Alking hat geschrieben:Wie ist euer E3 Fazit?
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Ich persönlich bin mit dem Verlauf der Messe durchaus zufrieden. Das liegt aber vermutlich auch daran, dass ich nach den überaus enttäuschenden Auftritten der letzten Jahre von Anfang an keine all zu großen Hoffnungen in die diesjährige E3 gelegt habe.
Microsoft hat sich - wie erwartet - auf die Vorstellung neuer Services konzentriert und das Feld ansonsten hauptsächlich seinen Third-Party-Partnern überlassen. Gefallen haben mir hier vor allem
Splinter Cell: Blacklist (siehe unten) und
Tomb Raider, während mich
Resident Evil 6 vollkommen enttäuscht zurückgelassen hat. Beim hauseigenen Software-Line Up lag der Fokus einmal mehr auf den vier Säulen, die das Unternehmen bereits seit einigen Jahren, durch die laufende Konsolengeneration tragen (Halo, Gears of War, Forza Motorsport, Fable). Vollkommen unverständlich ist mir in diesem Zusammenhang allerdings, weshalb man das überschaubare First-Party-Line Up nicht wenigstens besser präsentiert hat.
Gears of War: Judgment, Forza Horizon, Fable: The Journey sowie die neuen IPs
Ascend: New Gods, Lococycle und
Matter wurden allesamt schnell durchgewunken; eine Live-Demo bekam lediglich das starke
Halo 4 spendiert. Auffällig war meiner Meinung nach, dass
Kinect nicht mehr die gleiche Aufmerksamkeit wie im vergangenen Jahr geschenkt wurde. Es wurde zwar gezeigt, dass
Splinter Cell: Blacklist,
Madden NFL 13 und
FIFA 13 das System nutzen werden, aber Kinect-exklusive Spiele gab es bis auf
Fable: The Journey und
Dance Central 3 sowie das lediglich mit einem Teaser-Trailer bedachte
Matter keine zu sehen.
Sonys Präsentation wirkte auf mich persönlich recht unstrukturiert, konnte allerdings durchaus mit dem einen oder anderen Inhalt glänzen.
Beyond: Two Souls gehörte sicherlich zu den interessanteren Neuankündigungen der diesjährigen E3. Auch
The Last of Us konnte aus meiner Sicht überzeugen. Weniger begeistert war ich hingegen von
God of War: Ascension. Natürlich sieht das Spiel wunderbar aus, aber vom Sitz gerissen hat mich das Gezeigte leider nicht. Meiner Meinung nach fehlte ein wirklicher spielerischer Höhepunkt oder irgendein erzählerischer Aufhänger, der Neugier auf die Geschichte des Titels weckt. Einen Anreiz für den Kauf einer
PlayStation Vita konnte mir Sony hingegen nicht liefern. Es freut mich zwar, dass Activision und Ubisoft ihre größten Franchises auf den Handheld bringen werden, aber da jahraus, jahrein neue Ableger der beiden Reihen auch für Plattformen erscheinen, die sich bereits in meinem Besitz befinden, wüsste ich nicht, weshalb mich diese Titel dazu bewegen sollten, Geld in die PlayStation Vita zu investieren. Vollkommen daneben war aus meiner Sicht die Präsentation von
Wonderbook. So etwas gehört meiner Meinung nach einfach nicht auf eine E3-Bühne.
Bei
EA gefiel mir einmal mehr die Tatsache, dass man gar nicht lange um den heißen Brei herum geredet hat. Zehn Spiele von zehn verschiedenen Entwicklern - das ist eine Ansage, die ganz nach meinem Geschmack ist. Inhaltlich konnte mich das Gezeigte dann aber leider weniger überzeugen. Die Präsentation von
Dead Space 3 sorgte im ersten Moment dafür, dass mir vor dem Bildschirm buchstäblich das Gesicht einschlief. Mir persönlich war bereits der zweite Teil zu Action-lastig und der dritte Teil scheint diese Entwicklung zu meinem Leidwesen konsequent fortzusetzen. Ein wenig beruhigt haben mich dann allerdings die Aussagen, die von Visceral Games auf NeoGAF zu den Themen "Koop" und "Deckungssystem" getroffen wurden. Nach anfänglicher Frustration regt sich bei mir nun vorsichtiger Optimismus.
Medal of Honor: Warfighter sah sehr gut aus, könnte mich aber allenfalls dann von einem Kauf überzeugen, wenn man eine umfangreiche, spielerisch abwechslungsreiche und erzählerisch starke Kampagne anzubieten hat. Die Präsentation von
Crysis 3 war hingegen absoluter Käse. Erst erzählt Cevat von den sieben Wundern und beschreibt sie als sieben "Sandkästen", die konzipiert wurden, um den Spielern ein freies Vorgehen zu ermöglichen, und dann zeigt man plötzlich diesen linearen Abschnitt inklusive Abstieg in eine winzige Militärbasis. Zum Glück deutete wenigstens der E3-Trailer an, dass es tatsächliche unterschiedliche Möglichkeiten gibt, sich dem Missionsziel zu nähern.
Ubisoft hatte mit
Watch Dogs mein persönliches "Game of the Show" im Programm. Auch
Far Cry 3 und
Assassin's Creed III konnten mich durchaus überzeugen. Weniger leicht fällt mir die Einschätzung von
Splinter Cell: Blacklist. Einerseits ist es so, dass ich schon die Hoffnung hatte, dass das nächste Splinter Cell zu den Wurzeln der Reihe zurückkehrt. Andererseits würde ich lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich mit Conviction keinen Spaß gehabt hätte. Letzten Endes hat mir die Präsentation durchaus gefallen, auch wenn ich zugegeben muss, dass vorhin erstmal spontaner Jubel durch meine Wohnung hallte, als ich erfahren habe, dass sich das Spiel offenbar durchspielen lässt, ohne einen Gegner zu töten. Alles in allem war Ubisoft meiner Meinung nach der Gewinner der diesjährigen Messe. Die Franzosen glänzten nicht nur mit einem inhaltlich starken eigenen Auftritt, sondern waren darüber hinaus auch auf den E3-Bühnen aller drei Plattformhersteller zugegen.
Edit:
Die
Nintendo-Pressekonferenz habe ich - wie bereits erwähnt - nur mit einem halben Ohr verfolgt, weswegen ich mir hier keine Einschätzung erlauben möchte.