Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und Minderheiten sollen besser repräsentiert werden
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Dank mir ist es noch ein Kommentar mehr. 
- Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Da ist viel Wahres dran. Allerdings wäre die Frage zu stellen, ob ein gewisser Teil der Spielerschaft sich nicht mindestens ebenso heuchlerisch verhält.Waldwichtel hat geschrieben: Ich bin der Meinung, wenn ein Kreativer sich dafür entscheidet, dass sein Held blond und blauäugig sein soll, dann ist es sein verdammtes Recht sich so zu entscheiden. Ebenso ist es sein Recht, eine andere Entscheidung zu treffen, wenn er das möchte. Das nannte man früher mal Willens- u. Meinungsfreiheit, glaube ich.
Aber wenn man allein aus Angst vor einem Shitstorm (und zurückgehenden Verkaufszahlen) seinen Helden anpasst, unterwirft man sich einer Meinungsdiktatur, sonst nichts. Außerdem tut man den "Minderheiten" damit auch keinen Gefallen, weil man sich ja allein aus taktischen Gründen für sie entschieden hat. Und das ist Heuchelei.
Zur Erinnerung: Jeder große Entwickler bekommt tagtäglich tonnenweise irgendwelche vehementen Forderungen von Fanboys und Interessengruppen zugeschickt (oder in Social Media, Foren etc. zu lesen). Genauso, wie es Millionen "Bundestrainer" gibt, gibt es auch Millionen "Spieleentwickler", die immer alles am besten wissen, sich dies oder jenes wünschen bzw. meinen, sie hätten da irgendein kreatives Mitspracherecht.
Inwieweit z.B. die massenhafte, feldzugartige Forderung nach einem anderen Ende für ME 3 inklusive Klageandrohungen (!), die in Spielerkreisen fast einstimmig in einem epischen Shitstorm als überfällige Kundenemanzipation im Web 2.0 und "Sieg" über völlig verkackte Entwickler-Entscheidungen bejubelt wurde, nun wesentlich statthafter sein soll als die Forderung nach allgemein mehr spielbaren Frauen, nach mehr Minderheiten-Repräsentationen und mehr Vielfalt (auch wenn einige Aspekte im vorliegenden Brief an den Haaren herbeigezogen sein mögen), erschließt sich mir auch noch nicht wirklich. Hier verhält die Spielerschaft sich imho ziemlich bigott. Ob eine Einmischung in kreative Prozesse "gesundes Kunden-Selbstbewusstsein" demonstriert oder eine skandalöse Anmaßung von dummen Attention-Whores ist, hängt offenbar ausschließlich vom eigenen Standpunkt und einer (gefühlten) Mehrheitsfähigkeit ab. Stimmt beides überein, darf man scheinbar problemlos den Entwickler (hier = industrieller Fließband-Produzent) überrollen und auf dessen Kreativität (die dann auf einmal NUR noch wirtschaftliches Kalkül ist) scheißen. Fordern andere hingegen mehr Repräsentation diverser Gruppen, ist das ein frevelhafter und skandalöser Eingriff in die "kreativen Hoheitsrechte" des Entwicklers (hier = urplötzlich zum freidenkerischen Künstler-Kollektiv mutiert), die fortan heldenhaft gegen gierige Randgruppenlobbys verteidigt werden müssen.
Dabei wird häufig vergessen: Die Entscheidung sowie Verantwortung, was er in welchem Umfang und in welcher Qualität in seine Spiele einbaut, liegt auch bei diesen Versuchen einer äußeren Einflussnahme IMMER beim Entwickler. Im Informationszeitalter sind die Spieler nun mal längst ihre eigenen Lobbyisten und machen u.U. sehr laute und mitunter nervige Lobbyarbeit, mal politisch, mal unpolitisch. Mir persönlich läge es völlig fern, Entwicklern seltsame Briefe oder gar Petitionen mit einem Forderungskatalog zu schicken, dennoch ist das heute Usus und nicht mehr zu verhindern. Und da heißt es für die Entwickler: Deal with it! Nicht nur im Sinne von Hinnehmen, sondern von "Damit-Umgehen" (was auch ein selektives Einblenden von sinnvollen Vorschlägen und ein Ausblenden von überzogenen Bullshit-Forderungen beinhalten darf, sogar muss!). Ist das - sich im Spiel konkret niederschlagende - Resultat dieses Umgangs mit offensivem Feedback/Privatlobbyismus qualitativ plump, billig, oder einfach nach P.C.-Checklisten abgearbeitet ("Quoten-Minderheiten" als reiner Selbstzweck) etc., wäre aus meiner Sicht immer der Entwickler für mies getroffene Entscheidungen und fehlendes Rückgrat zu kritisieren, und weniger das öffentliche "Zerren" innerhalb des Meinungswirrwarrs, das heutzutage nicht mehr wegzudenken ist und einfach dazugehört. Der Entwickler hat IMMER die Wahl, er wird zu NICHTS gezwungen, auch wenn die Postulierer einer Gutmenschen-Diktatur das liebend gerne anders darstellen wollen: Es stimmt nicht.
- 3nfant 7errible
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Ja, die Mass Effect Sache war ja mindestens genauso schlimm, aber zum Glück auch nur ein extremer Ausnahmevorfall.Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:...
Du hast natürlich Recht, dass es tagtäglich unzählige kleine Besserwisser gibt, aber das kannst du doch nicht alles in ein Topp werfen. Es ist ein Unterschied, ob man eine schwammige Steuerung kritisiert, ein schlechtes Balancing in einem RTS, ein total umständliches Inventar in einem Rollenspiel, oder ob man den Entwicklern Story und Charaktere vorschreiben will. :wink:
Ersteres ist Kritik an handwerklichen Unzulänglichkeiten, letzteres ist Wünsch-Dir-Was an der rein künstlerischen Entscheidung des Entwicklers aber diese Art der Kritik sieht man doch kaum, trotz millionen User, die sich täglich in unzähligen Spieleforen tummeln.
Und wenn jemand mal die Story kritisiert, dann eigentlich auch wieder nur in handwerklicher Hinsicht, zB wie in FC3 als der Protagonist von einer Sekunde auf die andere von nem verwöhnten Partyboy zum Super-Rambo mutiert. Das war dramaturgisch einfach schlecht gemacht, aber niemand hat sich nen Chinesen, en Afrikaner oder Schweden gewünscht
Und die häufig zu beobachtende Kritik am glatzköpfigen 08/15 Marine aus nem 08/15 Dudebro Shooter rührt ja auch nur daher, dass sie immer so 08/15 sind, und nicht weil es letztlich glatzköpfige Marines sind. Gib den mehr Charakter und die Kritik würde verstummen. Ein einfaches Austauschen des Geschlechts bringt dagegen gar nichts, denn auch eine weibl. Figur kann 08/15 sein.
Darüberhinaus hilft es auch nicht gerade, dass diese "jau... macht mal mehr Frauen rein und so" -Kritik immer von Leuten kommt, die offensichtlich keine Ahnung haben von was sie da reden, immer schlecht recherchiert und immer übers Ziel hinaus. Aber vielleicht ist auch gerade das der Grund wieso ausgerechnet die immer soviel Aufmerksamkeit bekommen. Wie ein tragischer Unfall bei dem man nicht weggucken kann
Auf die wirklich leidenschaftlichen Gamerinnen schaut ja kein Schwein, weil sie auch nur so langweilig konstruktiv sind.
Wie man hier bei den News ja auch wunderbar sehen kann: je bekloppter eine Aussage von jemandem aus der Industrie ist, desto schneller wächst der Thread
- Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Aber auch nur, wenn ich es so darstelle, dass das eine "Kritisieren", und das andere "Vorschreiben" ist. Muss ja gar nicht. Denn natürlich kann ich auch die Story und die Charaktere hinsichtlich ihrer Konstruktion bzw. Zusammenstellung kritisieren und mir für die Zukunft anderes wünschen (z.B. mehr Vielfalt bei den Charakteren). Genaugenommen ist ja bei Computerspielen als Gesamtkunstwerke die Unterscheidung zwischen "handwerklichem" Gameplay und "künstlerischem" Storypart sowieso hinfällig (Bugs mal ausgenommen). Wenn ich also Hotline Miami für die fehlende Speichermöglichkeit, das nicht-vorhandene Inventar und die seltsam direkte Steuerung laut kritisiere, dann kann das prinzipiell genauso ein "Eingriffsversuch" in die künstlerische Entscheidungsfreiheit der Entwickler sein, oder eben konstruktive Kritik, je nachdem wie ich es vortrage und v.a. wie der Entwickler damit umgeht.Scipione hat geschrieben:Du hast natürlich Recht, dass es tagtäglich unzählige kleine Besserwisser gibt, aber das kannst du doch nicht alles in ein Topp werfen. Es ist ein Unterschied, ob man eine schwammige Steuerung kritisiert, ein schlechtes Balancing in einem RTS, ein total umständliches Inventar in einem Rollenspiel, oder ob man den Entwicklern Story und Charaktere vorschreiben will. :wink:
Ersteres ist Kritik an handwerklichen Unzulänglichkeiten, letzteres ist Wünsch-Dir-Was an der rein künstlerischen Entscheidung des Entwicklers [...]
- 3nfant 7errible
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Hm, meiner Ansicht nach gibts da schon Unterschied, und deshalb sieht man trotz dieser abertausenden täglichen Kritik auch nur so selten eine, die eine Auswechslung des Charakters fordert. Gerade in amerik. Foren müsste es ja dann fast wöchentlich irgendjemanden geben, der sich ein schwarzen Protagonisten wünscht.Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:Aber auch nur, wenn ich es so darstelle, dass das eine "Kritisieren", und das andere "Vorschreiben" ist. Muss ja gar nicht. Denn natürlich kann ich auch die Story und die Charaktere hinsichtlich ihrer Konstruktion bzw. Zusammenstellung kritisieren und mir für die Zukunft anderes wünschen (z.B. mehr Vielfalt bei den Charakteren). Genaugenommen ist ja bei Computerspielen als Gesamtkunstwerke die Unterscheidung zwischen "handwerklichem" Gameplay und "künstlerischem" Storypart sowieso hinfällig (Bugs mal ausgenommen). Wenn ich also Hotline Miami für die fehlende Speichermöglichkeit, das nicht-vorhandene Inventar und die seltsam direkte Steuerung laut kritisiere, dann kann das prinzipiell genauso ein "Eingriffsversuch" in die künstlerische Entscheidungsfreiheit der Entwickler sein, oder eben konstruktive Kritik, je nachdem wie ich es vortrage und v.a. wie der Entwickler damit umgeht.Scipione hat geschrieben:Du hast natürlich Recht, dass es tagtäglich unzählige kleine Besserwisser gibt, aber das kannst du doch nicht alles in ein Topp werfen. Es ist ein Unterschied, ob man eine schwammige Steuerung kritisiert, ein schlechtes Balancing in einem RTS, ein total umständliches Inventar in einem Rollenspiel, oder ob man den Entwicklern Story und Charaktere vorschreiben will. :wink:
Ersteres ist Kritik an handwerklichen Unzulänglichkeiten, letzteres ist Wünsch-Dir-Was an der rein künstlerischen Entscheidung des Entwicklers [...]
Und wie gesagt, es hilft auch nicht, dass solche Kritik immer so fürchterlich schlecht vorgetragen wird. Nehmen wie GTAV zB...... da hiess es dann "jetzt gibts schonmal 3 Charaktere und keiner davon ist eine Frau. Einer sollte ne Frau sein" Wieso? Was würde das konkret besser machen, oder warum ist es so schlecht, dass es nunmal 3 Männer sind? Es wäre ja schon eine Besserung, wenn man mit einem konkreten Vorschlag um die Ecke kommen würde, wenn man genau benennen könnte was denn so schlecht ist und wie man es ganz klar besser machen kann.
Man hätte zB auch sagen können... "ich wünsche mir ein Bonnie & Clyde Spiel, in dem man als Gangster Pärchen quer durch die USA fährt, überall Dinger dreht und ständig auf der Flucht ist. Ein cinematic coop Gangster Roadtrip Drama"
Ich glaub es gäbe niemanden, der da etwas gegen hätte. Immerhin waren The Last of Us, Bioshock Infinite oder The Walking Dead auch alles sehr populäre Spiele im letzten Jahr.
Aber nee, es bleibt häufig nur bei haltlosen Vorwürfen und "macht da ma ne Frau rein, weil...... is besser"
- SethSteiner
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Weil es so ist. Warum erwartest du als Begründung eine Abhandlung? Wenn es von einer Sache zuviel gibt, gibt es eben einen Wunsch nach Veränderung und im Falle vom Geschlecht der Charaktere ist es eine Änderung des Geschlechts. Frau ist besser.
- Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Wieso nicht?Scipione hat geschrieben:Nehmen wie GTAV zB...... da hiess es dann "jetzt gibts schonmal 3 Charaktere und keiner davon ist eine Frau. Einer sollte ne Frau sein" Wieso?
Da mag es viele individuelle Gründe geben, manchmal auch nur den schlichten Wunsch nach ABWECHSLUNG. Muss bzw. kann man vielleicht auch gar nicht immer groß begründen.
Gerade Rockstar steht ja seit einiger Zeit etwas in der "Kritik" (auf hohem Niveau), sich seit Jahren im Grunde genommen in selbstreferenzieller Weise hauptsächlich selber zu verwursten (also in dieser Hinsicht franchise-intern und bei der Klientel-Bedienung erzkonservativ zu sein), andererseits will man aber auch bitterböse Gesellschafts- und Mediensatire liefern (also in dieser Hinsicht "progressiv" sein, wenn man so will). Da hätten sich mit einem Frauencharakter möglicherweise einfach andere, frischere, weniger ausgelutschte Möglichkeiten (Dialoge, Anspielungen, Missionen, Story etc.) ergeben, als den tausendmal erlebten testosterongeschwängerten Gangsta-Bro-Shit. Damit wäre das Spiel vielleicht nicht automatisch "messbar" besser, aber zumindest mal abwechslungsreicher und um die o.g. Möglichkeiten bereichert. So gesehen kann ich den Wunsch nach zumindest mal EINEM Frauencharakter, wohlgemerkt bei 3en insgesamt, schon verstehen, auch ohne dass man da die großen Gender-Gleichstellung-Geschütze argumentativ aufführen müsste. Rockstar haben in dieser Hinsicht manchmal echt den fantasievollen Esprit eines CSU-Altherren-Stammtischs
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
mmkay... laut wiki seite von blizzard machen die seit jahrenw doch nur so wow und diablö gedöns... beides nie gespielt ( und nöp, auch kein intersse ), aber sind des net spiele in denen man seinen charakter recht frei erstellen kann ??? Die Forderung als solches is ja scho etwas lächerlich, aber dann auch noch auf die firma abzuzielen macht da ja noch weniger sinn....
....außer sie führen "Frauen" als seperate Rasse bei WOW ein, so als Pandanachfolger ( waren doch pandas, oder ?? nen spiel voller trolle, elfen und ( shit, was für nen char hatte kenny ? )... pandas!
...
...ich geh mir wow kaufen!
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- mr archer
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Und wieder einmal spricht die Lordschaft mir auf frapierende Art und Weise aus der Seele. Eine weibliche Hauptperson bei GTA mit einem eigenen Storyzweig wäre für mich einer der wenigen Gründe, dieses für mich persönlich kreativ am Todpunkt angelangte Franchise überhaupt mal wieder mit meiner Aufmerksamkeit zu wertschätzen. Ist mir bis heute unerklärlich, wieso sich Rockstar beim neuesten Ableger diese Steilvorlage hat entgehen lassen. Wenn man schonmal drei Hauptpersonen zur Verfügung hat. Festgefahrene Schisser.Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:
Wieso nicht?![]()
Da mag es viele individuelle Gründe geben, manchmal auch nur den schlichten Wunsch nach ABWECHSLUNG. Muss bzw. kann man vielleicht auch gar nicht immer groß begründen.
Gerade Rockstar steht ja seit einiger Zeit etwas in der "Kritik" (auf hohem Niveau), sich seit Jahren im Grunde genommen in selbstreferenzieller Weise hauptsächlich selber zu verwursten (also in dieser Hinsicht franchise-intern und bei der Klientel-Bedienung erzkonservativ zu sein), andererseits will man aber auch bitterböse Gesellschafts- und Mediensatire liefern (also in dieser Hinsicht "progressiv" sein, wenn man so will). Da hätten sich mit einem Frauencharakter möglicherweise einfach andere, frischere, weniger ausgelutschte Möglichkeiten (Dialoge, Anspielungen, Missionen, Story etc.) ergeben, als den tausendmal erlebten testosterongeschwängerten Gangsta-Bro-Shit. Damit wäre das Spiel vielleicht nicht automatisch "messbar" besser, aber zumindest mal abwechslungsreicher und um die o.g. Möglichkeiten bereichert. So gesehen kann ich den Wunsch nach zumindest mal EINEM Frauencharakter, wohlgemerkt bei 3en insgesamt, schon verstehen, auch ohne dass man da die großen Gender-Gleichstellung-Geschütze argumentativ aufführen müsste. Rockstar haben in dieser Hinsicht manchmal echt den fantasievollen Esprit eines CSU-Altherren-Stammtischs
- Wigggenz
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Vielleicht keine Frauen mit Schreibtalent im Team, und keinen Typ mit Erfahrung bei weiblichen Charakteren?
Ich habe schon mehrmals bei manchen Geschichten mit weiblichem Hauptcharakter beim Lesen festgestellt, dass der Autor (Kerl) zum ersten Mal eine Frau schreibt... das wirkt dann immer ziemlich schlecht: kitschig, klischeemäßig, überzogen, unbeholfen. Erst recht wenn etwas intimes/sexuelles vorkommt. Da wünscht man sich echt: wäre er doch nur bei nem Typen geblieben.
Eine Frau einzubauen hätte auch ganz schnell nach hinten losgehen können.
Ich habe schon mehrmals bei manchen Geschichten mit weiblichem Hauptcharakter beim Lesen festgestellt, dass der Autor (Kerl) zum ersten Mal eine Frau schreibt... das wirkt dann immer ziemlich schlecht: kitschig, klischeemäßig, überzogen, unbeholfen. Erst recht wenn etwas intimes/sexuelles vorkommt. Da wünscht man sich echt: wäre er doch nur bei nem Typen geblieben.
Eine Frau einzubauen hätte auch ganz schnell nach hinten losgehen können.
- mr archer
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Sicher. Nur kann das bei einer der größten Kreativhütten in der Branche eine Ausrede sein? Wer wenn nicht die, ist man geneigt zu fragen.Wigggenz hat geschrieben:Vielleicht keine Frauen mit Schreibtalent im Team, und keinen Typ mit Erfahrung bei weiblichen Charakteren?
Ich habe schon mehrmals bei manchen Geschichten mit weiblichem Hauptcharakter beim Lesen festgestellt, dass der Autor (Kerl) zum ersten Mal eine Frau schreibt... das wirkt dann immer ziemlich schlecht: kitschig, klischeemäßig, überzogen, unbeholfen. Erst recht wenn etwas intimes/sexuelles vorkommt. Da wünscht man sich echt: wäre er doch nur bei nem Typen geblieben.
Eine Frau einzubauen hätte auch ganz schnell nach hinten losgehen können.
Zumal sie 2002 ja schon mal brauchbare Ansätze gezeigt haben:

- Wigggenz
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Stimmt. Zumal sie auch ne Auftragsarbeit hätten draus machen können (wie mir gerade einfällt).
Wollten wohl wirklich den bequemen Weg gehen und nichts ausprobieren.
Aber trotzdem finde ich es unangebracht, GTA V nun deshalb irgendwie als sexistisch anzusehen, so wie das hier angeklungen ist. Das ganze Spiel ist halt eine Gangsterklischeesammlung und nach wie vor mit riesigem Augenzwinkern zu verstehen, zumal eine alles andere als konservative Haltung an einigen Stellen schon sichtbar wird. Da sollte kein bestimmtes Bild vermittelt werden.
Nur Faulheit und "Feigheit" mit dem großen Ver was neues auszuprobieren stecken dahinter.
Wollten wohl wirklich den bequemen Weg gehen und nichts ausprobieren.
Aber trotzdem finde ich es unangebracht, GTA V nun deshalb irgendwie als sexistisch anzusehen, so wie das hier angeklungen ist. Das ganze Spiel ist halt eine Gangsterklischeesammlung und nach wie vor mit riesigem Augenzwinkern zu verstehen, zumal eine alles andere als konservative Haltung an einigen Stellen schon sichtbar wird. Da sollte kein bestimmtes Bild vermittelt werden.
Nur Faulheit und "Feigheit" mit dem großen Ver was neues auszuprobieren stecken dahinter.
- 3nfant 7errible
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
erzkonservativ und GTA sind 2 Begriffe, die ich nicht unbedingt in einem Satz benutzen würde :wink:Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:
Wieso nicht?![]()
Da mag es viele individuelle Gründe geben, manchmal auch nur den schlichten Wunsch nach ABWECHSLUNG. Muss bzw. kann man vielleicht auch gar nicht immer groß begründen.
Gerade Rockstar steht ja seit einiger Zeit etwas in der "Kritik" (auf hohem Niveau), sich seit Jahren im Grunde genommen in selbstreferenzieller Weise hauptsächlich selber zu verwursten (also in dieser Hinsicht franchise-intern und bei der Klientel-Bedienung erzkonservativ zu sein), andererseits will man aber auch bitterböse Gesellschafts- und Mediensatire liefern (also in dieser Hinsicht "progressiv" sein, wenn man so will). Da hätten sich mit einem Frauencharakter möglicherweise einfach andere, frischere, weniger ausgelutschte Möglichkeiten (Dialoge, Anspielungen, Missionen, Story etc.) ergeben, als den tausendmal erlebten testosterongeschwängerten Gangsta-Bro-Shit. Damit wäre das Spiel vielleicht nicht automatisch "messbar" besser, aber zumindest mal abwechslungsreicher und um die o.g. Möglichkeiten bereichert. So gesehen kann ich den Wunsch nach zumindest mal EINEM Frauencharakter, wohlgemerkt bei 3en insgesamt, schon verstehen, auch ohne dass man da die großen Gender-Gleichstellung-Geschütze argumentativ aufführen müsste. Rockstar haben in dieser Hinsicht manchmal echt den fantasievollen Esprit eines CSU-Altherren-Stammtischs
Die Serie wurde 1997 geboren und jetzt waren wir 2013, was die Hauptteile anbelangt, erst bei Nummero 5. Beim 3. Teil hatte sich die Reihe zum ersten Mal stark geändert. Storymässig gab es zunächst klassisches Mafia-Zeugs, es folgte die Gangsta Bro Phase. Mit GTAIV wurde ein ganz anderer Ton angeschlagen, was den einen gefiel, aber gerade San Andreas Fans eher missfiel. Mit GTAV gab es dann zum ersten Mal 3 Charaktere, was gerade in den Story Hauptmissionen für interessante Situationen sorgt. Dass man mal eben den Charakter wechseln kann, kannte man so bisher nur von Party Rollenspielen oder Rundentaktik, für Actionspiele ist es aber eine Neuerung. Storymässig ergibt sich da schon genug zwischen den Charakteren, weil sie alle einen anderen Background haben. Überhaupt müssen sich die Rockstarts da was Dialoge, Anspielungen usw angeht vor niemandem verstecken. Da sitzen sie vielleicht nicht allein, aber mit nur wenigen anderen ganz oben an der Spitze. Vor allem für ein Actionspiel, und vor allem für ein Open World Spiel :wink:
Ich seh da ehrlich gesagt nicht viel Raum wie das Spiel durch einen weibl. Charakter besser oder wesentlich anders hätte werden können.
Wenn du dich darauf beziehst, dass es ja doch irgendwie immer das gleiche Spiel ist.... rumfahren, Mission machen usw..... tja, auch das wäre mit einem weibl. Charakter nicht anders geworden. Und ausserdem sind wir dann wieder bei dem Punkt, dass sowas auf so ziemlich jedes Spiel zutrifft, Shooter Rennspiele, Rollenspiele etc... seit Jahren immer das gleiche Grundprinzip
- Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Um den "Vorwurf" der Konservativität nochmal zu erläutern und unseren GTA-Exkurs (für mich zumindest) dann damit auch abzuschließen:
Natürlich hat die Serie sich enorm weiterentwickelt. Allein der Schritt von Teil 2 auf 3 war ein Meilenstein, den ich so auch kein zweites Mal innerhalb einer Serie erlebt habe. Dieses Ding, was Rockstar da durchziehen, haben sie 100% drauf und niemand kann es besser. Das "erzkonservativ" bezog sich weniger auf das Gameplay oder die Evolution der Spielwelt (ich mag OW-Spiele), sondern eher auf die verwendeten Klischees, die Dialoge, die interpersonellen Verhältnisse und Hierarchien, die Gags, die typische Gangster-Aufstiegsstory (da war Nico eine angenehme Ausnahme!, Teil 5 kenne ich nicht), die typischen Locations etc., alles was man insgesamt auch mit einem gigantischen "Bro-Disneyland" zusammenfassen könnte. Alles immer auch bezogen auf klassische Klientel-Erwartungen, die Rockstar offenbar ohne zu große Überraschungen bedienen will. Eben dieses typische GTA-Feeling, was ich ja durchaus liebe (!), in das sich zunehmend aber auch diese "Been there, done that"-Momente einschlichen. Momente, in denen ich dachte, dass diese Serie in ihrem ganzen Habitus irgendwie auch ganz schön festgefahren ist. Vielleicht das ganz normale Los extrem erfolgreicher Serien.
Ich beschrieb neulich in einem anderen Thread schon mal eine Art "Schlüsselmoment" für mich: Es kam in GTA 4 bei mir irgendwann die obligatorische Szene, wo irgendeine Type (Roman?) über Nico's Handy anrief: "Hey man, let's go into the Strip Club...party...chicas...bla blubber" und ich mir einfach nur dachte: http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... H12lg#t=46
Drink ordern, Lapdance glotzen, Scheine zustecken, Privatvorstellung im Separee und bei genug lockergemachtem Geld die Biatch noch fix mit nach Hause/ins Auto nehmen (+ Wackel und Stöhnanimation inklusive). Yeah, who's your Daddy?! In diesem Moment einfach nur so erschreckend vorhersehbar, überraschungsbefreit, fast schon klischee-versklavt und gähn, dass ich die Szene tatsächlich lustlos abbrach. Klar, das Genre/Milieu sieht vieles von dem nun mal so vor, dennoch: einfach nur noch gähn in dem Moment. Plötzlich war all das Spritzige, Satirische, Krasse, Überzogene, Mackerhafte dieser Szene für mich weg. Ich habe den 4. Teil natürlich dennoch zu Ende gespielt und fand ihn rückblickend prima, aber das sind für mich klare kreative Ermüdungsanzeichen.
Was könnte eine Frau daran ändern? Vielleicht gar nichts, wenn sie dumm geschrieben oder nur ein Alibicharakter ist. Vielleicht könnte sie aber auch Chancen für frischen Wind und neue Perspektiven in all den oben angesprochenen Bereichen bringen, in denen die Serie für meine Begriffe auf hohem Niveau stagniert. Andere Reaktionen des Umfelds inklusive. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall würde sie vermutlich für eine willkommene Abwechslung im Franchise sorgen. Mir reichte das schon.
Natürlich hat die Serie sich enorm weiterentwickelt. Allein der Schritt von Teil 2 auf 3 war ein Meilenstein, den ich so auch kein zweites Mal innerhalb einer Serie erlebt habe. Dieses Ding, was Rockstar da durchziehen, haben sie 100% drauf und niemand kann es besser. Das "erzkonservativ" bezog sich weniger auf das Gameplay oder die Evolution der Spielwelt (ich mag OW-Spiele), sondern eher auf die verwendeten Klischees, die Dialoge, die interpersonellen Verhältnisse und Hierarchien, die Gags, die typische Gangster-Aufstiegsstory (da war Nico eine angenehme Ausnahme!, Teil 5 kenne ich nicht), die typischen Locations etc., alles was man insgesamt auch mit einem gigantischen "Bro-Disneyland" zusammenfassen könnte. Alles immer auch bezogen auf klassische Klientel-Erwartungen, die Rockstar offenbar ohne zu große Überraschungen bedienen will. Eben dieses typische GTA-Feeling, was ich ja durchaus liebe (!), in das sich zunehmend aber auch diese "Been there, done that"-Momente einschlichen. Momente, in denen ich dachte, dass diese Serie in ihrem ganzen Habitus irgendwie auch ganz schön festgefahren ist. Vielleicht das ganz normale Los extrem erfolgreicher Serien.
Ich beschrieb neulich in einem anderen Thread schon mal eine Art "Schlüsselmoment" für mich: Es kam in GTA 4 bei mir irgendwann die obligatorische Szene, wo irgendeine Type (Roman?) über Nico's Handy anrief: "Hey man, let's go into the Strip Club...party...chicas...bla blubber" und ich mir einfach nur dachte: http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... H12lg#t=46
Drink ordern, Lapdance glotzen, Scheine zustecken, Privatvorstellung im Separee und bei genug lockergemachtem Geld die Biatch noch fix mit nach Hause/ins Auto nehmen (+ Wackel und Stöhnanimation inklusive). Yeah, who's your Daddy?! In diesem Moment einfach nur so erschreckend vorhersehbar, überraschungsbefreit, fast schon klischee-versklavt und gähn, dass ich die Szene tatsächlich lustlos abbrach. Klar, das Genre/Milieu sieht vieles von dem nun mal so vor, dennoch: einfach nur noch gähn in dem Moment. Plötzlich war all das Spritzige, Satirische, Krasse, Überzogene, Mackerhafte dieser Szene für mich weg. Ich habe den 4. Teil natürlich dennoch zu Ende gespielt und fand ihn rückblickend prima, aber das sind für mich klare kreative Ermüdungsanzeichen.
Was könnte eine Frau daran ändern? Vielleicht gar nichts, wenn sie dumm geschrieben oder nur ein Alibicharakter ist. Vielleicht könnte sie aber auch Chancen für frischen Wind und neue Perspektiven in all den oben angesprochenen Bereichen bringen, in denen die Serie für meine Begriffe auf hohem Niveau stagniert. Andere Reaktionen des Umfelds inklusive. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall würde sie vermutlich für eine willkommene Abwechslung im Franchise sorgen. Mir reichte das schon.
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Re: Blizzard - Reaktion auf einen offenen Brief: Frauen und
Bei einer Frau könnte man den satirischen Aspekt wieder reinbringen. Stell dir dieselbe Szene vor, Einladung in den Club, Party, Bitches, Geldzustecken und plötzlich hat man den Arsch eines Chippendales vor sich 
