Der 4P-Kommentar: Call of Iran

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Doc Angelo
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Beitrag von Doc Angelo »

Erleuchtung hat geschrieben:Und die Menschheitsgeschichte reicht weiter als es die Geschichtsbücher zeigen. Würden wir rational handeln, hätten wir jeden Krieg mit Diplomatie aus dem Weg gehen können. Doch da der Mensch nicht von kalter Rationalität sondern von emotioanlen Urinstikten geleitet wird, wird immer zum Krieg gefasst.
Vielleicht täusche ich mich ja, aber das klingt ein wenig so, als würdest Du über die Menschheitsgeschichte auch über die Überlieferungen hinweg bescheid. Woher Du das Wissen haben könntest, wäre da eine interessante Frage.

Rational ist übrigens nicht immer das, was Du für Vernunft halten würdest. Beides ist auslegbar und Definitionssache. Wenn jemand das Ziel hat, mehr Ressourcen zu bekommen, und er erhält es durch einen Krieg schneller und fast ohne Verluste, dann ist auch ein Krieg für den Angreifer "rational".

Ich habe noch nie jemanden behaupten hören, das der Mensch einen Drang zum Töten hat. Ich habe eher gehört/gelesen, das diverse Durchsetzungsmethoden und Machtbeweise aus der Hordentier-Vergangenheit stammen. Und dort gehört das Töten nicht zum Programm - zumindest ist es nicht das Ziel. So düster, wie Du es hier beschreibst, steht es glaube ich nicht um die Gesellschaft. (Ich drück mir die Daumen, das ich Recht habe.)

Wo Du aber Recht hast, ist die Tatsache, das Feindbilder recht schnell aufgebaut sind. Um beim Beispiel Medien zu bleiben: In (den meisten) Filmen ist sofort zu erkennen, wer Good-Guy und wer Evil-Dude ist. Schon im Kinderalter lernen wir, das die Comicfigur mit der Lederjacke und der krummen Nase immer derjenige ist, der Dir das Pausenbrot klaut. Bösewichter haben immer markante Erkennungspunkte, und sind niemals "nette, unscheinbare Typen von Nebenan" - so, wie es in der Realität eigentlich wäre.

Ich fände es toll, wenn es die im bisherigen Thread beschriebenen Spiele gäbe, in denen man selber rausfinden muss, welche Seite im Spiel die Gute oder die Böse ist (für den Spieler, nicht zwingend für den Charakter). Und zwar ohne Hinweise wie "aufsässige" Frisuren, Nasenring, Lederjacke, unregelmäßiger 3-Tage-Bart und ähnlichem.

Wie schon gesagt, die Zielgruppe wäre zwar klein, aber naja. Mal schauen.

Gruß
Fabian
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Rational handeln und Krieg aus dem Weg gehen? Das ist aber sehr nett gedacht. Der rationale Nutzenmaximierer bringt theoretisch alles und jeden zur Strecke. Ist natürlich genauso Humbug wie alle anderen Theorien, da sie selten erklären kann, warum wir so zusammenleben wie wir es tun....aber bitte nicht Rationales Handeln automatisch mit vernünftig verwechseln...


...okay das wird zu nichts führen...was tippe ich hier eigentlich mitten in der Nacht so einen Mist...
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Infi88
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Beitrag von Infi88 »

Wulgaru hat geschrieben:Rational handeln und Krieg aus dem Weg gehen? Das ist aber sehr nett gedacht. Der rationale Nutzenmaximierer bringt theoretisch alles und jeden zur Strecke. Ist natürlich genauso Humbug wie alle anderen Theorien, da sie selten erklären kann, warum wir so zusammenleben wie wir es tun....aber bitte nicht Rationales Handeln automatisch mit vernünftig verwechseln...


...okay das wird zu nichts führen...was tippe ich hier eigentlich mitten in der Nacht so einen Mist...
das frag ich mich auch manchmal ;)
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Yunsung
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Beitrag von Yunsung »

Spricht mir aus der Seele :D.
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Sir Richfield
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Beitrag von Sir Richfield »

Wulgaru hat geschrieben:Rational handeln und Krieg aus dem Weg gehen? Das ist aber sehr nett gedacht. Der rationale Nutzenmaximierer bringt theoretisch alles und jeden zur Strecke. Ist natürlich genauso Humbug wie alle anderen Theorien, da sie selten erklären kann, warum wir so zusammenleben wie wir es tun....aber bitte nicht Rationales Handeln automatisch mit vernünftig verwechseln...
Skynet hat rational gehandelt...
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Agitari
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Beitrag von Agitari »

Sir Richfield hat geschrieben: Skynet hat rational gehandelt...
BOOOMMM!!! :D
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Chwanzus Longus
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Beitrag von Chwanzus Longus »

"sondern von "emotioanlen Urinstikten" geleitet wird"

um es nochmal hervorzuheben:

EMOTIOANLEN URIN-STIKTEN....

LOL, einfach herrlich! :lol:

@Erleuchtung

Wenn wir alle den Drang zum Toeten verspueren wuerden und auf Krieg auswaeren, haette jederman einen Panzer in der Garage. Dich wird doch wohl kein taegliches "Ich muss jetzt jemanden oder ein Tier Toeten" in Kopf herumgeistern, oder?
Zuletzt geändert von Chwanzus Longus am 21.10.2010 15:25, insgesamt 1-mal geändert.
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mosh_
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Beitrag von mosh_ »

Prinz Rieseneisenrohr hat geschrieben:"sondern von "emotioanlen Urinstikten" geleitet wird"

um es nochmal hervorzuheben:

EMOTIOANLEN URIN-STIKTEN....

LOL, einfach herrlich!
Urin stinkt nunmal :ugly:
EinfachNurIch
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Beitrag von EinfachNurIch »

Ich frage mich eigentlich dauernd wem Antikriegsfilme -bücher oder auch -spiele irgendwas bringen sollen? Jeder halbwege gescheite Mensch sollte sich doch darüber im klaren sein, daß Krieg einfach Mist ist. Die, denen das nicht klar ist, denen wird man auch nicht mit Filmen, Bücher oder was auch immer, beikommen. Genau wie man jedem Kind 1000 mal sagen kann "Achtung das ist heiss, da verbrennt man sich". Kein Kind lässt sich davon beeindrucken. Erst wenn es sich das erste mal verbrannt hat, lässt es vielleicht die Finger davon.

Wenn der Mensch in der Lage wäre aus der Vergangenheit zu lernen, dann dürfte es schon geraume Zeit keine Kriege mehr geben. Und wenn man sich betrachtet wieviele Bücher es zu dem Thema gibt und wie bekannt die sind, dann sieht man doch was sie bewirken, nix. Oder man betrachte mal die rechte Szene. Das dritte Reich ist mal gerade etwas über 60 Jahre her und schon gibt es wieder genug Menschen die schon wieder oder immer noch mit diesem Regime symphatisieren.

Es gibt eigentlich nur dort keine Kriege, wo es den Menschen halbwegs gut geht. Aber auch dort ist die Unruhe wegen "Ausländern" schon wieder gross genug, um Parteien wieder massig Stimmen zu bringen die am weit rechten Rand rumschlingern. Und die haben noch nicht mal ein richtiges Parteiprogramm die machen einfach Stimmen mit ihren hohlen Phrasen.

Da stelle ich mir den erzieherischen Wert eines Antikriegsspieles mal gerade bildlich vor. Es wäre zum Lachen wenn es nicht so traurig wäre.

Es wird immer Idealisten geben die für ihre edlen Überzeugungen bereit sind ihr Leben zu riskieren. Aber die Mehrzahl der Menschen wird alles mögliche akzeptieren solange es nur ihnen und ihrer Familie gut geht. Was man rundum auf der Welt beobachten kann und wozu man auch nicht der Hellste sein muss.

Und komme jetzt bitte keiner wegen allfälligen Spenden wenn es irgendwo auf der Welt mal wieder eine Katastrophe gegeben hat. Es tut uns halt nicht wirklich weh a bisserl was zu spenden und betroffen drein zu schauen.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Sir Richfield hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Rational handeln und Krieg aus dem Weg gehen? Das ist aber sehr nett gedacht. Der rationale Nutzenmaximierer bringt theoretisch alles und jeden zur Strecke. Ist natürlich genauso Humbug wie alle anderen Theorien, da sie selten erklären kann, warum wir so zusammenleben wie wir es tun....aber bitte nicht Rationales Handeln automatisch mit vernünftig verwechseln...
Skynet hat rational gehandelt...
Skynet verstößt eh gegen die drei Gesetze. :P
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crackajack
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Beitrag von crackajack »

EinfachNurIch hat geschrieben:Ich frage mich eigentlich dauernd wem Antikriegsfilme -bücher oder auch -spiele irgendwas bringen sollen? Jeder halbwege gescheite Mensch sollte sich doch darüber im klaren sein, daß Krieg einfach Mist ist.
Und darum soll man lieber Spiele weiterhin gut finden die das nicht ganz so klar sehen und zeigen? Darum geht's ja. Leute denen das bewusst ist, wollen vielleicht auch mal ein Spiel spielen, dem das auch bewusst ist.
Bringen tun die dann genauso nichts wie Soldat James Ryan, Deer Hunter oder Full Metal Jacket oder Nicht-Kriegs-Dramen. Es wäre nur fein wenn Spiele mal erwachsen(er) werden würden.
johndoe1081483
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naja....

Beitrag von johndoe1081483 »

ich bin mir sicher das einige entwickler schon darüber nachgedacht haben... die frage ist: wie umsetzen? hat jemand ideen? das marketing sollte kein problem sein-immerhin gibt es bestimmt viele die so etwas unterstützen würden
johndoe1081483
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Beitrag von johndoe1081483 »

Wulgaru hat geschrieben:
Sir Richfield hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Rational handeln und Krieg aus dem Weg gehen? Das ist aber sehr nett gedacht. Der rationale Nutzenmaximierer bringt theoretisch alles und jeden zur Strecke. Ist natürlich genauso Humbug wie alle anderen Theorien, da sie selten erklären kann, warum wir so zusammenleben wie wir es tun....aber bitte nicht Rationales Handeln automatisch mit vernünftig verwechseln...
Skynet hat rational gehandelt...
Skynet verstößt eh gegen die drei Gesetze. :P
manchmal muss man gegen gesetze verstoßen um sie einhalten zu können ^^
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Venator1.6
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Beitrag von Venator1.6 »

@ Stahlvogel
Nicht Skynet, V.I.C.K.Y aus I, Robot trifft es besser: "Meine Logik ist unbestreitbar"
scorpion or monkey
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Beitrag von scorpion or monkey »

Eigentlich denke ich ähnlich wie Jörg im Bezug auf (die neuesten) "Call of Duty", "Medal of Honor" usw..
Es stellt sich tatsächlich die Frage, ob Krieg als Spielplatz oder ernsthafte, nachvollziehbare Kulisse mit moralischer Botschaft in Computerspielen verwendet werden soll. Jedenfalls scheint der Spielplatz momentan am günstigsten und schnellsten lieferbar zu sein.
Hoffentlich können "Homefront" oder das nächste "Operation Flashpoint" anderes anbieten.
Ansonsten kann man auch zu Sci-Fi Titeln, wie "Gears of War" oder "Vanquish" greifen, diese haben, wenn schon keine sonderlich kreative Story, wenigstens ein anderes, jeweiliges Qualitätsmerkmal.