Also ich bin auch zum ersten Mal durch und die Credits waren toll und das Ende macht neugierig darauf, wie es aussehen würde, wenn ich mich anders verhalten hätte
meine drei unfertigen Roboterfreunde sahen richtig traurig aus
Trotzdem bin ich (auf eher hohem Niveau) enttäuscht von dem Spiel.
Für alles was es richtig macht, macht es auch etwas falsch.
Die Retrolevel sind kleine Designmeisterwerke und wirklich schön umgesetzt, wenn man weiß wie die Comics im Original aussehen. Leider sind sie auch sehr anspruchslos – ist eben wirklich nur als Übergang von Level zu Level gedacht. Aber egal, alleine für die hätte ich mir das Spiel wohl schon gekauft.
In der 3D Welt schwankt das Design etwas, zu Beginn eher langweilig in der Mitte grandios, dann wieder etwas schwächer und gegen Ende hin wieder toll. Insgesamt fand ich das Leveldesign in manchen Abschnitten zu linear und klaustrophobisch aber mit der Zeit wurde es immer offener. Ich hätte mir die Mean Street aber früher gewünscht um sich von dort aus zu orientieren und auch wieder in die Startgebiete gehen zu können.
Die Musik ist klasse, leider gab es bei mir ab und zu mal seltsame Sprünge, klang etwas buggy.
Die Zwischensequenzen sind sehr nett gemacht und auch öfter mal komisch. Eine Sprachausgabe hat mir persönlich aber schon etwas gefehlt. Den quasselnden Kobold hätte man zB vertonen können.
Wird aber am Speicherplatz gelegen haben. Ich nehm auch an, dass zunächst mehr freischaltbare Filme angedacht waren und die dann gekickt wurden.
Das Gameplay fand ich nur gut:
Die Hüpfpassagen waren anspruchslos (oder nervig: siehe Punkt Kamera…).
Die Aufgaben waren zum größten Teil eher Achievement-like. Hole 10 Funken von hier, hole ein Buch von da, hole, hole, sammle, sammle. Ein paar wenige Rätsel und Aufgaben waren abwechslungsreicher.
Das Kämpfen war mäßig. Man ist durch die zwei Methoden Verdünner und Farbe einfach stark eingeschränkt, so dass es eher mühsam wird als unterhaltsam. Da helfen auch die Zusatzgegenstände nicht wirklich.
Die Entscheidungen waren nett und kann man wohl erst nach dem zweiten Durchgang beurteilen, wie sehr sich die auswirken. Ohne Speichermöglichkeiten und Vorwarnungen kann es aber auch ärgerlich sein, wenn man irgendetwas auslöst, was einem nicht ganz klar war. Hätte gern manchmal die Möglichkeit gehabt, mich umzuentscheiden. Beispiel:
Bibliothek: ich soll die Bücher einsammeln. Man kämpft gegen die Besen und bespritzt aus Versehen Bücher mit Verdünner weg sind sie… usw.
Positiv hervorheben muss man den Umfang. Ich habe 13 Stunden gebraucht und vom Gefühl her einiges ausgelassen, was mich wohl noch einige weitere Stunden beschäftigt hätte. Dazu die Entscheidungen, die den Wiederspielwert stark erhöhen. Also da kann man nicht meckern.
Für ganz Kleinkarierte (wie mich) noch ärgerlich: ich fand es etwas lästig, dass ich immer mit A bestätigen musste, wenn ich in ein Haus will (die großteils nicht wirklich einfallsreich designt waren), fand ich irgendwie unnötig. Und das Aktivieren meiner kleinen Begleiter durch Hochhalten der Remote war für mich auch unvorteilhaft, weil ich meine Remote fast immer aufrecht halte…
Der letzte und wichtigste Punkt: die Kamera ist teilweise katastrophal. Das hat schon nix mehr mit genretypisch zu tun. Wenn jemand mit der Kamera wenig Probleme hatte, dann würde er die Kamera in The Kore Gang als sehr gelungen beschreiben.
Ich hab 3 Möglichkeiten die Kamera zu kontrollieren (Richtungstasten, Zentrieren und Ego-Ansicht) und trotzdem ist sie fast nie dort wo ich sie haben will. Man kennt ja die Situationen bei Mario Galaxy wo man sich am Rand einer Welt umsehen möchte und es geht nicht. Das ist da schon leicht nervig aber die Levels sind meist so ausgelegt, dass man sich dort nicht umsehen braucht.
Bei Epic Mickey geht es viel um’s Erkunden. Stellen finden wo ich Verdünner anwenden kann und Schatzkisten suche usw. Und genau an den Rändern und auf den Dächern sind die oft versteckt. Und gerade dort kann ich häufig nicht die Kamera zentrieren und/oder nicht in die Egoansicht gehen. Das ist einfach richtig richtig lästig. Wenn dann auch noch beim Hüpfen die Kamera seltsam mitfährt und leichte Passagen nur dadurch etwas ärgerlich werden, find ich es wirklich nervig.
Insgesamt für mich das schlechteste Spector-Spiel, was aber bei dem Mann auch nicht so viel heißen muss. Beim Spielen selber hatte ich auf der Wii mit The Kore Gang und sogar Alice in Wonderland mehr Spaß (Psychonauts und BG&E sind überhaupt eine andere Liga, imho), einfach weil das Gameplay etwas abwechslungsreicher ist. Vom Design und Umfang her ist Epic Mickey aber wirklich sehr gelungen und es gibt immer wieder sehr schöne Momente.
Ich wünsche mir auf jeden Fall einen zweiten Teil, in dem sie ein paar gravierende Schwächen ausmerzen dann wird es wirklich episch.
Ich persönlich würde mir irgendwie so etwas wünschen:
ein Bösewicht klaut die ganzen alten Filme und kritzelt in sie rein, schneidet sie seltsam zusammen oder ähnliches. Und das Spiel findet an zunächst an einem zentralen 3D-Ort (ähnlich der Meanstreet statt) von wo aus man direkt andere 3D-Levels betreten kann, in denen man eine Filmrolle finden muss, die dann ein 2D-Level darstellt. Diese dann so cool designt wie die Retrolevels hier, nur anspruchsvoller und länger. Ich wäre glücklich!