Prinz Rieseneisenrohr hat geschrieben:Eirulan, ich sitze auch gerade an Mafia 2, und weil das Ding richtig Spass macht, hab ich auch ein Auge auf Der Pate 2 geworfen, kannst Du mir die Unterschiede zu Mafia 2 erklaeren und wie spassig ist das Spiel? Waere klasse, danke im Vorraus.. ^^
Ja kann ich machen, ich wollte ja eh noch in "alter Eirulan-Manier" meine Eindrücke wiedergeben.
Der Pate 2:
Also von Der Pate 2 habe ich nicht viel erwartet - habe es gegen Eat Lead eingetauscht, hat also quasi "nix" gekostet. Ich habe es mir geholt, da ich Mafia 2 plante und das wie gesagt schön thematisch dazugepasst hat.
Meine sehr niedrigen Erwartungen wurden dann aber doch positiv übertroffen
Zur Technik: Die Grafik sieht eher wie ein PS2 Spiel aus und nervt trotzdem noch mit Rucklern und Popups, die Explosionen sehen dagegen aber wieder richtig gut aus. Die Musik ist allerdings richtig klasse und hat mir sehr gut gefallen!
Zum Spiel: das Ganze spielt sich wie eine Mischung aus Möchtegern-GTA und (in der Don-Ansicht) einer Art Strategie-Brettspiel. Die Läden der anderen Familien zu übernehmen macht richtig Spass und die Story ist zumindest gut genug, einen für die 10-15 Stunden bei Laune zu halten. Mit der Zeit wird das Ganze zwar ziemlich repetitiv, aber dann wechselt auch schon wieder die Stadt oder es stehen neue - recht abwechslungsreiche - Story-Missionen an. Was mir - gerade dann im direkten Vergleich zu Mafia 2 - erst hinterher negativ aufgefallen ist, ist die komplett fehlende Liebe zu Detail.
Man macht mit dem Titel für die 5-10 Euro, die er noch kostet, aber nicht arg viel falsch und die 73% von 4p deuten ja auch nicht gerade auf eine Gurke hin. Also: kann man schon mal zum einmaligen Durchspielen einlegen.
Zu Mafia 2:
Die Technik ist top (wenn auch mal wieder die PS3 Version zu den anderen beiden Versionen abfällt). Grafisch nervt eigentlich vor allem das fehlende AA und diese "Zaun-Effekt", die Maschendrahtzäune o.ä. absolut beschissen aussehen lässt (kA wie der Fachbegriff ist).
Auch hier ist die Musik absolut hörenswert, das Titel Theme und andere Musikstücke sind wahnsinnig stimmungsvoll, einfach TOP!
Die ersten paar Spielstunden war ich absolut gefesselt von dem Titel, ein auf den ersten Blick stark an GTA angelehnter Titel mit einer im Vegleich zu GTA aber imho wesentlich stärkeren und intensiveren Story. Auch die verschiedenen Charaktere sind imho sehr gut herausgearbeitet und die "schauspielerische Leistung" in den Zwischensequenzen kann sich auch sehen lassen und trägt viel zur Stimmung bei.
Das Spiel nimmt einen aber im Vegleich zu GTA wesentlich stärker an die Zügel, das ist vielleicht auch notwendig, um eine intensive Story rüberzubringen, tut aber andererseits dem Gameplay nicht so gut. Nachdem dann die erste Faszination verflogen ist, merkt man leider recht schnell, dass man in der sehr schön designten Stadt quasi NICHTS neben der Story machen kann!!
Die Stadt ist quasi eine leere Hülle mit seelenlosen Zombies und die ganzen Nebenmissionen und Minispiele von GTA habe ich dann irgendwann auch vermisst. Sehr schlecht auch, dass das Game einen quasi bestraft, wenn man ab der Story mal was Anderes machen will: ich hab das Spiel gleich auf Schwer gespielt, und da stirbt man bekanntlich ja recht schnell. Anfangs habe ich oft am Ende einer Mission noch Lust gehabt, ein wenig "Blödsinn" in der Stadt zu machen, Autos für den Exporteur zu besorgen, die Laden-Ausraub-Trophy zu machen etc. Wenn man dann aus Versehen drauf geht - und das geht schnell - kann man teils den gesamten letzten Teil der vorhergehenden Story nochmal machen, weil die Speicherpunkte so absolut beschissen gesetzt sind!! Irgendwann hat mir das den Spass am "Nebenher-was-machen" dann total vergällt und ich habe mich zunächst auf die Story konzentriert.
Sehr schön und in der heutigen Zeit, in der so viele Titel so leb- und lieblos daherkommen, finde ich aber - und das ist auch gleichzeitig der größte Pluspunkt des Spiels überhaupt:
Man merkt während jeder Minute des Spiels, dass 2k Czech da sehr viel Herzblut reingesteckt hat, dass sie sich auch Zeit (und damit Geld) für "Unwichtiges", "Überflüssiges" genommen haben, das merkt man an so vielen kleinen Details während dem Spielen, über jedes noch so winzige Detail hat man sich Gedanken gemacht und wollte es "gut" und "richtig" machen, und das ist ihnen in dieser langen Entwicklungszeit auch größtenteils gelungen
Und das ist genau das, was diese Welt so stimmungsvoll und gelungen macht, zumindest, solange man abseits der Story-Pfade nicht zu weit hinter die Kulissen linst
