Der 4P-Kommentar: Die weiche Welle bricht?

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TribunTom
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Beitrag von TribunTom »

Ich habe irgendwann einfach mal aufgehört die ganzen Kommentare hier zu lesen. Von daher weiß ich nicht genau, ob ich hier getätigte Aussagen wiederhole.

Man darf bei der Diskussion um zu leichte Spiele ja nicht vergessen, dass es sehr viele Leute gibt, die schon gerne spielen aber eben auch keine Hardcorespieler sind. Und Casual Gamer würde ich solche Leute auch nicht nennen.
Ich bin nun 39 und zocke schon über 25 Jahre, habe also viel Erfahrung. Andere Freunde von mir, die ähnlich alt sind, haben erst vor kurzem angefangen zu spielen. Ich stelle dabei immer wieder fest, dass ihnen wirklich die Erfahrung fehlt. In manchen Situationen kommen sie nicht auf die richtige Idee (z.B. in Rollenspielen) oder es fehlt ihnen an Geschick (eher in Ego-Shootern). Man darf wirklich nicht vergessen, dass alle möglichen Leute Computerspiele spielen. Und wenn jemand 50 Euro für ein Spiel ausgibt, hat er auch ein Recht, das Ende des Spiels zu sehen. Das gelingt vielen Leuten aber nicht. Sie sind irgendwann gefrustet. Wie sieht denn die Situation aus, wenn ich mal 70 bin und immer noch gerne spiele. Ich bezweifle, dass ich dann noch ein Spiel wie Far Cry oder Doom 3 zuende spielen kann. Deshalb ist es wirklich wichtig, dass es verschiedenen, gut ausbalancierte Schwierigkeitsstufen gibt.
Das entschuldigt natürlich nicht Spiele wie Assassin's Creed, die spieledesigntechnisch wirklich schwach sind.

Aber man sollte sich den Schwierigkeitsgrad eines Demon's Souls besser nicht zum Vorbild nehmen, wenn man viel Spieler (nicht unbedingt Casual Gamer) anzusprechen möchte. Ich behaupte mal, dass noch nicht mal 5 % der Spieler das Ende dieses Spiels gesehen haben. Und das finde ich schade. Warum gibt dort nicht auch einen leichteren Schwierigkeitsgrad?
Nerpax
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Beitrag von Nerpax »

Nepumax hat geschrieben:Da Frage ich mich, wie unterbemittelt ist denn unsere Spielegemeinschaft, wieviel Deppen kann es denn geben, dass sie sich tagtäglich mit hirnlosem Müll begnügen und dann noch am Ende des Tages zufrieden sind?
Man sollte nicht den Fehler begehen und tatsächlich versuchen, vom Spielegeschmack und -anspruch einiger Menschen auf deren Intellekt zu schließen. Das dürfte außergewöhnlich häufig daneben gehen.

Denn nur weil viele Leute keine Zeit, Lust, Können oder Spielerfahrung haben, um richtig schwere Spiele genießen zu können, so bedeutet dies noch lange nicht, dass eben jene Menschen zu dumm dafür sind.

Schaut man sich gemeinhin als Hardcore anerkannte Spiele an, so haben diese, neben ihren durchaus interessanten und spannenden spielerischen Herausforderungen, oft auch nicht mehr zu bieten wie gängige Casual-Titel.

Ein DooM zum Beispiel hat keinerlei Eigenschaften heutiger Casual-Shooter, wie z.B. Auto-Healing, und bietet Einzel- sowie Mehrspielern mehr als genug Herausforderung.
Das DooM aber alles andere als förderlich für Bildung oder Intellekt ist, dürfte auf der Hand liegen.
Selbiges könnte man auch auf Spiele wie Ghosts 'n' Goblins und etliche andere Hardcore-Spiele übertragen.
Spielerischer Anspruch und geistiger Anspruch haben nichts miteinander zu tun.

Nun habe ich persönlich nichts gegen solche hirnlose, aber wahrlich fordernde Titel wie Ghosts 'n' Goblins; gleichzeitig kenne ich aber auch an, dass es sowas wie subjektiven Geschmack gibt, welcher von weit mehr bestimmt wird als von Faktoren wie Intelligenz. Wer auf hirnlose UND leichte Spiele steht, muss deswegen noch kein Vollidiot sein. Vielmehr hat jenes Individuum einfach eine andere Vorstellung davon, wie Freizeit aussieht.
Ansonsten muss man sagen, dass nach deiner Logik jeder Spieler, unabhängig davon, welche Spiele er präferiert, ein Vollidiot wäre, da fast jedes Spiel auf der Ebene des geistigen Anspruches den meisten Büchern unterlegen ist.

Die Lösung, die tatsächlich alle zufriedenstellen dürfte, ist die, dass die Entwickler dem Spieler mehr Wahl darüber lassen, wie schwer er es haben möchte. Das wurde ja auch schon mehrfach erwähnt.
DooM ist in der einfachsten Stufe auch wirklich einfach, aber es bietet genug Stufen, um auch den ganz guten eine Herausforderungen zu liefern.
Zuletzt geändert von Nerpax am 05.12.2009 14:40, insgesamt 1-mal geändert.
MadEagLe
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Beitrag von MadEagLe »

Meiner Meinung nach liegt die Wurzel des gesamten Problems, wie Jörg bereits sagte, darin, dass die Spieleentwickler heutzutage auf Teufel komm raus alle Spielertypen gleichzeitig ansprechen wollen. Es geht in der Branche wie es aussieht schon lange nicht mehr darum, Kunst bzw. Unterhaltung zu schaffen. Das oberste Ziel ist die Kohle. Wie leider so oft.

Nun ist man ja nicht ganz weltfremd und sieht ein, dass das zum Überleben des einzelnen Studios - dank der Macht der Publisher - auch nötig ist.

Aber wenn ein Spiel ein geniales inneres Design hat, wozu brauche ich dann TripleA-Grafik, die schon allein Millionen an Produktionskosten verschlingt?

Und genau hier schwingt der Hammer zurück. Wie oft lese ich hier und in anderen Foren von den Spielern Einzeiler wie: "Boah, was ne Hamm0rGrafik, das Spiel muss ich mir holen!"
Zieht man diesen Umstand in Betracht, also dass wir uns nur allzu leicht durch eine hübsche Hülle beeinflussen lassen, sieht man sofort, wo das Problem liegt: Solange wir jeden Mist kaufen, der erstmal gut ->aussieht<-, wird sich nichts ändern an der Gewichtung der einzelnen Bereiche in der Spieleproduktion.
Die besseren Spiele haben meist die schlechtere Grafik, weil mehr in das eigentliche Spiel investiert wurde als in seine Präsentation.

Hach, wie gerne erinnere ich mich an die alten Zeiten. Ich habe immernoch die Musik der Save-Rooms von Resident Evil 1 im Kopf. Puh! Endlich in Sicherheit und erstmal kurz erholen, bevor es wieder zurück in die angsteinflößende Villa ging...

Genau diese Angst - oder auch Spannung - ist es, die heutzutage oft fehlt. Und die entstand nicht durch die (damals) sehr gute Grafik allein, sondern lag in dem insgesamt ziemlich perfekt balancierten Spieldesign.
RE 1 hatte zwar verschiedene Schwierigkeitsgrade. War aber trotzdem nicht für jeden...

Ich hoffe inständig, dass wir Spieler es irgendwann schaffen werden, eine Kaufentscheidung nicht nach Screens oder Videos eines Spiels zu treffen, sondern nach Spielspaß, damit sich die Produzenten gezwungen sehen, auf eben diesen den höchsten Wert zu legen. Und eben nicht auf Präsentation allein achten und alles andere zu kurz kommen lassen...
psyemi
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Beitrag von psyemi »

Help hat geschrieben:Ich glaub man verwechselt hier was: Die Spiele sind schwierig, man muss nur den Schwierigkeitsgrad entsprechend wählen. Dann klappts auch mit der Langzeitmotivation. Wenn alle nur "very easy" oder "Rooky" wählen ists ja kein Wunder, dass sich keiner herausgefordert fühlt.

Ok, wenn es keine Auswahlmöglichkeit gibt, sind die Spiele meist sehr leicht. Dem stimme ich zu.
es geht um die spannung nicht den schwierigkeitsgrad... spiele inzwischen fast grundsätzlich alle spiele auf schwer wirklich sehr viel herrausfordernder wird es dadurch leider nicht :)
naja killzone 2 die letzte mission auf dem höchsten schwierigkeitgrad war die härteste nuss seit langem :D
Termix
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Beitrag von Termix »

Es geht nicht um höhere Schwierigkeitsgrade oder weniger Checkpoints als Erfolgsrezept, sondern um den wichtigen Moment der Spannung, der in zu vielen Spielen wegrationalisiert wurde.
Ich verstehe deine Argumentation nicht, du nennst Spiele wie Prince of Persia und Assassins Creed als Negativbeispiele, aber Splinter Cell und Beyond Good & Evil als Positivbeispiele, die waren aber auch keinesfalls schwer. Dann verlangst du mehr fordernde Spiele, aber um den Schwierigkeitsgrad geht es dir nicht?
Geht es dir um das Gefühl etwas knapp geschafft zu haben, darum dem Tod von der Schippe zu springen?
Termix
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Beitrag von Termix »

psyemi hat geschrieben:
Help hat geschrieben:Ich glaub man verwechselt hier was: Die Spiele sind schwierig, man muss nur den Schwierigkeitsgrad entsprechend wählen. Dann klappts auch mit der Langzeitmotivation. Wenn alle nur "very easy" oder "Rooky" wählen ists ja kein Wunder, dass sich keiner herausgefordert fühlt.

Ok, wenn es keine Auswahlmöglichkeit gibt, sind die Spiele meist sehr leicht. Dem stimme ich zu.
es geht um die spannung nicht den schwierigkeitsgrad... spiele inzwischen fast grundsätzlich alle spiele auf schwer wirklich sehr viel herrausfordernder wird es dadurch leider nicht :)
naja killzone 2 die letzte mission auf dem höchsten schwierigkeitgrad war die härteste nuss seit langem :D
Es geht um die Spannung, soso und wieso redest du dann selbst vom Schwierigkeitsgrad?
Nanimonai
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Beitrag von Nanimonai »

Der Kommentar nennt einen der wichtigsten Gründe, warum ich mich so auf God of War 3 freue. Hoffentlich behält der Titel den Anspruch der ersten zwei Teile bei.
carbo
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Beitrag von carbo »

Als ob ich es geahnt hätte hab ich mir vor kurzem wieder Red Orchestra installiert. Leider ist nicht mehr ganz so viel los wie früher, aber das ist für mich eins der Besten Shooter die es je gab. Ich hoff der 2. Teil wird wieder so gut. Alte games haben es halt echt drauf.

Mich kotzen diese weichgespülten Spiele auch an. Ich bein kein Casualgamer und mir gehen die auch am Arsch vorbei. Fahrradfahren lernt man auch ned ohne hundert mal auf die Fresse zu fliegen. Dafür ist es cooler wenn man es dann irgendwann kann.
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KugelKaskade
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Beitrag von KugelKaskade »

Jörg du hast Recht - aber langsam ist dieses ganze Brimborium um Assassins Creed 2 ermüdend.
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Linden
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Beitrag von Linden »

Hachja MGS auf der PSX war einfach Bombe, nicht schwer aber man hat nachgedacht bevor man blindlinks irgendwo reinlief und dadurch wurden sehr viele Spannungsmomente erzeugt die mich nicht mehr losliessen und heute? Spiele selten bis zu den Credits. Irgendwie fehlt mir was, sage das aber schon seit gut 3 Jahren. :D
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artmanphil
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Beitrag von artmanphil »

Das Zauberwort heisst: Gesunder Menschenverstand!

Sollte ich zu dem großen Drachen gehen? NEIN! (Demons Souls)
Baller ich wild um mich und renne durch? NEIN! (MGS)

Die anspruchslosen Games geben strikte Regeln vor, werden zum besseren Railshooter (CoD:MW) oder redundanten Buttonmassage (Assassins Creed).

Die Spiele, die schwer und anspruchsvoll sind, Blockbuster oder nicht, benutzen den Verstand. Ist es logisch, dass dies passiert wenn ich das tue?

(Ich ignoriere einfach mal die glorreiche Ära des Trial and Errors)
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BloodyJoe
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Beitrag von BloodyJoe »

Dauernd sterben und Spass dabei haben, ok das mag bei Demon Souls ja funktionieren. Da ist as ja Spielprinzip. Aber ich spiele um in der Story weiterzukommen, zu sehen wie sich die Charaktere entwickeln und lockeren Spass zu haben und nicht um mich die ganze Zeit über meinen Tod zu ärgern. Gerade bei PoP war die "Rückholfunktion" für Klettrhasser wie mich ein Highlight das Spiels. Endlich entspannt klettern ohne alles 100x machen zu müssen, God of War lässt grüßen. Ich hasse Trail & Error. Ich will eine coole Story und langen Spielspass, FFXIII Zeit wirds!
Minando
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Beitrag von Minando »

Und schon schlägt sich die ach so geplagte (jugendliche männliche) Spielerschar zustimmend an die Brust: der Mann hat ja so recht, wir werden heillos unterfordert, eigentlich sind wir viel zu gut für den ganzen "Mainstream" (was immer das auch sein soll).

Ich für mein Teil gehöre wohl eher zur Feierabend-Schwabbelbauch-Zocker-Fraktion und hol mir meinen Frust lieber im Alltag als vorm PC.

Und ja, für mich IST Zocken gleich Entspannung, und obwohl auch ich nicht alles vorgekaut serviert haben möchte will ich nach Feierabend keinen knallharten E-Sport betreiben.

Vorschlag zur Güte: für jedes Spiel einen
Luibl-Geek-level einbauen, damit die ganz Harten auch was zu tun haben, und den Rest unverändert lassen.

Den kann man dann einfach überspringen.
johndoe553505
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Beitrag von johndoe553505 »

Wer eine Herausforderung will soll Call of Duty World at War auf Veteran durchspielen. Kann mich an einen Checkpoint erinnern an dem ich um die 200 Versuche gebraucht hab, also locker 2 bis 3 Stunden drangesessen bin. An EINEM Checkpoint! ^^
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Meisterdieb1412 hat geschrieben:Wer eine Herausforderung will soll Call of Duty World at War auf Veteran durchspielen. Kann mich an einen Checkpoint erinnern an dem ich um die 200 Versuche gebraucht hab, also locker 2 bis 3 Stunden drangesessen bin. An EINEM Checkpoint! ^^
Aber im Grunde doch ein gutes Beispiel dafür, dass Spieltiefe nicht mit Schwierigkeitsgrad gleichzusetzen ist.
Klar, wenn man es schaffen will, ist man motiviert, aber im Grunde sind solche Stellen typisches stupides auswendiglernen.
Es ist ein geiles Gefühl wenn man es schafft, aber Tiefe ist das nicht.