Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

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Guts
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Guts »

Sir Richfield hat geschrieben:
Guts hat geschrieben:Aber vorallem wäre ein Ende wie sich das die meisten so ganz verträumt und unspezifisch vorstellen völliger Müll, alleinig der Programmieraufwand wäre ungeheuer. Unzählige Storystränge, Arcs, Entscheidungen aus !3 Spielen! sollen sinnvoll episch und dramatisch zusammengeführt werden und alle irgendwelche Auswirkungen auf das Resultat haben? Ich habe meine Zweifel, dass so ein Ende Sinn machen und gleichzeitig irgendeine Form der Dramatik aufweisen kann. Ich will kein Ende, wo mein Grad an Nettigkeit über das Universum entscheidet.
Dir ist aber klar, dass das der Unique Selling Point von Bioware Spielen im Allgemeinen und Mass Effect im Speziellen ist?
Die haben sich doch in Teil 3 den Programmieraufwand (der kein solcher ist - der Aufwand liegt woanders. Wenn man begreift, wo der ist, dann weiß man auch, warum der DLC so eine Frechheit ist) geleistet, sämtliche Entscheidungen der ersten zwei Teile während des Spiels sinnvoll, episch und dramatisch zusammen zu führen. Inklusive Teil 2 DLC!
Ein paar Entscheidungen ins Ende einfließen zu lassen war dann zu viel?

Und dann erkläre mir bitte mal, warum genau:
Spoiler
Show
Die Existenz der Reaper Base einen Einfluss darauf haben soll, dass man Anderson und eine Punktzahl X nicht braucht, um das Ende zu überleben. Denn das ist die Einzige Entscheidung in allen drei Spielen, die Einfluss auf das Ende hat und das ist der einzige Einfluss, den sie hat.
So komplex, wie du es behauptest, sind die Storyverknüpfungen nicht. Meist hat eine Entscheidung - eine Auswirkung. Das ist kein unglaublicher Programmieraufwand, den die da gestemmt haben. Der Aufwand liegt darin die Struktur (logischen Zusammenhänge) zu überblicken und kohärent fortzuführen. Aber am Ende ist es was anderes, je nachdem wieviele Entscheidungen sich hier vereinen sollen. Andererseits man stelle sich vor, man spielt das Spiel un dann ist das Ende erreicht und man bekommt, rein hypothetisch, das Ende, wo die Galaxis zerstört wird, und das nur, weil man sich irgendwo in irgendeinem der 3 Teile falsch/ungünstig entschieden hat. Die wollten nicht einfach ne Handvoll Entscheidungen nehmen und die über das Ende entscheiden lassen. Die Entschediungen, die man in den Teilen getroffen hat sind ja auch wirklich für die Galaxis von großer Bedeutung! Aber ganz am Ende will der Spieler noch Mal ein Wahl haben. Deshalb diese zaghaften Auswirkungen von wegen Readiness und Collectorbase.
Ganz nebenbei, der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung kann mysteriös sein und im Leben hat man nicht den Luxus seine eigenen verschiedenen potenziellen Zeitlinien des Lebens auf Wiki/Mustermann.de einzusehen und dann Ursache->Wirkung in Frage zu stellen. Mit anderen Worten, man weiß manchmal nicht, warum der Sack Reis umgefallen ist. Und ein gewisser Grad an Undurchsichtigkeit ist meiner Meinung nach einfach wichtig, damit das Spielerlebnis funktioniert. blablubb

Erklärung wegen der Reaperbasesache:
Spoiler
Show
Shepard lebt soweit ich weiß nur, wenn man die Synthese oder Reaperkontrolle wählt, unabhängig von dem Zustand der Reaperbase. Ich denke, man kann sich vorstellen, dass die Erforschung dieser komplett erhaltenen Collectorbase immense Aufschlüsse bezüglich der Reaper ermöglicht. Was wiederum Auswirkung auf das Dasein, die Intel, das Verhalten der Reaper oder Die Geschwindigkeit und Stärke der Indoktrination haben könnte. Alles rein spekulativ, aber Zusammenhänge sind denkbar. Ich werde jetzt aber nicht alle möglichen Enden genau analysieren. Will es auch noch mal spielen.
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Das_Noobi
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Das_Noobi »

@Guts

wegen den Repaern und der Base
Spoiler
Show
Ist quatsch hab überlebt und die BAse in ME2 vernichtet. Ob er lebt oder stirbt hängt nur an den Punkten die man sammelt, nicht mehr und nicht weniger.
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Sir Richfield
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Sir Richfield »

Hinweis: SPOILER OHNE ENDE:
Guts hat geschrieben:So komplex, wie du es behauptest, sind die Storyverknüpfungen nicht. Meist hat eine Entscheidung - eine Auswirkung.
Ich habe nicht behauptet, dass es komplexe Storyverknüpfungen sind!
Das ist kein unglaublicher Programmieraufwand, den die da gestemmt haben.
Hab ich doch gesagt.
Der Aufwand liegt darin die Struktur (logischen Zusammenhänge) zu überblicken und kohärent fortzuführen.
Nein, der Aufwand liegt darin, Geld für Grafik und Ton auszugeben, wenn man im dritten Teil abfangen will, dass der Spieler in Teil 2 DLC gekauft hat (Katsumi und der Merc, die nur auftauchen, wenn Dein ME2 Savegame das sagt - in meinem Fall halt ohne Katsumi).
Bzw. sich die Mühe zu machen, sämtliche Krogan Gespräche mit Wrex oder nicht zu machen.
An der Stelle hat sich Bioware ja die Mühe gemacht.
Die Geth und Quariner kann man auch nur dann zusammenbringen, wenn man in Teil 2 einige Dinge richtig gemacht hat.
Aber am Ende ist es was anderes, je nachdem wieviele Entscheidungen sich hier vereinen sollen. Andererseits man stelle sich vor, man spielt das Spiel un dann ist das Ende erreicht und man bekommt, rein hypothetisch, das Ende, wo die Galaxis zerstört wird, und das nur, weil man sich irgendwo in irgendeinem der 3 Teile falsch/ungünstig entschieden hat. Die wollten nicht einfach ne Handvoll Entscheidungen nehmen und die über das Ende entscheiden lassen.
Das ist ja generell auch nicht schlimm. Wie ich oft sage, Planescape Torment hatte auch genau EIN Ende.
Aber vergleiche mal ME2 mit ME3. Was Du bei ME2 getan hast, hatte Auswirkungen auf das Ende und auf ME3. Zwar war das hier auch simpel - wer nicht Dein Freund war, geht drauf. Aber es war eine Auswirkung.
(Kann mal jemand spontan (lol) testen, ob der Salarier in ME2 sterben kann und wenn ja - ob man die Genophage heilen kann?)
Nur ist in ME3 nicht einmal DAS vorhanden. Man hat sich ja nicht einmal die Mühe gemacht zu gucken, wen man mit auf die letzte Mission nimmt.
Oder wir glauben einfach, dass die den direkten Treffer von Harbinger überlebt haben, dann ein Shuttle genommen und alle zur Normandy zurück gekehrt sind, damit Joker rechtzeitig von den explodierenden Relays fliehen kann, ohne dass die wissen können, was wann passiert.
Die Entschediungen, die man in den Teilen getroffen hat sind ja auch wirklich für die Galaxis von großer Bedeutung!
Nö, eben nicht. Du drückst am Ende den ganz großen Reset Button.
Aber ganz am Ende will der Spieler noch Mal ein Wahl haben. Deshalb diese zaghaften Auswirkungen von wegen Readiness und Collectorbase.
Zaghaft ist gut, ja...

@Das Noobi: Soweit ich gelesen habe, braucht man weniger Punkte, wenn man die Basis puttemacht hat oder nicht.
Ist aber eh Makulatur, mir muss erst mal jemand sagen, wie ich 5000 Punkte NETTO! im SP ohne Iphone schaffen soll...
Bzw, wie viele Renegate Punkte ich brauche - Das Spiel neigt dazu, Extreme zu befürworten...
(Sprich, ich hatte keine Wahl, ich konnte Anderson nicht retten...)
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Guts
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Guts »

Hm,danke für die Korrektur. Habs noch mal kurz nachgelesen, und es ist tatsächlich nicht so schwarz/weiß in dieser Beziehung. Auf jeden Fall gibt es Unterschiede bezüglich der Optionen, die man am Ende hat, zumindest bei bestimmten Readinesswerten. Werde das, nachdem ich es zum zweiten Mal durchgespielt hab noch mal genauer analysieren...
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Pyoro-2
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Pyoro-2 »

Sir Richfield hat geschrieben:Bzw, wie viele Renegate Punkte ich brauche - Das Spiel neigt dazu, Extreme zu befürworten...
(Sprich, ich hatte keine Wahl, ich konnte Anderson nicht retten...)
Extrem kannst hier dick schreiben, hatte gefühlte 90% Paragon und das ging auch nicht. Hätte aber genug für beide Dialogoptionen Renegade davor gehabt - mit so 5% oder so. Mh ^^

Fand das in ME1 ja recht motivierend, da sich's zumindest mal für mich gelohnt, das Spiel 2-3x durchzuspielen - erstens konnte man seinen Char schön weiterleveln, zwotens hatte ich doch zumindest in Durchgang 1 paar Mal nicht genug Punkte für manche Dialogoptionen und drittes den Schwierigkeitsgrad hochdrehen. Man konnte sic gewissermaßen ans Optimum herantasten - aber in ME2/3 kann man sich das echt sparen, gab (bis auf die allerletzte Option ^^) nie iwas, das nicht ging.

Wobei ME3 ja immerhin P/R Punkte wieder übernimmt. In ME2 war's prinzipiell ja besser mit'm ME1 importierten Char zu spielen, als den aus ME2 nochmal zu importieren. Banane ^^
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Guts
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Guts »

Hier nochmal n interessanter spoilerfreier Artikel dazu, für alle die der englischen Sprache mächtig sind oder die Googleübersetzung benutzen wollen (und den Text dann noch verstehen können). Spiegelt im Prinzip meine Meinung wieder. Werde jetzt aus Zeitgründen nicht weiter antworten, obwohl ich sicher nicht alles exakt und unmissverständlich formuliert bzw. in Betracht gezogen hatte @Sir Richfield. Das ließe sich in ner verbalen Debatte einfach viel angenehmer diskutieren... :
http://arstechnica.com/gaming/news/2012 ... ontrol.ars
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|Chris|
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von |Chris| »

Extrem kannst hier dick schreiben, hatte gefühlte 90% Paragon und das ging auch nicht. Hätte aber genug für beide Dialogoptionen Renegade davor gehabt - mit so 5% oder so. Mh ^^
Um Anderson in jedem Fall zu retten brauchst du 5k Punkte, ansonsten 4k. Wird ohne Multiplayer schwer. Wobei man sagen muss das hier 2-3 Runden auf Bronze ausreichen.

Zum Ende selbst qoute ich mich einfach noch mal kackdreist selbst :>
Es wird nicht genau geklärt was der "Katalysator" ist. Eine KI die auf der Citadel stationiert ist oder eine omnipräsente Entität. ("Die Citadel ist ein Teil von mir"). Die Vermutung liegt nahe das es eine KI ist, da der "Tigel mich verändert hat". Eine Gottgleiche Entität könnte man wahrscheinlich nicht auf diese Weise verändern. Gegen Ende des Spiels wird auch nochmal auf einen "schöpferischen Algorithmus" aufmerksam gemacht der auf einen "Macher" hindeutet. Ob der "Katalysator" dieser "Macher" ist. Bleibt unklar.

Was "die damit wollen" wird auch nicht geklärt. Ursprünglich waren die Reaper auch nur eine Rasse die gegen einen weitaus mächtigeren Feind kämpfte und deswegen die Galaxie als ihr "privates Zuchtgebiet" verwendete um Ressourcen (neue Reaper) für diesen Kampf zu schaffen. Dieser Entwurf wurde von Mass Effect 2 auf Mass Effect 3 verworfen. Deswegen verhalten sich die Reaper in den ersten beiden Teilen auch anders und der Harbinger nimmt eine wesentlich wichtigere Rollle innerhalb der Story ein.


Man kann sich das ja alles selbst zurechtbiegen wie man will. Aber dem Spieler einen super Harry-Potter vor die Füße zu stellen der einem das color wheel anbietet ist für ein Spiel in dessem ersten Teil Rassenhass und Intriegen noch eine große Rolle gespielt haben geradezu... (Soll sich hier jeder selbst was reindenken)

Was haltet ihr eigentlich von der Indoktrinationstheorie die momentan in den BSN Foren von ein paar Leuten mit wehementer Leidenschaft vertreten wird?
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Sir Richfield
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Sir Richfield »

Guts hat geschrieben:Hm,danke für die Korrektur. Habs noch mal kurz nachgelesen, und es ist tatsächlich nicht so schwarz/weiß in dieser Beziehung. Auf jeden Fall gibt es Unterschiede bezüglich der Optionen, die man am Ende hat, zumindest bei bestimmten Readinesswerten. Werde das, nachdem ich es zum zweiten Mal durchgespielt hab noch mal genauer analysieren...
Der Readiness Wert soll bestimmten, ob ein bestimmter, der letzten Szene naher, Planet bei der Explosion mit draufgeht oder nicht.
Bzw. ob Sheppi überlebt oder nicht.
Shrike
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Shrike »

Vielleicht hat sich Bioware einfach übernommen oder die Spieler haben zuviel erwartet.
Aber mich hat ME1 besonders wegen den ganzen Entscheidungen gefesselt, das Gameplay war beim ersten Durchgang selbst auf Schwer extrem öde.

Hätte Bioware etwas tiefer gestapelt und sich auf wenige aber dafür extreme Auswirkungen beschränkt, hätten sie es wahrscheinlich auch bis zu Teil 3 logisch weiterführen können.
Aber durch die Masse an Dialogen, Rassen und Aktionen des Spielers wurde das wohl zuviel und Bioware musste vieles links leigen lassen (Was isn aus der Königin geworden die man in Teil 1 töten oder leben lassen konnte?)

Wenn ich was von Cerbereus, Collectoenr, Reaper usw lese, weiss ich nichtmals was das is, ok gut die Reaper kenne ich aus Teil 1.
Da wundert es mich kaum, das vieles nicht aufgeklärt oder zumindest erwähnt wird, denn jeder Spieler hat hier und da etwas anders gemacht.
Vielleicht wäre weniger mehr gewesen, aber naja zumindest hat Bioware ein sehr interessantes Universum erschaffen (Ich hab fast mehr Zeit mit dem studieren der Rassen und der Geschichte des Universums verbracht, als mit dem restlichen Spiel), da könnte man ja noch was raus machen.
Randall Flagg
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Randall Flagg »

|Chris| hat geschrieben:

Was haltet ihr eigentlich von der Indoktrinationstheorie die momentan in den BSN Foren von ein paar Leuten mit wehementer Leidenschaft vertreten wird?
Ich halte es für einen stupiden Hoffnungsschimmer der Fans, die nicht wahrhaben wollen, dass Bioware es einfach verkackt hat die Geschichte würdig zu Ende zu bringen. Ich weiß nicht was dümmer ist: Das jetzige Ende oder dass es, in einem DLC, hinterher heißt: Shepard war nur indoktriniert und hat sich alles eingebildet.
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Sir Richfield
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Sir Richfield »

Shrike hat geschrieben:(Was isn aus der Königin geworden die man in Teil 1 töten oder leben lassen konnte?)
Spoiler
Show
Entweder ist sie von den Reapern gefangen worden und wird gezwungen, Hybriden zu produzieren oder *asspull* es gibt NOCH eine, jetzt aber wirklich die allerletzte, ehrlich! Königin, die von den Reapern gezwungen wird, Hybriden zu produzieren.
Was allerdings aus der Entscheidung in ME3 geworden ist, weiß ich nicht. Ich habe einen War Assets Update Hinweis bekommen, konnte aber nichts finden. Aber so ein Bug war mir dann auch egal.
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Pyoro-2 »

Die helfen beim Bau dieser unnötig explodierenden Maschine, an der das Universum 'n Milliarde Jahre Vorarbeit geleistet hat ;)
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Dan Chox
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Dan Chox »

|Chris| hat geschrieben:Was haltet ihr eigentlich von der Indoktrinationstheorie die momentan in den BSN Foren von ein paar Leuten mit wehementer Leidenschaft vertreten wird?
Persönlich sehe ich das Ende von Mass Effect 3 mittlerweile wie die neue Star Wars-Trilogie: It never happened. In dem Punkt stimme ich mit Randall überein. Von daher wäre mir auch fast jedes alternative Ende lieber als das jetzige. Im Grunde war ursprüngliche Geschichte von Mass Effect ja auch ohne den pseudophilosophischen Mist glaubwürdig: Die Reaper kommen, um zu technologisierte Rassen vor sich selbst und der unumgänglichen Auslöschung durch ihre eigenen Kreationen (Synthetics) zu bewahren und sich selbst in den Reapern zu konservieren.
Das hätte man auch mit einem letzten Gespräch mit bspw. Harbinger klären können. Die drei Möglichkeiten hätte man dann immer noch nehmen können, auch ohne Zerstörung der Synthetics, Relays und des ach-so-tragischen Selbstopfers von Shepard.
Vivienne87
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Vivienne87 »

Gestern Abend habe ich Mass Effect 3 beendet, es folgt eine Abrechnung, die nicht nur aber besonders auf das Ende eingeht.

ACHTUNG: SPOILER-WARNUNG

Bevor es überhaupt losging, der erste Wermutstropfen: Das Importieren meines ME2-Charakters verlief nicht reibungslos. Genauer: Meine Shepard war auf einmal blond und hatte ein etwas anderes Gesicht. Das hat mich stark gewundert, denn der Import damals von ME1 zu ME2 verlief völlig problemlos. Warum kriegt man das nun von ME2 zu ME3 nicht mehr hin? Ich habe dann meine alte Shepard in ME3 halbwegs nachgebaut, aber das ist sicher nicht der Sinn einer Importfunktion. Aber gut, dann ging es los.

Am Anfang hätte eine Rückschau sehr gut getan, die einem erklärt, was nach der Zerstörung / dem Erhalten der Kollektorenbasis am Ende von Teil 2 mit Shepard und ihrem Team passiert ist. Bei dieser Gelegenheit hätte man auch gleich James einführen können. So kommt er einfach aus dem Nichts und man kann ihn nicht so richtig einorden. (oder hab ich was übersehen? Kann mich nicht an einen Muskelprotz James in ME1 oder ME2 erinnern.) Apropos Kollektorenbasis: Die vielleicht zentrale Entscheidung in ME2 ist es, die Kollektorenbasis zu zerstören oder sie zu erhalten (ich habe sie erhalten). Wo hat denn nun diese Entscheidung in ME3 irgendeine Rolle gespielt? Das einzige, was mir vielleicht in diese Richtung auffiel: Cerberus KÖNNTE die Kollektorentechnologie genutzt haben, um seine Soldaten zu verbessern - aber das wird nie direkt mit dieser Entscheidung aus ME2 in Zusammenhang gebracht. Warum wird hier nicht deutlicher gezeigt, welche Auswirkungen diese zentrale Entscheidung aus ME2 für die Zukunft (=ME3) hat.

Was dann in den folgenden gut 30 Stunden geboten wird, lässt meiner Meinung nach wenig Raum für Kritik. Man ackert, schwitzt und blutet um das Universium zu einen. Das ist teilweise großartig insziniert, das hat mir sehr gut gefallen. Hier spielt ME3 seine bekannten Stärken aus, man hat das Gefühl wirklich etwas zu bewegen und sich eine Chance zum Überleben zu erarbeiten. Das Wiedersehen mit alten Bekannten aus ME1-2 macht viel Freude, auch wenn einige Dialoge arg hölzern sind. Ich erinnere mich zum Beispiel an das Treffen mit Liara (sie war meine Geliebte in ME1) - das war einfach enttäuschend, da war null Emotion. Ich meine - man trifft völlig unverhofft seine alte Geliebte auf einer Mission - da erwartet man sicherlich keinen lahmen Smalltalk. Meine Shepard war nichtmal überrascht sie zu treffen. Die meiner Meinung nach nicht allzu gute (weil oft zu emotionslose) deutsche Synchronstimme trug ihren Teil sicherlich bei.

Und dann der große Showdown in London. Ich meine die Endzeit-Stimmung wurde sehr gut eingefangen, die Gewissheit, dass es viele nicht schaffen werden. Man kann jetzt natürlich das ganze Unterfangen in London in Frage stellen, denn die Reaper wissen ja durch den Unbekannten genau was man vorhat! Was hält sie davon ab, alles Leben (inklusive Shepard mit gesamten Team) mit einer riesigen atomaren Explosion zu zerstören? Würde nicht eine kühl berechnende Intelligenz wie die Reaper die einzig mögliche Bedrohung ihrer Existenz um jeden Preis verhindern? Aber gut, dass verzeihe ich. Nun kämpft man in den Straßen Londons mit dem Reaper-Zerstörer. Warum zerstört dieser nicht die Raketenfahrzeuge? Will man mir ernsthaft glauben machen, dass der Reaper diese nicht als Bedrohung wahrnimmt? Zumal Shepard mit Team lustig zwischen diesen hin und herrennt und der Reaper ja Shepard bekämpft. Aber gut, das verzeihe ich auch noch. Und nun kommen ich zum Ende von ME3.

Die Inszenierung finde ich großartig, wie man versengt wird, wie man angeschossen wird und sich trotzdem weiterschleppt, das Ziel vor Augen. Wie man halb bewusstlos taumelt, die Zeit scheinbar langsamer vergeht. Dann das lange erwartete Treffen mit dem Unbekannten, das sicherlich in Ordnung geht. Und dann kommt der Knackpunkt: Das Berufen auf eine höhere Macht - den Katalysator, in Gestallt des kleinen Menschenjungen aus Shepards Träumen. Was ist die These des Katalysators? Ich denke doch folgende: Organisches und synthetisches Leben kann nicht friedlich nebeneinander existieren. Die Erschaffenen (=synth. Leben) werden immer gegen die Erschaffer (=org. Leben) rebellieren.

Erstmal: Ist denn das tatsächlich so? Liefert man nicht im Spiel selbst den Gegenbeweis, wenn man Geth und Quarianer verbündet. Zumal man im Spiel doch etwas über die Hintergründe des Konflikts erfährt, im "Server-Level" (diesen Surrealen Einschub fand ich übrigens großartig). Wenn ich das richtig verstanden habe, lehnten sich die Geth nicht gegen ihrere Erschaffer auf. Der Krieg ging in der Vergangenheit und ging auch in ME3 von den Quarianern aus. Natürlich weiss niemand, was die Zukunft bringt, wie das Verhältnis von Geth und Quarianer in 1000 Jahren aussieht. Mir leuchtet allerdings nicht ein, warum synthetisches Leben das Bestreben hat, organisches Leben zu vernichten. Ich kann da keine logische Konsequence ausmachen. Leider wird diese zentrale These vom Katalysator nicht mit Argumenten untermauert, man kann vermuten, dass sie auf der Erfahrung von 1000en Zyklen beruht. Mehr als eine Vermutung ist das aber nicht. Zweifellos ist das aber eine interessante Frage.

Was kann man dem Ende nun vorwerfen? Nun, zuersteinmal das man gar nicht über die Folgen seiner Entscheidung aufgeklärt wird. Man erfährt überhaupt nicht, was aus dem Großteil von Shepards Mitstreitern wird. Überleben Sie? Sterben Sie für die Sache (kein Sieg ohne Opfer - noch nie hat das wohl mehr gestimmt als beim Krieg gegen die übermächtigen Reaper) ? Die Charakterbeziehungen stand immer im Mittelpunkt der ME-Teile, haben die Teile ausgemacht. Wie kann es dann sein, dass man überhaupt nicht erfährt was aus den ans Herz gewachsenen Charakteren wird? Außerdem: Wie kann es sein, dass mein Squadmember am Ende aus dem Wrack der Normandy steigt? War der nicht eben noch neben mir auf der Erde unterwegs? Da ist eine Lücke und meiner Meinung nach eine unlogische. Schließlich verlässt die Normandy die Erde, da sich sich ja dem Schwert (= Angriff) anschließt. Aber es sind ja nicht nur die Charakter: Man trifft in ME3 einige folgenschwere Entscheidungen, z.B. lässt man Rachni überleben und heilt die Genophage der Kroganer. Warum wird gar nicht beleuchtet, wie diese Entscheidungen die Zukunft des Universums beeinflussen? Kommt es zu einem neuen Rachni oder Kroganer-Krieg? Meint eint die Völker unter einem Banner. Werden die Völker in Zukunft näher zusammenrücken (verreint bleiben) oder wird man sich wieder entzweien? Man könnte das sicherlich noch fortsetzen, aber ihr wisst was ich meine.

Allgemein finde ich das Ende zu offen. Der Katalysator wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Das ist eigentlich immer das Problem, wenn man sich auf eine höhere Macht zurückzieht. Und als diese kommt mir der Katalysator vor. Ich möchte noch einen ganz anderen Aspekt ansprechen: Mir kommt das Ende fast vor wie ein Traum Shepards! Nachdem man sich um den Unbekannten gekümmert hat, sitzt man doch mit Anderson da und wird dann von Admiral Hackett angefunkt. Man bricht daraufhin zusammen. Das könnte der Anfang des Erschöpfungstraums sein. Oder aber viel früher, beim Rennen auf den Strahl, wo man vom Reaper Laser erwischt wird. Alles was dann folgt könnte sich nur in der Gedankenwelt Shepards abspielen. Das würde auch die Gestallt des kleinen Jungen erklären, die wie wir wissen eine Traumgestallt ist. Das würde auch Logiklücken verzeihen. Nur: Müsste es dann nicht noch weiter gehen? DLC?

Soweit von mir - viele Grüße, Vivienne
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Dude T. Murphy
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Re: Mass Effect 3: Das Ende gefällt vielen Spielern nicht

Beitrag von Dude T. Murphy »

Die Traumvermutung hat sich mitlerweile bei vielen als sogenannte Indoctrinationtheory festgesetzt. Ich halte Soap Opera mäßige "war alles nur ein Traum" Handlungskniffe ja im Grunde für ähnlich albern wie das schwach durchdachte Ende Biowares, immerhin wäre das genauso ein Deus ex machina Element wie es viele Fans ja eigentlich im ME3 Ende kritisieren. Trotzdem hat der fanatismus einiger Fans so paar interessante Dinge aufgezeigt (die imo allerdings bis es offiziell nicht anders geklärt wird eher zufall, engine-bedingt oder Faulheitsbedingt sind) ... so findet man wohl NACH dem Lasertreffer Assets von eben jenen Bäumen in der direkten Umgebung wieder, wie sie nur in Shepards Träumen zu finden sind (imo hat man bei Bioware da einfach die blattlosen Bäume in die Umgebung gesetzt für ein kleines Mehr an Trostlosigkeit, aber wer weiß). Zudem hält man sich wohl gerne daran fest, dass Shepard auf dem Weg zum Strahl mit unendlich viel Munition ohne Nachladen gesegnet ist. Alles was folgt sei schlicht ein Prozess von Indoktrinierung (inklusive Andersons ungeklärtes Mitwirken), welcher allein durch die rote Option Reaper Zerstören gebrochen werden kann (man argumentiert, die beiden anderen Optionen seien Varianten erfolgreicher Indoktrinierung) ... dafür spräche eben Shepards mögliches Überleben, der am Ende plötzlich ein kurzes Aufatmen von sich gibt, liegend in einem Haufen Betonschutt (der eher an London als an eine kaputte Citadell erinnert).
Tatsächlich ist bislang ja ungeklärt, wie Shepard dies überlebt haben soll ... selbst ein Overpwnage Shepard überlebt keinen Sturz aus dem Orbit. Interessant auch, dass das gesamte Gespräch mit dem Katalysator im luftleeren Raum, genauer gesagt mitten im Weltall stattfindet (spräche nochmal für Traum)

Für interessierte er erklärt's noch bisschen besser als ich: http://www.youtube.com/watch?v=ynYgr1rq ... y_received

Wie gesagt, ich halt von dem ganzen nicht so viel ... zumindest aber finde ich die Argumentation mitlerweile dennoch ein wenig schlüssiger als ich sie noch kurz zuvor als Traum Soap Opera Humbug abgelehnt habe. Ich persönlich nehme es als witziges Gedankenspiel.
Dagegen spricht nämlich nach wie vor Jokers FTL Flucht, die von Verteidigern der Traumtheorie gern als Shepards Traumvorstellung eines guten Endes interpretiert wird, das kommt mir allerdings nur albern vor. Allein die Sequenz nach den Credits widerspricht dem - dass die Stargazersequenz auch nur Traum wär überreizt das ganze imo völlig.