Popobawa hat geschrieben:Moral basiert nie auf wissenschaftlichen Fakten, bitte nicht verwechseln.
Soll heißen: Ich könnte mir vorstellen, dass man basierend auf wissenschaftlich bewiesenen Tatsachen und Statistiken eine Reihe von Regeln über die Folgen bestimmter Handlungsweisen ableiten kann, die man dann aufgrund ihrer wissenschaftlichen Grundlage als "universelle Moral" bezeichnet.
Popobawa hat geschrieben:
Diese Moralvorstellungen entsprechen den eines Kindes/Teenie. Basierend auf der Entsprechung der Vorstellung von Autoritäten. Erst wenn diese Normen und Vorstellungen kritisch hinterfragt werden befinden wir uns auf einer allgemeingültigeren Ebene.
Ja, da sind wir einer Meinung.
Popobawa hat geschrieben:
Erst hieraus kann man eine allgemeingültige Moral ableiten. So könnte ich mir vorstellen das es unmoralisch ist Jemanden zum Eigennutz zu töten. Wobei ohne Zusatz Eigennutz wäre es ein anderes Bier.
Ja, vorstellen könnte ich mir das auch. Aber ist das so? Für jeden? Hat es so zu sein? Wer sagt das?
Und genau da liegt das Problem: Wie moralisch eine Handlung ist, hängt vom Blickwinkel ab, aus dem wir sie betrachten. Wenn jemand einen anderen Menschen aus Eigennutz tötet, mag das in seinen Augen durchaus moralisch sein, wenn er zum Beispiel eine besonders egozentrische Sichtweise der Welt hat. Oder es mag moralisch ganz einfach nicht relevant für ihn sein. Das heißt also, dass für ihn keine "universelle Moral" existiert, oder er unsere Interpretation davon einfach nicht für sich anerkennt.
In unseren Augen handelt er unmoralisch. In seinen Augen und deren Augen, die eine Weltanschauung haben, die mit seiner kompatibel ist, ist es nicht so.
Wer bestimmt also, was letztendlich eine "universelle" Moral ist? Die Mehrheit? Dann hast du eine Tyrannei der Masse, denn "Mehrheit" impliziert, dass es Minderheiten gibt, die dem widersprechen.
Wenn du also sagt, dass es eine "universelle Moral" gibt, sagst du, dass es mindestens einen moralischen Grundsatz gibt, dem sieben Milliarden Menschen zustimmen. Widerspricht dir auch nur einer, ist der moralische Grundsatz nicht länger universell.