Allgemein: Frontal21-Chat: Gemetzel im Kinderzimmer

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johndoe-freename-46627
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Beitrag von johndoe-freename-46627 »

Ja, es ist wirklich unwürdig wie die Tragödie in Erfurt populistisch ausgepresst wird.
Weder war der Amokläufer für übermäßiges Computerspielen bekannt, noch kann das Argument \"er hat mal Soldier of Fortune gespielt\" die wesentlich berechtigteren Vorwürfe gegen den Schützenverein und das Thüringische Schulsystem entkräften - so sehr sich gewisse Kreise das auch wünschen mögen.
johndoe-freename-72492
Beiträge: 30
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Beitrag von johndoe-freename-72492 »

was mich nach wie vor vor allem nachdenklich stimmt...
ist die gesprächskultur von BEIDEN seiten.

der artikel im zdf bzw. die recherche von frontal 21 sind voreingenommen und im ergebnis ja schon vor der recherche festgelegt.

die reaktion der anderen seite ist ebenfalls neben einigen bedachten äußerungen von wütenden bis hassvollen tiraden geprägt...

meine überzeugung ist es, dass es (wie ÜBERALL) NUR mit einem versuch der gegenseitigen verständigung geht. aber bei so ziemlich jeder gesellschaftlichen frage setzen wir ja lieber auf konfrontation statt auf kommunikation - da muss man sich nicht verbiegen, und was raus kommt, ist eh egal...

aber beide seiten sollten sich nicht wundern, dass wir scheinbar in zeiten leben, in dene beckstein und konsorten wieder vermehrt gehör finden! und wir können ja gerne noch ein paar jahrzehnte weiter machen, in dem die gamer sich immer mehr von den spinnern in politik und medien distanzieren und von anderer seite immer krassere thesen und forderungen aufgestellt werden.

ich kann nur zum umdenken raten - auf beiden seiten. aber wer hört da schon drauf :-)
louplex
Beiträge: 127
Registriert: 25.07.2004 16:46
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Beitrag von louplex »

klar muss man wohl oder übel auf kompromisse zurückgreifen... aber ein generelles umdenken ist nicht immer von jeder seite machbar.

nur weil ein beckstein, schill oder die npd (ok ist etwas polemischer vergleich, aber die ansätze sind bei allen ähnlich) in letzter zeit etwas mehr gehör bekommen haben, sollte man nicht unbedingt einen schritt aufeinander zugehen. sich mit dem thema auseinandersetzen... ja sicher, man muss den feind ja kennen... :-) aber mich deren meinung annähern bekomme ich mit meiner vorstellung nicht vereinbar.
dafür lebe ich zu sehr im hier und jetzt statt mit meinem bewußtsein noch im letzten jahrhundert, wie es leider bei dem gros der konservativen fraktion noch der fall ist.

wie war das: der klügere kippt nach. prost drauf! :-)
Sifo-Dyas
Beiträge: 257
Registriert: 20.09.2002 17:38
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Naja, Naja

Beitrag von Sifo-Dyas »

Die Computerspieleindustrie macht mittlerweile mehr Umsatz als Hollywood - aber es wird immer noch so getan als wären Konsumenten von Computerspielen eine Handvoll geifernder Torfnasen, die nur darauf warten, eine schartige Axt in die Hand zu bekommen, um bei nichtsahnenden Mitbürgern eine Rückenmarksamputation vorzunehmen.

Es gab doch etliche ´runde Tische´ zu dem Thema - das hat aber auf die ´Meinung´ von Politik und Medien wenig Einfluss gehabt.

Viele Leute haben einfach die Nase gestrichen voll von diesen gezielt lancierten Hetzkampagnen. Und das wird ja mittlerweile nicht mehr getan, weil die Politik und die Medien ´unaufgeklärt und blöde´ sind, sondern es steckt doch System dahinter. Klar das da kein Bedarf zum Dialog besteht, sie wissen ja mittlerweile ganz genau, daß sie aus taktischen Gründen die Unwahrheit verbreiten. Die Politiker haben wieder ein schönes Ablenkungsmanöver und die mitmachenden Medien bekommen ihre Quote/Auflage.

Am besten alle Zocker der Welt wandern samt Spieleindustrie auf den Mars aus und gründen dort eine Zocker Kolonie - wenigstens wäre dann endlich Ruhe. Diese gespielte Prüderie hab ich jedenfalls gründlich satt.
johndoe-freename-69308
Beiträge: 33
Registriert: 06.07.2004 13:15
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Mainstream-Medien

Beitrag von johndoe-freename-69308 »

@louplex: Mach dir mal keine Illusionen ueber die deutsche Mainstream-Medienlandschaft. \\\"Spiegel\\\"? Hallo? Der ist schon laengst zur BILD fuer \\\"Intelektuelle\\\" geworden und steht stramm in Reih und Glied der neoliberalen/neokonservativen Volksverdummer.

Das schoene an solchen Reportagen ist, dass man als Kenner der Computerspielszene die Methoden der \\\"Journalisten\\\" erkennt. Ich denke niemand hier ist so dumm zu glauben, dass da nur irgendwelche armen Reporter sich nicht so gut auskennen. Was da gesendet wird ist bis ins letzte Detail gewollt. Stellt euch mal die meisten Leute in Deutschland vor die bei der Thematik Computerspiele nicht so den Durchblick haben. Die werden das meiste von dem, was in der Sendung vermittelt wurde, mehr oder weniger uebernehmen, selbst wenn sie eigentlich eher kritisch eingestellt sind. Und nun ueberlegt euch mal, wieviel Durchblick ihr so in bestimmten politischen oder wirtschaftlichen Fragen habt und was euch da jeden Tag so erzaehlt wird... z.B. durch laengere Arbeitszeiten wuerden Arbeitsplaetze geschaffen und aehnliches...

Tja, seid euch sicher, so wie 99.99% der Leute hier in Bezug auf Computerspiele verarscht werden, so werden wir alle auch bei allen anderen (meist wichtigeren!) Themen verarscht und auf eine einheitliche, gewissen Interessen dienende Meinung getrimmt und merken es in der Regel nicht.

Wer sieht, wie massiv hier (beim Thema Games) gelogen, manipuliert und verfälscht tendenziös dargestellt wird, der sollte sich darueber klar sein, dass genau so bei anderen Themen auch verfahren wird. Vielleicht bringt einen das dazu, bei gewissen Themen mehr Hintergrundinfos zu holen und nichts zu glauben, was einem ueber die Massenmedien eingetrichtet wird.

Und ich hoffe, ihr verliert bald eure Illusionen in bezug auf bestimmte Meinungsmacher, ob das jetzt Frontal21, Spiegel oder Polylux sind... alles dasselbe...

Tschuess,
Hiro
johndoe-freename-73939
Beiträge: 3
Registriert: 31.10.2004 13:38
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sone scheiße

Beitrag von johndoe-freename-73939 »

ich überlege gerade was das soll. ich mein es gibt bestimmt irgendwelche psychisch-instabilen leute, die durch egoshooter durchdrehen, aber die shooter sind dann auf jeden fall nicht der einzige grund, sondern zum beispiel soziale missstände, oder sowas.
in diesem land wird für jedes problem (hier: gewalt unter jugendlichen und amoklauf in erfurt) immer ein sündenbock gesucht, immer geht es auf die minderheiten und da ging es halt auf die videospiel-spieler. das kann man aber doch nicht machen, man merkt schon wieder die \"dummheit\" der leute: EINFACH ALLES VERALLGEMEINERN!
ich meine, ich spreche aus eigener erfahrung: mein erstes \"ab 18 spiel\" hab ich glaub ich mit 14 gespielt, ich spiele regelmäßig \"killerspiele\". und? bin ich gewalttätig geworden? NÖ!! ich habe noch nie gewalt angewendet!
besonders scheiße find ich auch, dass sie in solchen berichten oft die \"hardcore-spiele\" zeigen mit den größten splatter-effects.
ich denke aber auch übertriebene gewalt ist unnötig, wie z.B. diese leichen-rutsch-effekte bei far cry. völlig überflüßig, weil was bringt mir das, wenn ich auf nen toten einschieße und der sich dadurch bewegt?
naja, wenn sie alle spiele zensieren, indizieren oder verbieten, wo man jemanden verletzen kann, dann müssen sie auch z.B. FIFA zensieren, weil man dort einen menschen absichtlich schaden zufügen kann!
johndoe-freename-74438
Beiträge: 1
Registriert: 12.11.2004 17:33
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Beitrag von johndoe-freename-74438 »

Ich beziehe mich in dieser Stellungnahme auf den Fernsehbericht und das dazugehörige Interview auf krawall.de


Also das Interview an sich ist nicht schlecht.

Bloss muss ich mal zu den Ansichten des Herrn Fromm etwas los werden.

Die Ansichten, die im Interview iwedergespiegelt werden, entsprechen in keinster Weise den Ansichten, die im Bericht suggestiert werden.

Im Fernsehbericht stellt sich der sogenannte Tester da einfach mitten in einen Raum und erschiesst jeden einzelnen, den er im Krankenhaus in Hitman Contracts sieht.
Das ist doch schon mal der unglaubliche Schwachsinn schlechthin.
Sinn dieses Spieles ist es, so wenige Leute, wie möglich umzubringen und dennoch sein Ziel zu erreichen.
Dieses Spiel wurde im Fernsehbericht dermaßen falsch dargestellt, wie es schlimmer gar nicht sein könnte.
Und genau diese Falschdarstellung im Fernsehbericht ist das, was mich so unglaublich wütend macht.

Wer das Spiel nicht versteht, sollte es sich tunlichst auch verkneifen, einen Bericht darüber zu verfassen.

Weiterhin wurden echt die absoluten Paradebeispiele herausgesucht, die im Bericht vor die Kamera gelassen wurden.
So stellt sich da tatsächlich einer hin, der dann sagt, er heizt bei GTA nur rum und bringt Leute um.
Das ist nicht Sinn des Spieles.
Und wer den Sinn eines Spieles für seine eigenen Zwecke missbraucht, der ist selbst schuld und gehört nicht als Vertreter der Community vor die Kamera.

Solche Spiele nicht dafür da, um einfach rum zu rennen und alles zu töten.
Daher wurde GTA und Hitman - Contracts definitiv völlig falsch dargestellt. Und ich behaupte einfach mal, dass das pure Absicht war und sich der Autor des Berichtes dessen auch 100%ig bewusst war.

Bloss wenn Spiele, wie GTA oder Hitman als das dargestellt worden wären, was sie eigentlich sind, dann wäre dieser Bericht nicht so erfolgreich gewesen. Und genau DAS ist es.
Da wird Panikmache betrieben, um die Eltern der Jugendlichen so verrückt zu machen, dass sie ihre Kinder rund um die Uhr bewachen.

Warum wurde denn von unserem Herrn Fromm die Darstellung nicht so gemacht, wie im Interview?

Es wird suggeriert, dass alle Spieler potentielle Killer sind.

Die ältere Generation versteht den Unterschied nicht und genau darauf wird in diesem Bericht gesetzt.
Die ältere Generation kriegt jetzt genau das Bild, das sie bekommen soll durch einen derartigen Bericht.

Wenn ich da was zu melden hätte, würde ich darauf bestehen, diesen Bericht richtig zu stellen und sich bei den normalen Freizeitspielern zu entschuldigen.

Denn die Leute, die zu Killern werden, haben das bestimmt nicht aus irgendwelchen Spielen.

Unsere deutschen Politiker machen es sich viel zu einfach.
Wenn ein Jugendlicher bis 22 Jahren zum Amokläufer wird, dann wird nicht gefragt "Was kann er da für Gründe für gehabt haben?", sondern es wird gefragt "Was hat der für Computerspiele?".

Und da machen sie es sich schlicht und ergreifend zu einfach, anstatt mal die Gründe für derartige Verhaltensmuster in der Politik zu suchen.
Kinder und Jugendliche verstecken sich in der Cyberwelt vor der Perspektivlosigkeit und dem Frust, der sich durch hohe Arbeitslosigkeit, zusammenbrechenden Ausbildungsmarkt oder durch das allgemein zusammenbrechende Sozialsystem in Deutschland breit macht.

Und DIESE Probleme werden von den Politikern gern totgeschwiegen.
Da ist es doch viel einfacher, zu sagen, dass das böse böse Killerspiel dran schuld war.

Ich spiele Spiele, wie Doom, Hitman (alle 3 Teile), Medal of Honor, Call of Duty, und ähnliches, für mein Leben gern. Aber NIE ist mir der Gedanke gekommen, das mal nachzuspielen und alle möglichen Leute umzubringen.

Ich bin im Reallife aber auch nicht unbedingt erfolglos und dementsprechend nicht frustriert.

Also kann es an den bösen Killerspielen wohl doch nicht so ganz liegen.