Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

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Limonenkeks
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Beitrag von Limonenkeks »

Zwar habe ich lediglich den Kommentar überflogen und mir ausschließlich die letzten Absätze genauer angeguckt, trotzdem will ich widersprechen.
Ach ja, das Video zur besagten Mission habe ich mir auch nie angesehen, interessiert mich nicht sonderlich.
Aber! wie ich CoD kenne wird auch diese Mission packend inszeniert sein UND einen unvergleichbaren! Moment bieten, denn das wird sicherlich etwas anderes als einen Amoklauf in GTA auszuführen.
Diese Aktion ist höchst plakativ, höchst provokativ, und auf ihre, diese Weise sehr künstlerisch.
Das Spiel muss sich hier nur weit genug vom Inhalt distanzieren, d.h. es allein wirken lassen und nicht allzu sehr kommentieren. Es muss einen subtilen faden Nachgeschmack hinterlassen, höchstens einen Schock, aber keine Verarbeitung, es sollte weiterhin ein quasi-gewöhnlicher Teil des Spiels werden.
Genau dann verdient der Regisseur ein klares Schulterklopfen von mir und ich nehme an, dass er genau das erreicht hat.

Trotzdem werde ich mir das Spiel nicht holen, irgendwie fand ich schon MW doof und obwohl ich Kunst in den meisten Fällen auch doof finde, gefällt mir das sehr.#

EDIT

Ha! Habe gerade einen Kommentar über mir gelesen! Dass die Mission kein Feedback, keine inneren Monologe oder ähnliches gibt. Genau das war mr wichtig für so eine Mission. Jörg, hier geht es doch nicht allein darum zu zeigen wie schrecklich und und pyschisch intensiv ein Terroanschlag ist - auch für die Täterseite.
Diese Szene gibt doch viel mehr her und würde sich selbst kommentierend zerschlagen.
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Billie?
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Beitrag von Billie? »

Jörg hat ganz klar Recht damit, dass sie diese Szene verhunzt haben. Man hätte mehr daraus machen müssen, denn allein schon aus bodenständiger Spielersicht, muss man doch sagen, dass es überhaupt keinen Spaß macht auf Wehrlose zu schießen. Es ist ja nicht nur das Moralische, sondern es ist auch null fordernd oder der Gleichen.
Also von IW hätte ich sowas nicht erwartet. Wenn es tatsächlich nur um promotion geht, dann kann ich das nicht verstehen, weil ein COD-Spiel sowas wirklich nicht nötig hat ...
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ColdFever
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Re: Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

Beitrag von ColdFever »

Dann oute ich mich halt als so genannter "Primitivpolemiker": Ich finde es entsetzlich, wie man beim "Spielen" von derartigen Geschmacklosigkeiten eine Form von "Vergnügen" empfinden kann.

Was wollt Ihr nach "Zivilistenkiller am Flughafen" als Nächstes spielen?
"Bombenleger im Irak?"
"Folterer in Guantanamo"?
"Vergaser in Auschwitz"?

K R A N K
Pirouette
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Beitrag von Pirouette »

Exzellenter Kommentar.
Genau auf den Punkt, was die peinliche Doppelmoral in Deutschland angeht, die Folgen, die das mal wieder in unserer bescheuerten Medienlandschaft haben wird und nicht zuletzt, was die Sinnlosigkeit dieser Mission betrifft.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

BloodyJoe hat geschrieben:Der Jörg immer mit seinem Heavy Rain, das muss erst noch zeigen ob es mehr kann als QTEs aneinanderzureihen.
Von der reinen Regie her, weiß Quantic Dream bestens, wie man das umsetzt.
Das Problem an Fahrenheit war eher eine zunehmend abbauende, schlechtdämliche Pseudo-Story. Daher wäre ich vorsichtig, bei allzu hohen Storyerwartungen.
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cdd
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Beitrag von cdd »

@coldfever:

Deine Meinung kann ich nachvollziehen, aber nicht persönlich teilen. Menschen die in ihrem Leben echte Gewalt erfahren mussten können solche Spiele bestimmt nicht als unterhaltsam empfinden, das respektieren die meisten hier wahrscheinlich auch. Trotzdem denke ich, dass Kriegsspiele an sich nichts krankes sind, das Verlangen sich zu messen und Macht in Form von Gewalt auszuüben scheint im Menschen tief verankert zu sein, aber auch hier gibt es natürlich sowohl Beispiele in die eine als auch in die andere Richtung.
Wenn nun die Faszination am Bildschirm ausgeübt wird liegt es am Betrachter, was er mit dieser Erfahrung macht. Krank macht ihn das noch lange nicht. Virtuelle Gewalt lässt sich nicht gleichsetzen mit realer Gewalt, die entsteht aus anderer Motivation. (hierzu braucht man sich nur bestimmte Krisenregionen auf der Welt anzuschauen, dort ist Gewalt etwas alltägliches und in erster Linie durch existenzielle Notlagen begründet)

Ob die Kritiker es glauben wollen, oder nicht:
Videospiele als originäre Ursache für Gewalt anzusehen ist falsch. Krank ist weder der Betrachter, noch der Erschaffer. Krank ist das, was vielerorts auf dieser Welt passiert, diese Dinge nachzuspielen ist grenzwertig keine Frage, aber die Augen zu verschließen und durch ignorieren oder Doppelmoral den Heiligen spielen ist keinen Deut besser.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Das Problem an dieser Diskussion, ist eher, dass hier diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer, keine Probleme mit dieser Szene haben, folgendes tun:
Sie machen das Killerspiel-Diskussions Fach auf. Hier geht es aber nicht darum, dass wir (als Bauchschmerzenhaber) das gerne zensiert sähen, sondern, dass wir Activision und die Motive die sie dazu getrieben haben, verachten.
Solche Szenen kann man machen, aber man muss es wirklich nicht.
Es ist keine "künstlerische" oder "realistische" Szene. Die erlebte Gewalt wird nicht reflektiert oder kritisch beleuchtet, sondern ist in diesem Kontext "cool".
Die Deutsche Version verstärkt das durch die Zynische Botschaft "Vorsicht beim feuern" noch.
Hier geht es eben nicht um Killerspiele, sondern darum dass diese Szene einfach nur Dreck ist. Wenn Videospiele ernst genommen werden wollen, müssen sie solche Szenen einfach behutsamer inszenieren, bzw. wenn sie es nicht können weglassen.
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KingDingeLing87
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Beitrag von KingDingeLing87 »

Zu dem Kommentar, gibt es nix weiter hinzu zufügen.
Der_Gauner
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Registriert: 11.03.2009 17:29
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Beitrag von Der_Gauner »

Finde den Kommentar von Jörg richtig gut, super Vergleich mit der Tagesschau!

auch meiner Vorrednerin kann ich in ihrer Meinung nur zustimmen.
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muecke-the-lietz
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Beitrag von muecke-the-lietz »

Oh, Mann, ich liebe Jörg einfach schon dafür, dass er deutlich sagt, wie er COD findet.

Aber ganz ehrlich. Was habe ich die ganze Zeit gesagt. Jedes halbwegs intellegente Spiel hätte diese Szene ergreifend und wirklich kontrovers dargestellt. Aber hier wirkt sie so billig und plump, dass einem schlecht wird. Stellenweise erinnert mich diese Szene sogar ein bisschen an Dead Rising, welches in Deutschland beschlagnahmt ist. Nur werden die Zombies durch gesichtslose Zivilisten ersetzt. Das ist einfach nur ne blöde Schieß-Mission mit einer fragwürdigen Einleitung und wahnsinnig schlechter Inszenierung.

Tut mir leid, aber für mich war COD schon immer menschenverachtener, kriegsverherrlichender Schrott und wird es immer bleiben. Und ja, ich liebe Ego-Shooter sonst. Ich habe auch mit extremen Gore-Darstellungen kein Problem, aber COD ist und bleibt Schrott.
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ColdFever
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Beitrag von ColdFever »

ColdFever hat geschrieben: Ich finde es entsetzlich, wie man beim "Spielen" von derartigen Geschmacklosigkeiten eine Form von "Vergnügen" empfinden kann. Was wollt Ihr nach "Zivilistenkiller am Flughafen" als Nächstes spielen?
"Bombenleger im Irak?"
"Folterer in Guantanamo"?
"Vergaser in Auschwitz"?
K R A N K
cdd hat geschrieben:Videospiele als originäre Ursache für Gewalt anzusehen ist falsch.
Habe ich nicht behauptet.
cdd hat geschrieben:Krank ist weder der Betrachter, noch der Erschaffer.
Es geht bei Videospielen letztlich um "Vergnügen". Was also für ein Vergnügen empfinden gesunde Menschen bei virtuellen Erschießungen von Zivilpersonen? Wo hört das Vergnügen auf und fängt die Krankheit an?
cdd hat geschrieben:Krank ist das, was vielerorts auf dieser Welt passiert, diese Dinge nachzuspielen ist grenzwertig keine Frage, aber die Augen zu verschließen und durch ignorieren oder Doppelmoral den Heiligen spielen ist keinen Deut besser.
Ich halte es nicht für Doppelmoral, das Vergnügen an virtuellen Erschießungen von Zivilpersonen abzulehnen. Ich spiele auch nicht den Heiligen, wenn ich für eine Grenze des Nervenkitzels plädiere. Doppelmoral ist es für mich dagegen, diese Spiele trotz anfangs vorhandenen inneren Widerstandes zu spielen, diesen Widerstand dann zu überwinden und am Ende behaupten zu wollen, dieses hätte die Persönlichkeit nicht verändert.

Wer immer je von einem Spiel geträumt hat, darf sicher sein, dass ihn das Spiel ein Stück weit verändert hat. Sobald das Gehirn derart mit der Verabeitung einer Sache beschäftigt ist, dass von dieser Sache geträumt wird, formt diese ein Stück weit die Persönlichkeit. Wieviel Einfluss will man also diesen "Spielen" auf die Persönlichkeit einräumen? Starke Persönlichkeiten stecken das virtuellen Morden weg. Aber es dürfte genügend schwache Persönlichkeiten geben, die bei entsprechender Veranlagung da einen noch tieferen Knacks kriegen können. Wo also die Grenze der virtuellen Gewalt ziehen?
Zuletzt geändert von ColdFever am 06.11.2009 10:29, insgesamt 1-mal geändert.
Mustache Marshall
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Beitrag von Mustache Marshall »

Diesen Level als überflüssig und unnötig zu beschreiben ist einfach albern. Es ist nun mal Teil der Story und als ebensolches Glied auch durchaus aussagekräftig.

Was wäre euch lieber, die Mission fehlt und vor der nächsten Mission steht als Text kurz auf dem Bildschirm " Der hier ist ein böser, böser Mann, wir müssen ihn aufhalten" oder, ihr erlebt selbst, wie böse er eigentlich ist und habt damit auch einen Bezug zu der Person, die das ganze Spiel über gejagt wird.

Aber natürlich, jetzt wird die Szene aus dem Kontext gerissen, ihr schaut sie euch an, sie macht keinen Sinn eurer Meinung nach. Dann fangt ihr an, das Spiel zu spielen, ihr wartet, oh ,wann kommt denn die schreckliche Mission. Wenn sie dann kommt, fühlt ihr euch in eurer vorher schon hochgeschaukelten Meinung bestätigt.

Es ist einfach eine ganz andere Klasse an Spielerlebnis, unbefangen an die Sache ranzugehen. Wenn ihr so etwas nicht erwartet, wenn es plötzlich losgeht mit der Ballerei, dann seid ihr auch überrascht und geschockt.

Leider habt ihr dafür jetzt nicht mehr die Möglichkeit, die Überraschung fehlt euch, eure Meinung ist bereits vorprogrammiert.
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cdd
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Beitrag von cdd »

ColdFever hat geschrieben:[...]Wo also soll man die Grenze der virtuellen Gewalt ziehen?
Gute Frage. Meine Antwort: die muss jeder für sich finden, da gibt es keine Patentlösung.
Mir z.B. gefällt die Szene aus COD nicht, trotzdem ist damit bei mir noch keine Grenze überschritten. Es sollte jedem selbst überlassen sein, was er sich antut und was nicht. Wo wir nämlich anfangen zu sagen "Das können wir nicht mehr tolerieren, das muss verboten werden" müssen wir uns auch die Frage stellen, ob es richtig ist z.B. jeden Menschen über 18 Jahre Auto fahren zu lassen, oder jedem das Recht zuzusprechen Kinder zu zeugen.
Mit diesem Punkt will ich nur klarstellen, dass Jeder dafür selbst verantwortlich sein sollte, niemand kann sich anmaßen zu wissen, wo die Grenze für den Einzelnen liegt.
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Jazzdude
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Beitrag von Jazzdude »

Das Gelaber und vorallem die Zensur um diese Mission ist sowas von Peinlich... Was können denn alle in GTA machen? Ich glaube auf unschuldige Menschen schießen, und diese aufm Boden zusammentreten -.-
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Gruenwurm
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Beitrag von Gruenwurm »

Ob so eine Szene, wie in der Kulumne geschrieben, gut oder schlecht gemacht ist halte ich für gar nicht erwähnenswert, weil so etwas aus meiner Sicht nichts in Videospielen verloren hat. Ob sie nun für eine erwachsenen Gruppe bestimmt sind oder nicht.
Ich habe mir schon ernsthaft überlegt, ob ich mir das Spiel nun überhaupt zulegen soll. Ich war bisher auch begeisterter CoD:MW Spieler (vor allem online), aber das hat mich doch wirklich zum nachdenken angeregt.
So etwas braucht niemand. Aber leider leider leider gibt es immer noch Menschen die sich an sowas ergötzen können. Arme Welt!

Blöd nur, dass der Rest vom Spiel nun mal so genial ist. Jetzt steh ich vor ner moralischen Zwickmühle, aber wenigstens hab ich die "freie Wahl"!