Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

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danke15jahre4p
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von danke15jahre4p »

Kajetan hat geschrieben:
leifman hat geschrieben:microsoft hätte niemals nokia aufkaufen dürfen, fürs windowsphone hats nichts gebracht, kein mensch will eins, jetzt sind die arbeiter microsofts fehlplanung zum opfer gefallen, gratulation.
Patente. Nokia wurde wegen seinem Patent-Portfolio aufgekauft. Die entlassenen Angestellten sind da nur Kollateralschaden in einem aus dem Ruder gelaufenen Rattenrennen um "Geistiges Eigentum".
stimmt, was sind schon ein paar angestellte gegen ein paar (ungenutzte) patente?

wenn microsoft nicht nur immer so sinnlos agieren würde könnte man ja wenigstens noch von strategischer ausrichtung sprechen, aber selbst der aktuelle verantwortliche bemängelt die nokia übernahme, aber vielleicht ist das nur ein teil der widerlichen propaganda für die aktionäre, man weiss es nicht.

greetingz
T.H.
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von T.H. »

Allgemein: Auch Microsoft wird wohl irgendwann mal feststellen, dass Betriebssysteme keine Betriebssysteme kaufen...

Sie wollen zu mobile-devices und cloud computing:

Off-Topic: Wozu ist Cloud-Computing eigentlich gut?
1 Terra Platz in der Cloud... na toll... wenn ich 1 Terra Platz brauche, bau ich mir ein neues HDD in den Rechner. 70 Ocken... und fätisch... wozu soll ich jährlich Lizenzkosten zahlen, wenn ich mir den Storage in den rechner bauen kann... das ist auch deutlich sicherer.

Überhaupt... wann wird endlich jemand denen die Flausen mit den jährlichen Lizenzgebühren austreiben. Ich weiß es ist verlockend aus dem office-programm einen jährlich zu bezahlenden 'Dienst' zu machen. AUS SICHT DES UNTERNEHMENS. Als Kunde schau ich dann aber in die Röhre. endlich ich weiche auf alte Officeversionen aus... oder ich gehe gleich zu openOffice.
Matico
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von Matico »

also wenn ich mir die one so anschaue dann verstehe ich die entlassungen.

der release war eine katastrophe, jegliche kommunikation richtung kunde war...milde ausgedrückt "undurchsichtig" - und damit meine ich schon die leute die sich mit der materie beschäftigen. der laie, der normale kunde hat überhaupt nichts verstanden.

da muss dann auch mal die keule ran. da müssen zeichen gesetzt werden. soviel unbeweglichkeit und mangelhafte kommunikation im eigenen haus ist selbst bei mehr als 100k mitarbeitern schon bemerkenswert.

und bevor jemand wieder mit klischees kommt: das war die anmerkung eines kunden. natürlich bin ich empatisch genug, mitleid mit jedem entlassenen zu haben. und ich bin besitzer der one. ich bin damit auch ganz glücklich. wenn ms seinen job richtig gemacht hätte dann hätten eben noch viel mehr leute die one. und das würde für mehr spiele sorgen. aber sie haben versagt.

auf das es besser wird.
xub
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von xub »

Kajetan hat geschrieben:
xub hat geschrieben:Aber wie gesagt, wenn Du irgendein System kennst, welches REAL existiert, und besser funktioniert, lass es mich wissen. Man lernt nie aus im Leben.
Schau Dir bitte das an, was man hierzulande Soziale Marktwirtschaft nennt. Hier greift die Regierung ein, damit skrupellose Unternehmer sich an bestimmte Mindeststandards halten müssen oder entsprechend Ärger bekommen, wenn sie sich NICHT an diese Mindeststandards halten. Weil der "freie Markt", so wie Du ihn beschreibst, in kurzer Zeit zu Mord und Totschlag führen würde. Nicht ohne Grund wurde jetzt ein Mindestlohn eingeführt. Von einer CDU-geführten Regierung. Vor zwanzig Jahren noch absolut undenkbar, allerschlimmstes kommunistisches Gedankengift. Jetzt ist sie Teil einer Regierungspolitik, die gar nicht anders kann, als angesichts einer nahezu unkontrolliert ablaufenden Globalisierung, wo es wenig Gewinner und viele, viele Verlierer gibt, Schritt für Schritt entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. In zehn Jahren werden wir hier auch ein Bürgergeld bekommen. Weil die Alternative dazu nur zu Mord und Totschlag führen würde.

Hier haben wir schon mal einige Ansätze, wie man sich aus den Klauen eines gerne als "alternativlos" dargestellten Kapitalismus befreien kann.

Dann könnte ich Dir noch viele Ansätze der genossenschaftlichen Selbstorganisation in Ballungsgebieten weltweit nennen, wo Bürger sich angesichts der Hilfslosigkeit der überforderten Behörden eben selber helfen und Strukturen errichten, die auf Gemeinschaftlichkeit und gesellschaftliches Miteinander aufbauen. Vor allem das ist eine äusserst interessante Entwicklung, weil immer mehr Menschen in Ballungsebieten leben. Die Stadt, die Großstadt, das urbane Megazentrum wird in den kommenden 100 Jahren DAS menschliche Siedlungsgebiet schlechthin sein. Mit den bisherigen Verwaltungs- und Machtstrukturen lässt sich so ein Moloch nicht mehr vernünftig steuern. Genossenschaftliche Selbstverwaltungen und DoItYourself-Projekte, wo nicht Gewinnerzielung das Ziel ist, sondern Schaffen und Erhalten einer lebenswerten Umgebung im Mittelpunkt steht, oft genug finanziert durch Spenden und Crowdfunding (auf Kickstarter.com findest Du z.B. seit Jahren immer wieder eine ganze Reihe solcher Projekte), sind mögliche Alternativen, um Menschen in solchen Umgebungen ein lebenswertes Leben zu ermöglichen, Chancen auf die Zukunft zu erhalten und nachfolgenden Generationen nicht einfach nur ein Trümmerfeld zu hinterlassen.
Soziale Marktwirtschaft ist (siehe Wiki) eine Form von Kapitalismus. Ich habe auch keinen komplett freien Markt beschrieben sondern letztlich nur, dass Firmen immer (auch in Deutschland) im Wettbewerb stehen und entsprechend handeln müssen. Immer dann wenn das nicht so ist und z.B. der Staat einspringt und Firmen "rettet" ist das ineffizient (siehe Banken oder auch Opel), diese Unternehmen brauchen dann immer wieder Staatsgarantien oder gehen irgendwann trotzdem pleite. Mit dem Geld was der Staat Opel (und damit letztlich nur General Motors) geliehen/geschenkt hat, hätte man jedem einzelnen Opelmitarbeiter sein Gehalt für Jahrzehnte voll bezahlen können. Wenn es einen begrenzten Markt gibt und man eine Firma "rettet", dann heißt es letztlich nur das VW ein paar Autos weniger verkauft und entsprechend weniger Leute anstellt. Der Effekt ist (fast) Null . (Nicht ganz Null wegen Skaleneffekte)

Die CDU hat übrigens auch die soziale Martkwirtschaft begründet, warum ist es da verwunderlich, dass sie nen Mindestlohn einführt? :wink: Dieser Mindestlohn wird allerdings a) nicht überall oder für alle Branchen gelten oder b) wird er dazu führen, dass viele Leute keinen Job mehr haben. Theoretisch deshalb: http://www.vimentis.ch/d/lexikon/333/Mindestlohn.html und praktisch, weil z.B. viele Arbeitsplätze in Grenznähe zu z.B. Polen dann einfach nach Polen verlagert werden. Davon kann man halten was man will, passieren wird es dennoch. Ich bin auch für einen Mindestlohn, aber man muss die Konsequenzen kennen und versuchen sie abzumildern.

Ein "Bürgergeld" werden wir sicherlich niemals kriegen, allein deshalb weil der Staat ziemlich pleite ist. Und er ist u.a ziemlich pleite, weil eine Sozialpolitik gefahren wurde sehr lange, die man sich nicht leisten kann. In den Siebzigern haben die Sozialausgaben unter 20% des Budgets ausgemacht heute sind es mit dem Schuldendienst über 50%. Geld das verteilt wird muss erstmal erarbeitet werden, wird es das nicht führt es nur zu Schulden und letztlich muss irgendwann die Leistung eingestellt werden. Mehreinnahmen sind schwer möglich, mit einem mittleren Einkommen hat man in Deutschland die dritthöchste Steuerbelastung der Welt, hat man Millionen kann man sie dem Zugriff des Staates aber komplett entziehen.

Projekte wie du sie beschreibst sind sicher sehr löblich, aber keine Alternative. Da wo sie es sein müssen ist der Staat kaputt, z.B. Entwicklungsländer und man würde sicherlich nicht mit den Leuten da tauschen wollen. MegaCitys in Industrienationen, wie z.B. Tokio existieren hingegen auch und ich bin mir relativ sicher, dass Japan die auch ganz gut im Griff hat und verwaltet, auch ohne Nachbarschaftsprojekte.
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Kajetan
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von Kajetan »

xub hat geschrieben:Ich habe auch keinen komplett freien Markt beschrieben sondern letztlich nur, dass Firmen immer (auch in Deutschland) im Wettbewerb stehen und entsprechend handeln müssen.
Du hast den freien, durch nichts eingeschränkten Wettbewerb gemeint. Jetzt rede Dich nicht raus. Vor allem, wenn Du etliche Sätze weiter staatliche Eingriffe als negativ hinstellst, gegen weitere Sozialausgaben mit dem Argument "Der Staat ist pleite" wetterst. Das ist eine klassische Argumentation von Wirtschafts-Neolibs, die den "freien Markt" als Götzen anbeten, von dem nicht abgewichen werden darf.

Lustig auch, wie Du die Kehrtwende der CDU in Sachen Mindestlohn als "marktwirtschaftlich" hinstellst, so als sei das ja vollkommen logisch, dass das so kommen würde. Gekoppelt mit einem unerschütterten Vertrauen darauf, dass nur Behörden die Sache geregelt bekommen (und wenn nicht, dann ist halt der Staat kaputt), wertest Du auch kommunale Selbstverwaltungen (und somit selbstvewusstes Bürgerdasein) als Kleinkram ab, dabei komplett den Umstand ignorierend, dass die komplexe Urbanität des 21. Jahrhunderts bisherige Lösungen & Strukturen in Politik, Wirtschaft und Gesellschafthinfällig macht.

Sprich, Du redest Dir die Dinge schön, nur damit der schöne Schein gewahrt bleiben kann. Ich würde wetten, wenn in ca. 10-15 Jahren eine CDU-geführte Regierung ein bedingungsloses Bürgergeld einführt, stellst Du auch das als vollkommen logisch im Sinne eines sauber funktionierenden Kapitalismus hin.
Vernon
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von Vernon »

In welchem Land hatte Nokia denn noch Arbeiter, die entlassen werden konnten? *blödfrag*
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Alter Sack
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von Alter Sack »

Kajetan hat geschrieben:
xub hat geschrieben:Ich habe auch keinen komplett freien Markt beschrieben sondern letztlich nur, dass Firmen immer (auch in Deutschland) im Wettbewerb stehen und entsprechend handeln müssen.
Du hast den freien, durch nichts eingeschränkten Wettbewerb gemeint. Jetzt rede Dich nicht raus. Vor allem, wenn Du etliche Sätze weiter staatliche Eingriffe als negativ hinstellst, gegen weitere Sozialausgaben mit dem Argument "Der Staat ist pleite" wetterst. Das ist eine klassische Argumentation von Wirtschafts-Neolibs, die den "freien Markt" als Götzen anbeten, von dem nicht abgewichen werden darf.

Lustig auch, wie Du die Kehrtwende der CDU in Sachen Mindestlohn als "marktwirtschaftlich" hinstellst, so als sei das ja vollkommen logisch, dass das so kommen würde. Gekoppelt mit einem unerschütterten Vertrauen darauf, dass nur Behörden die Sache geregelt bekommen (und wenn nicht, dann ist halt der Staat kaputt), wertest Du auch kommunale Selbstverwaltungen (und somit selbstvewusstes Bürgerdasein) als Kleinkram ab, dabei komplett den Umstand ignorierend, dass die komplexe Urbanität des 21. Jahrhunderts bisherige Lösungen & Strukturen in Politik, Wirtschaft und Gesellschafthinfällig macht.

Sprich, Du redest Dir die Dinge schön, nur damit der schöne Schein gewahrt bleiben kann. Ich würde wetten, wenn in ca. 10-15 Jahren eine CDU-geführte Regierung ein bedingungsloses Bürgergeld einführt, stellst Du auch das als vollkommen logisch im Sinne eines sauber funktionierenden Kapitalismus hin.
Ist die Mühe nicht wert Ihm sowas zu erklären.
Ich lach mich immer halb tot wenn ich die Mär vom freien Wettbewerb höre und dessen Wunderheilungen.
Wenn in der Finanzkrise der freie Markt regiert hätte und die Europäer und Amerikaner nicht massiv Banken gerettet hätten gäbe es den Kapitalismus im jetztigen Sinne gar nicht mehr. Wenn China während der amerikanischen Immobilienblase nicht eine Billionen Dollar in den Binnenmarkt gepumpt hätte wäre das Land wohl nicht wiederzuerkennen. Und das sind nur zwei richtig grosse Beispiele was der auch so tolle freie Markt alles regelt. Ohne die etlichen staatlichen Eingriffe regelt der nur seinen Abgang genau wie der Sozialismus. Es gibt mit Sicherheit auch immer Fehler die gemacht werden aber ich bete jeden Tag das die Neoliberalen nicht noch mehr an die Macht kommen.
xub
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von xub »

Kajetan hat geschrieben:
xub hat geschrieben:Ich habe auch keinen komplett freien Markt beschrieben sondern letztlich nur, dass Firmen immer (auch in Deutschland) im Wettbewerb stehen und entsprechend handeln müssen.
Du hast den freien, durch nichts eingeschränkten Wettbewerb gemeint. Jetzt rede Dich nicht raus. Vor allem, wenn Du etliche Sätze weiter staatliche Eingriffe als negativ hinstellst, gegen weitere Sozialausgaben mit dem Argument "Der Staat ist pleite" wetterst. Das ist eine klassische Argumentation von Wirtschafts-Neolibs, die den "freien Markt" als Götzen anbeten, von dem nicht abgewichen werden darf.

Lustig auch, wie Du die Kehrtwende der CDU in Sachen Mindestlohn als "marktwirtschaftlich" hinstellst, so als sei das ja vollkommen logisch, dass das so kommen würde. Gekoppelt mit einem unerschütterten Vertrauen darauf, dass nur Behörden die Sache geregelt bekommen (und wenn nicht, dann ist halt der Staat kaputt), wertest Du auch kommunale Selbstverwaltungen (und somit selbstvewusstes Bürgerdasein) als Kleinkram ab, dabei komplett den Umstand ignorierend, dass die komplexe Urbanität des 21. Jahrhunderts bisherige Lösungen & Strukturen in Politik, Wirtschaft und Gesellschafthinfällig macht.

Sprich, Du redest Dir die Dinge schön, nur damit der schöne Schein gewahrt bleiben kann. Ich würde wetten, wenn in ca. 10-15 Jahren eine CDU-geführte Regierung ein bedingungsloses Bürgergeld einführt, stellst Du auch das als vollkommen logisch im Sinne eines sauber funktionierenden Kapitalismus hin.
Sorry, aber deine ganze Argumentation läuft bei mir ziemlich ins Leere.

Ich habe gemeint was ich gemeint habe. Wettbewerb und, dass die Unternehmen dadurch Druck haben solide zu wirtschaften. Hätte ich freien Markt gemeint, hätte ich auch freier Markt gesagt. Was ich aber beschrieben habe passiert auch in der sozialen Marktwirtschaft ständig, ob das toll ist oder nicht ist Ansichtssache (siehe oldschool Bäcker vs Backwerk)
Staatliche Eingriffe sind nicht zwangsweise negativ, wie schon jemand vorher meinte, ohne z.B. Kartellrecht gäbe es in jeder Branche sonst ja nur noch ein Unternehmen. Und dann gäbe es keinen Wettbewerb mehr. Ich habe aber konkrete Beispiele genannt, warum DIESE staatlichen Eingriffe meiner Meinung nach nicht sonderlich effektiv sind. Ich bin aber leider kein Neo-Liberaler, deswegen ist mir egal was die für Götzen anbeten.

Auch habe ich die CDU nur reingebracht, weil du es so beschrieben hast, als sei es der Beweis für alles, dass SELBST die CDU jetzt pro Mindestlohn ist. Ich bin kein CDU-Mitglied, habe nie die CDU gewählt und wenn die CDU in 10 Jahren irgendwas verabschiedet, ist mir das scheißegal.

Meine ursprüngliche Ansage war "wenn du ein System kennst das besser funktioniert". Und sorry, dann nenn mir doch so eine bürgerverwaltete, innovative "der komplexen Urbanität" angepasste Region wo ich jetzt besser leben könnte als hier. Was genau verändert denn "die komplexe Urbanität", dass das "alte System" da nicht mehr funktioniert? Und leben die dann da nicht mehr im Kapitalismus? Und was sagst du eigentlich zu meinem Beispiel von Tokio, wo es anscheinend ja doch klappt? Ist das nicht urban genug? Ja, ich denke wo der Staat funktioniert braucht man die von dir beschriebenen Bürgerinitiativen nicht. Aber sag halt doch an, wo man es braucht in 'nem Industriestaat.

Was du schreibst ist alles super idealistisch, könnte copy&paste aus nem Walter Benjamin Text sein, aber wo sind denn die real funktionierenden Beispiele, die nicht nur da sind, sondern es auch wirklich BESSER machen.

Genau wie Walter Benjamin und viele marxistische Schreiber prophezeist du, dass das alte System aus irgendeinem Grund nicht mehr so weiterlaufen kann und sich deswegen irgendwas ändern muss. Es gab da schon X Gründe und nie wars dann so. Du hast dir hier scheinbar "komplexe Urbanität" ausgesucht. Aber guess what, genau wie mit jedem Grund vorher: Es funktioniert bereits (der "Moloch" lässt sich wunderbar "mit den bisherigen Verwaltungs- und Machtstrukturen" steuern). Die Weltrevolution wird warten müssen.
xub
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von xub »

Alter Sack hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:
xub hat geschrieben:Ich habe auch keinen komplett freien Markt beschrieben sondern letztlich nur, dass Firmen immer (auch in Deutschland) im Wettbewerb stehen und entsprechend handeln müssen.
Du hast den freien, durch nichts eingeschränkten Wettbewerb gemeint. Jetzt rede Dich nicht raus. Vor allem, wenn Du etliche Sätze weiter staatliche Eingriffe als negativ hinstellst, gegen weitere Sozialausgaben mit dem Argument "Der Staat ist pleite" wetterst. Das ist eine klassische Argumentation von Wirtschafts-Neolibs, die den "freien Markt" als Götzen anbeten, von dem nicht abgewichen werden darf.

Lustig auch, wie Du die Kehrtwende der CDU in Sachen Mindestlohn als "marktwirtschaftlich" hinstellst, so als sei das ja vollkommen logisch, dass das so kommen würde. Gekoppelt mit einem unerschütterten Vertrauen darauf, dass nur Behörden die Sache geregelt bekommen (und wenn nicht, dann ist halt der Staat kaputt), wertest Du auch kommunale Selbstverwaltungen (und somit selbstvewusstes Bürgerdasein) als Kleinkram ab, dabei komplett den Umstand ignorierend, dass die komplexe Urbanität des 21. Jahrhunderts bisherige Lösungen & Strukturen in Politik, Wirtschaft und Gesellschafthinfällig macht.

Sprich, Du redest Dir die Dinge schön, nur damit der schöne Schein gewahrt bleiben kann. Ich würde wetten, wenn in ca. 10-15 Jahren eine CDU-geführte Regierung ein bedingungsloses Bürgergeld einführt, stellst Du auch das als vollkommen logisch im Sinne eines sauber funktionierenden Kapitalismus hin.
Ist die Mühe nicht wert Ihm sowas zu erklären.
Ich lach mich immer halb tot wenn ich die Mär vom freien Wettbewerb höre und dessen Wunderheilungen.
Wenn in der Finanzkrise der freie Markt regiert hätte und die Europäer und Amerikaner nicht massiv Banken gerettet hätten gäbe es den Kapitalismus im jetztigen Sinne gar nicht mehr. Wenn China während der amerikanischen Immobilienblase nicht eine Billionen Dollar in den Binnenmarkt gepumpt hätte wäre das Land wohl nicht wiederzuerkennen. Und das sind nur zwei richtig grosse Beispiele was der auch so tolle freie Markt alles regelt. Ohne die etlichen staatlichen Eingriffe regelt der nur seinen Abgang genau wie der Sozialismus. Es gibt mit Sicherheit auch immer Fehler die gemacht werden aber ich bete jeden Tag das die Neoliberalen nicht noch mehr an die Macht kommen.
Ich habe im Post oben drüber schon den feinen Unterschied zwischen Kapitalismus und freier Markt erklärt. Die Definition habe ich mir auch nicht ausgedacht, ich hab immer von Kapitalismus gesprochen nie von freier Markt. Ich denke auch, dass es regeln geben muss.

Der freie Markt war auch sicher an der Finanzkrise stark beteiligt. Bitte versteh das folgende also nicht nur als Verteidigung des freien Marktes. Dennoch finde ich die Kritik zu einseitig.

Die Finanzkrise wurde durch die Immobilien-Kredit Blase in den USA ausgelöst. Was die meisten nicht wissen, die Immobilienpreise sind seit der Amtszeit von Jimmy Carter gestiegen. Der hat den sogenannten Housing Act verabschiedet (google it). Der hat es u.a Banken verboten, Leuten keinen Hypothek auf ihr Haus zu geben, wenn sie z.B. in einem sozialen Brennpunkt wohnen. Heißt genau hier hat sich der "reale Wert" eines Hauses von dem Kreditwert abgekoppelt. Eine Bank konnte jetzt nicht sagen, sorry dein Haus ist nichts wert, sondern musste auch Schrotthäuser beleihen. George W. Bush hat dann nochmal ein Programm gestartet, dass jeder Amerikaner ein eigenes Eigenheim haben solle und damit nochmal den Trend verschärft.

Wie gesagt, der freie Markt und das verpacken von faulen Krediten hatte sicherlich auch seinen Anteil und hat die Blase letztlich zum platzen gebracht. Aber seinen Ursprung hatte diese Blase in einem gutgemeinten staatlichen Eingriff. Nur weil es keiner weiß, und es einfacher ist gegen die "Bankster" zu wettern, ist es am Ende vom Tag trotzdem so, und die Preisentwicklung auf dem Häusermarkt nach dem Housing Act kann sich jeder gerne online angucken.
xub
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von xub »

Oh und wie gesagt, ich bin nicht komplett gegen staatliche Eingriffe, aber grade die Finanzkrise zeigt, dass man sich sehr gut überlegen sollte was man macht. Und man auch unwahrscheinliche Konsequenzen abwägen muss.
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Alter Sack
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von Alter Sack »

xub hat geschrieben:Oh und wie gesagt, ich bin nicht komplett gegen staatliche Eingriffe, aber grade die Finanzkrise zeigt, dass man sich sehr gut überlegen sollte was man macht. Und man auch unwahrscheinliche Konsequenzen abwägen muss.
Naja die Eigentumsförderung der amerikanischen Regierung hatte wohl am wenigsten damit zu tun das es zum Finanzcrash kam. Es war die vollkommende selbstüberschätzung der Banken und des Marktes. Man hat Millionen von Krediten vergeben die man in der Regel nie vergeben hätte in der Annahme das die Immobilien niemals so stark an Wert verlieren würden und man Verluste leicht kompensieren könnte. Als das dann doch geschah setzt sich was in Bewegung was der Markt niemals hätte selbst regulieren können.

Fakt ist das nach der Lehmanpleite es eigentlich noch etliche große Banken getroffen hätte wenn die Staaten das nicht verhindert hätten was den kompletten Zusammenbruch des Finanz und Geldmarktes zur Folge gehabt hätte. Ich glaube dann würden wir heute nicht übers Zocken reden auf dieser Website.

Nach meiner Meinung regelt der Markt sowieso so gut wie gar nichts in unserer Gesellschaft ausser leicht die Preise und die Produktpalette. Von woher bekommt der "Markt" denn seine gut ausgebildeten Leute, seine Infrastruktur, seine Sicherheit rechtlich sowie gesellschaftlich,... Wir wären in D ganz schön arm dran wenn das alles nicht geregelt würde.
Ich bin wie du der Meinung das sich viele Dinge von selbst regeln sollten nur leider tut das der Kapitalismus genau nicht. Im Gegenteil. Ich bin absolut kein Sozialist aber wenn ich mir den Kapitalmarkt im Moment wieder anschaue dann habeb die schon nach ein paar Jahren alles wieder vergessen.
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danke15jahre4p
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von danke15jahre4p »

Alter Sack hat geschrieben:Es war die vollkommende selbstüberschätzung der Banken und des Marktes.
ne, so einfach isses nicht.

es wurden auf teufel komm raus immobilienkredite vergeben, den menschen durch penetrante anrufe regelrecht aufgezwungen unabhängig von der kreditwürdigkeit, dann wurden die schuldner in ein paket geschnürt und mit diesem paket wurde gehandelt.

jeder wusste das in dem paket nen haufen schei... steckt, trotzdem haben alle damit gehandelt, bis beim letzten dann das paket platzte, und im summe die immobilienkrise ausgelöst wurde.

greetingz
Fargard
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von Fargard »

Präsentation der One: TV!TV!TV!Eigenes Studio für TV-Inhalte!TV!TV!

Hm, Studio dicht, TV in Europa irgendwie auch noch immer unbrauchbar, ... so wird das was :wink:
Metalsplitter
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von Metalsplitter »

Microsoft muss sich um die Zukunft rüsten...Windows ist jetzt noch stark in den Firmen vertreten und wird es auch noch lang sein, aber die heutige Generation benutzt das Handy als Terminal zum Internet. Apple oder google vetreiben immer mehr MS als Betriebssystem, deshalb war der Nokia Kauf auch notwendig um im Markt zu bleiben. 18.000 Menschen sind schon hart und es schmerzt mich immer wieder, wenn man diese Leute nicht benutzt um die Zukunft zu sichern. aber auf der anderen Seite werden die schon wieder was finden, vielleicht nicht mit dem selben Gehalt, aber MS hat bestimmt gute Leute angeheuert. Nur die Fabrikarbeiter werden es schwer haben....besonders wenn es in der Stadt nicht so viel Auswahl gibt.....
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Kajetan
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Re: Microsoft baut bis zu 18.000 Stellen ab

Beitrag von Kajetan »

xub hat geschrieben:Die Weltrevolution wird warten müssen.
Von Weltrevolution redet niemand. Nur Du.

Ich rede nur von Alternativen zum Kapitalismus, von Alternativen zu dem Märchen vom angeblich so alternativlosen, selig machenden "freien" Markt. Alternativen, die Du von mir hören wolltest, die ich Dir genannt habe.