memento81 hat geschrieben:
Vielleicht zeigt dieses hier aber besser was ein Nutzungsrecht ist:
Ein All you can eat buffet von 18-22 Uhr.
Du kommst um 18 Uhr, bezahlst zB 15 Euro für das Buffet und fängst an dir den Bauch vollzuschlagen. Um 20 Uhr bist du pappsatt. Jetzt nimmst du beim gehen von einem Bekannten sagen wir 5 Euro dafür, dass er sich an deinen Platz setzt und einfach weiter vom Buffet spachtelt - ohne dem Restaurant dafür Geld zu geben.
Du hast mit dem Nutzungsrecht zwar Recht aber das Beispiel ist nicht sehr geglückt finde ich.
Der Wert des Essens ist, da Grundbedürfnis, für jeden Menschen nahezu gleich. Es gibt also kaum jemand der wesentlich mehr oder weniger für das gleiche Essen zahlen würde. Außerdem sind die Produktionskosten für Essen sehr hoch. Es fällt mit jedem Gast Fixkosten von ca. 3/4 des Preises an, der Gewinn wird ohnehin meist nur über die Getränke erwirtschaftet. Das heißt der weiterverkauft führt zu einem reellen Verlust des Buffetanbieters. Der Betreiber hat kein Interesse daran für denjenigen denen es 5€ wert ist dies anzubieten.
Das ist ja bei Spielen gänzlich verschieden. Hier zieht jeder einen gänzlich unterschiedlichem Nutzen. Manchen ist das Spiel 120€ wert, anderen nur 5€. Höherer Preis bedeutet weniger Verkauf, geringerer Preis mehr Verkäufe aber weniger pro Spiel. Die Kunst ist den Gleichgewichtspreis auf dem Markt zu treffen. Der ist im Moment bei ca. 50-65€ je nach Spiel.
Die Fixkosten sind bei einem Spiel hoch aber die Produktionskosten Medium + Hülle sind pro Spiel im Centbereich. Folglich würde der Anbieter dem der 120€ zahlen würde auch gerne 120€ aus der Tasche ziehen. Hauptsache er bekommt die Kosten für das Spiel herein. Da aber die reine Herstellung der DVD so wenig kostet ist jeder € willkommen, er würde also auch dem den es nur 5€ wert ist, auch für 5€ verkaufen, es wäre trotzdem ein zusätzlicher Gewinn.
Leider gehen bei einem Verkaufspreis von 60€ ihm alle Euros über 60€ verloren bei Personen die mehr zahlen würden, sowie die ganzen Leute die 1€-59€ bereit wären zu zahlen.
Den oberen Bereich versucht man mit DLC, Special Editon usw. etwas zu sondieren. Der wird aber nicht optimal ausgeschöpft, nur angerissen.
Der unteren Bereich ist total verloren....denkste! Genau da setzt der Gebrauchtmarkt an. Dem einen ist das Spiel nur 40€ wert kauft es trotzdem weil er weiß das er es wieder verkaufen kann und dem es nur 20€ wert ist, wartet bis er es auf dem Gebrauchtmarkt für den Preis bekommt. Damit wird ein Spiel mehr verkauft welche vorher nicht verkauft wurde. Das hat nur dann ein Ende wenn ein gebrauchtes Spiel wieder als gebraucht verkauft wird, erst dann hat der Hersteller keinen Cent davon gesehen, vorher allerdings schon. Vom Gebrauchtmarkt profitieren die Publisher also zum großen Teil. Gäbe es ihn rigoros nicht, würden die Einnahmen einfach wegfallen. Der Anteil derer die für ein Spiel 60€ zahlen würden aber einfach weil zwei andere Topspiele in der Zeit erscheinen das Spiel erst später kaufen und dann gebraucht, ist ja vielleicht hier im Forum gegeben aber aufm Markt eher gering.
Ich weiß garnicht ob solche Leute die den Gebrauchtmarkt verteufeln einfach nur keine Wirtschaftskompetenzen haben oder nur strategisch den Spielern die dafür anfällig sind ins Gewissen reden zu wollen. Denn es ist Fakt das die 1 Mio. mehr an Usern die Trophänen geholt haben er wohl kaum 500.000 davon gefunden hätte denen er das für 60€ verkaufen hätte können. Jetzt könnte man ja sagen 500.000 mehr oder weniger macht schon was aus. Nun da die Gebrauchtkäufer mit Erstkäufer immer Paare bilden würden von den 2 Mio. auch 500.000 fehlen. Das geht natürlich nicht immer genau auf. Weil demjenigen den das Spiel 50€ wert ist und für jemanden der es 30€ wert ist für 20€ gebraucht verkauft, der Publisher also nicht 80€ sondern "nur" ein Spiel für 60€ verkauft.
Eigentlich ist der Gebrauchtmarkt ein Segen, er schöpft genau das ab was die Publisher mit ihren Preissenkungen nie genau treffen.