Ash of Gods: Redemption - Test

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4P|T@xtchef
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von 4P|T@xtchef » 29.03.2018 10:22

Natürlich! Giana Sisters ist das erste richtig dreiste Plagiat der Videospielgeschichte, fast eine 1:1-Kopie, sowohl grafisch als auch spielmechanisch - mehr Ideenklau geht nicht. Nintendo hat damals nicht ohne Grund rechtliche Schritte eingeleitet - obwohl Giana keinen Schnauzbart hatte. Das kann dem Privatzocker scheißegal sein - Giana Sisters war auch eines meiner Amiga-Lieblingsspiele. Aber wenn man etwas perspektivischer denkt, sollte man die Gefahren dieser Arbeitsweise sehen. Oder willst du bald Moss in Gelb und Ghost of a Tale mit Ratte? Soll das direkte Abkupfern Schule machen? Dann können wir die Studios auch alle nach China verlegen.
Jörg Luibl
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katzenjoghurt
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von katzenjoghurt » 29.03.2018 10:47

Langsam aber sicher versaut sich 4Players all die Meriten, die es sich über die Jahre
bei mir aufgebaut hat.

Erst die unnötig harte verbale Watsche gegen die Entwickler von Past Cure und hier
jetzt eine Denkzettelwertung, die die tatsächliche Spielqualität gar nicht widerspiegelt,
sondern nur Jörg Luibls generellen Frust über mangelnde Innovationen in der
Spieleindustrie.

Und in beiden Fällen wird nicht mal gegen große Konzerne getreten, sondern hier werden
ganz zarte Pflänzlein zertreten, bei denen sich grade mal die erste Blüte geöffnet hat.

Es nervt.
Mir tun die Entwickler leid.

Die Kickstarter-Seite von Ash of Gods verspricht ja auch ein Spiel, das "heavily inspired"
von Banner Saga ist. Es ist völlig gesund und normal, dass man als junges Studio mit
mehr als 3 Leuten erst mal einen sicheren Pfad einschlägt. Team, Workflows, Technik,
das alles muss sich ja erst mal eingrooven.

Als ich das Spiel das erste mal auf Steam gesehen hab, dachte ich mir auch: Wtf?! Was ist
das bitte für ein krasser Klon? Allerdings kein billig zu produzierender Klon. Dafür ist der
Aufwand, die Kampagne zu bauen zu groß. Offensichtlich sind hier Fans am Werk, die
gerne ihren Weg in die Industrie finden möchten.

Natürlich nimmt 4Players die Sicht des Konsumenten ein. Muss 4Players auch. Aber bei
solchen Abwatschwertungen geht doch schon etwas die Wertschätzung für die Entwickler
ab. Grad, wenn das Geldsäckel nicht so voll ist und die Produktion nur durch den
Enthusiasmus der Entwickler (nicht mal unbedingt ihrer Chefs) möglich war.


Dass man wegen mangelndem Originalitätsfaktor eine niedrigere Wertung gibt, ist klar.
Damit muss auch jedes Sequel leben, wenn es sich nicht durch Neuerungen absetzen kann.
5% ist jedoch im Sinne einer Produktbewertung in diesem Fall einfach nur Quatsch.

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cupsurfer
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von cupsurfer » 29.03.2018 11:30

Als Fan-Mod für "The Banner Saga" würde ich die Wertung auch als zu hart empfinden.Aber für ein 22.99€-teures Produkt, bei dem ich "heavily inspired" für extrem untertrieben halte, kann ich die 5% sehr gut nachvollziehen.

Caramarc
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von Caramarc » 29.03.2018 11:56

Doc Angelo hat geschrieben:
28.03.2018 22:22
Also ich finde das kann man so nicht sagen. Nur, weil Du die zusätzlichen und neuen Aspekte von Warcraft I nicht aktiv genutzt hast - im Falle von Einheiten-Gruppen ganz bewusst - macht das Warcraft nicht zu einem 100%-Klon. Es macht glaube ich kaum Sinn, alle RTS-Spiele nach Dune 2 als Klon zu bezeichnen.
Ich würde auch nicht behaupten, dass Warcraft ein 100% Klone ist, aber als es raus kam war das schon ein Dune 2 Abklatsch und mit der Meinung steh ich bestimmt nicht alleine da. Ich hab das mal für mich überprüft (manchmal spielt ja einem die Erinnerungen so manchen Streich) und z.b. folgendes gefunden.
PC Player 01/95 hat geschrieben: Blizzards "Warcraft" sieht auf den ersten Blick so aus, als hätte man die Dune-2-Soldaten aus ihren Fahrzeugen gezogen und in Faschingskostüme gesteckt. Frappierende Ähnlichkeiten lassen fast schon vermuten, daß einige Westwood-Programmierer zwischenzeitlich den Arbeitgeber gewechselt haben [...]
Hat 83 Punkte eingesagt (Dune 2 - 79 Punkte).
Ich finde das auch nicht schlimm, dass Blizzard hier von Westwood abgekupfert hat, die Reihe hat sich prima entwickelt und Blizzard hat das auch massiv nach vorne gebracht. Die Wurzeln von Dune 2 lassen sich aber nicht verleugnen.
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4P|T@xtchef
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von 4P|T@xtchef » 29.03.2018 12:01

katzenjoghurt hat geschrieben:
29.03.2018 10:47
Mir tun die Entwickler leid.
Komm mir nicht über diese Mitleidsschiene, denn gerade wir als 4Players haben über Jahre genau diese Szene mit Aufmerksamkeit bedacht, und zwar ohne Werbegelder oder irgendetwas künstlich Forciertes, sondern weil wir als Zocker Bock drauf hatten. Ganz einfach, weil wir gute Spiele lieben. Aber Titel wie Past Cure oder Ash of Gods gehören nicht dazu.

Beide Kritiken spiegeln unsere Abscheu gegenüber einer bestimmten Art von Spieldesign wider. Und was die "zarten Pflänzchen" betrifft: Die schützen wir traditionell, die besprechen wir leidenschaftlich, wenn sie kreativ sind - die können sogar Spiel des Jahres werden. Die meisten kleinen Spiele dieser Art kämpfen aber bei uns hart um gute Wertungen, egal ob Battle Brothers oder Regalia oder Wartile. Da stecken frische Ideen dahinter, engagierte Artists und Programmer, die unsere Wertschätzung viel eher verdient haben!
Jörg Luibl
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katzenjoghurt
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von katzenjoghurt » 29.03.2018 12:58

4P|T@xtchef hat geschrieben:
29.03.2018 12:01
katzenjoghurt hat geschrieben:
29.03.2018 10:47
Mir tun die Entwickler leid.
Komm mir nicht über diese Mitleidsschiene,
Mir tun die Entwickler aber tatsächlich Leid.
Im leidenschaftlichen Kampf für das große Ganze fehlt mir hier einfach etwas Verantwortungsgefühl von
Eurer Seite. Ich wertschätze Euch dafür, dass Ihr scheußliche Tendenzen wie überbordende Mikro-
transaktionen in AAA Games abstraft. Aber diese Bashing auf kleine Teams, die grade im Aufbau sind,
finde ich unredlich.
Die meisten kleinen Spiele dieser Art kämpfen aber bei uns hart um gute Wertungen, egal ob Battle Brothers oder Regalia oder Wartile. Da stecken frische Ideen dahinter, engagierte Artists und Programmer, die unsere Wertschätzung viel eher verdient haben!
Umgekehrt muss man Teams, die erst mal nur mit Wasser kochen, deswegen nicht völlig vernichtend abstrafen.
Sei es verbal wie bei Past Cure oder in Form einer Denkzettelwertung wie bei Ash of Gods.

Vermutlich bin ich hier als Spieleentwickler auch selbst etwas voreingenommen.
So hab ich einfach zu großen Respekt davor, wenn es jemand überhaupt schafft, ein "richtiges" Spiel (also keinen
Asset Swap Bullshit) zu releasen. Wenn das zudem abseits des Markttrends von seelenlosen PUBG-Klonen und
anderem Mobile-F2P-Ranz liegt - Chapeau. Mit niedrigen Wertungen muss man ggf. leben - aber sie sollten
fair bleiben. Die 5% hier sind nicht fair.

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SaperioN
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von SaperioN » 29.03.2018 13:09

Pommern hat geschrieben:
28.03.2018 20:35
Clickbait. Und funktioniert ja auch. Sonst hätte den Titel doch niemand auf dem Schirm gehabt. Mal so einen kleinen Titel einen reinzuwürgen und Aufmerksamkeit erzeugen. Keine Meisterleistung und könnte auch von einem verbrämten Banner Saga Fanboy auf Steam stammen...
Was ist denn für dich kein Clickbait was von der Norm abweicht ? Saublöder Kommentar um ehrlich zu sein.
Sharkie hat geschrieben:
28.03.2018 20:24
Ich wäre an diesen Test zwar ebenfalls versöhnlicher herangegangen, hätte ich ihn schreiben müssen. Zumal ich die Aussage mit dem "Schutz kreativer Entwickler" nicht hundertprozentig passend finde, denn ob denen ein solcher Abklatsch überhaupt schadet oder gar in irgendeiner Weise am kulturellen Erbe ihrer Pionierleistung zu kratzen vermag, wäre ja erstmal zu diskutieren.
Hatte ich zuerst auch gedacht, aber wenn man mal genau überlegt, hätte jegliche Kritik an der Entwicklung in Textform keinen wirklichen Nutzen erzeugt.
Wäre den Entwicklern vermutlich egal gewesen oder es wäre bei Ihnen gar nicht durchgedrungen.
Wenn man jetzt bei Metacritc schaut ist die Wertung auf 46 % runtergeschossen.
Alle andere hier genannten Ideen wie 4players Plagiatspreis oder negativer Extra-Kommentar wäre einfach nur nutzlos gewesen und im Schatten der befriedigenden Wertung verschwunden, daher kann ich die Vorgehensweise von Jörg schon gut nachvollziehen.
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4P|T@xtchef
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von 4P|T@xtchef » 29.03.2018 13:28

@katzenjoghurt: Okay. Aber du musst schon sehen, warum wir da ganz anders differenzieren, warum wir Past Cure und Ash of Gods eben nicht mit der Arbeit aller "kleinen Teams" gleichsetzen wollen. Da gibt es gewaltige Unterschiede. Wir werden - aus eigenen Stücken - unserer spielkulturellen Verantwortung gerecht, indem wir über den Tellerrand des Mainstreams schauen und kreative Projekte besprechen.

Man darf auch nicht vergessen: Die Spielewelt wird seit Jahren geflutet mit Titeln, darunter jede Menge belangloser Kram - es gibt kaum noch Nischen oder Subgenre, die nicht mit dutzenden Spielen befüllt werden. Dass du als Entwickler schon die Veröffentlichung als respektable Leistung anerkennst, ist nachvollziehbar. Aber ich als Kritiker muss nach "Press Start" anfangen. Und wo du "seelenlos" oder "F2P-Ranz" als Maxime für deine Abscheu heranziehst (was gut ist), spuken bei uns noch einige negative Tendenzen mehr im Hinterkopf. Past Cure ist nichts als dilettantische Hybris und Ash of Gods ist ein dreistes Plagiat. Und da sind keine kleinen naiven Jungs am Start - in beiden Fällen wissen die Leute genau, was sie da anbieten. Sie wussten im ersteren Fall sogar genau, warum sie uns verarschen, um sich dann beim Spiegel als Opfer der Presse auszuheulen. Dabei haben wir ihnen maximale Fairnesse im Vorfeld entgegen gebracht, sie gewarnt und beraten.

Mit diesen beiden Negativbeispielen beziehen wir auch als Magazin klar Stellung. Es gibt streng genommen ja gar keine "Fairness" in der Kritik, sonst ist es nämlich keine mehr. Sonst ist es Service-Berichterstattung im Sinne verständnisvoller Berücksichtigung aller Beteiligten. Die haben auch Familie, Katzen und PR. Also wird aus dem Plagiat die Hommage, aus dem Müll das Bemühen. Man kann alles schönreden. Man kann auch Specials ohne Wertung machen. Man kann sich auch die Zähne ziehen und Suppe schlürfen.

Aber indem man bestimmte Entwicklungen scharf kritisiert, indem man als Magazin auch mal Stoppzeichen setzt, kann man dem Wunsch nach besseren Spielen eher gerecht werden als über die Allesversteher-Masche.
Jörg Luibl
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Usul
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von Usul » 29.03.2018 14:06

4P|T@xtchef hat geschrieben:
29.03.2018 13:28
Wir werden - aus eigenen Stücken - unserer spielkulturellen Verantwortung gerecht, indem wir über den Tellerrand des Mainstreams schauen und kreative Projekte besprechen.
Ich finde, es hat nur wenig etwas mit spielkultureller Verantwortung (vielleicht am ehesten aber mit spielepolitischem Kontext) zu tun, wenn man ein Spiel so offensichtlich dafür abstraft, ein anderes Spiel zu "kopieren", wenn selbst die Entwickler des "kopierten" Spiels überhaupt kein Problem damit haben. Du hast gemeint, ihr seid nicht die Anwälte Stoics... das stimmt. Aber wo kein Kläger, da kein Richter und auch kein Anwalt. Von daher ist die ganze Diskussion relativ müßig, wie ich finde.

Doc Angelo
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von Doc Angelo » 29.03.2018 15:12

Caramarc hat geschrieben:
29.03.2018 11:56
Ich finde das auch nicht schlimm, dass Blizzard hier von Westwood abgekupfert hat, die Reihe hat sich prima entwickelt und Blizzard hat das auch massiv nach vorne gebracht. Die Wurzeln von Dune 2 lassen sich aber nicht verleugnen.
Genau so isses. Niemand denkt, das Warcraft I kein bisschen von Dune 2 inspiriert ist. Niemand denkt, das Warcraft I ein hingeschissener Klon von schlechter Qualität ist.
Wenn man bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte man nicht den Kopf hängen lassen.

katzenjoghurt
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von katzenjoghurt » 29.03.2018 15:20

@JörgLuibl:
Danke für Deine Antwort.
Ich verstehe, wo Du herkommst - mehr Innovationen und weniger Mittelmaß und Quatsch in der unüberschaubaren Spieleflut.
Ich hoffe, Du verstehst auch, wo ich herkomme - als Dev im Spieleentwicklungsland Deutschland, wo Geld und Nicht-F2P-Studios mit Know-How echt rar gesäht sind und man sich über jede Neugründung freut.

Dabei wünsch ich mir - wie hoffentlich klar wurde - keinen Umgang mit Samthandschuhen oder einen Deutschlandbonus, sondern nur eine faire Bewertung, ohne "Zeichensetzung" für die Gesamtindustrie oder übertriebene, vernichtende Angriffe.
Ich durchschau' nicht, was da bei Past Cure gelaufen ist, das Euch so verärgert hat - liest sich nach ignoriertem Feedback Eurerseits - aber denkt auch an die Leute hinter den Chefs, die davon gar nix mitbekommen haben, aber denen dann all die nicht sehr nett zu lesende Kritik auf ganz persönlicher Ebene in die Fresse fliegt.

Nein, ich bin nicht mit den Past Cure Machern verbandelt. Sie hatten nur nach Eurem Test meine Sympathien. Ich seh's immer aus der Perspektive eines unterbezahlten Devs, der seinem Job zwar mit Leidenschaft nachgeht, aber gegen viel zu tighte Deadlines kämpft und sich kaputt-cruncht - Ich wär' schwer getroffen gewesen. Eine Feststellung, dass sie sich mit ihren Ambitionen schwer verhoben haben, hätte gereicht. Damit kann jeder leben. Ich honoriere, dass sie sich an Unreal 4 + Cutscenes + MoCap versucht haben, auch wenn das Ergebnis bescheiden war.

Bei Ash of Gods trifft's halt nun ein paar Entwickler aus Russland - auch ein Land, das dafür berüchtigt ist, dass man eine gewisse Härte mitbringen muss, wenn man dort überhaupt Spiele entwickeln will.

All das rechtfertigt keine gnädigeren Wertungen aber imo einen anständigen Umgang.

Und ja, der Games-Journalisten-Job ist auch nicht einfach und die Kohle ist auch dort knapp.

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Raskir
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von Raskir » 29.03.2018 15:40

Ist past cure nicht auch von den meisten anderen verrissen worden? Der Schnitt liegt Grad bei knapp 40 und es gibt schon ein paar 20er Wertungen.
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von 4P|T@xtchef » 29.03.2018 15:53

@katzenjoghurt: Sieh mal, wenn du Dev bist und Indie-Projekte beobachtest - hier ist z.B. mein Test zu "All Walls Must Fall", das von einem kleinen Team aus Berlin kommt: http://www.4players.de/4players.php/dis ... _Fall.html. Auch die haben mit Syndicate, XCOM und REZ im Vorfeld "geworben", also mit Klassikern, die sie inspiriert haben. Aber daraus haben sie etwas Eigenes entwickelt, bei dem man vielleicht noch die Konturen der Vorbilder erkennt, aber ansonsten ein komplett eigenständiges Spiel erlebt - das ist eine kreative Leistung. Solche Teams bekommen von uns selten im Vorfeld die Chance auf eine Vorschau oder einen Besuch in der Redaktion, weil wir einfach zu wenig Zeit haben.

Deshalb noch ein letztes Mal zu Past Cure: Denen haben wir diesen Service in der Redaktion angeboten, weil gerade freie Zeit war, weil sie von "Silent Hill" und "Max Payne" gesprochen haben - natürlich macht das neugierig, schließlich kann da ein Geheimtipp aus Deutschland im Anmarsch sein. Wir haben dann sogar - entgegen unserer Ansage- auf eine Vorschau verzichtet, weil das bei uns Vorgespielte so schlecht war. Wir haben während des Treffens viele konstruktive Hinweise gegeben, Pros und Kontras analysiert, mit zwei erfahrenen Redakteuren - dieses Abenteuer war Lichtjahre (!!!) von den eigenen Ansprüchen und Werbefloskeln entfernt. Oder anders: Wir waren sehr ehrlich, aber auch sehr fair. Man wollte uns "definitiv" vor Weihnachten etwas viel Besseres schicken, damit wir noch eine Vorschau anbieten können, dann wurden wir komplett bis zum Release mit unseren Anfragen ignoriert. Und müssen das larmoyante Gefasel beim Spiegel lesen, wo sie sich auch noch als Opfer der Presse darstellen...

...da draußen gibt es viele kreative Teams, die diese Aufmerksamkeit eher verdient hätten.
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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von Usul » 29.03.2018 16:15

4P|T@xtchef hat geschrieben:
29.03.2018 15:53
Und müssen das larmoyante Gefasel beim Spiegel lesen, wo sie sich auch noch als Opfer der Presse darstellen...
Beziehst du dich dabei auf diesen Artikel?

Wo ist da Larmoyanz? Oder gar Opferrhetorik?

Einzig diese beiden Absätze gehen etwa in diese Richtung:
Nicht jeder Artikel bescherte dem Team eine Antwort. "Leider waren einige Kritiken ziemlich unprofessionell. Die haben nichts konkret gemacht", sagt Gerdesmann. Auch nach mehrmaligem Lesen hätten ihm Schlussfolgerungen gefehlt.
So vermutet Gerdesmann, dass nicht gut genug kommuniziert wurde, dass es sich bei Phantom 8 um ein Indie-Studio handelt. Und dass die Story des Spiels im Mittelpunkt steht, nicht das Gameplay. "Wenn also Leute die Story nicht verstehen, wie sollen sie dann das Spiel gut finden?"
Und das kann man auch einfach als enttäuschte Versuche interpretieren, wie die Wertungen zustande kamen. Offensichtlich waren sie ja nicht der Meinung, daß ihr Spiel SOOOO schlecht ist, daß es überall so negative Kritiken erhalten hat.

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Re: Ash of Gods: Redemption - Test

Beitrag von 4P|T@xtchef » 29.03.2018 16:27

Jup, genau den Artikel. Lies auch mal den letzten Absatz, der fast wie ein Nena-Song endet. Mein Vorwurf des larmoyanten Gefasels richtet sich auch an den Redakteur, der nicht einmal kritisch nachfragt und Taschentücher zum Mitheulen verteilt. Hab ich auch so im Forum angeprangert. Und dass die Entwickler tatsächlich denken, sie hätten nicht genug erklärt, dass sie Indie seien oder dass die Presse die Story nicht versteht...oh my, besser wir hören hier auf, ist ja auch nicht das Thema.;)

Bitte wieder zurück zu Ash of Gods.
Jörg Luibl
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