"Nüchtern" betrachtet sind viele Spiele sehr gut gemacht. Aber Spaß und Erwartungen sind eine Emotionale Klamotten. Ohne viel davon zu verstehen, aber bis heute verstehen die PR Abteilungen der Vertriebskonzerne es nicht, ein Spiel richtig zu bewerben. So oft setzen sie auf den Kurzfristigen Hype, auf die dummen erstkäufer. Welches Spiel hat seinem Hype schon standgehalten? Portal 2 vielleicht.WizKid77 hat geschrieben:Ich geb Dir Recht das er zu weit die Klappe aufgerissen hat. Aber wenn man Daikatana nüchtern betrachtet war es ein gutes Spiel. Die Erwartungshaltung war einfach nur zu extrem, weswegen man das Spiel nicht so gut fand. Hätte er die Klappe gehalten und das Spiel wäre einfach so rausgekommen, wäre man vermutlich begeistert gewesen. Zwei Sachen hob Daikatana nämlich deutlich von der Konkurrenz ab: Das Leveldesign(das war schon immer Romeros Stärke)Kajetan hat geschrieben:Zuerst wilde Versprechungen von "Design is Law!" und das Ausrufen des idealen Spieleentwickler-Paradieses bei Ion Storm. Dann wilde Versprechungen was Daikatana betraf, der zum besten Shooter aller Zeiten werden sollte. Dann großkotzige und arrogante Marketingaktionen, inklusive des berüchtigten "Suck it down! John Romero makes you his bitch!" und gefakten Leichenhausbildern eines angeblich toten Romero. Dann viele, viele Verzögerungen, weil Romero die Engines gewechselt hat, es haufenweise interne Querelen bei Ion Storm gab (legendär jener Artikel aus dem Dallas Observer, der das Drama haargenau mit haufenweise Internas schilderte). Und als Daikatana dann endlich erschien, haben viele Gamer Romero mit Inbrunst gehasst, das Spiel auf Grund seiner Mittelmäßigkeit verlacht. Nicht, weil es ausnehmend schlecht war, sondern weil es nach all den großspurigen, großkotzigen Ankündigungen einfach nur Mittelmaß war.Raxe Aran hat geschrieben:Was war denn damals mit Daikatana?
Der Schwierigkeitsgrad. Das Spiel ist/war eines der Schwierigsten die es gibt.
Die richtige PR weckt die richtigen Erwartungen. Ein Spiel, das BESSER ist als deine Erwartungen fühlt sich immer BESSER an. Darum konnte ein so durchschnittliches Spiel wie Borderlands (bei nüchterner Betrachtung *ZING*) so ein großer Erfolg werden. Die Leute sind ohne große Erwartungen ran gegangen.
Oder Portal 1. Wurde von Valve heimlich in der Orange Box den Spielern untergeschoben. Neben den Gassenhauern Half Life 2 + Episoden und Team Fortress 2. Viele hätten ohne diese Geniale Idee Portal als "Puzzlespiel" wohl nicht mal mit dem Arsch angeguckt. Und BÄMM, Spiel des Jahres!
Und das ist bei Daikatana falsch gelaufen. Hype und Marketing ohne Boden unter den Füßen. Nüchterne Betrachtung ist kacke. Spiele sind ein emotionales Erlebnis. Dead Space (2) mag bei 'nüchterner Betrachtung' ein gut aufgebautes Spiel sein mit vielen taktischen Elementen und einem guten Leveldesign. Ich kann es aber einfach nicht ausstehen. Dead Space Fans können mir die Kyphose runterrutschen. Ich wünsche der Visceral Belegschaft eine entstellende Hauterkrankung ins Gesicht. Zum Beispiel in Form eines Penis.
