Wulgaru hat geschrieben:Erstens: Ich werde nicht unsachlich, also werd auch du nicht unsachlich.
Zweitens: Ich habe überhaupt nicht von Nationalstolz geredet diese Diskussion hast du mit autognom geführt, halte bitte auseinander mit wem du redest.
Ja, da wollte ich zwei Postings gleichzeitig beantworten, das geriet etwas durcheinander. Der Vorwurf, das ich etwas rechtfertigen wolle, kam allerdings bei mir nicht gut an, denn ich wollte nur darauf hinweisen, dass andere Nationen ebenfalls ihren Dreck am Stecken haben, sowohl in der Vergangenheit und teilweise sogar - aktuell - mehr als wir [denn soetwas wie Guantanamo haben wir uns in den letzten 60 Jahren nicht zu Schulde kommen lassen].
Das dies unseren eigenen Dreck nicht wegkehrt, ist eigentlich klar. Den wollte ich auch nicht unter den Tisch kehren. Allerdings sollte man eben auch bedenken, wer den Dreck eigentlich gemacht hat. Der Dreck in unserem Eck kommt nicht von uns.. es ist unser Haus und damit unser Dreck, aber er war schon da, als wir einzogen. Der von den Amis [und auch der von ein paar anderen Ländern] ist aber noch frisch und von den derzeitigen Bewohnern selbst ins Haus getragen worden.
Man sollte den Dreck - ich hör gleich mit der Metapher auf - auch gar nicht gleichsetzen. Das der Holocaust ungleich schlimmer war, dürfte gleich sein. Dafür hat man uns auch zurecht auf den Latz gegeben und soetwas dürfte heute auch gar nicht mehr stattfinden können. Vom Zeitgeist - und der Möglichkeiten her, ist Guantanamo aber so ziemlich das Schlimmste, was ein westlicher Staat
in der heutigen Zeit vollbringen kann - und noch schlimmer finde ich, wie egal es der Welt zu seien scheint. Selbst Obama, von denen viele einen Wandel erhofften, rechtfertigt die Taten, lässt die anderen Lager teilweise sogar offen, und begnadigt die Foltermeister, die nur im Auftrag gehandelt haben [wie die meisten Nazis zur damaligen Zeit auch.. es sind nach Kriegsende sicher genug hingerichtet worden, die auch nicht mehr getan als "im besten Glauben" gefoltert zu haben].
In meinen Augen, mit Bezug auf ein Verbrechen an der Menschlichkeit und den Möglichkeiten als westliche Zivilisation überhaupt ein solches zu verüben, ist Guantanamo das Auschwitz der heutigen Zeit. Aber der Vergleich hinkt natürlich wie der zwischen einem Pele und einem Messi, wenn es darum geht die Spielweise eines Weltfussballers zu vergleichen, da beide in einem anderen System mit einem anderen Zeitgeist spiel(t)en. [Dieser Vergleich soll das Ganze nicht ins Lächerliche ziehen, ich will es nur begreiflicher machen]