Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher, der die weibliche Hauptfigur akzeptierte

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ColdFever
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von ColdFever »

ColdFever hat geschrieben:Die Gamesindustrie scheut weibliche Hauptdarsteller inzwischen genauso wie die Filmindustrie.
saxxon.de hat geschrieben:Wie kommst du denn darauf, dass die Filmindustrie weibliche Hauptdarsteller scheut? Allein 2014 war doch z.B. Scarlett Johansson beschäftigt wie nie; hat sogar in "Lucy", einem Sci-Fi Actioner, die Hauptrolle gespielt. Der Cast von "Die Tribute von Panem" wird von Jennifer Lawrence angeführt.
Sind das oscarverdächtige Filme?

"Im Jahr 2014 hat es im Mainstream-Kino nicht einmal genug gehaltvolle Frauenrollen gegeben, um die Rubrik "Beste Hauptdarstellerin" bei den Oscars mit fünf interessanten Anwärterinnen zu füllen. Die Gründe für diese Schieflage sind vielschichtig. Zum einen führen Männer mit überwältigender Mehrheit Regie - und [...] erzählen Geschichten mit Männern in der Hauptrolle[...] Ein struktureller Wandel hat zur Krise der guten Frauenfiguren im Kino geführt: Das Publikum, das erwachsene Unterhaltung jenseits von Indie-Nische und Superhelden-Krach will, wendet sich immer mehr dem Serienfernsehen zu. Und dort bekommt es das geboten, was das Kino vermissen lässt: komplexe Frauenfiguren, die gleichermaßen faszinieren wie unterhalten."
Quelle: Spiegel Online

"Es ist schwierig für Frauen. Die große, weibliche Hauptrolle ist in Ungnade gefallen. Die Studios sind heute ganz anders aufgebaut. In den Siebzigern haben sie herausgefunden, dass sie mit der Besetzung von gutaussehenden Männern mehr Tickets verkaufen können. Das Fernsehen ist heute der Platz für weibliche Hauptrollen."
Quelle: Bette Midler

Man frage sich also einmal selbst, welches die beste weibliche Hauptrolle war, die man 2014 gesehen hat? Für mich war es Gillian Anderson in "The Fall", auch eine TV-Produktion aus GB.
Gast
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von Gast »

Man sei auch mit anderen Firmen in Kontakt gewesen, doch der Tenor hätte gelautet: "entwerft einen männlichen Hauptcharakter". Einzig Square habe die etwas schüchterne Max nicht in Frage gestellt oder als Erfolgshemmnis für das Adventure angesehen.
Würde mich interessieren, bei wievielen und welchen anderen Publishern sie genau vorstellig wurden.
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Alter Sack
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von Alter Sack »

Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen Spiel und Film. Also nach meinen Erfahrungen.

Während beim Spiel durch die noch mehrheitlich männliche Kundschaft männliche Charaktere bevorzugt werden ist es beim Film etwas anders. Hier werden auch von Frauen bevorzugt männliche Charaktere bevorzugt wenn auch aus anderer Motivation als bei den Männern. Ich habe das Gefühl das Frauen auf der großen Leinwand mittlerweile sehr gerne gutaussehende, charmante Helden sehen. Ich denke das der Anteil der männlichen Hauptrollen nicht nur an den Männern und ihren Vorlieben liegt. Ist so ne Vermutung wenn ich mir die Damenwelt in unserer Firma ansehe. :wink:
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HerrRosa
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von HerrRosa »

ColdFever hat geschrieben: Sind das oscarverdächtige Filme?
Welche Rolle spielt das, speziell wenn es um Gewinnerwartung und potentielle Kommerzialisierung geht ?

Aber na gut:

-Rosamund Pike in Gone Girl
-Julian Moore in Still Alive
-Felicity Jones in The Theory of Everything
-Reese Witherspoon in Wild

u.s.w.
Baralin
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von Baralin »

saxxon.de hat geschrieben:
ColdFever hat geschrieben:Die Gamesindustrie scheut weibliche Hauptdarsteller inzwischen genauso wie die Filmindustrie.


Ist zwar nicht so richtig Thema, aber wie kommst du denn darauf, dass die Filmindustrie weibliche Hauptdarsteller scheut?
Ich glaube mich zu erinnern, dass Ellen Ripley als Heldin in "Alien" auch anfangs stark umstritten war beim Filmstudio. (?)
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Lebensmittelspekulant
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Wie so üblich sind nicht die Publisher das Problem, sondern die Kunden. Ich will keinem Spielepublisher oder Hollywoodproduzenten vorwerfen er wäre ein frauenverachtender Chauvinist. Für geschlechterpolitische Fragen interessieren die sich auch nur innerhalb eines ökonomischen Konzeptes und ansonsten ist alles was sie interessiert ökonomischer Natur. Es werden nur deswegen so wenig Filme und Spiele mit weiblichen Hauptfiguren gemacht, weil das Publikum sie einfach nicht will.

Der Hauptanteil der Konsumenten von aufwändig produzierten Filmen und Videospielen sind junge Männer. Wie in fast jeder demographischen Erhebung ist auch bei ihnen die Mehrheit eher simpel gestrickt. :) Selbst wenn sie komplexere Unterhaltung konsumieren, so fällt ihnen bei einer komplexen männlichen Figur die Immersion deutlich leichter als bei einer komplexen weiblichen Figur.

Wer sein Sexualbild zB über Spiele wie Call of Duty oder Filme wie The Expendables definiert, der wird, sollte ihm eine weibliche Hauptfigur zusagen, seine eigene Sexualität nachher noch in Frage stellen. Das kann für die oben beschrieben Konsumentenschaft sehr verwirrend sein. ^^
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MrLetiso
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von MrLetiso »

Dass soetwas noch eine News wert ist, sagt eigentlich alles.
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JCD_Bionicman
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von JCD_Bionicman »

Pat´s Cat hat geschrieben:Daß sowas immer wieder eine News wert ist... Ein Armutszeugnis für die meisten Publisher. So viele Männer in den Chefetagen, aber kaum einer hat Eier in der Hose. :roll: "Schwanzvergleich" ist dort vermutlich synonym mit "wer ihn am schnellsten einziehen kann". :wink:
Diese "eierlosen Männer in den Chefetagen" werden dafür bezahlt, wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen und werden vermutlich auch über Kompetenzen, Mittel und Wege verfügen, lukrative Märkte zu erkennen und zu bedienen. Mir ist natürlich klar, dass in Internetforen jeder dahergelaufene Heinz Topmanager, Bundestrainer und Spitzenpolitiker in einem ist, aber hin und wieder sollte man sich vielleicht vor dem Abschicken eines Beitrages doch noch mal zurücklehnen und in Ruhe durchlesen, was man sich da eigentlich gerade anmaßt.
billy coen 80
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von billy coen 80 »

Baralin hat geschrieben:Ich glaube mich zu erinnern, dass Ellen Ripley als Heldin in "Alien" auch anfangs stark umstritten war beim Filmstudio. (?)
Und das ist jetzt wie lange her...? :wink:

Zum Thema: kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ist es denn wirklich so, dass sich Spiele mit weiblichen Charakteren quasi immer schlechter verkaufen? Und hat man das auch mal umfragetechnisch verifiziert, ob der Grund der schlechten Verkaufszahlen wirklich die weibliche Hauptfigur war? Vielleicht lag es ja auch an den Spielen; schlicht Käse oder einfach nur das falsche Spiel zur falschen Zeit = kein Käuferinteresse. Gibt es an Kinokassen schließlich auch dieses Phänomen. Wär Star Wars zu einer anderen Zeit erschienen als 1977, mitten in eine Sci-Fi-Hysterie hinein, wäre es eventuell ein Riesenflop geworden.

Also mir zumindest ist das Geschlecht eines Charakters völlig Wumpe, solange er und das Script zusammenpassen.
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3nfant 7errible
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von 3nfant 7errible »

Naja, wer kann es ihnen ernsthaft verdenken, nicht wahr? :3

Früher hatten sich die meisten Spiele mit weibl. Char "nur" schlechter verkauft. Heute muss man sich zusätzlich noch jede Menge hirnrissige Beleidigungen dazu anhören, weil es kaum einen Weg gibt wie man Frauen überhaupt noch darstellen kann, ohne dass die jammernde Gedanken-Polizei vorbeikommt.

Da ist es doch nur verständlich, wenn man dem gleich ganz aus dem Weg gehen möchte. Vielen Dank an die neue Gedanken-Polizei und ihre luftraubenden Richtlinien für ehemals freie Künstler. So trägt man wirklich zur... ähm.. Vielfalt(?) bei.... :Blauesauge:
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Mr_v_der_Muehle
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von Mr_v_der_Muehle »

Der Alice Schwarzer Sonderpreis geht in diesem Monat an Square Enix, die sich in dem wirklich fabelhaften Thema "Feminismus in den modernen Unterhaltungsmedien" gnadenlos selbstbeweihräuchert haben und damit den nächsten 4Players approved Longthread losgetreten haben.

Aber ich lese gerne mit und hoffe nicht, dass Life is Strange zu viele Klischees zum o. g. Thema beinhaltet. Falls ein Kauf überhaupt relevant wird...
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0CS5712
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von 0CS5712 »

Ich stelle die Behauptung auf, dass die meisten Publisher davor zurück schrecken, weil man bei weiblichen Charakteren in der heutigen Zeit einiges falsch machen kann. Ist sie zu gut aussehend, ist es sexistisch, ist sie weniger schön, wirft man absichtliches hässlich machen vor. Finde die goldene Mitte, die jedem gefällt!

Bei Männern gibt es solche Diskussionen nicht, oder?!
billy coen 80
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von billy coen 80 »

Scipione hat geschrieben:Früher hatten sich die meisten Spiele mit weibl. Char "nur" schlechter verkauft.
Wobei das eben genau das ist, was ich irgendwie gerne mal statistisch sinnvoll ausgewertet sehen würde. Es werden in der Regel nur die absoluten Zahlen der Hits mit männlichen denen mit weiblichen Protagonisten gegenübergestellt.

Man müsste vielmehr mal die Gesamtzahl der Spiele mit weiblichen Charakteren in der Hauptrolle nehmen, diese aufteilen in Flops, wirtschaftlich zumindest mäßig erfolgreich, wirtschaftlich mit gutem Erfolg und echten Hits und die sich daraus ergebenden Prozentzahlen vergleichen mit den ebenso ermittelten Prozentzahlen aller Spiele überhaupt. Ist der Anteil erfolgreicher Spiele insgesamt höher, als der Anteil der erfolgreichen Spiele mit weiblichen Charakteren im Verhältnis zu allen Spielen mit weiblichen Protagonisten, dann kann man tatsächlich darauf schließen, dass es wohl am Geschlecht der Hauptfigur liegt. Sind die Prozentzahlen ähnlich, handelt es sich bei derlei Annahmen nur um einen Popanz. Und alles andere sind eher nur so Bauchgefühle.

Manchmal habe ich nämlich auch den Eindruck, dass manche Entwickler sich gerne hinter der Begründung mit dem Geschlecht des Protagonisten verstecken, wenn eines ihrer Spiele eher nicht so gut angekommen ist. Die Begründung, schlicht Pech gehabt zu haben, dass die Spieler das Spiel nicht so annehmen wollten, erscheint ihnen da vielleicht zu unbefriedigend und die Erklärung in anderen, maßgeblicheren Designentscheidungen zu suchen oder gar in teils mangelhafter Qualität mag zu schwierig sein.

Aber diese Darstellung hat sich inzwischen derart ins Bewusstsein der Branche gebrannt, dass Publisher das als absolut gegeben erachten.

Wie gesagt, ist nur so ein Gedanke ohne Anspruch auf Richtigkeit. Man sollte nur immer alles in Erwägung ziehen, will man ein Thema ergründen…
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Wulgaru
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von Wulgaru »

Ich mag mich falsch erinnern, aber ich meine das war schon bei Remember Me, dem ersten Spiel des Studios so, wo sie ebenfalls Schwierigkeiten hatten ihren weiblichen Chara durchzudrücken. Bin da auf jeden Fall froh gewesen das sie es gemacht haben, denn so passte das Ghost in the Shell in Paris-Feeling besser als bei dem 1000. männlichen Chara. Schade das sie diese Probleme dann immer wieder haben.

Ahja hier:
http://www.gamespot.com/articles/publis ... 0-6405550/
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Mr_v_der_Muehle
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Re: Life is Strange: Square Enix war der einzige Publisher,

Beitrag von Mr_v_der_Muehle »

@Billy: Da musst du die Damen unter uns mal fragen. Sind euch die männlichen Hauptfiguren heutzutage nicht auch viel zu aufreizend?

Remember Me hatte meiner Meinung nach keine gute Hauptfigur. Weder Vergangenheit, noch Gegenwart war da Originell. Die Handlung an sich empfand ich ebenfalls als ziemlich mau, aber das Setting hatte definitiv was und ich hab mich auch bis zum Ende durchgekämpft.