GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
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wnxkraid
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
Die Förderung von Awardgewinnen abhängig zu machen halte ich sowieso für einen Konstruktionsfehler.
So bekommen diejenigen das Geld, die eh schon erfolgreiche Spiele haben.
Fördern sollte man doch eher Projekte welche ohne diese Förderung garnicht zustande kommen würden.
Die Filmförderung würde ich da als gutes Beispiel ansehen.
Eine Preisverleihung kann die Branche auch ohne Politikbeteiligung abhalten, dann bestimmt wenigstens keine politische Agenda welche Spiele ausgezeichnet werden dürfen.
So bekommen diejenigen das Geld, die eh schon erfolgreiche Spiele haben.
Fördern sollte man doch eher Projekte welche ohne diese Förderung garnicht zustande kommen würden.
Die Filmförderung würde ich da als gutes Beispiel ansehen.
Eine Preisverleihung kann die Branche auch ohne Politikbeteiligung abhalten, dann bestimmt wenigstens keine politische Agenda welche Spiele ausgezeichnet werden dürfen.
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Chris Dee
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
In allererster Linie braucht man gute Ideen und tragfähige Konzepte. Wenn die überzeugen, findet man dafür auch ausreichend private Geldgeber und muss nicht den Staat anbetteln.greenelve hat geschrieben: Neben der Anno Reihe war Crytek das letzte große Zugpferd für internationalen Erfolg. Ich kann mich aber nur wiederholen: Ohne Geld ändert sich nicht viel an der Situation, bzw. es ist schwieriger. Von daher ist jede Förderung zu begrüßen.
Wer auf dem Massenmarkt erfolgreich sein will, der muss sich nun mal auch dessen Gesetzmäßigkeiten unterwerfen. Roland Emmerich-Filme sind mMn ganz furchtbar, aber eben auch ganz furchtbar erfolgreich. Da kommt man einfach nicht hin, wenn man zu einem großen Teil Titel produziert, die auf deutschen Nischengeschmack zugeschnitten sind.
Adventures sind nun mal nach wie vor Nische und selbst Anno ist im Vergleich zu anderen AAA-Titeln ein kleines Licht. Zum einen, weil so was in Amerika - immerhin der größte Markt weltweit - keine Sau spielt, da man solche Spiele dort als Arbeit und nicht als Unterhaltung empfindet. Zum anderen, weil das PC-exklusive Titel sind, die auf dem - mittlerweile viel größeren - Konsolenmarkt gar nicht erst stattfinden. Crysis war international konkurrenzfähig, aber solche Titel kommen halt ungefähr einmal pro Dekade aus Deutschland.
Im übrigen sind Wirtschafts- und Kulturförderung zwei komplett verschiedene Dinge. Erstere bezieht ihre Existenzberechtigung rein daraus, konkurrenzfähig zu sein, Arbeitsplätze zu schaffen und irgendwann Rendite abzuwerfen - und zwar im Zweifelsfalle auch und vielleicht sogar gerade mit Produkten, die kulturell gesehen totaler Schrott sind. Kulturförderung hingegen verfolgt ganz andere Ziele und ist in der Regel - das wissen wir alle - eher ein dauerhaftes Zuschussgeschäft.
Da sollte man auch seitens der Game-Branche einfach mal sauber argumentieren und trennen und nicht ständig beides in einen Topf werfen, nach dem Motto "Wenn ihr Glück habt, zahlen sich eure Fördergelder wirtschaftlich aus, und falls nicht, habt ihr immerhin den Trost, dass ihr die Kultur gefördert habt." So etwas wirkt total beliebig und überzeugt natürlich absolut niemanden.
- greenelve
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
Nimm Risen als Beispiel. Ideen und Konzepte gut, bei der Ausführung mangelt es. Hölzerne Animationen usw.Chris Dee hat geschrieben:In allererster Linie braucht man gute Ideen und tragfähige Konzepte. Wenn die überzeugen, findet man dafür auch ausreichend private Geldgeber und muss nicht den Staat anbetteln.greenelve hat geschrieben: Neben der Anno Reihe war Crytek das letzte große Zugpferd für internationalen Erfolg. Ich kann mich aber nur wiederholen: Ohne Geld ändert sich nicht viel an der Situation, bzw. es ist schwieriger. Von daher ist jede Förderung zu begrüßen.
Wer auf dem Massenmarkt erfolgreich sein will, der muss sich nun mal auch dessen Gesetzmäßigkeiten unterwerfen. Roland Emmerich-Filme sind mMn ganz furchtbar, aber eben auch ganz furchtbar erfolgreich. Da kommt man einfach nicht hin, wenn man zu einem großen Teil Titel produziert, die auf deutschen Nischengeschmack zugeschnitten sind.
Adventures sind nun mal nach wie vor Nische und selbst Anno ist im Vergleich zu anderen AAA-Titeln ein kleines Licht. Zum einen, weil so was in Amerika - immerhin der größte Markt weltweit - keine Sau spielt, da man solche Spiele dort als Arbeit und nicht als Unterhaltung empfindet. Zum anderen, weil das PC-exklusive Titel sind, die auf dem - mittlerweile viel größeren - Konsolenmarkt gar nicht erst stattfinden. Crysis war international konkurrenzfähig, aber solche Titel kommen halt ungefähr einmal pro Dekade aus Deutschland.
Im übrigen sind Wirtschafts- und Kulturförderung zwei komplett verschiedene Dinge. Erstere bezieht ihre Existenzberechtigung rein daraus, konkurrenzfähig zu sein, Arbeitsplätze zu schaffen und irgendwann Rendite abzuwerfen - und zwar im Zweifelsfalle auch und vielleicht sogar gerade mit Produkten, die kulturell gesehen totaler Schrott sind. Kulturförderung hingegen verfolgt ganz andere Ziele und ist in der Regel - das wissen wir alle - eher ein dauerhaftes Zuschussgeschäft.
Da sollte man auch seitens der Game-Branche einfach mal sauber argumentieren und trennen und nicht ständig beides in einen Topf werfen, nach dem Motto "Wenn ihr Glück habt, zahlen sich eure Fördergelder wirtschaftlich aus, und falls nicht, habt ihr immerhin den Trost, dass ihr die Kultur gefördert habt." So etwas wirkt total beliebig und überzeugt natürlich absolut niemanden.
Ich stimm dir zu, es braucht auch Ideen. Aber ohne Geld können diese auch nicht umgesetzt werden.
Kulturelle Förderungen erfolgen auch aus der wirtschaftlichen Sicht. Denn diese Produkte sind auf Förderung angewiesen, um die Arbeitsplätze zu sichern. Spiele gibt es unterschiedlicher Natur, wirtschaftliche Triple A Games und eher kulturelle Indieproduktionen. Wie schon gesagt: Je mehr Förderung, desto besser.
Und auch bei Awards gibt es Preise für große und kleine Firmen. Die Großen haben zusätzliche Werbung und die Kleinen haben überhaupt Werbung. Plus zusätzlich Geld, welches alle brauchen. Für den Arbeitnehmer ist es egal, was er macht, er will dafür bezahlt werden. Und da ist es positiv, so viel Geld wie möglich zu bekommen, mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Argumenten.
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Chris Dee
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
Nur muss diese Kohle eben auch irgendwo herkommen und zwar (unter anderem) von Dir und mir und da sehe ich andere Probleme einfach dringender und andere Branchen mit mehr zukunftsträchtigem Potential als ausgerechnet deutsche "Games" (die den einzigen Preis in der Kategorie "alberne Anglizismen" abräumen - "Deutsche Spiele" sind anscheinend einfach zu unsexy).greenelve hat geschrieben: Ich stimm dir zu, es braucht auch Ideen. Aber ohne Geld können diese auch nicht umgesetzt werden.
... Je mehr Förderung, desto besser. ... Und da ist es positiv, so viel Geld wie möglich zu bekommen, mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Argumenten.
- Todesglubsch
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
IMO muss man nicht nur auf den Triple-A-Massenmarkt schielen. Auch auf dem Indiemarkt kann doch Deutschland nichts reißen - außer vielleicht im Mobile-Handyspiel-Abzocksektor. Nehmen wir doch mal ein Darkest Dungeon. Man kann vom Spiel halten was man will, aber das Artdesign und das Gameplay zog Augen und Aufmerksamkeit auf sich. Oder der Katalog von Devolver Digital. Handwerklich gute bis sehr gute Indietitel... nur halt nicht aus Deutschland.
Hurz, in Deutschland isses dann schon eine Newsmeldung wert, wenn man verkündet, dass man ein fast zwei Jahre altes Spiel nun auf die Konsole portiert. Ohne Extras. Und es dann doch nicht macht *zu Daedalic und kalypso schielt*
Und wenn dann ein Studio wie PB ein Spiel mit miesen Animationen und einem schlechten Kampfsystem abliefert - und das in zwei Fortsetzungen nicht verbessert, dann weiß ich auch nicht mehr. Zu einem guten Studio gehört es eigene schwächen zu erkennen und zu sagen "Okay, wir kriegen kein gutes Action-Kampfsystem hin. Wir machen... einen Rundenkampf oder legen den Gameplayfokus auf Gespräche... oder wir heuern jemanden an, der sowas gemacht hat."
Aber nööö... man macht einfach den gleichen Schnodder noch einmal. Für mehr fehlt ja das Geld. Und einen fähigen Producer / Publisher gibt es ja auch nicht. (Vieles was an Risen schlecht war, wuchs z.B. auf der Kappe von Deep Silver)
Hurz, in Deutschland isses dann schon eine Newsmeldung wert, wenn man verkündet, dass man ein fast zwei Jahre altes Spiel nun auf die Konsole portiert. Ohne Extras. Und es dann doch nicht macht *zu Daedalic und kalypso schielt*
Und wenn dann ein Studio wie PB ein Spiel mit miesen Animationen und einem schlechten Kampfsystem abliefert - und das in zwei Fortsetzungen nicht verbessert, dann weiß ich auch nicht mehr. Zu einem guten Studio gehört es eigene schwächen zu erkennen und zu sagen "Okay, wir kriegen kein gutes Action-Kampfsystem hin. Wir machen... einen Rundenkampf oder legen den Gameplayfokus auf Gespräche... oder wir heuern jemanden an, der sowas gemacht hat."
Aber nööö... man macht einfach den gleichen Schnodder noch einmal. Für mehr fehlt ja das Geld. Und einen fähigen Producer / Publisher gibt es ja auch nicht. (Vieles was an Risen schlecht war, wuchs z.B. auf der Kappe von Deep Silver)
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CritsJumper
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
Hier wird doch niemand angebettelt. Es geht lediglich darum wie die Gelder die von jedem Steuerzahler bezahlt werden, ausgegeben werden sollen. Deswegen machen wir das ja, steuern zahlen. Damit wir dadurch eine gemeinschaftliche Infrastruktur oder ein Kulturgut stärken.Chris Dee hat geschrieben: In allererster Linie braucht man gute Ideen und tragfähige Konzepte. Wenn die überzeugen, findet man dafür auch ausreichend private Geldgeber und muss nicht den Staat anbetteln.
Denn die Abwesenheit der aktuellen Unternehmen zeigt ja schon ganz gut, das sich in den Bereichen kein Geld verdienen lässt und somit keine bessere Lösung aus dem Privatsektor für diese Bereiche etabliert.
Das ist halt das was eine typische Ausbildung ausmacht. Die Grundausbildung wird ja auch größtenteils von der Gemeinschaft finanziert und diesen Mehrwert schöpfen Unternehmen dann ab. Finde das aber auch ganz in Ordnung.
Es ist ja nicht so als würden durch erfolgreiche Spiele nicht irgendwann auch wieder Gelder zurück fließen.
Wo du aber von tragfähigen Konzepten sprichst, das gibt es halt nur in seltensten Fällen sofort. Meistens muss das erst ausprobiert und mühsam etabliert werden und genau dafür sind halt diese Preise da. Generell finde ich es auch nicht falsch, wenn dadurch die kleinen Gefördert werden oder wie ich schon schrieb noch besser die Ausbildung durch praktische Produkte verlängert und oder vergrößert. Besonders bei der Videospiel-Branche sieht man doch leider wie langsam der Markt wächst.
Sowohl Hollywood als auch Silicon Valley wurde ebenfalls massiv in ihrer Gründung unterstützt und hat eben mal klein Angefangen. Mittlerweile denke ich sogar das hier ohne Staatliche Förderung oder Interesse sich leider wenig bewegt.
Aktuell kann man sehr gut bei den Chinesen beobachten wie sie mit Freihandels-Zonen Unternehmen und Kapital anlockten, anschließend darauf aufbauend aber auch die Politik und Finanzmärkte in anderen Ländern mit bestimmten.
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Chris Dee
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
So lange in den in Deutschland veröffentlichten Titeln nach wie vor peinlich genau darauf geachtet werden muss, jeden kleinen Nazi- oder Hakenkreuz-Fliegenschiss wegzuretuschieren, ist das für mich auch kein förderungswürdiges Kulturgut. Wenn die Spielebranche ihre Produkte unbedingt in kulturell relevanten Rang erheben möchte, sollte sie lieber mal ein paar Euro für politische Initiativen und eine entsprechende Musterklage zusammenkratzen und so für einen zeitgemäßen Umgang mit dem Medium sorgen statt nach irgendwelchen staatlichen Preisgeldern zu krähen.ChrisJumper hat geschrieben: Hier wird doch niemand angebettelt. Es geht lediglich darum wie die Gelder die von jedem Steuerzahler bezahlt werden, ausgegeben werden sollen. Deswegen machen wir das ja, steuern zahlen. Damit wir dadurch eine gemeinschaftliche Infrastruktur oder ein Kulturgut stärken.
Die deutschen Schwimmer wurden in den vergangenen Jahren auch mit vergleichsweise riesigen Summen gefördert. Und hat uns das bei den letzten Olympischen Spielen auch nur eine lumpige Medaille eingebracht? Nein. Hätte man genau das gleiche Geld in die Breitensportförderung statt in den Leistungssport investiert, hätte die Gesellschaft vermutlich mehr davon gehabt. Förderung zahlt sich halt nicht immer aus und mir fällt vieles ein, das ich entweder kulturell und gesellschaftlich oder auch rein wirtschaftlich für förderungswürdig und förderungsfähig halte, aber deutsche "Games" gehören halt - zumindest derzeit - nicht dazu.ChrisJumper hat geschrieben: Es ist ja nicht so als würden durch erfolgreiche Spiele nicht irgendwann auch wieder Gelder zurück fließen.
Ist ja auch nur meine persönliche Meinung. Dass das in einem Computerspielforum viele anders sehen werden, ist mir schon klar.
Zuletzt geändert von Chris Dee am 27.11.2016 16:20, insgesamt 1-mal geändert.
- Kensuke Tanabe
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
Ein neues Factor 5 fehlt in Deutschland. Die gingen ja damals auch in die USA wegen der "arrogante(n) Missachtung der Deutschen gegenüber dieser Art von Entertainment". Heute ist Factor 5 Geschichte, aber die Rechte von Turrican liegen nach der THQ Pleite wieder bei den alten Herrschaften.
http://www.thegnet.ch/news/15521/2016/1 ... can-machen
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- greenelve
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
Natürlich muss es irgendwo herkommen und alles kann nicht finanziert werden. Hilfreich und schön für Games wäre eine Förderung dennoch. Durch Streichen wird die Qualität nicht besser.Chris Dee hat geschrieben:Nur muss diese Kohle eben auch irgendwo herkommen und zwar (unter anderem) von Dir und mir und da sehe ich andere Probleme einfach dringender und andere Branchen mit mehr zukunftsträchtigem Potential als ausgerechnet deutsche "Games" (die den einzigen Preis in der Kategorie "alberne Anglizismen" abräumen - "Deutsche Spiele" sind anscheinend einfach zu unsexy).greenelve hat geschrieben: Ich stimm dir zu, es braucht auch Ideen. Aber ohne Geld können diese auch nicht umgesetzt werden.
... Je mehr Förderung, desto besser. ... Und da ist es positiv, so viel Geld wie möglich zu bekommen, mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Argumenten.
Erst vor wenigen Tagen hat sich ein Skispringer über fehlende staatliche Förderung seiner Sportart beschwert. Wenn es bei Förderung danach geht, was wirtschaftlich wieder Geld reinbringt und welche Probleme es im Land gibt, kann man so einiges wegstreichen.
Geld sollte durchaus vernünftig verteilt werden und Probleme gilt es vorrangig zu lösen, aber mit dem Argument kann man sehr, sehr viel verweigern. Das geht schon in Richtung Totschlagargument.
Und wenn Spiele laut Meinung von Gamern endlich als Kulturgut anerkannt werden sollen, wird es schwerer mit Wirtschaftlichkeit zu argumentieren, was gefördert werden sollte.
- Kensuke Tanabe
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
Blöde Hollywood Streifen werden auch von uns gefördert, wenn sie teilweise hier gedreht werden.
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Chris Dee
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
Nur werden die Fußballergehälter nicht vom Staat bezahlt, sondern durch Übertragungsrechte, Sky-Abos, Werbeverträge, Lizenzhandel, Merchandising, Trikotverkäufe, Eintrittsgelder etc. finanziert, also von den Leuten, die ganz freiwillig und mit großer Freude dieses System überfinanzieren. Und natürlich muss das ganze Geld in solchen überfinanzierten Systemen am Ende auch irgendwo hin. Da geht es überhaupt nicht um Leistungsgerechtigkeit (was immer das auch genau sein mag), sondern nur noch um relative Verteilungsgerechtigkeit.ronny_83 hat geschrieben:Man könnte auch einfach den überbezahlten, deutschen Fußballvereinen 100 Mio. im Jahr strechen. Dann wäre ein gutes Polster für andere Förderbereiche vorhanden.
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CritsJumper
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
54 Millionen Euro GEZ Gebühren für 18 FussballspieleChris Dee hat geschrieben: Nur werden die Fußballergehälter nicht vom Staat bezahlt, sondern durch Übertragungsrechte, Sky-Abos, Werbeverträge, Lizenzhandel, Merchandising, Trikotverkäufe, Eintrittsgelder etc. finanziert,
Nur um ein Beispiel zu nennen, gut das sind keine Steuern im direkten Sinne, aber die GEZ Gebühr ist ja auch schon fast etwas wie eine unfreiwillige Zwangsabgabe.
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CritsJumper
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
Mir persönlich ist das absolut egal, ich kann aber verstehen das man sich daran stört. Es lässt auf jeden Fall einen faden Beigeschmack im Raum.Chris Dee hat geschrieben: So lange in den in Deutschland veröffentlichten Titeln nach wie vor peinlich genau darauf geachtet werden muss, jeden kleinen Nazi- oder Hakenkreuz-Fliegenschiss wegzuretuschieren, ist das für mich auch kein förderungswürdiges Kulturgut.
Die Gegenargumente sind aber auch nicht ohne, denn wenn jemand einen historischen Kontext schafft darf man das ja durchaus zeigen und sogar inszenieren. Generell sind diese Symbole aber auch absolut überflüssig denn man kann sehr wohl das Thema des rechten Gedankenguts auch glaubwürdig inszenieren ohne auf diese Symbole zu setzen, ganz besonders ist in den USA das Problem ja auch vorhanden.
Bei Titeln die in den USA Spielen zum Beispiel und diese Symbole zeigen wünsche ich mir aber zum Beispiel auch das es hier kein Problem darstellen dürfte, weil ein direkter Bezug zu unserer Geschichte ja fehlte, als das etwas verherrlicht werden würde.
Generell hat sich aber die Kommission welche solche Spiele auf den Index setzt oder verbietet aber auch stark liberalisiert. Ich denke aber auch das es damit zusammen hängt das in Zukunft direkt auf den Plattformen bedarfsgerecht zensiert werden kann. Stichwort Internet-Stoppschild und Gema bei Youtube. Wobei die sich ja mittlerweile auch geeinigt haben.
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Chris Dee
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
Das hat nichts mit Totschlagargument zu tun. Wie Du selber sagst, muss man nun mal beim Fördern selektieren, weil die Mittel halt begrenzt sind und nicht einfach alles gefördert werden kann. Dass die Meinungen darüber, was man gerne gefördert sähe, auseinander gehen, versteht sich von selber. Der Skispringer sieht (natürlich) auch lieber seinen Sport gefördert als irgendeinen Spielepreis. Und ich habe auch eben explizit nicht gesagt, dass man nur solche Dinge fördern soll, die am Ende wirtschaftlich wieder Geld reinbringen. Nur sollten die dann entweder gesellschaftlich relevant oder kulturell wertvoll sein und das sind nach wie vor nur die allerwenigsten Computerspiele für mich - und die größtenteils biederen deutschen schon gar nicht.greenelve hat geschrieben: Erst vor wenigen Tagen hat sich ein Skispringer über fehlende staatliche Förderung seiner Sportart beschwert. Wenn es bei Förderung danach geht, was wirtschaftlich wieder Geld reinbringt und welche Probleme es im Land gibt, kann man so einiges wegstreichen.
Geld sollte durchaus vernünftig verteilt werden und Probleme gilt es vorrangig zu lösen, aber mit dem Argument kann man sehr, sehr viel verweigern. Das geht schon in Richtung Totschlagargument.
Wenn die Professorin für Game Design Linda Breitlauch (Vorstandsmitglied des Bundesverbands GAME) Folgendes von sich gibt:
"Dass die Haushälter des Bundestages die Mittel des DCP nun auf ein gleichbleibendes Niveau einfrieren und die Branche stärker an der Finanzierung beteiligen wollen, enttäuscht uns sehr und zeigt, dass ein Großteil der Politik noch immer nicht um die wichtige und zukunftsweisende Rolle der deutschen Games-Branche weiß.",
dann argumentiert sie - meinem Verständnis nach - erst mal rein ökonomisch. Und in diesem Kontext ist es einfach nur total lächerlich, von einer "wichtigen und zukunftsweisenden Rolle" der deutschen Games-Branche zu sprechen, die sich nun wirklich aktuell durch absolut nichts andeutet. Das ist einfach 100% Wunschvorstellung und Marketing-Bla und 0% Realität. Eben genau die Art von Lobbyistengelaber, mit der man irgendwelchen Politikern beim Mittagessen Steuergelder aus der Tasche leiern kann, mit der man aber niemals bei irgendeiner Bank einen Kredit bekäme ...
- greenelve
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Re: GAME zeigt sich enttäuscht über Haushaltsbeschluss zum Deutschen Computerspielpreis
Du sprachst von "anderen Problemen, die dringender sind" und das schwankt gen Totschlagargument.Chris Dee hat geschrieben:Das hat nichts mit Totschlagargument zu tun. Wie Du selber sagst, muss man nun mal beim Fördern selektieren, weil die Mittel halt begrenzt sind und nicht einfach alles gefördert werden kann. Dass die Meinungen darüber, was man gerne gefördert sähe, auseinander gehen, versteht sich von selber. Der Skispringer sieht (natürlich) auch lieber seinen Sport gefördert als irgendeinen Spielepreis. Und ich habe auch eben explizit nicht gesagt, dass man nur solche Dinge fördern soll, die am Ende wirtschaftlich wieder Geld reinbringen. Nur sollten die dann entweder gesellschaftlich relevant oder kulturell wertvoll sein und das sind nach wie vor nur die allerwenigsten Computerspiele für mich - und die größtenteils biederen deutschen schon gar nicht.greenelve hat geschrieben: Erst vor wenigen Tagen hat sich ein Skispringer über fehlende staatliche Förderung seiner Sportart beschwert. Wenn es bei Förderung danach geht, was wirtschaftlich wieder Geld reinbringt und welche Probleme es im Land gibt, kann man so einiges wegstreichen.
Geld sollte durchaus vernünftig verteilt werden und Probleme gilt es vorrangig zu lösen, aber mit dem Argument kann man sehr, sehr viel verweigern. Das geht schon in Richtung Totschlagargument.
