Allgemein: Der Einfluss von Call of Duty auf das Shooter-Genre und die Gegenbewegung

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
Kajetan
Beiträge: 27139
Registriert: 13.04.2004 10:26
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Der Einfluss von Call of Duty auf das Shooter

Beitrag von Kajetan »

Ash2X hat geschrieben: Das war anscheinend trotzdem so dünn das - falls sie etwas erzählen sollte - einfach nicht rüberkam.
HL war eine SF-Invasionsgeschichte, die in mehreren Teilen aus der Warte von Gordon, Adrian Shepard und dem Wachmann aus Blue Shift erzählt wurde. Die einzelnen Spiele hatten keine großartige Story, sondern haben nur geschildert, was die einzelne Person während des Black Mesa-Events und den darauffolgenden Jahren erlebt haben. Der ganze Zusammenhang, die Hintergrundstory, die erschloß sich erst nach und nach und ist ja immer noch nicht abgeschlossen.
Ich hab ähnliche Sätze zu Shadow of the Colossus gelesen...ch kann mir vorstellen das sich einige Leute viel drumherum denken was sein könnte,aber am Ende bleibt nichts halt...nichts.
Es bleibt eine faszinierende Welt, in der sich die Leute gerne bewegen, die sie auch nach dem Spiel lange Zeit beschäftigt.
Es ist so als würde ich CoD 2 eine großartige Storyline unterstellen Oder Halo,dessen Hauptgeschichte vielleicht in Büchern groß umsponnen wird,aber im Spiel dann doch nur "Soldat ballert sich durch schicke Gegnerfestungen und lässt einen mit Erklärungen am ausgestreckten Arm verhungern" bietet.
Halo hat genug Erklärung und Story geboten, um die Geschehnisse im Spiel halbwegs in einen sinnvollen Zusammenhang zu stellen. Was Halo nicht erklärt hat, war aber faszinierend genug, dass man sich mehr für dieses Universum zu interessieren begann.
Man kann sich nen Kopf dazu machen,gut ist das aber bestimmt nicht.
Ein jeder, wie es seine Phantasie und seine Kreativität hergibt :)
Wenn man es als Momentaufnahme eines großen Krieges sieht ist es nicht schlecht.Nur ist der Umfang pro Spiel verdammt gering.Ich erwarte da persönlich von einem 60€-Spiel aber mehr.
Du willst halt ein Rundumsorglos-Paket. Was ok ist. Aber sei dann nicht überrascht, wenn Leute, die ein wenig mehr denken wollen, von solchen Fertigprodukten schnell gelangweilt sind. Weil es nichts selber zu entdecken gibt und alles bereits vorgekaut wurde.
Immerhin hat die Half-Life Erzählstruktur aber einen guten Erben hervorgebracht und somit die Effektivität der Grundidee bewiesen: Bioshock.
Äh, nein! :) Bioshock ist der kleine, etwas dümmliche Bruder der System Shock-Reihe. Dem HL-Erzählmuster folgen tut eine ganz andere, äusserst erfolgreiche Spieleserie: Call of Duty!

Denn HL erzählt keine Story im traditionellen, linearen Sinne. HL hat als eines der ersten Spiele Dich als Spieler nicht mitten ins Geschehen platziert, wo die Welt nur auf einen Helden wie Dich gewartet hat und sich alles um Dich drehte. In HL warst Du nur ein kleines Rädchen im großen Getriebe der Welt. Die Skriptsequenzen haben lediglich verdeutlicht, dass die Ereignisse des Black-Mesa-Events ohne Dich ablaufen und Du versehentlich zwischen die Fronten einer Sache geraten bist, die Du derzeit noch gar nicht überblicken kannst. Später wurde man zwar als Gordon zum Helden hochstilisiert, aber selbst dann warst Du nicht der Macher, sondern warst weiterhin ein Rädchen im Getriebe, manipuliert vom G-Man und wie ein verliebter Dackel Alyx hinterherlaufend.

Call of Duty führt diese Erzählweise mittlerweile zum Extrem. War man zuerst nur einer von vielen Soldaten einer Einheit, die darum kämpfte das Missionsziel zu erfüllen und Skripte wurden lediglich zur glaubwürdigeren Darstellung eines laufenden Gefechtes genutzt, so sind diese Hintergrundsequenzen mittlerweile der Hauptdarsteller der Serie. Man läuft nur noch diverse Auslöserpunkte ab und schaut zu, wie sich das Geschehen dann entwickelt. Die eigentliche Story dient, wie bei HL, nur als Klammer für das aktuelle Action-Geschehen am Bildschirm.
Benutzeravatar
mr archer
Beiträge: 10329
Registriert: 07.08.2007 10:17
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Der Einfluss von Call of Duty auf das Shooter

Beitrag von mr archer »

crewmate hat geschrieben:Bioshock beruht auf System Shock.
Auch wenn alte Säcke wie Archer mich dafür häuten und das Gehirn Wasser mit einem Strohhalm aussaugen.
Hm, Innereien!
Ne, ernsthaft, da gibts gar keinen Grund für übertrieben gewalttätig in Szene gesetzten Kannibalismus. An der Aussage ist nichts Falsches. Vielmehr ist sie natürlich das Hauptproblem, das Bioshock hat. Es muss sich eben diesen Vergleich gefallen lassen, weil es an allen Ecken und Enden vor allem System Shock 2 zitiert. Das fängt bei der Story an und hört beim Spieldesign noch lange nicht auf. Und den Vergleich verliert es eben leider, leider.
Benutzeravatar
Sir Richfield
Beiträge: 17249
Registriert: 24.09.2007 10:02
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Der Einfluss von Call of Duty auf das Shooter

Beitrag von Sir Richfield »

mr archer hat geschrieben:Hm, Innereien!
Ne, ernsthaft, da gibts gar keinen Grund für übertrieben gewalttätig in Szene gesetzten Kannibalismus. An der Aussage ist nichts Falsches. Vielmehr ist sie natürlich das Hauptproblem, das Bioshock hat. Es muss sich eben diesen Vergleich gefallen lassen, weil es an allen Ecken und Enden vor allem System Shock 2 zitiert. Das fängt bei der Story an und hört beim Spieldesign noch lange nicht auf. Und den Vergleich verliert es eben leider, leider.
Was Bioshock unnötig abwertet, denn für sich genommen ist die Franchise super. (naja, Luft nach oben ist immer.)
Ich meine, Shooter mit bunten Waffen, schönem Setting und herrlichem Design? JA! IMMER! HER DAMIT!
Aber sie hätten es ruhig "Rapture" nennen kennen und es wäre ohne seinen emotionalen Ballast ausgekommen und hätte nicht die ganzen "DAS IST KEIN *SHOCK!" Geronten auf den Plan gerufen.

Allerdings: OHNE den *Shock und die o.a. Opas hätte sich Bioshock nicht so verkauft, denn was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Benutzeravatar
Kajetan
Beiträge: 27139
Registriert: 13.04.2004 10:26
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Der Einfluss von Call of Duty auf das Shooter

Beitrag von Kajetan »

Sir Richfield hat geschrieben:Aber sie hätten es ruhig "Rapture" nennen kennen und es wäre ohne seinen emotionalen Ballast ausgekommen und hätte nicht die ganzen "DAS IST KEIN *SHOCK!" Geronten auf den Plan gerufen.
Der Name tut nichts zur Sache. Was nicht wenige Leute vor allem auf den Plan gerufen hat, das war die fast schon peinliche Hysterie um dieses Spiel, welches zum besten Shooter aller Zeiten emporstilisiert wurde. Selbst ohne den Namen ... nach nur wenigen Minuten merkt man Bioshock seine Wurzeln und seine Herkunft so deutlich und und im Laufer der Zeit wenig vorteilhaft an, dass als einzig herrausragendes Merkmal nur das Art Design übrigbleibt. Hier ganz großer Beifall. Der Rest ist Potemkinsches Dorf vom Feinsten.

Bioshock ist kein schlechtes Spiel, bitte nicht mißverstehen. Ich hatte durchaus meinen Spass damit. Aber es ist kein Meilenstein, ganz und gar nicht.
Benutzeravatar
NotSo_Sunny
Beiträge: 5709
Registriert: 09.03.2009 20:53
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Der Einfluss von Call of Duty auf das Shooter

Beitrag von NotSo_Sunny »

Sir Richfield hat geschrieben: Na, ich bin mir sicher, in 15 Jahren werfen sich die Spieler von heute Zitate aus CoD an den Kopf, berichten von dem Stimmungsvollen Intro von BFBC2, können sämtliche Perks von Black Ops aufsagen, wenn man sie morgens um Drei aus dem Bett reißt.
Tatsächlich begibt es sich, dass wenn ein Kommilitone von mir und ich uns begegnen, der eine dem anderen gerne mal zuruft:"Step One!" und der andere zurückschallt "Get the Keys!". (siehe Vorkuta-Lvl aus Blobs)
Auch Zitate wie "Ihre Opsttötungs-Fähigkeiten sind erstaunlich." werden noch locker 15 Jahre in meinem Gedächtnis verhaftet bleiben.
Mit den Perks wird das wohl nicht geschehen, aber ich bin eben eher der Sp-Typ.