Na das ist doch mal ein interessantes Statement. Das verdeutlicht doch aus erster Hand, dass Raubkopien tendenziell eher negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Gerade wenn man sein Unternehmen irgendwann auf Spiele spezialisiert und sich davon abhängig macht. Damit meine ich nicht allein mögliche Umsatzausfälle, sondern auch die dadurch entstandenen Gegenmaßnahmen. So bleibt doch der logische Schluss, dass DRM, DLCs und In-Game purchases zwar nicht als alleinige Folge des Raubkopierens eingeführt wurden, aber wohl mit tatkräftiger Unterstützung.hathol hat geschrieben:Kurzinfo: Ich hab selber ein Indie Studio, wir machen hauptsaechlich mobile und web Sachen. Unser Erstling wurde auf Android bisher ca. 15k mal raubkopiert und ca. 100 mal bezahlt. Und ich geb Kajetan recht: es ist mir naemlich scheiss egal. Jeder Indie Dev mit einem Funken oekonomischen Restverstandes macht die Finanzierung seines Studios nicht direkt vom Erfolg der Spiele abhaengig - da kann ich auch gleich ins Casino gehen. Wir (und die meisten anderen Indies hier) querfinanzieren unsere eigenen Games ueber Auftragsarbeiten. Ich will nicht sagen das wir aus der Nummer nichts gelernt haben, ganz im Gegenteil. Wir sehen jetzt eben zu das wir die Spieler anders zum Geld ausgeben bringen koennen (z.B. per in-app purchases) und verbessern unsere marketing Strategie. Was allerdings unter Garantie nicht passieren wird, ist dass ich einen Kopierschutz in eins unserer Games schraube.SpoilerShowOldholo hat geschrieben:Oh, Kajetan, glaubst Du das wirklich?Kajetan hat geschrieben:Manche Entwickler verteufeln Kopien. Manche Entwickler begrüßen Kopien ausdrücklich. Den meisten ist es aber scheissegal, es ist kein Thema für sie.
Im Indiebereich kann ein Notch vielleicht wirklich von sich behaupten, dass ihn Kopien nicht sonderlich tangieren, denn er ist bereits reicher geworden als er es sich hätte träumen lassen können. Alle anderen Entwickler hingegen verkaufen nicht mal eben 1 Mio+ Kopien ihrer Software zu einem zweistelligen Preis, die juckt das Thema Raubkopien immer, weil es bei ihnen den Unterschied bedeutet zwischen "gut genährt" und "wie bezahle ich nur diese Rechnungen?". Der eine oder andere Entwickler nutzt das Thema noch als Marketingtrick, ein guter Ruf kann schließlich höhere Verkaufszahlen bedeuten, aber wenn es jetzt sofort einen Kopierschutz gäbe, der günstig und unknackbar ist und der reguläre Käufer der Spiele in keinster Weise beeinträchtigt, würde ich meinen Hintern darauf verwetten, dass er binnen kürzester Zeit fast ausnahmslos in fast jedem Spiel der Welt verbaut wäre, ob Indie oder nicht.
Alex
Eines sollte man nicht vergessen, bzw viele versuchen sich vor Augen zu halten. Wenn Spieler nicht raubkopieren würden, gäbe es für die Spiele Entwickler keine unmittelbaren Anreize, ihr Spiel zu schützen, oder mögliche Umsatzausfälle zumindest ausgleichen zu wollen. Mit möglichen Umsatzausfällen sollte nämlich jeder mit halbwegs ökonomischen Verständnis, "vorerst" rechnen. Wenn man das nicht macht und sich "lalala...halb so wild" sagend hinstellt, ist es nicht unwahrscheinlich sich bald bei einem neuen Arbeitgeber vorzustellen.
