Balmung hat geschrieben:
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Du tust ja gerade so, als würden die Publisher am Hungertuch nagen. Tatsächlich verdienen die aber Milliarden und die kommen nicht einfach aus dem nichts. Die zocken ab, wo sie nur können. Kauf mal Leben bei Candy Crush mit Papas Kreditkarte, komm, sind doch nur 5 Euro, mach mal. Mein Kleiner hätte auch schon längst was gekauft, hätte ich eine Kreditkarte bei Google hinterlegt. Die Publisher machen das so dermaßen einfach, dass es auch ja klappt. Das ist so richtig ekelhaft, hier werden unbedarfte Kinder nach Strich und Faden so richtig für den eigenen Profit ausgenutzt. Und es wird damit gnadenlos Kohle gescheffelt.
Auch bei den klassischen Spielen haben sie den Kunden doch jahrelang konditioniert, immer mehr Kohle lockerzumachen. Vor allem die Season Pass Seuche geht einem da richtig auf die Eier, bezahl mal für irgendwelche Inhalte, welche genau das sind wissen wir selbst noch nicht, lol! Sie haben die Katze im Sack zu einem funktionierenden Geschäftsmodell gemacht. Was am Ende dabei rumkommt, kann man ja nach den Verkäufen noch entscheiden - garantierter Gewinn! Normalerweise funktioniert das umgekehrt, der Hersteller geht in Vorleistung, gefällt mir etwas, kauf ich das.
Natürlich gibt es den einen oder anderen Entwickler, der auch mal untergeht. Wie aktuell Crytek. Aber ich bleibe dabei, dass das in den allermeisten Fällen an miesen Spielen liegt, die keiner haben will. Dass die untergehen, ist dann auch nicht weiter tragisch. Da trennt sich nur die Spreu vom Weizen.
Zuletz noch: Ich fände es gar nicht weiter schlimm, wenn die Branche mal so richtig den Bach runtergehen würde. Das würde dem Medium an sich sogar gut tun. Spiele wird es immer geben, dann halt nur noch von Indies. Und dann rafft vielleicht auch mal der letzte Vollhorst, dass solche Spiele genauso richtige Spiele sind wie der x-te Shooter von Super-Duper-Activision-Microsoft-Ubisoft-Nintendo-WeißderGeier. Ich bin mir sicher, ich finde immer was zum Spielen. Dafür brauch ich keine kommerzielle Ausschlachtung und riesiges Medien-TamTam.
Um wieder zum Thema zu kommen: Keystores sind noch die letzte Möglichkeit der Kunden, sich gegen das Diktat der Hersteller zu wehren. Man sieht doch, wo die Reise hingeht. Langfristig soll der Einzelhandel ausgerottet werden, der letzte Zwischenhändler zwischen Hersteller und Kunden. Microsoft wollte bei der Xbox One den ersten Schritt gehen, ging nach hinten los, aber glaub mal ja nicht, die Hersteller hätten den Plan schon zu Grabe getragen. Das kommt schleichend, wie bei Steam damals, das wollte auch erst keiner haben. Sobald erstmal die Zwischenhändler wegfallen, ist Ende im Gelände. Dann können wir auch 10 Jahre alte Spiele schön zum Vollpreis nur in den offiziellen Stores kaufen und uns nen Ast freuen, wenn es mal 10 Prozent für Gold/Plus-Mitglieder gibt, hurra!
Wenn dann trotzdem der Umsatz ausbleibt, ist wahrscheinlich der Klimawandel schuld.