BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

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Sir Richfield
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Sir Richfield »

Chris Dee hat geschrieben:Da gebe ich Dir ja vollkommen Recht, mir ist nur diese ganze Kurzfristigkeit zu schwarz-weiß gemalt. Das klingt immer so als wäre es den Beteiligten vollkommen gleichgültig, ob es das Unternehmen nach dem nächsten Quartalsbericht überhaupt noch gibt und das stimmt in dieser extremen Form einfach nicht.
Richtig. Du musst "Beteiligten" gegen "Verantwortliche" ersetzen.

Natürlich möchte der Gamedesigner ein tolles Spiel machen, der Grafiker nicht jeden Tag Bewerbungen schreiben und der Programmierer mag trockene Dächer.
Aber deshalb sind die ja auch keine Manager.

Warum allerdings sollte der Vorstand eines börsennotierten Publishers kompetenter oder weitblickender sein als, z.B. die Planer vom BER?
Kajetan hat geschrieben:Es gibt da keinen Lerneffekt, weil die Hauptzielgruppe dieser Spiele kein Problem sieht. Die Hauptzielgruppe von CoD, FIFA und Co. kauft fast nur diese Spiele, da steht im Regal im Grunde nichts anderes. Da kauft man sich eine Konsole NUR DESWEGEN.
Genau.
Das ist die Gruppe, die ich mit "Der Kunde" meine.
Mir will bis heute nicht einfallen, was man tun muss, um den zu vergraulen.
Chris Dee
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Chris Dee »

Sir Richfield hat geschrieben:
Chris Dee hat geschrieben:Weiß nicht. Wenn ein Publisher/Entwickler sich diesen Bonus durch konstant überzeugende Veröffentlichungen verdient hat, wieso sollen die Leute den dann nicht durch Vorbestellungen unterstützen
Weil das halt nicht funktioniert. Die meisten Konsumenten fluchen laut über AC Unity und bestellen dann trotzdem den nächsten Teil vor, weil *Hier Ausrede einfügen*.

Guck dir CoDs Absatz und die permante Kritik am Spiel an. Siehst du da einen Lerneffekt?
Oder die Sportspiele von EA.
Am Ende kann doch aber niemand genau sagen, was die genauen Effekte von Vorbestellungen sind und ob die in der Summe eher positiv oder eher negativ sind. Genau so, wie man selten jemanden ernsthaft über die positiven Wirkungen von Schwarzkopien diskutieren hört.

Sollte "der Kunde" oder "der Konsument" tatsächlich zu doof sein, um mit dem Instrument "Vorbestellung" verantwortlich und nachhaltig umzugehen, so what? Dann bekommt er eben genau das, was er verdient. Wie sonst auch im Leben. Du schaffst ja auch in der Demokratie nicht die freien Wahlen ab, nur weil jemand diese Freiheit dazu nutzt, irgendein rechtsradikales Gesocks zu wählen. Und wenn am Ende in freien Wahlen 80% rechtsradikal wählen, dann wirst Du halt auch damit irgendwie leben müssen. (Ebenso wie den Türken niemand verbieten kann, ihre Demokratie auf ganz demokratischem Wege abzuschaffen und durch eine Präsidialdiktatur zu ersetzen.)

Anders gesagt: Wenn 98 von 100 Publishern Vorbestellungen zur Abzocke nutzen und nur 2 zum Wohle der Kunden, diese 2 aber zufällig auch die einzigen sind, deren Spiele mich überhaupt interessieren, warum sollte ich dann Vorbestellungen verbieten oder abschaffen wollen, wenn sie für mich nur Positives bringen?
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Sir Richfield
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Sir Richfield »

Grauer_Prophet hat geschrieben:Wir werden in der Zukunft ganz andere Sorgen haben als die Qualität unsererer Videospiele ;)
Wenn du an diese Sorgen allerdings mit dem gleichen "Whatabouttism" gehst, dann ja - werden wir die haben. ;)

Oder anders gesagt: Was juckt mich dein Problem in 20 Jahren noch Ackerland für Tabak zu finden, wenn ich befürchten muss, dass ich sterbe - und die drehen danach noch Star Wars Filme!
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Sir Richfield
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Sir Richfield »

Chris Dee hat geschrieben:Am Ende kann doch aber niemand genau sagen, was die genauen Effekte von Vorbestellungen sind und ob die in der Summe eher positiv oder eher negativ sind. Genau so, wie man selten jemanden ernsthaft über die positiven Wirkungen von Schwarzkopien diskutieren hört.
Doch, kann man:
Vorbestellungen liefern einem Publisher brauchbare Zahlen und Geld.
Unlizensierte Kopien liefern dem Publisher kein Geld.
Sollte "der Kunde" oder "der Konsument" tatsächlich zu doof sein, um mit dem Instrument "Vorbestellung" verantwortlich und nachhaltig umzugehen, so what? Dann bekommt er eben genau das, was er verdient.
Nein, ICH bekomme, was der Kunde verdienen würde!
Anders gesagt: Wenn 98 von 100 Publishern Vorbestellungen zur Abzocke nutzen und nur 2 zum Wohle der Kunden, diese 2 aber zufällig auch die einzigen sind, deren Spiele mich überhaupt interessieren, warum sollte ich dann Vorbestellungen verbieten oder abschaffen wollen, wenn sie für mich nur Positives bringen?
Willst du mir gerade am Beispiel der Demokratie und implizit der Sozialsysteme in Deutschland erklären, dass Egoismus eine gute Sache ist?

Und wer redet von Verbieten oder Abschaffen?

Wir sprechen davon, dass dein egoistisches Verhalten uns (langfristig) schadet, weil uns die Spiele der 2 Publisher nicht interessieren, wir aber gerne vernünftig laufende Spiele der 98 anderen Publisher hätten.

Mal abgesehen davon, dass es eher utopisch ist, dass die 2 Publisher sich nicht ein Beispiel an den anderen 98 nehmen, besonders wenn die 98 deutlich mehr Gewinne einfahren.

(Und komm mir bitte nicht mit CD-Project und GoG als Postivbeispiele, die haben auch schon "alternative" Einnahmequellen gesucht.)
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Kajetan
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Kajetan »

Sir Richfield hat geschrieben: Mir will bis heute nicht einfallen, was man tun muss, um den zu vergraulen.
Etwas anbieten, was für diesen Kunden attraktiver ist. Ein NOCH BOMBASTISCHERES CoD. Ein FIFA mit NOCH ORIGINALEREN Lizenzgesichtern. Oh ... wait!

Übrigens, einer der Hauptgründe, warum es seit Dr. No niemand geschafft hat eine zweite Agentenserie neben James Bond zu etablieren oder wenigstens mit einer Parodie richtig abzusahnen, ist der Umstand, dass man an James Bond als Agentenserie so gut wie nichts "besser" machen kann. Und dass die James Bond-Serie sich grundsätzlich nicht wirklich ernst nimmt, der Film von vorne bis hinten bereits überdeutlich klar macht, dass er selbst ja eigentlich eine Persiflage auf Agentenfilme, auf sich selbst ist.

Nein, den CoD- und FIFA-Kunden wirst Du niemals vergraulen können. Das wird erst dann aufhören, wenn die jetzigen CoD- und FIFA-Kunden in ausreichend hoher Zahl weggestorben sind. Also frühestens so in 30-40 Jahren :)
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Hokurn
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Hokurn »

Kajetan hat geschrieben:
Sir Richfield hat geschrieben:Guck dir CoDs Absatz und die permante Kritik am Spiel an. Siehst du da einen Lerneffekt?
Oder die Sportspiele von EA.
Es gibt da keinen Lerneffekt, weil die Hauptzielgruppe dieser Spiele kein Problem sieht. Die Hauptzielgruppe von CoD, FIFA und Co. kauft fast nur diese Spiele, da steht im Regal im Grunde nichts anderes. Da kauft man sich eine Konsole NUR DESWEGEN.
COD, Fifa und Co. ist die sicherste Vorbestellung, die man machen kann. Man weiß was man bekommt...
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Kajetan
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Kajetan »

Hokurn hat geschrieben: COD, Fifa und Co. ist die sicherste Vorbestellung, die man machen kann. Man weiß was man bekommt...
Das stimmt. Das ist ein geschlossener Regelkreis :)
Chris Dee
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Chris Dee »

Sir Richfield hat geschrieben:Nein, ICH bekomme, was der Kunde verdienen würde!
In einer Demokratie bekommst Du ständig, was eigentlich andere verdienen würden. Im Positiven wie im Negativen.
Willst du mir gerade am Beispiel der Demokratie und implizit der Sozialsysteme in Deutschland erklären, dass Egoismus eine gute Sache ist?
Nein, ich will Dir erklären, oder besser darauf aufmerksam machen, dass politisch und ökonomisch ständig andere Leute für Dich mitentscheiden. Mal profitierst Du davon, mal schadet es Dir. Mal freut es Dich, dann wieder regst Du Dich auf oder es ist Dir egal.
Wir sprechen davon, dass dein egoistisches Verhalten uns (langfristig) schadet, weil uns die Spiele der 2 Publisher nicht interessieren, wir aber gerne vernünftig laufende Spiele der 98 anderen Publisher hätten.
Was ist denn bitte in dem von mir beschriebenen Szenario an meinem Verhalten egoistisch?! In dem ich genau die Publisher durch Vorbestellung belohne, die es verdienen, und genau die durch Nichtkauf abstrafe, die es nicht verdienen?

"Schaden" entsteht in diesem Szenario einzig und alleine dadurch, dass sich andere Konsumenten eben nicht wie ich verhalten - durch 98% raffgierige Unternehmen und 98% unreflektierte und inkonsequente Konsumenten, aber ganz sicher nicht durch mein Verhalten!

Noch mal: Um wirklich etwas zu ändern, müssten die Leute auf den Kauf insgesamt verzichten, und nicht einfach nur auf das Vorbestellen. Wenn sie stattdessen am ersten Tag in den Laden rennen und das Ding sofort kaufen, ist am Ende nichts gewonnen. Und da mir die Annahme nicht völlig unplausibel erscheint, dass genau die Dinge, die die Leute derzeit zum Vorbestellen motivieren, sie bei dessen Wegfall weiterhin zum möglichst frühzeitigen und unreflektierten Kauf motivieren würden, halte ich diese ganze Diskussion für ein reines Scheingefecht. Zumal sich - wie bereits gesagt - jegliche Preorder-Boni problemlos durch Kauf-innerhalb-einer-Woche-nach-Erscheinen-Boni ersetzen lassen.
Grauer_Prophet
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Grauer_Prophet »

Sir Richfield hat geschrieben:
Grauer_Prophet hat geschrieben:Wir werden in der Zukunft ganz andere Sorgen haben als die Qualität unsererer Videospiele ;)
Wenn du an diese Sorgen allerdings mit dem gleichen "Whatabouttism" gehst, dann ja - werden wir die haben. ;)

Oder anders gesagt: Was juckt mich dein Problem in 20 Jahren noch Ackerland für Tabak zu finden, wenn ich befürchten muss, dass ich sterbe - und die drehen danach noch Star Wars Filme!
Wenns keinen Tabak mehr gibt hör ich eben auf zum Rauchen ;)-was bleibt mir auch übrig^^
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Kajetan
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Kajetan »

Chris Dee hat geschrieben:Zumal sich - wie bereits gesagt - jegliche Preorder-Boni problemlos durch Kauf-innerhalb-einer-Woche-nach-Erscheinen-Boni ersetzen lassen.
Richtig. Aber dann ist das Spiel schon raus und muss sich der harten (oder nicht ganz harten, weil werbegeld-finanzierten) Review-Wirklichkeit stellen. Da kann ein nicht so gutes Spiel, ein nicht ganz so toller Metacritic-Wert den einen oder anderen Umsatzprozentpunkt kosten. Was sich, wenn es blöde läuft, durchaus auf verlorene zweistellige Prozentbereich erstrecken kann. Was wiederum die Publisher dazu ZWINGT, nach Möglichkeit keinen Scheiss zu veröffentlichen.

Das ist doch der ganze Knackpunkt bei der Diskussion um Vorbestellung? Wieso soll ich als Publisher umfangreiche QA vorfinanzieren, wenn ich erhebliche Anteile des geplanten Umsatzes bereits VOR der Veröffentlichung als fixen Buchungswert verzeichnen kann?
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ApinoX
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von ApinoX »

@Chris Dee

Ich Versuch mal was ganz anderes. Vorbestellungen sind doch immer mit zusätzlichem Content verbunden, da sind wir uns doch einig. Du kannst jetzt aber nicht alle spiele die dich interessieren vorbestellen und somit wird dir immer etwas entgehen bei den anderen spielen. Wie kann das jetzt langfristig gut sein für dich ?
Chris Dee
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Chris Dee »

Kajetan hat geschrieben: Das ist doch der ganze Knackpunkt bei der Diskussion um Vorbestellung? Wieso soll ich als Publisher umfangreiche QA vorfinanzieren, wenn ich erhebliche Anteile des geplanten Umsatzes bereits VOR der Veröffentlichung als fixen Buchungswert verzeichnen kann?
Ganz einfach weil Deine "erheblichen Anteile" letztlich nur 25% ausmachen? Und weil 75% immer noch deutlich mehr als 25% sind? Und man sich deshalb mit Preorder-Boni um die 25% kümmern kann, für die restlichen 75% aber nach wie vor die gute (oder auch schlechte) alte QA herhalten muss?
Kajetan hat geschrieben: Aber dann ist das Spiel schon raus und muss sich der harten Review-Wirklichkeit stellen. Da kann ein nicht so gutes Spiel, ein nicht ganz so toller Metacritic-Wert den einen oder anderen Umsatzprozentpunkt kosten.
Der Vorbesteller hat doch in seiner Eigenschaft als Vorbesteller bereits unmissverständlich klar gemacht, dass ihn Reviews nicht die Bohne interessieren. Wenn Du Dir mal dessen psychologisches Profil imaginierst, was würdest Du denn da für wahrscheinlicher halten, wenn Du ihm die Möglichkeit zum Vorbestellen nimmst? Dass er das Ding dann halt am Erstverkaufstag und mit schweißnassen Händen so schnell wie möglich runterlädt? Oder dass er - insbesondere wenn die Tests erst kurz nach Erscheinen nach und nach eintrudeln - plötzlich zum gewissenhaften Review-Leser mutiert?

Ich stimme ja vollkommen zu, dass es die Leute mit ihrer Vorbestellerei Publishern unnötig leicht machen, die dieses Vertrauen häufig schlicht nicht verdient haben. Ich glaube eben nur nicht, dass sich durch den Verzicht auf das Vorbestellen irgendetwas an diesem Zustand ändern würde. Dafür gibt es einfach zu viele andere - und fundamentalere - Umstände, die zu genau diesem Marktverhalten aller Beteiligten motivieren und an denen der Wegfall des Vorbestellens einfach nichts ändert.
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Kajetan
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Kajetan »

Chris Dee hat geschrieben:Ich stimme ja vollkommen zu, dass es die Leute mit ihrer Vorbestellerei Publishern unnötig leicht machen, die dieses Vertrauen häufig schlicht nicht verdient haben. Ich glaube eben nur nicht, dass sich durch den Verzicht auf das Vorbestellen irgendetwas an diesem Zustand ändern würde. Dafür gibt es einfach zu viele andere - und fundamentalere - Umstände, die zu genau diesem Marktverhalten aller Beteiligten motivieren und an denen der Wegfall des Vorbestellens einfach nichts ändert.
Dann stimmen wir überein über genau diesen Punkt nicht übereinzustimmen? :)
Chris Dee
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Chris Dee »

ApinoX hat geschrieben: Ich Versuch mal was ganz anderes. Vorbestellungen sind doch immer mit zusätzlichem Content verbunden, da sind wir uns doch einig. Du kannst jetzt aber nicht alle spiele die dich interessieren vorbestellen und somit wird dir immer etwas entgehen bei den anderen spielen. Wie kann das jetzt langfristig gut sein für dich ?
Praktisch alle Vorbestellerboni kann man kurz nach Erscheinen auch separat kaufen oder finden sich irgendwann in der GOTY (was bei mir mittlerweile sowieso die nahezu einzige Form ist, in der ich Spiele noch kaufe). Entgehen tut mir da also eher gar nichts.

Außerdem sind "unfertige Spiele" und "exklusive Boni" doch zwei völlig verschiedene Aspekte des Themas Vorbestellen, die man auch getrennt voneinander diskutieren sollte. Zu beiden haben ich eine klare Meinung.

Wenn keiner mehr vorbestellt, werden viele Titel immer noch genau so unfertig auf den Markt kommen wie jetzt auch. Da ändert sich gar nichts. Zum einen mutieren Vorbesteller dann einfach zu Ersttagskäufern, die ihre Kohle genauso unkritisch im Laden lassen. Zum anderen kann ich mich noch genau daran erinnern, wie lange sich die letzte Sim-Shitty-Katastrophe auch dann noch in riesigen Stückzahlen verkauft hat, als Reviews schon ewig draußen waren und für jedermann nachzulesen war, was man da verbrochen hatte.

Exklusive Boni finde ich lästig und auch ein bisschen lächerlich, zeigen aber auch andererseits die Hilflosigkeit der Publisher, wenn es darum geht, dass die Leute eben Vollpreis und nicht Sparpreis für einen Titel zahlen. Rein Digitales hat seit zehn Jahren schon mit immensem Wert- und Ansehensverlust zu kämpfen. Weil die Leute eben zum einen das Gefühl haben, am Ende "nur Nullen und Einsen" zu kaufen, und weil der Kram zudem (mehr oder weniger) frei kopierbar ist. Dann noch das riesige Überangebot auf dem PC-Spiele-Markt, das ein normal Berufstätiger zeitlich kaum bewältigen kann, und dann kommt es halt zu so was wie Preorder-Boni. Aufgrund des oben bereits Gesagten sehe ich die aber nicht wirklich als ein Problem (bzw. nur als Problem für Ungeduldige).
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Sir Richfield
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Re: BIU: Jeder vierte Gamer bestellt Computer- und Videospiele vor; Kauf per Download hat sich als Alternative etabliert

Beitrag von Sir Richfield »

Chris Dee hat geschrieben:In einer Demokratie bekommst Du ständig, was eigentlich andere verdienen würden. Im Positiven wie im Negativen.
Gut, wir reden zwar vom Kapitalismus an der Stelle, aber hier passt es.
Ja, du hast recht.
Mir passt das aber nicht, dass die anderen alle doof sind und ich darunter leiden muss, also mache ich darauf aufmerksam, denn nur...
Nein, ich will Dir erklären, oder besser darauf aufmerksam machen, dass politisch und ökonomisch ständig andere Leute für Dich mitentscheiden. Mal profitierst Du davon, mal schadet es Dir. Mal freut es Dich, dann wieder regst Du Dich auf oder es ist Dir egal.
...gemeinsam kann man was ändern.
Was ist denn bitte in dem von mir beschriebenen Szenario an meinem Verhalten egoistisch?!
Lies nochmal, was genau du geschrieben hast.
In dem ich genau die Publisher durch Vorbestellung belohne, die es verdienen, und genau die durch Nichtkauf abstrafe, die es nicht verdienen?
So klingt das schon deutlich weniger gefährlich.
Äh, fällt dir übrigens auf, dass du der Vorbestellung hier eine Bedeutung zuweist?
Wie kann sie denn Belohnung oder Abstrafung sein, wenn du weiter oben ihre Wirkung verneinst?
aber ganz sicher nicht durch mein Verhalten!
Aber natürlich, sonst könnten wir ja gleich alles sein lassen, wenn es nichts ändern würde.

Noch mal: Um wirklich etwas zu ändern, müssten die Leute auf den Kauf insgesamt verzichten, und nicht einfach nur auf das Vorbestellen. Wenn sie stattdessen am ersten Tag in den Laden rennen und das Ding sofort kaufen, ist am Ende nichts gewonnen.[/quote]
Doch.
1) Rennen eben nicht alle sofort in den Laden und kaufen Tag 1. Ebensowenig wie alle plötzlich Spiele kaufen, wenn Kopien unmöglich sind.
2) Tippe ich mir die Finger wund darüber, dass für den Publisher in diesem "Spiel" wichtig ist, wann er welche Zahlen erhält. Wenn er diese Zahlen erst NACH dem Release bekommt, statt WEIT VORHER, dann ändert sich sein Verhalten automatisch.
Bei den NFS und FIFA Käufern hat EA halt eine gut begründete Vermutung, dass eine Summe X beim nächsten Spiel der Reihe eingenommen werden wird. ("Der Kunde").
Bei Vorbestellungen WEISS! der Publisher schon mal eine bestimmte Summe.
Der Unterschied scheint nur marginal.