ich glaube es gibt 2 richtungen, aus der man die sache betrachten kann.Elb2000 hat geschrieben:Lass es mich dir an einem Beispiel erklären. Sagen wir du hast jetzt bock D2 zu zocken mit deinen Kumpels. Ihr wollt auch Übertrist clearen etc. Der eine sagt "ich spiel ne Java!" der andere "Ich spieln Smiter". Daraufhin entscheidest du dich für den Overlord. Was tust du also? http://www.google.de Suchbegriff: "D2 Overlord Guide". Du setzt beim spielen die Talente entsprechend und hast am Ende einen gut spielbaren Overlord.HeinMueck hat geschrieben:
naja irgendwo haben talentbäume dem spiel vielleicht ein wenig mehr tiefe gegeben, da man beim verteilen der talentpunkte sehr strategisch vorgehen konnte. es ist schon ein wenig schade, dass d3 in dieser hinsicht weniger tiefe bieten wird.
Merkst du was? Du liest dir einen Guide durch um natürlich das maximale aus dem Char rauszuholen. Das machen viele andere auch. Und letztendlich läuft jeder mit der gleichen Skillung rum. Ganz selten unterscheidet sie sich in Nuancen. Es war beispielsweise unmöglich ne feuer/blitz/eis Sorc ernsthaft mit der selben Power aufzubauen wie eine Feuer-Sorc. D2 zwingte einen sich zu spezialisieren. Das du die Punkte selbst setzen durftest war eigentlich nur Placebo. 10 Punkte in Sprung gesetzt? Reine Verschwendung. Zwei Waffenspezialiserungen gemaxt? Viel Spaß!
Was Blizzard jetzt rausnimmt ist das Punkte setzen. Du hast praktisch alle Fähigkeiten auf 20. Es gibt (noch) keine Synergien also ist jeder Skill jedem in etwa ebenbürdig. Du kannst die Fähigkeiten nun also genau so wählen wie du sie magst. Ich spiele meinen Wizard beispielsweise mit arcane Torrent, Mein Kumpel ist total auf den Ray of Frost scharf.
Ich hoffe dir ist der Sinn dahinter jetzt klar geworden (Ich weiß ich hör mich an als würde ich von blizzard bezahlt werden [Wenns nur so währe]). Ich war am Anfang auch skeptisch (Auch bei MoP) aber als ich mir die Blueposts durchgelesen hatte verstand ich was sie damit bezwecken wollte und musste ihnen Recht geben.
erstere sichtweise, die im grunde deinen ausführungen entspricht, nenne ich mal die objektivere. objektiv, weil die unterschiedlichen mechaniken des talentsystems in d2 und d3 offensichtlich dasselbe bieten und das auch rein logisch und eben objektiv nachvollziehbar ist. aber das hast du ja bereits ausgeführt.
zweitere sichtweise wäre eine eher subjektiv geprägte; das talentbaumsystem bietet auf den ersten blick mehr tiefe - klar, man muss eben sehr stark planen was man skillt, damit man den charakter schlussendlich nicht VERskillt. es ensteht also so etwas wie eine auseinandersetzung mit der charakterklasse bzw. seiner spielweise. man muss also vorausplanen. dabei ist das lesen von guides ein legitimes mittel, das darüber hinaus noch motivierend ist - es bietet die möglichkeit seinen charakter auf eine weise "stärker" zu machen. allein in diesem gefühl des auseinandersetzen steckt m.E. auch eine menge spielspaß. Ich habe, oft noch vor dem einschlafen, an mögliche skillvarianten gedacht und hatte spaß daran. das spiel beschäftigte mich über weite teile auch ausserhalb der spieles selbst. das fällt jetzt weg, da die austauschbarkeit der talente dazu führt, dass schlicht probieren über studieren geht. man muss jetzt eben nicht mehr denken "was könnte gehen?", sonder man probiert einfach "was geht?". dadurch wird das spiel sehr viel praxisorientierter. der grade geschilderten auseinandersetzung mit der charakterklasse über das spiel hinaus, fällt damit zumindest eine sehr viel kleinere bedeutung zu als früher in d2.
Zudem bot das alte system die möglichkeit der individualisierung. der charakter hatte eben diese eine feste skillung, mit der er sich von einer vielzahl anderer "klassenkameraden" unterschied. Barbar war dann eben nicht gleich Barbar. In D3 wird das aber zunehmend der Fall sein, da das Talentsystem ja ein freies ist, und damit jeder schon all das ist, was die klasse potenziell sein kann.
schlussendlich geht es also um ein subjktives gefühl, das das alte talentsystem, auch über das spiel hinaus, bot, und das jetzt wegfällt. auch wenn dieses gefühl in gewisser weise vorgetäuscht sein mag, so ist es dennoch existent. denn es führte zu einer tieferen auseinandersetzung mit der klasse selbst.
andereseits magst du ja gelesen haben ,dass ich d3 dennoch für ein tolles spiel halte. trotzdem kann ich skeptisch gegenüber der spieltiefe sein. ich hoffe aber, dass der dynamische wechsel von skills im endgame diese noch retten kann...
