Gewaltspiele in der Kritik

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unknown_18
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Beitrag von unknown_18 »

Urks, ich passe, irgendwann ist das so viel Text, dass man daraus einen Roman verfassen könnte und auf so ein riesen Text dann richtig einzugehen... da könnte ich auch gleich einen Aufsatz schreiben. Von daher muss man sich nicht wundern, dass die Diskussionspartner davon rennen, wenn man es nicht schafft sich in einem Forum möglichst kurz zu fassen. Ich neige selbst hier und da bei einem Thema dazu etwas mehr zu schreiben, was dann oft genug dann auch der letzte Beitrag in dem Thema war. Auch zu viele Fremdwörter, die viele hier noch nie gehört haben, sind dabei nicht sehr hilfreich. ;)

Über das Thema hier kann man sich eh tot diskutieren, weil es einfach sehr komplex und schwer zu durchschauen ist. Dazu kommt, dass auch sehr viel Moral und Erfahrung der Schreiber hier mit einfließt, wodurch man eh nie auf einen Nenner kommen wird.

Ich finde es gibt zwar durchaus interessante Themen, aber an mancher Stelle wie hier im Forum macht es einfach wenig Sinn da eine große Diskussion los zu treten, dafür ist das 4P Forum einfach nicht geeignet. Zumal die Diskussion eh zu nichts führt oder was soll am Ende hier dabei raus kommen? ;)
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Doc Shock
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Beitrag von Doc Shock »

Sooo, ich habe jetzt alles gelesen (hat etwas gedauert, Vicarochas verschachtelte Sätze muss man erst einmal auseinandernehmen, jeden Teil für sich begreifen und dann wieder zusammensetzen um die Aussage auch ganzheitlich erfassen zu können - mit nem Fremdwörterbuch wäre es wohl schneller gegangen, aber wo bleibt da die intellektuelle Herausforderung? ;-) 95% der verwendeten Begriffe habe ich tatsächlich ohne nachzuschlagen einordnen können, man muss diese Wörter bloß manchmal zweimal lesen) und es hat sich für mich persönlich wirklich gelohnt. (Mist, jetzt habe ich selbst einen Satz durch einen mehrzeiligen, geklammerten Zwischensatz getrennt, jetzt kann ich es Vicarocha nicht mehr vorwerfen. Das wäre mein einziger Kritikpunkt an seinen Posts gewesen... ;-))

Ich kann jedenfalls von mir behaupten, dass dies mit weitem Abstand die beste Diskussion zu diesem, ja eigentlich schon in mannigfaltiger Form breitgetretenen, Thema darstellt, die mir je untergekommen ist. In allen anderen Foren hört man, von einigen positiven Ausnahmen mal abgesehen, jedes Mal nur wieder die gleichen Phrasen. Davon nehme ich mich nicht einmal selbst aus, zu Anfang habe ich auch so einigen Mist aus purem Selbstschutzreflex von mir gegeben. Mittlerweile bemühe ich mich entweder mehr um Sachlichkeit, oder schreibe einfach gar nichts mehr, weil ja das Meiste eh schon gesagt wurde (zumindest dachte ich das, bis ich diesen Thread entdeckt habe) und begnüge mich damit, ab und an satirisch überzeichnete Kommentare zum Thema zum Besten zu geben (Beispiel 1, Beispiel 2), anstatt ernst zu nehmende Kritik zu äußern, einfach weil ich die sich im Kreis drehende Diskussion so satt habe.
Dieser Thread jedoch hat mir wieder Hoffnung gegeben, dass es doch möglich ist, die Diskussion auf eine höhere Ebene zu befördern und dass da draußen eben doch Leute sind, die sowohl das entsprechende Fachwissen, das Talent, sich auszudrücken und die Motivation besitzen, um eine sachlich fundierte Argumentation zu führen, die tatsächlich etwas bewirken könnte.

Deshalb an dieser Stelle ein dickes Kompliment an Frustrierter Held und vor allem an Vicarocha, gerade deine Sachkenntnis ist, was dieser Diskussion von Anfang an gefehlt hat und dein Standpunkt zum Thema Zensur wird auch viel zu selten vertreten. Es stimmt wirklich, wenn niemand des Teufels Advokaten spielen will, so bleiben am Ende nur die negativen Argumente übrig, so dass kein gesundes Mittelmaß beider Extrempositionen erreicht wird, sondern stattdessen einseitige, bestenfalls oberflächlich abgehandelte Diskussionen geführt werden, die am Ende wieder in rigiden Verbotsdebatten und letzlich -Beschlüssen münden.
Aber niemand traut sich, diese Position bei solchen Themen einzunehmen, was hauptsächlich aus Angst vor persönlicher Diffammierung geschieht, denn man macht sich damit automatisch zur Zielscheibe von verbalen Angriffen, die darauf abzielen, eine Person von vornherein für die weitere Diskussion zu disqualifizieren, indem man ihr Sympathisantentum bezüglich irgendwelcher, den eigenen Moralvorstellungen widerstrebenden, Tätigkeiten oder Interessen vorwirft. Ist man erst einmal als pervers oder sonstwas abgestempelt, hört eben keiner mehr richtig zu, wenn man etwas zu sagen hat, weil man denjenigen im Kopf eh schon als Spinner abgehakt hat, und argumentiere er auch noch so sachlich, fundiert, lückenlos und treffsicher.
Noch schlimmer: Hat jemand erlebt, wie einer Person eine derartige Rufschädigung widerfährt, traut man sich stellenweise noch nicht einmal, eine sachlich-neutrale Position einzunehmen, sondern schlägt sich gleich auf die Seite der Gegner, aus Furcht, mit in den politischen Abgrund gezogen zu werden, wenn man den "Spinnern" in einigen oder gar vielen Punkten recht gäbe.
Daher ist dein Engagement ebenso bewundernswert wie wichtig und ich hoffe, dass du dessen nicht allzu bald überdrüssig werden wirst, denn Leute wie du werden in dieser Debatte dringend benötigt und es wäre fatal, wenn sich so jemand zurückziehen würde, nur weil der Boden in Internetforen erfahrungsgemäß so sandig ist, dass sorgsam gesäte Denkanregungen nur selten keimen oder gar zu einer stattlichen Pflanze des Engagements heranwachsen, die dann auch noch Früchte aus guten, sachlichen Argumenten trägt. Doch es kann passieren und allein diese Chance ist den Kampf wert, selbst wenn immer wieder Pessimisten daher kommen und einem einzureden versuchen, wie aussichtslos es sei, oder gar, dass man doch eh gegen Windmühlen kämpfe.
Ich hoffe daher, noch viel und regelmäßig von dir zu hören!

P.S.: Ich sagte bewusst, dass eine derart geführte Diskussion etwas bewirken könnte, denn um wirklich etwas zu ändern, müssten die Ausführungen natürlich von den richtigen Stellen gehört werden, anstatt in Foren zu versumpfen. Wer wie ich diese Diskussion mit Interesse verfolgt hat, wird dies zwar nicht so schnell vergessen und wohl auch den Thread in seine Bookmarks aufnehmen, um ihn für andere Interessierte zu verlinken, aber das reicht bei Weitem noch nicht aus. (Vor allem: Wer liest heutzutage schon komplette Threads, vor allem mit so komplexen Beiträgen?)
Nun ist, wie gesagt, die Chance, Gehör zu finden, zwar gering, aber dennoch da. Was es braucht, ist lediglich ein gewisser Verbreitungsgrad, bis eine Schwelle erreicht ist und die bisher nur in den Tiefen des Netzes geführte Diskussion an die Oberfläche tritt, indem sie z.B. in einer eigenständigen Plattform mündet, wie z.B. einige der sehr professionell gestalteten Webseiten beweisen, welche sich die Aufklärung der Bevölkerung auf die Fahnen geschrieben haben, indem sie sich z.B. explizit an Rat suchende Eltern wenden und sich neben der qualifizierten Beratung eben auch dem Aufräumen mit den üblichen propagandistischen Argumenten aus Medien und Politik widmen. Diese Seiten sind zwar auch nur ein Tropfen im Wasserglas, aber dieser fällt im Gegensatz zu Foren nicht so häufig auf den heißen Stein oder in den Sand, sondern durchaus auch auf fruchtbaren Boden und vielleicht bringt ja in Zukunft einer dieser Tropfen auch mal ein Fass zum Überlaufen.
Daher also meine Frage an Vicarocha: Gibt es deine Ausführungen, Argumentationen und Untersuchungsergebnisse auch in kompakter, gesammelter Form an einer öffentlich verfügbaren Stelle? Und wenn ja, wäre es möglich, diese z.B. eben erwähnten Webseiten zugänglich zu machen, um ihnen Schützenhilfe zu geben? Die warten nur darauf, endlich handfeste Argumente geliefert zu bekommen, anhand derer es möglich ist, Pfeiffer und Co auf der einzig erfolgversprechenden Ebene, nämlich der wissenschaftlichen, zu diskreditieren (denn das Problem ist meistens, dass die Betreiber dieser Seiten in der Regeln nicht, wie du, vom Fach sind, sondern eher aus meiner Branche, dem Informatikbereich, kommen). Wenn deine Ausarbeitungen also irgendwo verfügbar wären, würde zumindest ich in diesem Fall sofort in jeder meiner Forensignaturen und an anderen Stellen darauf verlinken.

Gruß,
Doc Shock
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Vicarocha
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Beitrag von Vicarocha »

Zu viel des Lobes, aber danke. :oops:
Daher ist dein Engagement ebenso bewundernswert wie wichtig und ich hoffe, dass du dessen nicht allzu bald überdrüssig werden wirst, denn Leute wie du werden in dieser Debatte dringend benötigt und es wäre fatal, wenn sich so jemand zurückziehen würde [...].

Wird vorerst kaum passieren - auch wenn Forendiskussionen durchaus frustrierend sein können -, denn ich arbeite ja momentan an meiner Dissertation zum Thema Jugendmedienschutz bei Filmen und Spielen in Deutschland, muss mich also zwangsläufig mit dem Thema auseinandersetzen, was auch unglaublich frustrierend sein kann, da sich die Debatte seit Jahrzehnten wiederholt und selsbt in wissenschaftlicher Fachliteratur immer wieder nur das gleiche geschrieben wird. und eben wil ich so viel Material habe und so oft über das Thema diskutieren konnte, sind solche Beiträge auch nicht mehr wirkliche Schreibarbeit (Stichwort: copy'n'paste), die darauffolgenden Diskussionen gehen einem allerhöchstens noch manchmal auf die Nerven, bzw. auf das Gemüt. ;-)
Aber wo wir bei der Dissertation sind, kann ich direkt deine Fragen beantworten:
Daher also meine Frage an Vicarocha: Gibt es deine Ausführungen, Argumentationen und Untersuchungsergebnisse auch in kompakter, gesammelter Form an einer öffentlich verfügbaren Stelle? Und wenn ja, wäre es möglich, diese z.B. eben erwähnten Webseiten zugänglich zu machen, um ihnen Schützenhilfe zu geben? Die warten nur darauf, endlich handfeste Argumente geliefert zu bekommen, anhand derer es möglich ist, Pfeiffer und Co auf der einzig erfolgversprechenden Ebene, nämlich der wissenschaftlichen, zu diskreditieren (denn das Problem ist meistens, dass die Betreiber dieser Seiten in der Regeln nicht, wie du, vom Fach sind, sondern eher aus meiner Branche, dem Informatikbereich, kommen). Wenn deine Ausarbeitungen also irgendwo verfügbar wären, würde zumindest ich in diesem Fall sofort in jeder meiner Forensignaturen und an anderen Stellen darauf verlinken.
Ausser unzähligen Forenbeiträgen habe ich bislang nur eine Magisterarbeit aus dem vergangenen Jahr vorzuweisen, die ich aber leider nicht anbieten darf (hat was mit der Rechteverteilung und dem Anspruch der Universität darauf zu tun). Ansonsten arbeite ich wie gesagt an meiner Dissertation, die dann auch zwangsäufig veröffentlicht wird (sofern ich sie nicht vermassel), also irgendwann (vermutlich nächstes Jahr, da ich wahrscheinlich noch bis Ende diesen Jahres daran arbeite) käuflich zu erwerben sein wird (ja... jetzt utnerstelle mir hier bitte niemand, dass ich von Anfang an Werbung betreiben wollte... :lol:). Gebündelt wäre das ganze dann aber auch nicht, eher umfangreich und um einiges nüchterner als meine Forenbeiträge.
Aaaber: Ein Kommilitone hat zusammen mit mir einen Blog zum Thema eingerichtet, dem allerdings bislang die Beiträge fehlen, weil ich (und jetzt kommt es) da eher schreibfaul bin (zumidnest so faul, meine forentauglichen beiträge nicht auf ein für den Blog taugliches Format umzuschreiben). :-D Sobald sich darauf etwas nennenswertes befindet, gebe ich dir Bescheid. Immerhin ist es ja mit meine Motivation, dass die Debatte auch von uns betroffenen Spielern kompetenter geführt werden kann, meine Beiträge sollen explizit Argumentationsstützen sein. :)
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Ghaleon
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Beitrag von Ghaleon »

Ich denke, die Wurzeln des Themas "Gewalt und Jugendkriminalität" sind komplex und liegen nicht oberflächlich bei dem aktuellen Medium "Computer u. Videospiele".

Jahrzehnte versäumte bzw. schlecht geführte Bildungs- und Erziehungspolitik, unsere Konsumgesellschaft, die Vorbilder der Gesellschaft aus der USA, die rezession der Wirtschaft und viele weitere Themengebiete hängen alle damit zusammen, dass die Gewalt steigt, oder es halt nicht gut aussieht.

Immer dann wenn etwas nicht stimmt sucht man (die Regierenden, untersützt von den Medien) für gewöhnlich einen Schuldigen dem man zumindest eine Teilschuld geben kann. Auf den man mit Bildzeitung-Logik und Sprüchen die gesamte Öffentlichkeit darauf hetzen kann. Früher war es das Fernsehen und die Filme ab 18 , die man gerade WEIL sie ab 18 waren, bevorzugt als jugendlicher gern gesehen hat. Heute ist es eben das mittlerweile größer gewordene Medium Computer & Videospiele.

Im Grunde sind Computer- u. Videospiele" zum Thema Gewaltzuwachs und Kriminalität die falsche Baustelle. Aber eben für die breite Nichtspieler-Bevölkerung ein leicht zu servierendes Opfer.

Ich denke wür müssen uns über das Thema keine gorßen Sorgen machen, der nächste Sündenbock wird uns Gamer schon noch ablösen.
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MaxDetroit
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Beitrag von MaxDetroit »

Ich habe mir nicht alles von Herrn Vicarocha durchgelesen. Er aber anscheinend auch nicht von mir. Er hat nur den Begriff 'Killerspiele' in meinem Text gefunden, was wohl gereicht hat. Ausserdem sollte der Herr auch seine bemerkenswerte Arroganz etwas zurückschrauben.
Ich möchte darauf hinweisen, das ich selber sogenannte 'Killerspiele' spiele, in denen man auf andere virtuelle Menschen schießt und diese gezielt tötet (Half Life, FEAR, Call of Duty 4, etc.). Mir haben diese Spiele sehr viel Spass gemacht, aber ich halte sie eindeutig für Spiele für Erwachsene. Über den Begriff Killerspiele lässt sich streiten, ich finde ihn schön provokant und wenn mich jemand fragt, dann sage ich auch brav: "Ja, ich spiele Killerspiele." Mit einem netten Grinsen natürlich.
Aber weiter im Thema: Wir leben nicht alle einzeln auf einer Insel, sondern viele bemühen sich noch darum zusammen in einer Gesellschaft zu leben, die gemeinsame Werte vertritt. Deshalb ist es Schade wenn es euch allen egal ist was eure Nachbarn so machen. Wir entfremden uns voneinander in die Isolation, das ist mitunter der Preis der Freiheit.
Ich finde eine Diskussion um das virtuelle Töten durchaus für gerechtfertigt, denn der Akt des Tötens wird spielerisch nachgestellt. Und wir alle wissen: Kinder lernen durch spielen und nachspielen von Rollen. Deshalb ist es auch gefährlich solche Spiele in Kinderhände zu geben. Eltern, die dies zulassen halte ich für unverantwortlich. Und ich denke der Gesetzgeber sollte diese schon kennzeichnen und für Kinder und Jugendliche nicht zugänglich machen, trotzdem aber nicht zensieren oder gänzlich verbieten - eben um nicht die erwachsenen Bürger zu entmündigen. Bitte dies bei euren Kommentaren nicht unter den Tisch fallen lassen: Ich bin definitiv gegen Zensur und vorschnelle Indizierungen.

Trotzdem, jeder sollte mal kurz überlegen was der Mord an einem anderen Menschen wirklich bedeutet:
Das Töten eines anderen Menschen in der Realität ist etwas unbegreifliches. Wer jemals ein Verbrechen wie einen Überfall, Vergewaltigung oder sogar einen Mord miterlebt hat, wird für immer verändert sein und wird dieses Erlebnis auch lange verarbeiten müssen, das garantiere ich euch.
Ein Spiel ist ein Spiel, so sehe ich das auch, aber man sollte sich schon damit beschäftigen was da passiert. Wenn man einen anderen Menschen tötet nimmt man ihm alles was er war und alles was er je geworden wäre. Man löscht ein Leben mit Bewusstsein, Familie und einer Biographie aus. Okay, eine Spielfigur ist kein Mensch, aber man muss den Unterschied auch erkennen und auch begreifen können. Dies ist eine gedankliche Leistung, die ich auch bei manchen erwachsenen Menschen leider vermisse. Deshalb bin ich für Jugendschutz und den behutsamen Umgang mit solchen Spielen.

Und, das ist meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger. Ich brauche keine Studien oder irgendwelche Statistiken dafür. Die habe ich mir selber gebildet.
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Vicarocha
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Beitrag von Vicarocha »

Ich habe mir nicht alles von Herrn Vicarocha durchgelesen. Er aber anscheinend auch nicht von mir. Er hat nur den Begriff 'Killerspiele' in meinem Text gefunden, was wohl gereicht hat. Ausserdem sollte der Herr auch seine bemerkenswerte Arroganz etwas zurückschrauben.
Tatsächlich habe ich deinen Beitrag komplett gelesen - wie dir sicherlich aufgefallen wäre, wenn du meinen entsprechenden Beitrag ebenfalls komplett gelesen hättest. Da ich außerdem nicht nur auf den Begriff „Killerspiele“ eingegangen bin. sondern auch auf den gesamten Rest deines Beitrages, straft deinen Vorwurf übrigens Lügen. Deine Verwendung des Terminus war viel mehr ein passender Anlass für eine grundsätzliche Kritik desselben (welcher hier ja bereits mehrfach und von mehreren unkritisch/-reflektiert benutzt wurde, ebenso wie z.B. in Massenmedien, Politik und populär- bis pseudowissenschaftlichen Publikationen), anstatt einen persönlichen Angriff auf dich zu intendieren (wie du es offenbar irrtümlicherweise anzunehmen scheinst), denn das war nur eine Standardanalyse zu dem Terminus (via copy’n’paste) und nicht extra als Angriff auf dich angefertigt. Interessant wäre es übrigens zu erfahren, womit du den Vorwurf der Arroganz begründest ? Um zur Abwechslung provokanter zu sein: Wirken bestimmte Äußerungen vielleicht nur dann arrogant, wenn man sie nicht versteht, bzw. nicht verstehen kann, gerade weil man gar nicht alles gelesen hat? Es ist in einem Forum zumindest unhöflich, jemandem Vorwürfe zu machen, ohne seine Beiträge überhaupt zu lesen. Nur zur Klarstellung: Das ganze klingt jetzt vielleicht patzig (arrogant?), soll aber durchaus nicht so gemeint sein.
Aber weiter im Thema: Wir leben nicht alle einzeln auf einer Insel, sondern viele bemühen sich noch darum zusammen in einer Gesellschaft zu leben, die gemeinsame Werte vertritt. Deshalb ist es Schade wenn es euch allen egal ist was eure Nachbarn so machen. Wir entfremden uns voneinander in die Isolation, das ist mitunter der Preis der Freiheit.
Es mag dich verwundern, aber ich und andere Menschen, die meine Perspektive teilen, bemühen sich auch darum, gemeinsam mit ihren Mitmenschen in einer Gesellschaft zu leben, die gemeinsame Werte, zumindest einen Wertekonsens vertritt. Einer dieser Werte ist es z.B., dass man eine (nennen wir es mal) Wertediktatur nicht zulässt und den Menschen ein Maximum an individueller Freiheit zugesteht, wenn sie diese für sich beanspruchen wollen. Um ebenso polemisch zu werden: Es ist auch „schade“, wenn man meint, sich in die Privatangelegenheiten seiner Mitmenschen einmischen zu müssen. Sich nicht in Privatangelegenheiten, welche niemanden negativ tangieren (s.o.) einzumischen, ist übrigens nicht gleichbedeutend mit einer Förderung intragesellschaftlicher Isolation (abgesehen davon, dass jedem das Recht auf selbstgewählte Isolation selbstverständlich zustehen sollte). Wir sind nicht amoralisch, wir erkennen nur an, dass moralische/ethische Werte, die über dem Minimalkonsens liegen, welcher für ein zivilisatorisches Miteinander unabdingbar notwendig ist, arbiträr sind und niemandem oktroyiert werden sollten – das ist sogar irgendwie eine sehr moralische Meinung und unabhängig vom Bereich der Meinungen für eine freiheitliche Gesellschaft unabdingbar.
Ich finde eine Diskussion um das virtuelle Töten durchaus für gerechtfertigt, denn der Akt des Tötens wird spielerisch nachgestellt. Und wir alle wissen: Kinder lernen durch spielen und nachspielen von Rollen. Deshalb ist es auch gefährlich solche Spiele in Kinderhände zu geben. Eltern, die dies zulassen halte ich für unverantwortlich. Und ich denke der Gesetzgeber sollte diese schon kennzeichnen und für Kinder und Jugendliche nicht zugänglich machen, trotzdem aber nicht zensieren oder gänzlich verbieten - eben um nicht die erwachsenen Bürger zu entmündigen. Bitte dies bei euren Kommentaren nicht unter den Tisch fallen lassen: Ich bin definitiv gegen Zensur und vorschnelle Indizierungen.
Natürlich ist eine Diskussion gerechtfertigt, immerhin sind wir ja in einem Forum und diskutieren. Darum geht es ja auch gar nicht, sondern um die Einhaltung von Minimalstandards bei einer Diskussion – und dazu gehört es nun mal nicht nur zu Meinen, zu Glauben, dieses als nonplusultra zu deklarieren und auf dieser Basis anderen die eigene Meinung, den eigenen Glauben aufzuzwingen. Das ist mit das Gegenteil einer Diskussion.
Außerdem: Du solltest beachten, dass ein Kind durchaus keine tabula rasa ist, die einseitig von Medieninhalten quasi programmiert wird (um nur mal verkürzt auf diesen quasi lerntheoretischen Ansatz einzugehen). Darum sollte man es auch nicht per se diabolisieren, wenn Eltern ihren Kindern bestimmte Medien zukommen lassen (was auch immerhin ihr gesetzlich zugesichertes Erziehungsprivileg ist), hier kommt es nämlich darauf an, wie Eltern das machen (z.B. begleitend, sowie erklärend etc.), also wie sie auf das Kind eingehen – ich würde dir aber zustimmen, dass es nie positiv ist, wenn Eltern ihre Kinder nur vor den audiovisuellen Medien platzieren und sich nicht um diese kümmern, aber diese Zustimmung erfolgt vollkommen unabhängig vom Inhalt. Genauso, wie das sich nicht kümmern generell zu kritisieren ist, auch wenn Eltern ihre Kindern unbeachtet mit traditionelleren Medien oder Spielzeugen etc. umgehen lassen.
Aber weiter zum zitierten Abschnitt: Bislang ging es ja gar nicht um Altersklassifikationen o.ä., sondern um Indizierungen und Beschlagnahmungen etc. Gegen das Prinzip der Altersklassifikationen gibt es zwar auch Kritik (hinsichtlich der Qualität derselben, s.u.) aber das war ja bislang auch gar nicht das Thema. Wenn man es plakativ ausdrücken sollte und du meinst, verbindliche (und auch effektiv vollzogene) Altersklassifikationen für Kinder (und u.U. Jugendliche) seien zu befürworten, aber Indizierungen und Beschlagnahmungen seien alleine bereits im Interesse Erwachsener abzulehnen (und diese sollten möglichst problemlos und vollkommen legal an unzensierte Versionen gelangen), würde ich dir nicht widersprechen (aber womöglich eine Diskussion über die Umstrukturierung der Altersklassifikationen beginnen, Stichworte: Detailliertere Altersstufen und liberalere Klassifizierungpraxis, sowie Entstaatlichung der entsprechenden Kontrolleinrichtungen, sowie der letztendlichen Klassifizierungsberechtigung).
Trotzdem, jeder sollte mal kurz überlegen was der Mord an einem anderen Menschen wirklich bedeutet:
Das Töten eines anderen Menschen in der Realität ist etwas unbegreifliches. Wer jemals ein Verbrechen wie einen Überfall, Vergewaltigung oder sogar einen Mord miterlebt hat, wird für immer verändert sein und wird dieses Erlebnis auch lange verarbeiten müssen, das garantiere ich euch.
Nicht die Diskursebenen wechseln. Es geht eben nicht um Gewalt in der Realtität, warum sollten da also reale Wertmaßstäbe gelten (ich verweise auf meine Ausführungen zum Geltungsansprcuh fiktiver/virtueller Darstellungen in Bezug auf die Realität)?
Ein Spiel ist ein Spiel, so sehe ich das auch, aber man sollte sich schon damit beschäftigen was da passiert. Wenn man einen anderen Menschen tötet nimmt man ihm alles was er war und alles was er je geworden wäre. Man löscht ein Leben mit Bewusstsein, Familie und einer Biographie aus. Okay, eine Spielfigur ist kein Mensch, aber man muss den Unterschied auch erkennen und auch begreifen können. Dies ist eine gedankliche Leistung, die ich auch bei manchen erwachsenen Menschen leider vermisse. Deshalb bin ich für Jugendschutz und den behutsamen Umgang mit solchen Spielen.
Ich könnte wieder auf den 3rd-person-effect verweisen oder auf den Umstand, dass bereits 6- bis 8-jährige Eindeutig zwischen Fiktivität/Virtualität und Realität unterscheiden können und sich die Medienrezeption bereits 12-jähriger durchschnittlich nicht von derjenigen Erwachsener unterscheidet, aber ich lasse es. Warum nicht einfach akzeptieren, dass eine Spielfigur für jemanden den gleichen Wert hat, wie z.B. eine Schachfigur? Und btw: ich bin auch für Jugendschutz, vertrete aber die Maxime, dass Schutz einer Gefahr bedarf und sich das Schutzniveau bei vorhandener Gefahr am Grad dieser Gefahr zu orientieren hat (Stichwort: Verhältnismäßigkeit).
Und, das ist meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger. Ich brauche keine Studien oder irgendwelche Statistiken dafür. Die habe ich mir selber gebildet.
Es geht doch beim ganzen gar nicht darum, jemandem seine Meinung zu nehmen, sondern darum, dass niemand einem anderen seine Meinung aufzwingt. Das ist doch fast schon alles.
Frustrierter Held
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Außerdem...

Beitrag von Frustrierter Held »

Dem möchte ich noch hinzufügen, dass es hier darüber hinaus noch um ein ganz grundsätzliches Problem geht: Natürlich ist denken anstrengend und selbstverständlich kostet es viel Zeit und Mühe, sich wirklich detailliert in eine derart komplexe Materie einzuarbeiten. In dieser Hinsicht bin ich ein gebranntes Kind, da ich selbst gerade an einer Studie zu diesem Thema arbeite... Diese Bemühungen sollte aber jeder mindestens bis zu einem gewissen Punkt auf sich nehmen, da eine Diskussion, in welcher Willkür, Bauchgefühle und Einzelerfahrungen die Grundlage der Argumentation sind, zwangsläufig inhaltlich ziemlich sinnfrei ist! Außerdem ist es doch mehr als anmaßend, sich einerseits darauf zu beschränken, Laie bleiben und diese mühsame und anspruchsvolle Arbeit selbst nicht leisten zu wollen, andererseits aber ohne jede fachliche Grundlage großspurig diejenigen zu kritisieren, die dies ein ganzes Forscherleben lang tun! Wenn wir uns darauf beschränken wollen, eine Diskussion so zu führen, dass jeder einfach irgendeine völlig unfundierte und unreflektierte Meinung in den Raum wirft, die zusätzlich auch noch zu einem nicht ganz unwesentlichen Anteil aus Reaktanz, kognitiver Dissonanzreduktion und Selbstschutz resultiert, anstatt sachlich und auf der Grundlage von Fakten zu argumentieren, dann hätten wir die Diskussion nach den ersten beiden Pro-/Kontrabeiträgen beenden können, da damit im Prinzip alles gesagt gewesen wäre (die Einen sind dafür, die anderen dagegen, wirkliche Gründe oder Argumente hat keine Seite, da es sich ja nur um Bauchgefühle und Einzelerfahrungen handelt, also what shalls...?).
Eine gute Diskussion, in deren Rahmen offensichtlich Leute mit ganz unterschiedlichen fachlichen Backgrounds zusammentreffen, sollte doch darin bestehen, dass hinterher jeder (Vicarocha, all' die anderen Leute hier und natürlich auch meine Wenigkeit) Beteiligte mit dem befriedigenden Gefühl daraus hervorgeht, seinen Horizont erweitert zu haben. Deshalb fühle ich mich auch grundsätzlich missverstanden, wenn man mir vorwirft, ich würde Laienmeinungen nicht akzeptieren, denn dem ist sicher nicht so, jedenfalls dann nicht, wenn es sich um reflektierte Meinungen handelt (das sind eben diejenigen, zu deren Äußerung man sich erstmal ein wenig sachlich mit der Thematik auseinandersetzen müsste...). Was ich dagegen tatsächlich nicht akzeptieren kann, ist, dass es sich manche Leute ganz besonders einfach machen, indem sie sich ohne jede kritische Auseinandersetzung mit dem Gegenstand hinstellen und seriösen Wissenschaftlern ihre Kompetenz absprechen, weil sie deren Ergebnisse nicht nachvollziehen können, andererseits selbst aber nur leere Phrasen zu bieten haben. Sicher hat auch die Existenz von Laienmeinungen ihre Berechtigung und natürlich sollen solche auch geäußert werden dürfen! Gewisse Leute sollten sich jedoch auch hin und wieder bewusst machen, dass es zwischen Laienmeinungen - sowohl den reflektierten als auch in erster Linie den unreflektierten - und fundierten fachlichen Methoden/Erkenntnissen große Unterschiede gibt und da gerade in der Diskussion zu diesem Thema bisweilen hauptsächlich (größtenteils leider ziemlich unreflektierte!) Laienmeinungen dominieren, ich mich jedoch prinzipiell dagegen wehre, dass gerade bei derart komplexen und gesellschaftlich ungemein wichtigen Themen das Denken beinahe verboten wird, nur, um den Komplexitätsgrad weit genug reduzieren zu können, damit man anschließend eine Blabla-Diskussion auf einem Niveau führen kann, welches der Thematik einfach nicht gerecht wird, bin ich der überzeugung, dass es gar nichts schaden kann, den Nicht-Fachleuten mal bewusst zu machen, dass zu wissenschaftlicher Forschung und der Fähigkeit, ein solches Thema wirklich adäquat beurteilen zu können, einfach unendlich viel mehr gehört, als sich hinzustellen und irgendwelche völiig subjektiven und unreflektierten Allgemeinplätze von sich zu geben.
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GehirnZelle
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Beitrag von GehirnZelle »

dann solltet ihr als "Experten" doch auch mal sagen, dass es bis data keine Einigkeit und keine wirklich representative Forschungen gibt! Das Thema ist psychologisch einfach zu komplex. Könnt ihr mir attestieren das "Killerspiele" 0 auswirkungen auf einen heranwachsenden Bub haben, dessen Rahmenbedingungen auch noch in das Klische der Abwärtsspirale passt. Leute nicht falsch verstehen, zocken ist mein Hobby. Der ganze Bereich ist doch sogut wie unerforscht, das einzige was bis jetzt stattgefunden hat, sind triviale Forschungen die methodisch nicht wasserdicht sind. Wenn ich mir schon die Korrelationen anschaue(als Laie), muss ich lachen. Es geht mir einfach darum, dass evtl. eine Restgefahr die keiner bemessen kann, bei manchen Personen evtl. vorhanden ist. Wenn ein labiler Mensch Jahre im Keller hockt und die brutalsten Spiele zockt, kann es ja gut , dass sich emphatisch was tut, und der völlig desensibiliert wird. Tausende andere Ursachen sind dafür natürlich auch verantwortlich, aber zu sagen das Videogames 0 Auswirkungen auf alle Menschen haben, ist doch momentan einfach falsch oder? Das sind eure Annahmen, in der Literatur sieht es bis heute anders aus, was ja auch nicht richtig sein muss. Im gegensatz zum Film nimmt schließlich der Spieler eine aktive Rolle ein und erlebt das viel intensiver und hat mehr und mehr Handlungsspielraum bei seinen Entscheidungen. Ich rede nur von einer bestimmten Risikogruppe die ich nicht kennen--> da Laie. Ich finde eurer Fachwissen wirklich bewundernswert und eure Rhetorik erst :P Was ich sagen will, das durch die zunehmende Popularität von Videospielen, und der Markt scheint noch lange nicht gesättigt zu sein, noch viele Forschungen betrieben werden müssen um wirklich Gewissheit zu haben. Nochmal die jetztigen anti Killerspiele Ergebnis halte ich auch für total lächerlich und stempel sie, als reinen Populismus ab.
..AlterEgo..
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Beitrag von ..AlterEgo.. »

OMG... ich spiele seit vielen Jahren Egoshooter... hauptsächlich Online... und ich kann es nur bestätigen... meine Gewaltbereitschaft ist in diesen Jahren um ein vieles mehr angestiegen!!! Es fing vor zwei Jahren an als ich die Erste Mücke an meiner Fensterscheibe mit brutaler Gewalt und mit Einsatz eines nicht Jugendfreien Magazines erschlug!! Danach folgten weitere Brutale Angriffe auf wehrlose Ameisen die sich in meinem Heimischen Garten auf den Nachmittagskuchen verirrten!!! Die Zahl der Toten stieg ins Unermäßliche!!!...

Also ich habe bis dato noch keinen im Real Life mit einer Thompson gebasht oder ein Satchel ins Nachbar Haus geworfen... noch glaube ich das ich in irgendeiner anderen art und weise (mehr) ;) unangehnem der Gesellschaft aufgefallen bin, nur weil ich Egoshooter und anderes oft Zocke!...

Irgendwein Sündenbok muss es wohl immer geben!!
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GehirnZelle
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Beitrag von GehirnZelle »

Probant "AlterEgo" ist zugleich Forscher und Leiter eines bahnbrechendem Projekts. Das Ergebnis wid Geschichte schreiben, durch Selbstbeobachtung und evaluierung seiner eigenen Verhaltensmuster, hat er sich selbst von jeder negativen Wirkung befreit. Zugleich gilt seine Stichprobe von 1 als representativ. Damit kann der Thread geschlossen werden. Danke nochmal für diese Ergebnisse. Ich hoffe du wirst die Details der Studie öffentlich zugänglich machen.
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Xris
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Beitrag von Xris »

GehirnZelle hat geschrieben:Probant "AlterEgo" ist zugleich Forscher und Leiter eines bahnbrechendem Projekts. Das Ergebnis wid Geschichte schreiben, durch Selbstbeobachtung und evaluierung seiner eigenen Verhaltensmuster, hat er sich selbst von jeder negativen Wirkung befreit. Zugleich gilt seine Stichprobe von 1 als representativ. Damit kann der Thread geschlossen werden. Danke nochmal für diese Ergebnisse. Ich hoffe du wirst die Details der Studie öffentlich zugänglich machen.
Hand aus der Hose, jetzt!

Ok, wir haben jetzt stolze 8 Seiten "blah blah" und ich bin genau so schlau wie ich auch vorher schon war. Ausser das, dass ganze doch teils recht "spaßig" zu lesen war, erzählen auch die sogennanten "Experten" nichts neues. Aber naja, was wäre 4P ohne solche dünnschiss Diskussionen.
Zumal die Diskussion eh zu nichts führt oder was soll am Ende hier dabei raus kommen?
Nichts:
Könnt ihr mir attestieren das "Killerspiele" 0 auswirkungen auf einen heranwachsenden Bub haben, dessen Rahmenbedingungen auch noch in das Klische der Abwärtsspirale passt.
Zuletzt geändert von Xris am 19.05.2008 14:07, insgesamt 2-mal geändert.
Vandyre
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Beitrag von Vandyre »

GehirnZelle hat geschrieben:dann solltet ihr als "Experten" doch auch mal sagen, dass es bis data keine Einigkeit und keine wirklich representative Forschungen gibt! Das Thema ist psychologisch einfach zu komplex. Könnt ihr mir attestieren das "Killerspiele" 0 auswirkungen auf einen heranwachsenden Bub haben, dessen Rahmenbedingungen auch noch in das Klische der Abwärtsspirale passt. Leute nicht falsch verstehen, zocken ist mein Hobby. Der ganze Bereich ist doch sogut wie unerforscht, das einzige was bis jetzt stattgefunden hat, sind triviale Forschungen die methodisch nicht wasserdicht sind. Wenn ich mir schon die Korrelationen anschaue(als Laie), muss ich lachen. Es geht mir einfach darum, dass evtl. eine Restgefahr die keiner bemessen kann, bei manchen Personen evtl. vorhanden ist. Wenn ein labiler Mensch Jahre im Keller hockt und die brutalsten Spiele zockt, kann es ja gut , dass sich emphatisch was tut, und der völlig desensibiliert wird. Tausende andere Ursachen sind dafür natürlich auch verantwortlich, aber zu sagen das Videogames 0 Auswirkungen auf alle Menschen haben, ist doch momentan einfach falsch oder? Das sind eure Annahmen, in der Literatur sieht es bis heute anders aus, was ja auch nicht richtig sein muss. Im gegensatz zum Film nimmt schließlich der Spieler eine aktive Rolle ein und erlebt das viel intensiver und hat mehr und mehr Handlungsspielraum bei seinen Entscheidungen. Ich rede nur von einer bestimmten Risikogruppe die ich nicht kennen--> da Laie. Ich finde eurer Fachwissen wirklich bewundernswert und eure Rhetorik erst :P Was ich sagen will, das durch die zunehmende Popularität von Videospielen, und der Markt scheint noch lange nicht gesättigt zu sein, noch viele Forschungen betrieben werden müssen um wirklich Gewissheit zu haben. Nochmal die jetztigen anti Killerspiele Ergebnis halte ich auch für total lächerlich und stempel sie, als reinen Populismus ab.
Ich hab mich nicht mit jedem Post zu diesem Thema beschäftigt, die langen Post hab ich (leider, und das meine ich ernst, da ich nicht die Zeit habe, mich stundenlang in Forem rumzutreiben, diese Texte aber anscheinend recht fruchtbar waren) so gut wie gar nicht gelesen.

Passend zu Deiner Frage bezüglich Experten, die dir eine 0%ige Auswirkung seitens Computerspiele bescheinigen sollen, möchte ich mal ein Interview mit einem Professor eines Institutes für Medienforschung ans Herz legen: http://www.gamona.de/article/detail/id- ... 599067.htm

Daraus möchte ich folgendes zitieren: "Ansonsten gilt die alte Formel der Medienwirkungsforschung: ›Certain media do certain things with certain people‹. Meint: Killerspiele [oder generell Medien, auch Bücher, Zeitungen etc.] wirken, irgendwie, auf jeden und jedes Mal anders." [von mir ergänzt]
Vandyre
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Beitrag von Vandyre »

GehirnZelle hat geschrieben:dann solltet ihr als "Experten" doch auch mal sagen, dass es bis data keine Einigkeit und keine wirklich representative Forschungen gibt! Das Thema ist psychologisch einfach zu komplex. Könnt ihr mir attestieren das "Killerspiele" 0 auswirkungen auf einen heranwachsenden Bub haben, dessen Rahmenbedingungen auch noch in das Klische der Abwärtsspirale passt. Leute nicht falsch verstehen, zocken ist mein Hobby. Der ganze Bereich ist doch sogut wie unerforscht, das einzige was bis jetzt stattgefunden hat, sind triviale Forschungen die methodisch nicht wasserdicht sind. Wenn ich mir schon die Korrelationen anschaue(als Laie), muss ich lachen. Es geht mir einfach darum, dass evtl. eine Restgefahr die keiner bemessen kann, bei manchen Personen evtl. vorhanden ist. Wenn ein labiler Mensch Jahre im Keller hockt und die brutalsten Spiele zockt, kann es ja gut , dass sich emphatisch was tut, und der völlig desensibiliert wird. Tausende andere Ursachen sind dafür natürlich auch verantwortlich, aber zu sagen das Videogames 0 Auswirkungen auf alle Menschen haben, ist doch momentan einfach falsch oder? Das sind eure Annahmen, in der Literatur sieht es bis heute anders aus, was ja auch nicht richtig sein muss. Im gegensatz zum Film nimmt schließlich der Spieler eine aktive Rolle ein und erlebt das viel intensiver und hat mehr und mehr Handlungsspielraum bei seinen Entscheidungen. Ich rede nur von einer bestimmten Risikogruppe die ich nicht kennen--> da Laie. Ich finde eurer Fachwissen wirklich bewundernswert und eure Rhetorik erst :P Was ich sagen will, das durch die zunehmende Popularität von Videospielen, und der Markt scheint noch lange nicht gesättigt zu sein, noch viele Forschungen betrieben werden müssen um wirklich Gewissheit zu haben. Nochmal die jetztigen anti Killerspiele Ergebnis halte ich auch für total lächerlich und stempel sie, als reinen Populismus ab.
Ich hab mich nicht mit jedem Post zu diesem Thema beschäftigt, die langen Post hab ich (leider, und das meine ich ernst, da ich nicht die Zeit habe, mich stundenlang in Forem rumzutreiben, diese Texte aber anscheinend recht fruchtbar waren) so gut wie gar nicht gelesen.

Passend zu Deiner Frage bezüglich Experten, die dir eine 0%ige Auswirkung seitens Computerspiele bescheinigen sollen, möchte ich dir (und anderen) mal ein Interview mit einem Professor eines Institutes für Medienforschung ans Herz legen: http://www.gamona.de/article/detail/id- ... 599067.htm

Daraus möchte ich folgendes zitieren: "Ansonsten gilt die alte Formel der Medienwirkungsforschung: ›Certain media do certain things with certain people‹. Meint: Killerspiele [oder generell Medien, auch Bücher, Zeitungen etc.] wirken, irgendwie, auf jeden und jedes Mal anders." [von mir ergänzt]

huch, da hat edit aber mist gebaut... :oops:
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Beitrag von GehirnZelle »

schönes Interview
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Vicarocha
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Beitrag von Vicarocha »

dann solltet ihr als "Experten" doch auch mal sagen, dass es bis data keine Einigkeit und keine wirklich representative Forschungen gibt!
Das habe ich in diesem thread doch bereits konkret erwähnt (und mehrfach impliziert) – aufgrund diverser (hier ebenfalls skizzierter) Faktoren ist der Forschungsstand der Medienwirkungsforschung als desolat zu bezeichnen. Es gilt nach wie vor ein Fazit von B. Berelson aus dem Jahre 1949: >>Some kinds of communication on some kinds of issues, brought to the attention of some kinds of people under some kinds of conditions, have some kinds of effects.<< Darauf basierte dann auch 1961 die Aussage von W. Schramm, J. Lyle und E. B. Parker: >>For some children, under some conditions, some television is harmful. For other children under the same conditions, or for the same children under the other conditions, it may be beneficial. For most children, under most conditions, most television is probably neither harmful nor particulary beneficial.<< Die Aussage Rolf F. Nohrs ist ein entsprechendes Derivat daraus: >>Certain media do certain things with certain people.<< Darum erwähnte ich ja auch, dass der Forschungsstand der sog. Wirkungsforschung spätestens seit den 1960ern stagniert, u.a. auch, weil es damals einen (von Beginn an) überfälligen Paradigmenwechsel vollzog, weg vom Medienbestimmten, zum aktiv rezipierenden Menschen – genauso wie ich erwähnte, dass ich die Medienwirkungsforschung (zentrale Fragestellung: Was machen Medien mit den Rezipienten?) insgesamt für das Problem als inadäquat erachte und für eine konsequente Rezeptionsforschung plädiere (zentrale Frage: Was machen Rezipienten mit den Medien?). Das Dilemma der Medienwirkungsforschung wurde doch bereits erläutert – neben den erwähnten Faktoren ist hier z.B. auch zusätzlich zu nennen, dass sich eine Nichtwirkung mit den gängigen Instrumentarien der Medienwirkungsforschung gar nicht nachweisen lässt: Die Medienwirkungsforschung hat bislang keinerlei Ergebnisse geliefert, die irgendwelche Maßnahmen im Jugendmedienschutz begründen könnten, bzw. kann m.E. solche Ergebnisse aufgrund ihres hypothetischen Fundamentes gar nicht liefern (Stichwort: implizites Menschenbild), insbesondere nicht in pauschalisierender Art und Weise.
Der ganze Bereich ist doch sogut wie unerforscht, das einzige was bis jetzt stattgefunden hat, sind triviale Forschungen die methodisch nicht wasserdicht sind. Wenn ich mir schon die Korrelationen anschaue(als Laie), muss ich lachen.
Das essentielle Problem der Medienwirkungsforschung ist, dass sich ein Großteil der Wirkungsannahmen einem simplen stimulus-response-Modell zuorden lässt, welches auf negativer Anthropologie - welche den Menschen als ein Wesen definiert, welches auf dargebotene Stimuli (zumeist identische) Antworten gibt, quasi eine Art tabula rasa -, sowie einem naiven Medieninformationskonzept – definiert mittels der sog. >>Container-Metapher<<: Wenn man Botschaften als Behälter für Inhalte versteht, die objektiv existieren und damit Bestandteil einer beobachtungsunabhängigen Wirklichkeit sind, dann müssen kommunizierte Inhalte identisch sein für denjenigen, der sie in den Container legt, und für den, der sie entnimmt -, basiert. Die (impliziten) Grundannahmen dieser stimulus-response-Modellen (S-R-Modelle) sind Monokausalität, Unmittelbarkeit, Linearität und Symmetrie des Medienwirkungspotentials auf Rezipienten. Medien verstanden als wirkungsmächtiges Agens, als das allein aktive, kausal verantwortliche Element, dem die Rezipienten nicht gewachsen sind. Man kann diese Variante der Wirkungserklärung daher als Paradigma der Verursachung, Manipulation oder Konditionierung benennen. Das hier zugrundeliegende Rezipientenbild findet in der Realität aber allenfalls in singulären Ausnahmefällen annähernde Entsprechung - bei pathologischen Individuen -, aber auch hier nicht derart monokausal, unmittelbar, linear und symmetrisch. Feststellbar ist, dass S-R-Modelle bei den Wirkungsthesen von einer seriösen Wissenschaft generell nicht mehr vertreten werden, denn außer weniger reflexhafter, instinktiver Reaktionen gibt es keine Wirkungen im Sinne physikalischer Gesetzmäßigkeiten. Statt S-R-Modellen finden nun sog. stimulus-organism-response-Modelle (SOR-Modelle) Beachtung, bei denen zwar Persönlichkeitsvariablen der Rezipienten wirkungsmodifizierende Funktionen zuerkannt werden, welche aber immer noch im Sinne eines Einweg- oder Transportmodells der Massenkommunikation funktionieren. Zudem gilt: Obwohl neuere Medienwirkungstheorien von monokausalen Wirkungszusammenhängen zwischen Gewaltdarstellungen in den Medien als Ursache und tatsächlicher Gewaltausübung in der Realität als Wirkung abgehen, steckt die Annahme dieser kausalen Relation weiterhin implizit in den Theorien. Das ist auch unvermeidlich; denn es wäre sinnlos, das Medienkonsumverhalten in Relation zu aggressiven oder gewalttätigen Handlungen zu setzen wenn kein Wirkungszusammenhang angenommen werden würde. Die Ergebnisse bzw. die Interpretationen empirischer Untersuchungen sind somit bereits als Voraussetzungen und leitende Hypothesen in das Design der Untersuchung eingeflossen. Damit sind aber in gewisser Hinsicht die Wege zu alternativen Ansätzen verlegt, Ursachen anderer Art werden potenziell außen vorgelassen. Anders formuliert: Die Mediengewaltwirkungsforschung geht in der Regel positiv vor, dass heißt, sie fragt nach dem Grad u./o. dem Volumen gemessener Gewalt (als Folge von Gewaltdarstellungen). Damit entgehen ihr alle solche Wirkungen, bei denen dargestellt Gewalt zur Gewaltreduktion bzw. Gewaltverhinderung beitragen könnte, denn eine nicht aufgetretene Gewalt läßt sich ungleich schwerer nachweisen, als eine aufgetretene (overte) Gewalt. Ergo stellen trotz der expliziten Absage an S-R-Modelle die meisten Medienwirkungsthesen immer noch lediglich deren Derivate dar - und sind damit nicht als neue Thesen oder gar Ansätze zu definieren: All die vermeintlich modernen Thesen der heutigen Medienwirkungsforschung sind bereits in der Zeit vor 1914 diskutiert worden.

EXKURS
Sinnvoller ist der folgende (rezeptionstheoretische) Ansatz, der auch verdeutlichen sollte, warum man keine allgemeingültigen Aussagen über Wirkungspotentiale tätigen kann und warum die Forderungen der Massenmedien, der Politik und auch der Spieler nach einfachen, eindeutigen Antworten unmöglich zu erfüllen sind (weshalb man dann der Forschung mit ungebührlich Antipathie, Resignation o.ä. begegnet):
Es herrscht mittlerweile Konsens (ausser bei denjenigen, welche erwähnte Studien anfertigen und diese vornehmlich spektakulär in den Massenmedien präsentieren), Medienrezeption als einen aktiv bedeutungsgenerierenden Prozeß aufzufassen, als Spezialfall sozialen Handelns, in welchem eine Vielzahl situativ bedingter, sozio-kultureller und individuell lebensgeschichtlicher Anforderungen, Erfahrungen und Bedürfnisse in der Wahrnehmung und Interpretation von Medieninhalten zusammenspielen. Rezeption erfolgt zwar natürlich nicht inter- und intraindividuell absolut arbiträr - denn trotz aller Einzigartigkeit der Erlebnisse gibt es keine rein individuelle Medienrezeption, denn da alle Zuschauer ähnliche entwicklungspsychologische Stadien durchmachen und das in der Regel im Rahmen einer bestimmten Gesellschaft und eines spezifischen kulturellen Kontextes und außerdem Sozialisationsinstanzen wie Elternhaus, Schule etc. durchlaufen, sind alle für das Individuum einzigartigen Rezeptionserlebnisse und -erfahrungen sozial vermittelt -, eröffnet jedoch ein potentiell unendliches Möglichkeitenspektrum. D.h.: Weder Sinn noch Verwendungsweise von Medien sind pauschalisierbar, sondern individuelle Angelegenheiten. Da mediale Inhalte zudem chiffrierte Texte darstellen und um die Pluralität der Rezeptionswelten zu verdeutlichen, sind auch unterschiedliche Lese- bzw. Decodierkompetenzen der Rezipienten zu erwähnen (deren detailierte Darstellung ich mir an dieser Stelle spare), welche aufsteigende Grade der Medienorientierung, -erfahrung, -beziehung und -bindung darstellen.
Für Heran- und Erwachsende gilt dabei also gleichermaßen, dass eine direkte (d.h. monokausale, unmittelbare, lineare u./o. symmetrische) Medienwirkung auf sie prinzipiell ausgeschlossen ist, aufgrund von Kommunikationsbarrieren medialer, sozialer und personaler Natur. Insbesondere aus letzteren beiden Barrieren resultiert: Die meisten Handlungen sind weitgehend antizipatorischer Kontrolle unterworfen. Diese Fähigkeit, in der Zukunft mögliche Konsequenzen auf gegenwärtiges Verhalten zurückzubeziehen, fördert vorausschauende Verhalten und zwar auch in Bezug auf violentes Verhalten. Die Ausübung aggressiven Verhaltens ist normalerweise Hemmungen unterworfen, d.h. solche regulativen Mechanismen wie soziale Normen, Furcht vor Bestrafung und Vergeltung, Schuldgefühle und Angst unterbinden vielfach das Manifestwerden von Aggression. Simplifiziert formuliert: Zum bei weitem überwiegenden Teil sind wir keine Psychopathen, Sadisten, Gewalttäter. Jedes Massenmedium, gleich wie gewalthaltig von seinem Inhalt, ist voll der Sicherungsmechanismen, der Tabus, der Konventionen und stillschweigenden Absprachen, die es für die angesprochene, entsprechend eingelesene Gruppe überhaupt goutierbar machen.

Dies wird z.B. auch dadurch verdeutlicht, dass selbst vermeintlich brutale Gewaltszenen auch von minderjährigen Rezipienten im Rahmen eines für sie geltenden Normen- und Wertesystems interpretiert und verstanden werden. Diese Normen und Werte sind oft nicht mit denen von Erwachsenen - zu deren Leidwesen – vereinbar. Denn auch durch Heranwachsende werden moralische Standards internalisiert und sie werden von anthropologischen Determinanten und soziologischen Einflussgrößen geleitet.
Zusätzlich gilt: Die sozialpsychologische Einstellungsforschung hat gezeigt, dass die mediale Kommunikation überhaupt allerhöchstens in der Lage ist, bereits vorhandene Einstellungen zu bekräftigen oder zu bestärken, nicht diese zu induzieren. Als Prämisse gilt also bereits jetzt, dass Medieninhalte nicht ursächlich für die Genese realer Aggression/Gewalt sind, sondern soziodemographische Faktoren, also Geschlecht, Alter, Bildung, Stabilität des sozialen Umfelds und die familiäre sind wesentliche Determinanten für gewalttätiges Handeln.

EXKURSENDE
Könnt ihr mir attestieren das "Killerspiele" 0 auswirkungen auf einen heranwachsenden Bub haben, dessen Rahmenbedingungen auch noch in das Klische der Abwärtsspirale passt. [...] Es geht mir einfach darum, dass evtl. eine Restgefahr die keiner bemessen kann, bei manchen Personen evtl. vorhanden ist. Wenn ein labiler Mensch Jahre im Keller hockt und die brutalsten Spiele zockt, kann es ja gut , dass sich emphatisch was tut, und der völlig desensibiliert wird. Tausende andere Ursachen sind dafür natürlich auch verantwortlich, aber zu sagen das Videogames 0 Auswirkungen auf alle Menschen haben, ist doch momentan einfach falsch oder? Das sind eure Annahmen, in der Literatur sieht es bis heute anders aus, was ja auch nicht richtig sein muss.

Können wir dir nicht attestieren, dass war auch gar nicht die Intention, geschweige denn eine hier aufgestellte Behauptung, bzw. überhaupt das Thema – wenngleich natürlich bestimmte Ableitungen möglich waren (s.u.). Von einer absoluten Nichtwirkung hat auch niemand etwas behauptet, insgesamt wurde das Risikogruppenproblem ja hier noch gar nicht thematisiert. Aber: Stand der Forschung ist, dass die Medienwirkungsforschung nicht für eine pauschale Analyse des Gefahrenpotentials medialer Gewaltdarstellung herhalten kann, weder aufgrund der bisherigen Forschungsergebnisse, noch aufgrund ihrer Grundkonzeption – es gibt nicht das eine, allgültige Medienwirkungsgesetz. Aber es lassen sich aus den anderen hier dargestellten Faktoren durchaus Allgemeinaussagen treffen, z.B. das man von pauschale Gefahrenpotentiale ohnehin nie behaupten kann und das, wenn es für einen individuellen Fall in einer Risikogruppe Gefahrenpotentiale durch mediale Gewaltdarstellung gibt, diese gemeinhin tendenziell eher marginal, also relativierbar ausfallen. Das klingt jetzt seltsam, u.U. Unverständlich, aber ich kann das gerne ausführen. Anders: Man kann nicht pauschal für jeden Rezipienten behaupten, mediale Gewaltdarstellungen wirken oder wirken, geschweige denn überhaupt die Art der Wirkung pauschalisieren. Notwendig ist ein Risikogruppenansatz:

Insgesamt gilt, dass allenfalls Tendenzen für ein Wirkungsrisiko vermutbar sind. Nach gängiger Forschungsmeinung trifft ein solches insbesondere auf >>gefährdungsgeeignete<< Subgruppen zu, die aufgrund ihrer entwicklungsbedingten Situation und Möglichkeiten Medien anders rezipieren als z.B. Nutzer aus intakten sozialen Milieus. Insgesamt scheint es aus der Perspektive so zu sein, dass Gewaltdarstellungen auf die Mehrheit der Betrachter keine oder nur schwache Effekte haben, aber bei bestimmten Problemgruppen womöglich starke Wirkungen zeigen könnten. Diese Vermutung basiert aber lediglich auf einem Vergleich der Medienwirkungsstudien miteinander, also auf Meta-Analysen:
Angesichts der vorangegangenen Überlegungen sowie des Tatbestandes, dass die Medien ja nur ein Faktor neben vielen die Persönlichkeitsentwicklung beeinflussenden Faktoren ist, wäre in den wenigen Feldstudien (welche größtenteils zur Wirkung von Film und TV, nicht von Spielen, angefertigt wurden) ein Muster von relativ schwachen positiven Korrelationskoeffizienten zwischen dem Konsum von Mediengewaltdarstellungen und der späteren Aggressivität zu erwarten. Betrachtet man die in den verschiedenen Ländern durchgeführten Studien, dann ergibt sich genau dieses Muster, obwohl die auch qualitativ sehr unterschiedlichen Studien in doch recht verschiedenen Umwelten durchgeführt worden sind. D.h. Während die einzelnen Korrelationskoeffizienten jeweils für sich nicht kausal interpretierbar sind, deutet das Gesamtmuster der Befunde auf einen Einfluss der Medien auf spätere Aggressivität hin. Man nimmt an, dass die in den Feldstudien erhaltenen Resultate auch von der Stärke her den Erwartungen entsprechen, die aufgrund lerntheoretischer Überlegungen gehegt werden. Die Koeffizienten variieren ungefähr zwischen 0,1 und 0,2 d. h. etwa zwischen 1 % und 4 % des späteren aggressiven Verhaltens werden in den Feldstudien durch den vorherigen Konsum von Mediengewalt erklärt. Allerdings hat sich die Konvention durchgesetzt, Korrelationskoeffizienten, deren Stärke geringer als 0,2 ist, als unbedeutend und uninterpretierbar nicht weiter zu beachten. Der Einwand, dass die erhaltenen Koeffizienten zu schwach sind, würde nicht berücksichtigen, dass eine im Schnitt recht schwache Beziehung für alle Probanden eines Samples für einige Probanden bzw. Subpopulationen eine durchaus starke Beziehung bedeuten kann.
Soweit die gängige Meinung... und das ist relevant, hier handelt es sich nur um eine Meinung, basierend auf Indizien, nicht auf eine wissenschaftliche Erkenntnis. Aber das reicht aus, damit ein Großteil der Forscher heutzutage durchaus die Annahme bestätigt, dass mediale Gewaltdarstellungen negative Wirkungen haben könnten.

Diese Wirkungsvermutung ist jedoch explizit methodologisch nicht einwandfrei begründet, denn das zentrale Problem ist, dass schlechte und methodisch problematische Studien in ihrer Aussagekraft nicht dadurch besser werden, dass man sie in eine Meta-Analyse einbezieht. Das Gesamtergebnis mag bestimmte Schlussfolgerungen über den Forschungsstand zum untersuchten Thema suggerieren, viele Artefakte bzw. unzutreffende Befunde addieren sich deshalb aber noch lange nicht zu einem zutreffenden Ergebnis. Dennoch besteht auf zuvor dargestellter Basis größtenteils dahingehend Konsens, dass Mediengewalt negative Effekte (insbesondere hinsichtlich des Aufbaus bzw. der Stabilisierung violenter Persönlichkeitsstrukturen) haben könnte - zumindest lasse sich nicht beweisen, daß es keinen Zusammenhang gibt [dies wird hier als Argument für diese Wirkungsannahme genutzt, sit aber gerade ein problem, dass dagegen sprechen kann, denn genauer wäre die Formulierung, dass die Wirkungsforschung diesen Nichtzusammenhang gar nicht beweisen kann (s.o.)]. Jedoch ist diese- gängige Perspektive zu bezweifeln, bereits weil adäquate Langzeitstudien bislang gänzlich fehlen (und womöglich gar nicht machbar sind). Nur Einzelfälle der Studien deklarieren sich als Langzeitstudien - sind dann aber bislang aufgrund gravierender Mängel gänzlich relativierbar - der Studiengroßteil besteht aus Studien zu kurzfristigen Wirkungen (welche sich selbst jedoch häufig ohne jedwede Fundierung Aussagegehalt über Langzeitwirkungen attestieren). D.h.: Es gibt keine verlässlichen Aussagen zu Langzweitwirkungen, also auch dieses hier postulierte Wirkungsrisiko ist allenfalls auf kurzfristige Wirkungen anwendbar, wenn überhaupt. Anzumerken ist zudem, dass selbst passable Langzeitstudien höchstens Tendenzen nachweisen könnten, jedoch ausdrücklich keine Ursache-Wirkung-Konstellationen, denn mit der Länge des Untersuchungszeitraums wächst auch die Wahrscheinlichkeit, dass (von den Forschern nicht ausreichend berücksichtigte) intervenierende Variablen eine Rolle spielen und den Zusammenhang zwischen Mediengewaltdarstellungsrezeption und Gewaltverhalten beeinflussen.
Außerdem muss man bei Metanalysen noch beachten, dass es neben dem Problem der interkulturellen Vergleichbarkeitsprobleme es noch weitere methodische Probleme gibt, die bei diesem Verfahren des Vergleichs von Studien nicht beachtet werden, ganz zu schweigen von generellen Problemen der Metaanlysen.

Zudem wären diese bislang gemessenen, nur kurzfristigen, zweifelhaften Effekte auch bei Zutreffen besagter Wirkungsvermutung insgesamt relativierbar: Zum einen ob ihrer geringen Signifikanz, zum anderen sind diese Effekte z.B. aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit fragwürdig, dass eine nach dem Einfluss von Mediengewaltdarstellungen gemessene Steigerungen von Gewalt/Aggression bei den Probanden oftmals höchstens sog. arousal-Effekte sind: Simplifiziert ausgedrückt sind das nur kurzfristige empathische Reaktionen, also allgemeine Erregungen aus dem gesamten Spektrum emotionaler Befindlichkeiten (bspw. Wut, Empörung, Scham, Kummer, Abscheu oder auch deren positivere Pendants), die durch alle Arten von Medieninhalten (auch ohne Gewaltdarstellungen) hervorgerufen werden können, in ihrer physiologischen Symptomatik jedoch als identisch gelten und bei einer Messung derselben nicht eindeutig voneinander differenziert werden können. Eine derart gemessene (vermeintliche) Steigerung von Gewalt/Aggression könnte also auch durchaus die Steigerung einer völlig gegenteiligen Befindlichkeit sein. Dies ist insbesondere bei Computerspielen relevant, deren Spielverlauf oftmals ein Wechselspiel zwischen sog. flow und Frust darstellt (was ich bereits erläutert habe). Ganz zu schweigen von den generellen, ebenfalls bereits erläuterten Problemen dieser Studien (z.B. die Operationalisierung der Gewalt-/Aggressionsmessung und deren Definitionen etc.)

Der angedeutete Subpopulations- bzw. Problemgruppenansatz erscheint dennoch beachtenswert, da überhaupt erst hier die fraglichen prozentualen Anteile aggressiven (kurzfristigen) Verhaltens Relevanz erhalten könnten. Aber die Ausführungen dazu spare ich mir für das nächste mal auf, nur so viel: Auch bei Problemgruppen ist eher anzunehmen, dass problematische Medienwirkungsmodelle erst bei individuellen Ausnahmen (zumeist pathologischen Individuen) auch in entsprechenden annähernde (aber extrem kritikwürdige) Plausibilität erhalten. Ganz abgesehen davon, dass wir einfach nicht wissen, wer diese Problemgruppen genau sein könnten (es existieren auch hier nur Indizien), dass hier aber andere, non-mediale Faktoren Relevanz haben und die Integration der Medienfaktoren sehr konstruiert wirkt.
Nochmal die jetztigen anti Killerspiele Ergebnis halte ich auch für total lächerlich und stempel sie, als reinen Populismus ab.
Dito. Hat aber doch auch niemand bezweifelt.

P.S.: Ich hoffe es ist alles noch stringent und lesbar, habe das gerade nur so nebenbei getippt, bin in Eile (ja... ich weiß wie seltsam fdas beid er Masse an Text anmutet). ;-)