Kajetan hat geschrieben:Nanimonai hat geschrieben:Nur weil sich sehr viele Leute ein neues Call of Duty (das ist ja irgendwie so zum Standardbeispiel für alles geworden, was man an generischer Serienproduktion schlecht findet) kaufen, heisst das noch nicht, dass sie nicht eigentlich viel lieber etwas anderes hätten.
Doch, das heisst es. Call of Duty ist ja nicht der große Erfolg geworden, weil es sonst nix anderes zum Zocken gibt, sondern weil die Kunden DAS SO HABEN WOLLEN! Genau so und kein bisschen anders. Die Mehrheit der Bevölkerung will nix Anspruchsvolles, sondern nur plumpe, einfache Unterhaltung, wo man nix nachdenken muss. Manche, weil sie Erholung von komplexeren Beschäftigungen suchen und abends nicht noch mal das Gehirn anstrengen, sondern abschalten wollen. Manche, weil sie auch (!) Gefallen an solchen Dingen haben (Bsp: Ja, ich spiele zwar Minecraft, aber hin und wieder auch ne Runde CoD). Und manche, weil sie einfach keinen Geschmack haben
Das halte ich für zu einfach gedacht. Vergleiche es mit meinem TV-Beispiel.
Natürlich kaufen Menschen Call of Duty, weil sie es toll finden und es ihnen Spaß macht. Das heisst aber nicht automatisch, dass sie es genau so und nicht anders wollen. Das "nicht anders wollen" wissen viele eventuell auch gar nicht.
Mal angenommen, dass nächste CoD würde vieles anders machen (aber natürlich immer noch ein Shooter bleiben), beispielsweise eine deutlich verbesserte KI haben, also weniger Gegner, dafür aber intelligenter agierend, keine Respawns mehr, eine etwas kleinere und weniger pubertäre Actionfilmgeschichte, also etwas mit mehr Inhalt und Tiefgang, viele Passagen mit weniger Action und mehr Entscheidungen, die man fällen muss, einen Multiplayer, der etwas weniger Run&Gun ist... all solche Änderungen halt, die dem Spiel mehr Anspruch verleihen würden und aus Call of Duty kein "Kriegsspiel", sondern ein "Antikriegsspiel" machen.
Das würde nicht automatisch bedeuten, dass die Verkaufszahlen zurück gehen, vielleicht würde es auch dazu führen, dass sehr viele Spieler sich sagen "Wow, das ist echt mal anders und sogar noch besser als vorher!".
Aber genau das muss der Entwickler dann auch erst mal einbauen. Das Problem im gesamtem Shootergenre ist, dass Call of Duty und Battlefield die Platzhirsche in ihrem Bereich sind, weil sie das, was sie machen, am besten machen. Nur gibt es dummerweise keine Alternativen, auf die Leute umschwenken könnten. Es gibt leider keine Shooter mit den Eigenschaften, die ich oben genannt habe. Aber ich halte es für möglich, dass genau das auch ankommen würde, wenn das nächste CoD so umgesetzt werden würde.