Asturaetus hat geschrieben:
Basis der Aussage war eher der wirtschaftliche Hintergrund.
Ja, darum geht es ja immer. Unternehmen denken ausschliesslich wirtschaftlich.
Also sollten wir doch auch die Frage stellen, warum es dann trotzdem wirklich richtig teure Maßnahmen gibt, um Schwarzkopien so weit wie möglich einzudämmen.
Warum sollte ein Publisher diese immensen Kosten auf sich nehmen, wenn sie nicht reichlich Menschen damit beauftragt hätten, eine Kosten-Nutzen-Analyse zu machen, die letztlich zu dem Ergebnis kommt, dass es sich rein wirtschaftlich lohnt?
Warum sollte ein Publisher ein ernstes Interesse daran haben, seine fairen und zahlenden Kunden zu prellen und gängeln, wenn sie es auch genauso gut sein lassen könnten?
Es liegt doch sehr nahe, dass die Verärgerung einiger Kunden in Kauf genommen wird, quasi als notwendiges Übel, weil es immer noch besser so ist, als wenn das kommende Produkt der Firma komplett offen und frei zugänglich für jeden ist.
Denn wenn es so ist, kann man nicht planen. Es liegt einfach sauviel Kapital dahinter, das geschützt werden muss. Investoren brauchen Sicherheiten und je mehr investiert werden soll, desto weniger geben sich diese Investoren mit einem "Och, das wird sich schon ganz gut verkaufen, auch ohne Kopierschutz" zufrieden.
The Witcher 2 wurde hier ja als gutes Beispiel dafür genannt, wie man es als Publisher machen sollte.
Es ist ein tolles Spiel, keine Frage! Und es hat sich für diese kleine Firma auch wirklich ganz gut verkauft (etwas über 2 Mio. verkaufte Exemplare).
Aber: Es gab ca. 5 Millionen Schwarzkopien und CDProject kann nur deshalb von einem Erfolg sprechen, weil die Entwicklungskosten für den Witcher verhältnismäßig gering waren (so um die 10 Millionen).
Ein Bioshock Infinite mit seinen 200 Millionen Entwicklungskosten kann es sich aber nicht leisten, "nur" 2-3 Millionen Einheiten zu verkaufen und nebenbei das x-fache an Schwarzkopien auszuhalten, also muss man doch den Investoren irgendwie Sicherheiten geben.
Der Fall Witcher 2 zeigt in meinen Augen auch sehr deutlich, dass Computerpieler eben KEINE Idealisten sind, die nach dem Motto "was gut ist wird gekauft" handeln, sondern vielmehr knallharte Opportunisten sind, denen es relativ egal ist, was mit dem Publisher passiert, so lange sie nur an ihre Spiele kommen. Das Unrechtsbewußtsein ist denkbar klein.
Das kann doch niemand wirklich abstreiten.
Und daher kann es doch auch niemanden verwundern, warum Investoren Spielern da in keinster Weise vertrauen und sie lieber ihr Geld so gut zu schützen versuchen wie möglich.