: Get Even: Aufgrund des Terroranschlags in Manchester auf Juni verschoben

Beitrag von Sharkie »

Wigggenz hat geschrieben: 24.05.2017 20:54 Ich weiß nicht mehr wo, aber ich habe Terrorismus einmal als Kommunikationsform bezeichnet gesehen. Ist natürlich wissenschaftlich wahrscheinlich Humbug [...]
...wobei ich zu Žižeks Verteidigung anführen würde, dass er zum Zeitpunkt des Statements doch reichlich bekokst war.
Kirk22
Beiträge: 1112
Registriert: 06.03.2009 16:47
Persönliche Nachricht:

Re: Get Even: Aufgrund des Terroranschlags in Manchester auf Juni verschoben

Beitrag von Kirk22 »

tacc hat geschrieben: 23.05.2017 20:04 Die ganze Aktion ist Unsinn.
Vielleicht ist das Ding voll mit Bugs und man hat einen gute Ausrede gefunden um noch einen Monat daran zu arbeiten. Und gratis Werbung ist es auch. Noch nie von dem Spiel gehört.
Da ich das Spiel bereits besitze, kann ich dir sagen, dass es bisher doch relativ bugfrei ist. Ist gibt nicht mal einen Day One Patch.
Das größte Problem ist ohnehin dass scheinbar geringe Budget der Entwickler. Grafikdowngrade und fehlende VR-Unterstützung, obwohl das Spiel geradezu danach schreit, wegen der Thematik (Was ist real?).
Benutzeravatar
Konata1337
Beiträge: 222
Registriert: 03.01.2017 13:38
Persönliche Nachricht:

Re: Get Even: Aufgrund des Terroranschlags in Manchester auf Juni verschoben

Beitrag von Konata1337 »

Wenn ich wie auch immer Betroffener eines Terroranschlags wäre, würde ich mich dann um Videospiele und Filme scheren?
Davon abgesehen ist "Terror" ein reines Medienspektakel - der echte Terror entsteht durch das ständige Aufheizen und Beschießen mit neuen "Informationen", die keinem Menschen außer den direkt oder indirekt Betroffenen in der Umgebung nützen. Solange Terror von den Medien so dankbar aufgegriffen wird, kann man sich schonmal auf weitere Anschläge einstellen. Oder dass dich mal der Bus überfährt. Oder auf einen Irren, der dich einfach mal so abmurkst. In der Statistik ist Terror keine Rede wert. Aber darauf hört natürlich niemand. Ich hoffe nur, dass sich nicht zuviele Menschen so verängstigen lassen und noch mehr Freiheitsrechte abbauen.