Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teurer und riskanter

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Wigggenz
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von Wigggenz »

Heulsusen...

Für ein gutes Spiel braucht man keine revolutionäre fotorealistische Grafik, 'ne Spielwelt mit der Fläche Asiens, Drehbücher von Hollywood-Autoren oder Hollywoodstars als Synchronsprecher. Ich habe z.B. seit Crysis 1 damals rauskam den Eindruck, dass auf einmal fast jedes größere Spiel immer die neue Referenz in Sachen Grafik werden wollte, und dabei so einiges auf der Strecke geblieben ist...

Wenn das nächste Spiel unbedingt noch größer, noch ultimativer und noch gehypter werden soll, dann wirds natürlich teuer :roll:

Ich kann mich den meisten Vorpostern hier nur anschließen:
Weniger Tiple/Quadra/PentaA-Titel, kleinere Produktionen. Dafür mal die Gier, immer in 10 Schritten auf einmal nach vorne zu wollen, zurückfahren.
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Kumbao
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von Kumbao »

Ich schliesse mich dem relativ einheitlichen Tenor hier an. Die Industrie ist an der Kostenexplosion selbst schuld. Ein Kumpel von mir ist Musiker, und hat vor zwei Jahren mal einen kleineren Auftrag von EA bekommen (er sollte ein paar Sounds erstellen). Der ist dafür vollkommen überbezahlt worden. Er hat laut Eigenaussage ein paar Stunden am Auftrag gearbeitet und dafür mehr Kohle kassiert, als er mit zig Auftritten macht.
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Alter Sack
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von Alter Sack »

Boesor hat geschrieben:
Skabus hat geschrieben:
WER braucht also die Majors?
Jeder der z.B. ein GTA V spielen will.
Das seh ich auch so. Es benötigt sowohl große Publisher wie kleine Indieunternehmen. Also ganz ohne gehts nicht, jedenfalls nicht für mich. Ist halt nur die Frage ob die Verhältnisse noch stimmen
Zuletzt geändert von Alter Sack am 16.02.2015 16:38, insgesamt 1-mal geändert.
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MrLetiso
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von MrLetiso »

Wie teuer war Darkest Dungeon?
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muecke-the-lietz
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von muecke-the-lietz »

Wie kann jemand in der heutigen spielelandschaft behaupten, die Hürden für kleinere Hersteller werden immer größer, wo es doch noch nie zuvor so viele independent Produktionen gab, wie heute. Die Hürden für den AAA mainstream schmonz werden im schlimmsten falle immer größer. Das stimmt womöglich. Aber sonst nur eine weitere Rechtfertigung für den Stillstand in der Branche.
Captain Obvious
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von Captain Obvious »

muecke-the-lietz hat geschrieben:Wie kann jemand in der heutigen spielelandschaft behaupten, die Hürden für kleinere Hersteller werden immer größer, wo es doch noch nie zuvor so viele independent Produktionen gab, wie heute. Die Hürden für den AAA mainstream schmonz werden im schlimmsten falle immer größer. Das stimmt womöglich. Aber sonst nur eine weitere Rechtfertigung für den Stillstand in der Branche.
Der Typ ist CEO eines AAA Publishers und redet dementsprechend über AAA Spiele. Und da waren die Einstiegshürden noch nie so gross wie heute. Von Spielspass und persönlichen Präferenzen war auch kaum die Rede.
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Temeter 
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von Temeter  »

muecke-the-lietz hat geschrieben:Wie kann jemand in der heutigen spielelandschaft behaupten, die Hürden für kleinere Hersteller werden immer größer, wo es doch noch nie zuvor so viele independent Produktionen gab, wie heute. Die Hürden für den AAA mainstream schmonz werden im schlimmsten falle immer größer. Das stimmt womöglich. Aber sonst nur eine weitere Rechtfertigung für den Stillstand in der Branche.
Die Hürde für kleinere Entwickler ist prinzipiell höher, das aber auch nur, weil diese so erfolgreich wie niemals zuvor sind und jeder was vom Kuchen abhaben will.

Bei AAA gab's eigentlich keine Not für die Megaproduktionen.
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crewmate
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von crewmate »

Es muss doch nicht nur AAA Blendergrafik ODER Indi 2D Pixelspiel sein.
Aber jedes Spiel braucht ja heutzutage eine neue Engine. Auch bei Take 2.
Da machen Irrational und Rockstar neue Engines für die jeweiligen Spiele.

Lächerlich wird es bei SquareEhnix. Final Fantasy, Tomb Raider, Hitman, Thief.
Alle mit eigener Engine. Oder teuren Zusatzentwicklungen, um Laras Haare berechnen zu können.
Das treibt natürlich die Kosten in die Höhe.

Aber der Mittelstand stirbt immer weiter aus. Da gibt es nur noch wenige wie Larian, die sich über Wasser halten können und dabei zufriedenstellende Spiele fertigen können.

Aber scheiß drauf. Ich hab mehr als genug zu spielen.
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MrLetiso
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von MrLetiso »

crewmate hat geschrieben:Oder teuren Zusatzentwicklungen, um Laras Haare berechnen zu können.
War TressFX nicht eine Entwicklung von AMD? o_ô Ich persönlich finde die Idee an sich ziemlich beeindruckend.

Btw: Eigentlich war das beste an TR für mich tatsächlich die Grafik-Engine. Die lief auch erstaunlich gut.
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Wigggenz
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von Wigggenz »

crewmate hat geschrieben:Es muss doch nicht nur AAA Blendergrafik ODER Indi 2D Pixelspiel sein.
Das Problem ist, dass was kein Major ist im seltensten Fall ein Spiel "mittlerer Größe" tragen kann.

Die "mittelgroßen" Spiele von früher (oder was ich als solche bezeichnen würde) sind ja auch unter den Majors entschieden. Bloß haben die das Interesse daran, verloren. Müsste ich einen festen Zeitpunkt dafür benennen, wann es gekippt ist, würde ich mal den CoD4-Release nehmen.

Mittelproduktionen weitgehend eliminiert, dafür AAA-Produktionen noch mehr in die Höhe getrieben. Ich gebe den Majors schon für das "Aussterben des Mittelstandes" der Spielewelt die Schuld. Und nun heulen die deswegen herum. Weckt gar nicht mal so viel Mitgefühl.
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crewmate
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von crewmate »

Zumal Spiele wie GTA im Mittelstand angefangen haben. Bevor GTA III die Sandbox eröffnete. Ebenso die ersten Elder Scrolls Spiele, wie Daggerfall.
Aber muss und das kümmern? Aus meiner Sicht sind Spiele heute vielfältiger als je zuvor. Gerade wegen des Indi Marktes. Da geht es ja inzwischen auch über 2D Pixelart hinaus. Talos Principle zB.

Ebenso eröffnen die ersten Publisher "Indi Sektionen", wie Activision mit Sierra (Geometry Wars 3 ist sooooooo guuuuuuut! :verliebt: ) und eben Ubisoft mit den Ubiart Spielen.

@Mr Letiso
Dann sollen sich die Bosse nicht über zu hohe Entwicklungskosten beschweren.
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Boesor
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von Boesor »

Möglicherweise tragen ja auch wir, also die Kunden unseren Teil zur Politik von Publishern bei?!
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Wigggenz
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von Wigggenz »

Das übliche "die Kunden machen's mit, warum sollten die Publisher etwas anders machen?"-Argument.

Hat schon seine Richtigkeit (sogar noch mehr wenn es um diverse Abzock-Praktiken geht), aber wird dem Ganzen trotzdem nicht gerecht.

Für so eine Situation braucht es 2: einmal denjenigen, der jeden Mist mitmacht (obwohl er auch anders könnte), und dann denjenigen, der überhaupt Mist liefert (obwohl er auch anders könnte).

Und "die Massen" bekommen ihr Fett auch regelmäßig weg, wenn News mit den Vkz der letzten AAA-Spiele auftauchen z.B.
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Boesor
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von Boesor »

Um "Mist" geht's ja erstmal nicht, sondern um Multimillionen Spiele. Und deren Verkaufszahlen rechtfertigen natürlich auch die Budgets, zumal sicherlich das eine das andere bedingt.
GTA V wäre ohne entsprechendes Budget niemals so ein Erfolg geworden.
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Wigggenz
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Re: Take-Two-Chef Zelnick: Spiele-Entwicklung wird immer teu

Beitrag von Wigggenz »

Das altbekannte "Der Erfolg gibt ihnen Recht" also.

Das sehe ich nunmal fundamental anders. Nur weil etwas funktioniert, heißt das nicht, dass es auch richtig so ist. Natürlich funktioniert die AAA-only/immer-größer-immer-mehr-Strategie bei der Majors aus deren gewinnmaximierender Perspektiver. Doch das hat genau dazu geführt, was das in diesem Thread umrissene Problem ist.

Ungezwungene mittelgroße Produktionen, die bei den Majors unterkommen können, sind weitgehend verschwunden, stattdessen müssen immer größere AAAs rauskommen, die natürlich immer höhere Kosten und finanzielle Risiken mit sich bringen, die wiederum ihrerseits noch mehr Mist bedingen...

Und jetzt regen drücken die Publisher deswegen auf die Tränendrüse. Lächerlich.