Ich hab den Text sogar gelesen...Damidias hat geschrieben:Wow, zwischen all dem Hass und der Nerdrage möchte ich auch mal weniger ein Urteil, vielmehr eine Meinung und am allerehesten einen Erfahrungsbericht abgeben, was meine Erkenntnisse über den ewigen Krieg der Konsolen mit dem mächtigen PC angeht.
Ich spiele am PC, seit ich acht kleine Jahre alt war. Damals fing es mit den Siedlern 2 an (erster Kritikpunkt: wo sind Aufbausimulationen für die Konsolen? Die Demo von Tropico 3 auf der 360 war leider shit!); während ich bei Freunden mich mit Street Fighter, StarFox und Mario Kart auf dem SNES vergnügte. Als schon längst das N64 auf dem Markt war und sich in weiter Ferne bereits Gamecube, PS2 und XBox ankündigten, durfte ich mir meine erste Konsole kaufen: ein gebrauchtes SNES, um unvergessliche Perlen wie Terranigma nachzuholen.
Der Vorteil war, dass mein damaliger 100 MHz - PC mit seinen 24 MB RAM (ja, heute lacht man da drüber, früher war man aber begeistert, wenn er nach 5 Minuten Laden endlich Caesar III gestartet hatte!) ein All - in - One - Gerät war und der Röhrenmonitor gleichzeitig als Fernseher fungierte. Also schloss ich mein SNES an und entspannte zu Yoshi's Island und dem bereits erwähnten Terranigma. Es war großartig; wenn ich fertig war, ging ich wieder zurück zum PC, auf dem bald schon StarCraft meine große Liebe werden sollte.
Später wurde meine Familie eine Erziehungsstelle; soll bedeuten, wir nehmen Heimkinder auf und bieten ihnen eine Famile. Der Junge, der dann damals bei uns wohnte, brachte ein N64 sowie eine PS1 mit ins Haus, und Dude, ich war wie weggeblasen. Stundenlange Smash Bros. - Sitzungen, packende Splitscreen - Matches in Turok 2 und Goldeneye (ich danke ihm für diese Erfahrung) und Duke Nukem. Keine Ahnung, wie er damals an die Dinger rangekommen war (wir waren ja gerade 13... 14... 15 Jahre alt), aber das war nicht wichtig, wenn wir GTA auf der PS spielen konnten.
Er hatte trotzdem nebenbei einen PC, um Fußballmanager spielen zu können, ein Genre, das ich nicht einmal mit der Beißzange und schon gar nicht unter Windows NT anfassen würde.
Ich bekam bald einen neuen PC, entdeckte die Welt der Rollenspiele mit Baldur's Gate für mich, und vernachlässigte die Konsolen. Mods für folgende Spiele wie Freelancer oder WarCraft III fesselten mich länger als eigentlich erwartet am Bildschirm, ebenso wie Karteneditoren und der Traum von der eigenen Machinima. Und natürlich pflegten die Konsolen auch weiter ihren part in meinem Spielerleben: in der Form von Emulatoren, vornehmlich SNES sowie GBA.
Bald aber wurden meine Ansprüche höher, da meine Familie allerdings nicht so reich ist und ich damals zu faul war, für mein Geld arbeiten zu gehen, und ich brauchte wieder einen neuen PC (aha, wir der Kenner aufmerken: der Nachtteil eines guten PC's sind die Kosten! Wunderbar, du darfst dir einen Keks nehmen, Blitzmerker), um endlich mit der Veröffentlichung der Orange Box HL2 spielen zu können. Ja, richtig. Nach über 3 Jahren, endlich.
Als ich neben meinem Abi anfing, im lokalen Supermarkt mir was dazu zu verdienen, begann ich bald, mir endlich die Dinge zu leisten, die ich haben wollte: zum bestandenen Abi kaufte ich mir schließlich eine Wii von meinem ersparten, später dann einen Laptop, und während meines FSJ's eine 360. Yeah, wie geil war das: zwar gab ich nun mehr Geld für Spiele aus, aber das war's wert.
Anfang Januar diesen Jahres musste ich die Box nach einem Jahr guter Unterhaltung allerdings verkaufen, da ich durch mein abgebrochenes Studium und die damit verbundene Neuorientierung emotional sowie finanziell ziemlich auf dem Trockenen saß; und um ehrlich zu sein, richtig bereuen tue ich es nicht, wenngleich die ganze Einfachheit des Ganzen mich schon faszinierte und ich es als Alien - Fan liebte, Nachts Dead Space mit dem Pad unter der Bettdecke zu spielen und mich bei den Klängen aus meinem Kopfhörer zu fürchten.
Ich nahm schließlich einen - für eine ungelernte Kraft - mehr als nur lukrativen (nämlich auch sehr unterhaltsamen und moralisch sehr befriedigenden) Aushilfsjob in einer Behinderteneinrichtung an, um die Zeit bis zum nächsten Studium zu überbrücken: und schließlich stand ich vor der Entscheidung: erneut Konsole oder PC? Folgendes waren meine Beweggründe:
1. Im wesentlichen hatte ich durch alles, was ich für die Kosnole gekauft habe (Controller, MS - Points, Spiele, Kabel XBoxlive Gold), bestimmt so viel ausgegeben wie für einen vollkommen spieletauglichen PC. Aber Geld würde ja nun keine Rolle mehr spielen.
2. Es muss mir möglich sein, Musikproduktion zu betreiben, auf einem semiprofessionellem Niveau (sehr individueller Anspruch, aber für mich sehr entscheidend). Mein Laptop reicht dazu nur bedingt aus.
3. Gleichzeitig will ich spielen: und wie!
4. Als ich herausfand, dass es am PC eine Survival - Mod für Fallout 3 gab, verfluchte ich mich dafür, Millionen von Stunden sowie unzählige blöde MS - Points in die Konsolenversion samt Addons gesteckt zu haben.
5. StarCraft II, Civ 5, Star Wars: The Old Republic, all dies würde ich ohne PC nicht einmal antesten können, und als großer Fan zumindest der ersten beiden Serien konnte ich es mir nicht verkneifen.
6. Bis auf Alan Wake bot mir die 360 nichts besonders neues mehr; Bayonetta, Mass Effect 2 hätte ich wohl noch gekauft sowie Dante's Inferno, aber auf Gears of War stehe ich leider nicht so und bei Halo interessierte mich lediglich der Soundtrack, den ich gelegentlich immer noch höre. Großartiges Werk, zwar unheimlich Pathos - und Kitschbeladen, aber ein schlicht genialer orchestraler Score, der mir jedes Mal eine Gänsehaut zaubert, obwohl ich das Spiel mittlerweile sogar recht kacke finde.
So kam es wieder auf einen PC hinaus, nach fast zwei Jahren Abstinenz. And it was great, wie ein "Nach - Hause - Kommen", wie ein alter Freund, der geduldig gewartet hatte.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Am liebsten hätte ich alle drei Konsolen, beide Handhelds und einen PC im Wert eines Kleinwagens sowie einen Mac Pro für die Audioproduktion, um wirklich alles spielen zu können, was der Markt mir entgegen wirft und was mich interessiert. Allerdings leben wir in einer Welt, in der man Kompromisse hinsichtlich seiner finanziellen Natur und in Anbetracht seiner Vorlieben machen muss. In anderen Worten:
Ich habe meine persönliche Konsolen/PC - Geschichte nicht aus Spaß aufgeschrieben, sondern um aufzuzeigen, dass jeder Mensch eine andere Herkunft und andere Beweggründe hat, die ihn dazu treiben, eine bestimmte Kosnole zu favourisieren oder den PC als den heiligen Grals des Gamings zu betrachten. Jeder von euch weiß eine ähnliche, oder eine völlig andere Geschichte zu erzählen: wie er sich infiziert hat mit der Leidenschaft zu Spielen, welche dunklen Zeiten er hatte, welche Experimente er gewagt hat. Wie im richtigen Leben - und plötzlich macht es keinen Unterschied mehr, ob man PC - Gamer oder "Konsolero" ist (ich mag das Wort!)[, nicht wahr?Jeder sollte die Spielegeräte wählen, von denen er glaubt, dass sie ihm den meisten Spaß bescheren. Wer daraufhin seine Wahl getroffen hat und sieht, dass Person XY eine andere getroffen hat, sollte diese Enstcheidung des anderen Menschen tolerieren. Denn wer diese getroffene, hoffentlich bewusst gemachte Enstcheidung angreift, greift auch automatisch die persönlichen Beweggründe der Person XY und muss sich nicht wundern, dass dann wieder ein Flamewar entsteht.
Amen.
Zurüüüüüück zuuuum Theeeema!
Ah, Microsoft. Ja, aus geschäftlicher Sicht macht es keinen Sinn, wenn sie sich jetzt mit dem PC Konkurrenz zu ihrer eigenen Konsole machen, von daher überrascht mich die Enstcheidung mehr als stark, dass Fable III für den PC herauskommen soll.
Ansonsten denke ich nicht, dass MS viel für den PC - Spieler getan hat. Wie im Artikel erwähnt wurden zwei traditionsreiche Studios geschlossen; ein herber Schlag, gerade AoE von den Ensemble Studios gehört zu meinen früheren PC - Erfahrungen.
Dennoch denke ich nicht, dass der PC - Markt aussterben wird: Mods, Indie - Games und der eine oder andere Major - Release wie SCII, Rage, Civ 5 wird schon dafür sorgen. Ach, und Disciples III, sowie die Total War - Serie; Spiele wird's genug geben. Auch ohne MS.
Wirklich schön geschrieben. Bei mir war es andersherum. Ich startete mit dem Nes, Snes und Sega meines Bruders, spielte später Psone, danach Dreamcast und Ps2 und kam dann erst zum Pc. Und trozdem hatte ich dieses Heimatgefühl. Ich glaube das strahlt der Pc aus, weil er soviel auf einmal bietet und dir viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten, sowohl für die Plattform selber als auch für die Spiele, ermöglicht. Und dank der Emulatoren hatte ich alle Spiele mit dennen ich aufwuchs auf einer Plattform.
