Allgemein: Shooter mit MMO-Ansatz von John Romero

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crewmate
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Re: Kommentar

Beitrag von crewmate »

WizKid77 hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:
Raxe Aran hat geschrieben:Was war denn damals mit Daikatana?
Zuerst wilde Versprechungen von "Design is Law!" und das Ausrufen des idealen Spieleentwickler-Paradieses bei Ion Storm. Dann wilde Versprechungen was Daikatana betraf, der zum besten Shooter aller Zeiten werden sollte. Dann großkotzige und arrogante Marketingaktionen, inklusive des berüchtigten "Suck it down! John Romero makes you his bitch!" und gefakten Leichenhausbildern eines angeblich toten Romero. Dann viele, viele Verzögerungen, weil Romero die Engines gewechselt hat, es haufenweise interne Querelen bei Ion Storm gab (legendär jener Artikel aus dem Dallas Observer, der das Drama haargenau mit haufenweise Internas schilderte). Und als Daikatana dann endlich erschien, haben viele Gamer Romero mit Inbrunst gehasst, das Spiel auf Grund seiner Mittelmäßigkeit verlacht. Nicht, weil es ausnehmend schlecht war, sondern weil es nach all den großspurigen, großkotzigen Ankündigungen einfach nur Mittelmaß war.
Ich geb Dir Recht das er zu weit die Klappe aufgerissen hat. Aber wenn man Daikatana nüchtern betrachtet war es ein gutes Spiel. Die Erwartungshaltung war einfach nur zu extrem, weswegen man das Spiel nicht so gut fand. Hätte er die Klappe gehalten und das Spiel wäre einfach so rausgekommen, wäre man vermutlich begeistert gewesen. Zwei Sachen hob Daikatana nämlich deutlich von der Konkurrenz ab: Das Leveldesign(das war schon immer Romeros Stärke)
Der Schwierigkeitsgrad. Das Spiel ist/war eines der Schwierigsten die es gibt.
"Nüchtern" betrachtet sind viele Spiele sehr gut gemacht. Aber Spaß und Erwartungen sind eine Emotionale Klamotten. Ohne viel davon zu verstehen, aber bis heute verstehen die PR Abteilungen der Vertriebskonzerne es nicht, ein Spiel richtig zu bewerben. So oft setzen sie auf den Kurzfristigen Hype, auf die dummen erstkäufer. Welches Spiel hat seinem Hype schon standgehalten? Portal 2 vielleicht.

Die richtige PR weckt die richtigen Erwartungen. Ein Spiel, das BESSER ist als deine Erwartungen fühlt sich immer BESSER an. Darum konnte ein so durchschnittliches Spiel wie Borderlands (bei nüchterner Betrachtung *ZING*) so ein großer Erfolg werden. Die Leute sind ohne große Erwartungen ran gegangen.

Oder Portal 1. Wurde von Valve heimlich in der Orange Box den Spielern untergeschoben. Neben den Gassenhauern Half Life 2 + Episoden und Team Fortress 2. Viele hätten ohne diese Geniale Idee Portal als "Puzzlespiel" wohl nicht mal mit dem Arsch angeguckt. Und BÄMM, Spiel des Jahres!


Und das ist bei Daikatana falsch gelaufen. Hype und Marketing ohne Boden unter den Füßen. Nüchterne Betrachtung ist kacke. Spiele sind ein emotionales Erlebnis. Dead Space (2) mag bei 'nüchterner Betrachtung' ein gut aufgebautes Spiel sein mit vielen taktischen Elementen und einem guten Leveldesign. Ich kann es aber einfach nicht ausstehen. Dead Space Fans können mir die Kyphose runterrutschen. Ich wünsche der Visceral Belegschaft eine entstellende Hauterkrankung ins Gesicht. Zum Beispiel in Form eines Penis.
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Kajetan
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Re: Kommentar

Beitrag von Kajetan »

crewmate hat geschrieben:Die richtige PR weckt die richtigen Erwartungen. Ein Spiel, das BESSER ist als deine Erwartungen fühlt sich immer BESSER an. Darum konnte ein so durchschnittliches Spiel wie Borderlands (bei nüchterner Betrachtung *ZING*) so ein großer Erfolg werden. Die Leute sind ohne große Erwartungen ran gegangen.
Jepp. Bestes Beispiel dafür ist die Deus Ex-Serie:

- DX1 hatte NIEMAND auf dem Programm und plötzlich war es der Kulthit schlechthin, der sich nach zähem Beginn später sehr gut verkauft hat.

- DX2 wurde brennend heiß erwartet. Neue, geile UE2. Alles neu, alles geil. Es erschien ein ganz nettes Stealth/Action-Game, welches aber keinen einzigen Vergleich mit dem Vorgänger standhalten konnte. Der Fan-Backslash war furchtbar, die Karriere des verantwortlichen Produzenten Harvey Smith mehr oder weniger am Ende, anstatt das DX2 ihm als Sprungbrett zu Ehre und Ruhm dienen konnte.

- DX3 war das große Überraschungsei. Niemand wußte, was da ausgebrütet wurde. Diverse Ankündigungen der Produzenten ließen auf den üblich-weichgespülten 08/15-Knopfdeckungs-Trash schließen, der auf Konsolen dutzendweise erscheint und auch schnell wieder vergessen wird. Es gab zumindest in meiner Wahrnehmung nur wenig Hype um das Spiel. Und dann stellt sich heraus, dass DX3 nicht nur nicht so schlimm ausgefallen ist wie befürchtet, sondern alles in allem ein würdiger Nachfolger geworden ist, den man gerne in Erinnerung hält und in den kommenden Jahren mit Sicherheit immer wieder rauskramen und neu spielen wird.

Marketing ist nicht einfach. Nicht nur, dass es auf das richtige Maß ankommt, es kommt auch auf die richtige Botschaft an. So war ich von der Werbekampagne zu Dragon Age: Origins (hippe Skatermukke und Titten und Gigaliter von Pixelblut, leicht bekömmliche Action für Tony Hawk-Fans) so abgestoßen, dass ich das Spiel erst viel später in einer GotY-Version für wenig Geld erstanden hatte.
WizKid77
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Re: Kommentar

Beitrag von WizKid77 »

Kajetan hat geschrieben:
crewmate hat geschrieben:Die richtige PR weckt die richtigen Erwartungen. Ein Spiel, das BESSER ist als deine Erwartungen fühlt sich immer BESSER an. Darum konnte ein so durchschnittliches Spiel wie Borderlands (bei nüchterner Betrachtung *ZING*) so ein großer Erfolg werden. Die Leute sind ohne große Erwartungen ran gegangen.
Jepp. Bestes Beispiel dafür ist die Deus Ex-Serie:

- DX1 hatte NIEMAND auf dem Programm und plötzlich war es der Kulthit schlechthin, der sich nach zähem Beginn später sehr gut verkauft hat.

- DX2 wurde brennend heiß erwartet. Neue, geile UE2. Alles neu, alles geil. Es erschien ein ganz nettes Stealth/Action-Game, welches aber keinen einzigen Vergleich mit dem Vorgänger standhalten konnte. Der Fan-Backslash war furchtbar, die Karriere des verantwortlichen Produzenten Harvey Smith mehr oder weniger am Ende, anstatt das DX2 ihm als Sprungbrett zu Ehre und Ruhm dienen konnte.

- DX3 war das große Überraschungsei. Niemand wußte, was da ausgebrütet wurde. Diverse Ankündigungen der Produzenten ließen auf den üblich-weichgespülten 08/15-Knopfdeckungs-Trash schließen, der auf Konsolen dutzendweise erscheint und auch schnell wieder vergessen wird. Es gab zumindest in meiner Wahrnehmung nur wenig Hype um das Spiel. Und dann stellt sich heraus, dass DX3 nicht nur nicht so schlimm ausgefallen ist wie befürchtet, sondern alles in allem ein würdiger Nachfolger geworden ist, den man gerne in Erinnerung hält und in den kommenden Jahren mit Sicherheit immer wieder rauskramen und neu spielen wird.

Marketing ist nicht einfach. Nicht nur, dass es auf das richtige Maß ankommt, es kommt auch auf die richtige Botschaft an. So war ich von der Werbekampagne zu Dragon Age: Origins (hippe Skatermukke und Titten und Gigaliter von Pixelblut, leicht bekömmliche Action für Tony Hawk-Fans) so abgestoßen, dass ich das Spiel erst viel später in einer GotY-Version für wenig Geld erstanden hatte.

Ich gebe Dir fast überall Recht außer: DX1 haben sehr wohl viele auf ihrem Radar gehabt und die Erwartungshaltung war riesig. Das lag nicht am Marketing sondern an der Berichtserstattung der Magazine. Man merkte regelrecht das die Redakteure selber heiss auf das Spiel waren.
Spector versprach Dinge in seinem Spiel die man so einfach nicht kannte und die Fantasy der Fans ist ja bekannterweise riesig. Überraschenderweise konnte Spector seinen Worten auch wirklich Taten folgen lassen. DX1 war ein Monsterspiel. Leider jedoch nicht für die breite Masse(war glaub ich nicht so erfolgreich).

DX2 war einfach nur Mist. Ich hab Jahre später dem Spiel noch mal eine Chance gegeben, als es günstig bei Steam zu haben war und während DX1 wieder Spass machte, hatte ich bei DX2 wegen diesen Minilevels sehr früh kein Bock mehr. Hätten sie es nicht parallel für die XBox geschrieben, hätte was gutes bei rauskommen können. Letztendlich war es eines der vielen Spiele die idiotischerweise parallel für die Konsolen rauskam(mit Focus auf die Konsole). Mittlerweile haben die meisten Entwickler ja so was ganz gut im Griff, aber das damals eher nicht.

DX3 rockt.
Vernon
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Re: Allgemein: Shooter mit MMO-Ansatz von John Romero

Beitrag von Vernon »

ItsPayne hat geschrieben:Shooter und MMO passt nicht wenn es ein skill system gibt, bei dem die fertigkeiten besser werden sollen.
Der "skill" bei shootern kommt aus dem mausarm. Das künstlich einzuschränken kann nur fail sein.
Dachte immer, der "Skill" bei Shootern kommt von der Jugend + PC-Hardware.^^