Rockstar-Vorwurf: Inoffizielle Reaktion

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y0gH
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Re: ...

Beitrag von y0gH »

Pallino22 hat geschrieben:
Sind die Leute bei Rockstar eingesperrt worden und werden gezwungen Programmierer oder Designer zu sein? Ich glaube kaum. Ergo haben sie sich bewusst für diese Karriere entschieden und leben entweder damit, daß sowas auch mal stressig sein kann oder sollten eventuell mal über sich selbst nachdenken und Postbote werden.
Unabhängig davon, ob Rockstar Geld hat oder nicht, wenn ein Projekt nicht in gegebener zeit in einer adäquaten Qualität fertiggestellt wird, dann gibts auch vom Auftraggeber kein Geld, oder im Fall von Rockstar, keine Kohle vom Spielkäufer. Nicht schwer zu verstehen oder?
keine angst will dich net dissen, nur ist das amerika und nicht unser sozialstaat, da läuft das ein wenig anders ab -> kein job, gar kein geld! da hägen an dem einen job oft mehrere leben und nicht nur ein sozialer status, deswegen haben da viele gar nicht die wahl! (appropo pakete austragen is auch kein unstressiger job xD)
und wenn ein produkt aber, wie in den anderen posts zu entnehmen, fast fertig ist, dann die zentrale alles anders haben will, und du dafür überstunden schieben musst, nachdem nie meetings etc. statt gefunden haben, dann willst du da auch nicht mehr überstunden schieben. (vermute ich mal oder?)
rechtschreibfehler dürft ihr behalten, ist entschuldigt, weil ich nachher noch ne op hab :-D
lg
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JesusOfCool
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Beitrag von JesusOfCool »

@pallino: was hast du denn überhaupt für nen job?
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Sid6581
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Re: ...

Beitrag von Sid6581 »

Kajetan hat geschrieben:
Pallino22 hat geschrieben: Ich habe täglich mit anderen Menschen zu tun und sehe, wie es denen geht. Also erzähl mir nichts von MEINEM Horizont!
Der sehr begrenzt ist und Dich ins Zentrum des Universums stellt. Und wir sprechen uns in zehn Jahren nochmal, wenn Du ausgebrannt bist und Deiner Arbeit alles andere geopfert hast.

Den ich HABE früher so gelebt und kenne den Preis, den man dafür zahlen muss. Glaube mir, kein Geld der Welt ist diesen Preis wert!
Da muss ich mich direkt mal anschließen. Genauso wie Pallino22 werden auch viele bei Rockstar angefangen haben. Auch mir ging es mal so, man ist froh, den Job zu haben, man macht ihn gerne, man leistet Überstunden, gerne unentgeltlich, schließlich arbeitet man ja an was Großem und Wichtigem.

Irgendwann ist man ausgepowert, merkt wieviel bei der ganzen Arbeit auf der Strecke bleibt und reich wird man oftmals dann dabei auch nicht gerade. Es mag sein, dass es bei Pallino anders ist. Vielleicht macht er Karriere oder baut seine eigene Firma auf, sein Job ist so erfüllend, dass er weder Freizeit noch Zeit für Freunde und Beziehung braucht. Aber meistens gibt es viele Dinge im Leben, die wichtiger sein sollten als die Arbeit. Das bemerken viele erst später, so wie es gerade bei Rockstar der Fall ist, bei denen die jetzigen Beschwerden kaum etwas mit Faulheit zu tun haben dürften.
Trivial Pi
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Beitrag von Trivial Pi »

Ich bin der Meinung der Job sollte da sein um sich sein Leben zu gestalten und nicht umgekehrt. Ich hab oft auch 70 Stunden Wochen, aber die Arbeit macht Spass und vieles mache ich auch für mein eigenes weiterkommen. Schade ist das viele Leute in ihren Jobs ausgebeutet werden für ein Lohn der unverschähmt ist :(
KeinName
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Beitrag von KeinName »

@Pallino22:

1. auch wenn du ab 5:00 arbeitest, scheinst du ja zwischendurch einiges an Leerlauf zu haben, sonst könttest du hier nicht posten. Ich glaube nicht, dass die Programmier bei Rockstar in der Crunchtime dazu kommen würden.
2. macht nunmal nicht jedem Menschen sein Job Spaß und das kann diverse Gründe haben, dafür ist aber niemand zu verurteilen! Wenn es bei dir anders ist, ist es ja schön.

Und @Paranidis68:

Wenn du die gleiche Doku meinst, die ich auch gesehen habe, musst du aber auch erwähnen, dass die meisten von den Mitarbeitern mit 40-50 Jahren für ihr Leben ausgesorgt hatten.
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

Planck hat geschrieben:Ich bin der Meinung der Job sollte da sein um sich sein Leben zu gestalten und nicht umgekehrt. Ich hab oft auch 70 Stunden Wochen, aber die Arbeit macht Spass und vieles mache ich auch für mein eigenes weiterkommen. Schade ist das viele Leute in ihren Jobs ausgebeutet werden für ein Lohn der unverschähmt ist :(
Genau darum geht es. Wer viel arbeiten möchte, weil es ihm Freude bereitet und ihn erfüllt (und man auch gut daran verdient), der soll das gerne tun. Wenn die Arbeit jedoch in Selbstausbeutung (interessantes Phänomen übrigens, sollte sich jeder Selbstständige DRINGENST mit befassen) oder Ausbeutung durch den Arbeitgeber ausartet, da hört nicht nur der Spass auf.
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sYntiq
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Beitrag von sYntiq »

Planck hat geschrieben:...aber die Arbeit macht Spass und vieles mache ich auch für mein eigenes weiterkommen. Schade ist das viele Leute in ihren Jobs ausgebeutet werden für ein Lohn der unverschähmt ist :(
Genau das ist es. Ich habe fast 7 Jahre bei einem Spieleentwickler gearbeitet.
2Wochen lang 10-12 Stunden Schichten ohne einen freien Tag dazwischen, oder sogar im Büro schlafen und gar nicht zwischendurch nach Hause fahren kam vor Deadlines durchaus vor. Ebenso hab ich auf Grund von Deadlines dort auch schon 16h am Stück gearbeitet. Und ja: Ich habe es gern gemacht da die Arbeit Spass gemacht hat und auch das Arbeitsumfeld gestimmt hat. ABER: Es gab bei uns auch entsprechenden Ausgleich und das Arbeitsumfeld war sehr locker. ("Du wirst hier nicht nur fürs Arbeiten bezahlt, sondern auch dafür dich über aktuelle Spiele auf dem Laufenden zu halten, Also Los! Spiel was!") Wenn diese 10-12 Stunden Schichten allerdings zur Normalität geworden wären und/oder über einen wesentlich längeren Zeitraum gelaufen wären, hätte ich wohl ganz schnell versucht etwas anderes zu finden.
Auch einer der Programmierer/Geschäftsführer hat irgendwann aufgehört Überstunden wie sonst etwas zu schieben. "Was bringt es mir viel Geld zu haben, wenn ich keine Zeit habe es auch auszugeben und wenn ich dann im Alter Zeit dafür hätte, nichts mehr davon habe, weil ich zu krank/kaputt bin?"

Ich habe nichts dagegen für mein Geld zu arbeiten, aber ich möchte arbeiten um mir mein Leben zu finanzieren und nicht dank Arbeit vom Leben nichts mehr haben. Bei meinem derzeitigen Job konzentriert sich mein Privatleben fast nur noch aufs Wochenende. Auch nicht gerade befriedigend. Allerdings bin ich da selbst Schuld dran. Ich könnte mir auch einfach hier im Ort eine Wohnung suchen, anstatt täglich 3-4 Stunden Arbeitsweg (Hin und Rückweg zusammengerechnet) auf mich zu nehmen. Allerdings würde ich meine Freundin dann wohl auch nicht öfter sehen, da diese Stunden dann anfallen würden um zu ihr zu fahren...
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Joe-Z
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Re: ...

Beitrag von Joe-Z »

Pallino22 hat geschrieben: Sind die Leute bei Rockstar eingesperrt worden und werden gezwungen Programmierer oder Designer zu sein? Ich glaube kaum. Ergo haben sie sich bewusst für diese Karriere entschieden und leben entweder damit, daß sowas auch mal stressig sein kann oder sollten eventuell mal über sich selbst nachdenken und Postbote werden.
Ich glaube das Problem an der Sache ist dass es nicht "mal stressig sein kann", sondern dass diese "Crunchtimes" bei rockstar schon zum dauerzustand geworden sind und dass ist das schlimme dran.
und zu sagen: "du wolltest ja programmierer werden, also musst du jetzt alles schlechte ertrage ohne dich beschweren zu dürfen" find ich über alle maßen unfair
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M_Coaster
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Re: ...

Beitrag von M_Coaster »

Pallino22 hat geschrieben:Hm. Hart arbeiten ist mittlerweile unpopulär was?
Mein Arbeitstag fängt oft genug auch um 5 Uhr früh an und hört erst 20 Uhr auf! Aber ich mache was ich gern mache!
Keiner kann mir erzählen, daß die ganzen Programmierer gezwungen werden bei Rockstar oder sonstwem zu arbeiten. Sie tun das, weil sie ihre "Arbeit" lieben.
Irgendwie ist es mir egal, wenn die da Überstunden schieben und die nicht anständig entlohnt werden.
Kann man auch mal so sehen: Keine Überstunden, Projekt wird nicht fertig, Firma macht dicht, kein Job! AUS !

Zwei Möglichkeiten:
1. Arsch zusammenkneifen, Leistung bringen und was vernünftiges abliefern
2. Sich an die Straße setzen und mit der Bierdose klappern.

Ende!
Wegen solch eine KACK Einstellung sitzen wir in dem Dilemma in der unsere ganze Welt gefangen ist! Junge, Geld ist nicht alles, Ausbeutung krank, wenn du egal für wieviel Geld modernes Sklaventum gutheißt, zeigt das nur wie schön kapitalistisch du angehaucht bist. Prost Mahlzeit! Imme mehr funktioniert auf dauer nicht, das begreifen Menschen die Geld als höchste Prio ansehen aber schlecht. Da braucht man nicht drüber diskutieren.

Es gibt unzählige Jobs bei denen es mittlerweile zum guten Ton gehört Überstunden zu schieben, unbezahlt! Meistens wird das gar nicht mehr in Frage gestellt. Was hat der Mitarbeiter davon? Wenig! Wenn er Glück hat nen sicherern Job, die Firma reibt sich allerdings die Hände! Kannst Dir ja mal Statistiken angucken wieviele unbezahlte Arbeitsstunden es in Deutschland gibt, da kriegste nen Brechreiz. Es sollte ein geben und nehmen zwischen Arbeitgeber und Nehmer bestehen, heute hat das der Arbeitgeber aber leider vergessen. Gewinnmaximierung auf kosten der Mitarbeiter! Das Maß ist schon lange verloren.

Und zu sagen man müsse den Job nicht machen, zeigt nur das du noch nicht in der Relaität angekommen bis oder nen junger Bonze bist! Habe mal Frau und Kind, Verpflichtung und Verantwortung, zu pflegende Eltern etc. pp. und nicht nur nen großes Ego, und du weißt, das man aus Angst, in unserer Wirtschaftslage, nicht mal eben schnell den Job wechseln kann.

Sorry, aber deine Einstellung KOTZT mich an!

Ach und wer noch mehr lesen will, hier mal ne kleine nette Geschichte:

Die Geschichte vom Blumentopf und dem Bier
Wenn die Dinge in deinem Leben immer schwieriger werden, wenn 24 Stunden im Tag
nicht genug sind, erinnere dich an den "Blumentopf und das Bier".
Ein Professor stand vor seiner Philosophieklasse und hatte einige Gegenstände vor
sich. Als der Unterricht begann, nahm er wortlos einen sehr großen Blumentopf und
begann diesen mit Golfbällen zu füllen. Er fragte die Studenten, ob der Topf nun voll sei.
Sie bejahten es. Dann nahm der Professor ein Behältnis mit kleinen Kieselsteinen und
schüttete diese In den Topf. Er bewegte den Topf sachte und die Kieselsteine rollten in
die Leerräume zwischen den Golfbällen.
Dann fragte er die Studenten wiederum, ob der Topf nun voll sei.
Sie stimmten zu. Der Professor nahm als nächstes eine Dose mit Sand und schüttete
diesen in den Topf. Natürlich füllte der Sand den kleinsten verbliebenen Freiraum. Er
fragte wiederum, ob der Topf nun voll sei.
Die Studenten antworteten einstimmig "ja". Der Professor holte zwei Dosen Bier unter
dem Tisch hervor und schüttete den ganzen Inhalt in den Topf und füllte somit den
letzten Raum zwischen den Sandkörnern aus. Die Studenten lachten.
"Nun", sagte der Professor, als das Lachen langsam nachließ, "Ich möchte, dass Sie
diesen Topf als die Repräsentation Ihres Lebens ansehen. Die Golfbälle sind die
wichtigen Dinge in Ihrem Leben: Ihre Familie, Ihre Kinder, Ihre Gesundheit, Ihre
Freunde, die bevorzugten, ja leidenschaftlichen Aspekte Ihres Lebens, welche, falls in
Ihrem Leben alles verloren ginge und nur noch diese verbleiben würden, Ihr Leben
trotzdem noch erfüllend wäre."
"Die Kieselsteine symbolisieren die anderen Dinge im Leben wie Ihre Arbeit, Ihr Haus,
Ihr Auto. Der Sand ist alles andere, die Kleinigkeiten.
Falls Sie den Sand zuerst in den Topf geben", fuhr der Professor fort, "hat es weder
Platz für die Kieselsteine noch für die Golfbälle. Dasselbe gilt für Ihr Leben. Wenn Sie all
Ihre Zeit und Energie in Kleinigkeiten investieren, werden Sie nie Platz haben für die
wichtigen Dinge. Achten Sie auf die Dinge, welche Ihr Glück gefährden.
Spielen Sie mit den Kindern. Nehmen Sie sich Zeit für eine medizinische Untersuchung.
Führen Sie Ihren Partner zum Essen aus. Es wird immer noch Zeit bleiben um das Haus
zu reinigen oder Pflichten zu erledigen."
"Achten Sie zuerst auf die Golfbälle, die Dinge, die wirklich wichtig sind. Setzen Sie Ihre
Prioritäten. Der Rest ist nur Sand." Einer der Studenten erhob die Hand und wollte
wissen, was denn das Bier repräsentieren soll. Der Professor schmunzelte:
"Ich bin froh, dass Sie das fragen. Es ist dafür da, Ihnen zu zeigen, dass, egal wie
schwierig Ihr Leben auch sein mag, es immer noch Platz hat für ein oder zwei
Bierchen."
Zuletzt geändert von M_Coaster am 15.01.2010 10:14, insgesamt 1-mal geändert.
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HanFred
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Beitrag von HanFred »

sehe ich auch so. damit man sich so in einen job reinhängt, muss er einem gefallen, soviel ist klar. ich höre aber oft, auch von freunden, dass diverse arbeitgeber diesen umstand ausnutzen und die arbeitnehmer mehr und mehr in richtung burnout treiben. und das ist nicht ok, hier in der schweiz kann man deswegen sogar klagen, denn der arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass der job die angestellten nicht krank macht.
mad.son-goku
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Beitrag von mad.son-goku »

Es ist doch ganz einfach:

Ich arbeite um zu leben. -> Richtig

Ich lebe um zu arbeiten. -> Falsch

Zumindest für mich persönlich.
johndoe807799
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Re: ...

Beitrag von johndoe807799 »

Pallino22 hat geschrieben:Hm. Hart arbeiten ist mittlerweile unpopulär was?
Mein Arbeitstag fängt oft genug auch um 5 Uhr früh an und hört erst 20 Uhr auf! Aber ich mache was ich gern mache!
Keiner kann mir erzählen, daß die ganzen Programmierer gezwungen werden bei Rockstar oder sonstwem zu arbeiten. Sie tun das, weil sie ihre "Arbeit" lieben.
Irgendwie ist es mir egal, wenn die da Überstunden schieben und die nicht anständig entlohnt werden.
Kann man auch mal so sehen: Keine Überstunden, Projekt wird nicht fertig, Firma macht dicht, kein Job! AUS !

Zwei Möglichkeiten:
1. Arsch zusammenkneifen, Leistung bringen und was vernünftiges abliefern
2. Sich an die Straße setzen und mit der Bierdose klappern.

Ende!
also ich mach mich nicht zum Skalven eines Arbeitgebers und das Arbeit nicht immer Zuckerschlecken ist, dass ist hier jedem klar aber es gibt da klare Grenzen. Wenn es Menschen gibt die nichts machen außer Arbeiten, wie du, dann ist das deren Sache. Dann lebst du um zu arbeiten. Ich für meinen Teil möchte Arbeiten um zu leben. So schauts aus und dann jemanden der "nur" 9 Stunden am Tag arbeitet unter general verdacht zu stellen arbeitsfaul zu sein den halte ich für unser sozial System als hochgradig gefährlich!!!
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Levi 
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Re: ...

Beitrag von Levi  »

M_Coaster hat geschrieben:...
Tolle Geschichte :) ... gefällt, und trifft den Kern.
Imperator74
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Beitrag von Imperator74 »

HanFred hat geschrieben:sehe ich auch so. damit man sich so in einen job reinhängt, muss er einem gefallen, soviel ist klar. ich höre aber oft, auch von freunden, dass diverse arbeitgeber diesen umstand ausnutzen und die arbeitnehmer mehr und mehr in richtung burnout treiben. und das ist nicht ok, hier in der schweiz kann man deswegen sogar klagen, denn der arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass der job die angestellten nicht krank macht.
In Deutschland gibt es ein Arbeitszeitgesetz, das sollten sich manche mal durchlesen und drüber nachdenken.


Arbeitszeit im Sinne dieses Gesetzes ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen. Im Einzelfall sind vertragliche Änderungen möglich. Nach der Grundregelung in § 3 ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Für Nachtarbeitnehmer muss der Ausgleich auf durchschnittlich acht Stunden gem. § 6 Abs. 1 Satz 1 ArbzG innerhalb eines Monats hergestellt werden.

Das Arbeitszeitgesetz gibt einen Rahmen vor, der allerdings durch Vereinbarungen zwischen den Tarifparteien (Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung) oder Ausnahmegenehmigungen der zuständigen Behörde im Rahmen des Gesetzes erweitert werden kann.



Verstöße des Arbeitgebers gegen die Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes können nach dem Katalog des § 22 ArbZG umfassend als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden. Begeht der Arbeitgeber Verstöße gegen materielle Regelungen des Gesetzes (und nicht nur gegen Aushang- und Informationspflichten) vorsätzlich und wird dadurch Gesundheit oder Arbeitskraft eines Arbeitnehmers gefährdet oder wiederholt der Arbeitgeber den Verstoß beharrlich, so begeht er eine Straftat des Nebenstrafrechts.


Also grundsätzlich nur 8 Stunden, max. 10 ... alles andere Bedarf spezieller Regelungen. Diese Arbeitszeiten gelten grundsätzlich für jeden normalen Angestellten (nicht für leitende !) und Arbeiter.
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HanFred
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Beitrag von HanFred »

mad.son-goku hat geschrieben:Es ist doch ganz einfach:

Ich arbeite um zu leben. -> Richtig

Ich lebe um zu arbeiten. -> Falsch

Zumindest für mich persönlich.
da gibt es natürlich zwei lager. die einen identifizieren sich mit ihrer arbeit, stellen sie in den mittelpunkt. und die anderen haben "nur" einen job, um ihren lebensunterhalt zu verdienen.
ich gehöre auch eher zu letzteren. viele softwareentwickler gehören allerdings klar der ersten gruppe an.
ich will mir gar nicht anmassen, mich in die andere gruppe hineinversetzen zu können. aber wenn die feststellen, dass sie überarbeitet sind, ist es i.d.r. fünf vor zwölf, denn wer sich mit seiner arbeit identifiziert, nimmt so einiges in kauf. ich kenne sogar beispiele, wo jeder ausser der betroffenen person bemerkt hat, dass das burnout nicht mehr weit sein kann. wo sich bereits die ersten symptome zeigen: schlechte laune, die anderen sind an allem schuld, der job aber GANZ SICHER nicht. trotz täglicher (unbezahlter!) überstunden und sonntagsarbeit.

man muss erst entflammt werden, bevor man ausbrennen kann. d.h. dass eigentlich in erster linie personen, die ihre arbeit mit grosser freude machen, burnout-gefährdet sind.