Sony: Verluste zwingen zu Sparkurs

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
Max Headroom
Beiträge: 1856
Registriert: 05.08.2002 13:11
Persönliche Nachricht:

-_-

Beitrag von Max Headroom »

@Nestromo:
ja ich weis auch das die japaner auf mitarbeiter mehr wert legen als bei uns da ist die firma quasi die familie ist was ich aber auch krank finde.
Hi Nestromo. Diese Vorstellung ist über 10 Jahren schon veraltet. Arbeitslose und gekündigte Japaner kannst du dort genausogut finden wie bei uns. Der unterschied ist, dass sie sich eher verdeckt unter einer Brücke treffen als sich bettelnd durch die Stadt zu laufen. Die Mentalität, auch als armer Mann, der Gesellschaft nicht \"auf den Schlips zu treten\" (also einen Mitmenschen nicht ungefragt um Geld zu betteln), ist dort in jeder Schicht vertreten. Ein spendabler Mensch gibt von sich aus Geld - auch um sein Gewissen zu bessern. Man will ja im nächstem Leben einen besseren Status haben (Shintoismus/Buddhismus).

Die Unternehmen dort sind genauso mit dem Rauf- und Runter der Börse und Marktlage verfallen wie überall auf der Welt. Asien hat sich lange mit einer fetten Spekulationsblase am Leben erhalten. Zeitweise gab es in Central-Tokyo einen Briefmarken-grossen Platz, der mehr wert war als ein Einfamilienhaus am Strand in Miami ! Doch seit diese Blase in den 90er geplatzt ist, gab es für das Geld keinen Schutz mehr. Hunderte von Unternehmen mussten schliessen. Auch welche, dessen Mitarbeiter sich vorher als Zeichen der Operbereitschaft den kleinen Finger abhackten. Naja, bei den meisten war es ein \"Betriebsunfall\".
Die meisten kleinen Dinger sind eben lokal tätig. Man findet sie in Hinterhöfen und kleinen Gassen. Dort trifft man auf viele Familienunternehmen, die damals zwar Opferbereitschaft zeigten, nun aber eher wirtschaftlich denken und ihren \"Boss\" per Internet suchen und Aufträge von mehreren Firmen parallel verarbeiten.
Firmen, die \"Mitarbeiter auf Lebenszeit\" einstellen, wie sie in den 60er/70er massenhaft gab, sucht man heute mit der Lupe. Was übrig geblieben ist, ist die \"Familie Firma\". Man arbeitet ohne zu murren in die Überstunden hinein, man unternimmt gemeinsam \"als Firma\" seine Freizeitaktivitäten (Bowling, Golf, ...) und meist wird ein Single *nicht* in der Disko verkuppelt, sondern von Kollegen in die richtige Richtung geschubst (^,-).
Doch das ist nicht krank, das ist \"Gesellschaft\". Schon als Kind übt man für den Eignungstest der Uni, und da organisiert man sich schon im Grundschulalter (!) in Clubs. Dieses \"Club-Denken\" prägt den Menschen ein Leben lang.

Tja, nun nicht mehr bei SONY.

SONY *hat* Fehler gemacht, und (wie bei uns) baden die \"Normales\" wieder alles aus. 10.000 Mitarbeiter klingt nicht nur schlimm, es *ist* schlimm, wie man es bei den News auf JSTV sogar öfters mitbekommen hat. Doch damit das Unternehmen bestehen kann, muss eben ein Entschluss gefasst werden.
Wir haben ebenfalls Subventionen ohne Ende. Ohne die, könnten die meisten Bauern wieder einpacken und Kohle wäre *weitaus* teurer als Atomenergie & Co. Doch auch wir mussten einen Entschluss fassen. Heute ist der Sprit (wieder mal) 3 Cent teurer geworden... Leider kann ich niemanden hier feuern... vielleicht den Staub auf den Regalen ? Der will schon seit Jahren nicht weg vom Platz. Tja, Beamtenstatus eben (^,-).
Ich widerspreche dir um Gottes willen nicht, du hast vollkommen Recht. Auch für mich, der selbst oft in einem japanischem Unternehmen arbeitet, schmerzt es ungemein..auch weil es entfernte Kollegen von mir sind. Und ich bin mir sicher, das auch dort Köpfe rollen werden, wenn man merkt das es grobe Fahrlässigkeit und leicht vermeidbar war. Doch bei HiTech ist es seltenst vorhersehbar, was alles genommen und was alles weggeworfen wird. Wenn sie ein Produkt auf die Beine stellen, gehört schon eine gewisse Wartezeit dazu um zu sehen, ob die Leute draussen das Teil auch nehmen wollen. Die Minidisc war erfolgreich, Videokameras ebenfalls. Eine Kreuzung war möglicherweise eine logische Konsequenz... die aber *nicht* erfolgreich war. Da hat die DV-Tape allen den Rang abgelaufen, auch heutigen Mini-DVDs (!). Nun, das finanzielle Polster ist nun aufgebraucht, die TV-Sparte *ist* unten. Damit es aber nicht alle anderen Sparten runterzieht, musste ein trauriger Entschluss gefasst werden.
Man kann nur hoffen, das durch die \"Ersparnis\" wieder genug Geld in den Kassen gespült wird.
Ich kenne es hier von Mitsubishi... die Home-Entertainment Sparte ist hierzulande komplett dicht gemacht worden. Viele Kollegen sind weg vom Fenster. Es ist nur ein kleiner Kern in der Firma, die den Support und die Reparaturen machen, alle anderen sind gegangen oder umgeschult worden. Wo früher ein Fernseher zur Reparatur gebracht wurde, steht heute ein Messgerät für medizinisches Equiptment. Dafür aber sind die übrigen Sparten wirklich Top. Sie haben gut darin investiert, z.Bsp. in den Mobilfunk-Markt.
Ich denke, SONY macht als Big-Player genau dasselbe durch, was ich hier bei Mitsubishi gesehen habe. Somit hat diese dunkle Aktion auch helle Seiten.

-=MAX HEADROOM=- - Der Virus der Gesellschaft
Dimi3000
Beiträge: 110
Registriert: 05.08.2002 13:13
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Dimi3000 »

tja sony pech gehabt.Die Konkurenz schläft nicht ;)