4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

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VaniKa
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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von VaniKa » 30.06.2020 13:40

Doc Angelo hat geschrieben:
30.06.2020 13:13
Naja. Ich sags mal so: Mein Anliegen ist es nicht, zu relativieren. Es mag natürlich sein, das es auf andere so wirkt. Und ist auch so, das es Leute gibt, die bewusst eine bestimmte Sprache verwenden, um ihre tatsächliche Intention zu verstecken. Das kann aber nicht bedeuten, das ich konstant meine eigene Sprache ändern sollte, um nicht von anderen als so eine Person verkannt zu werden. Meine Logik hinter diesem Statement: Das wäre ein konstantes Rat-Race. Da muss es eine bessere, allgemeingültigere Lösung für geben. Hab ich die Lösung in einfacher und simpler Form parat? Nein, leider nicht. Aber ich bin auf der Suche nach dieser.
Es geht vor jeder Lösung vor allem erst mal um eine Analyse des Problems und dessen Ursachen. Und das fällt ziemlich schwer, wenn man nicht klare Merkmale benennt, die zum Verständnis maßgeblich von Bedeutung sind. Es geht also darum, Tätergruppen und Opfergruppen klar zu benennen. Wenn also deutlich mehr Frauen Opfer von sexualisierter Gewalt Gewalt durch Männer sind als umgekehrt, dann ist das eine wichtige Erkenntnis für die Erfassung des Problems. Nämlich festzustellen, dass Geschlecht da eine Rolle spielt. Dann kann man schauen, in welcher Form und kommt z.B. zu Bereichen wie Geschlechterrollen, toxischer Männlichkeit und Patriarchat. Dann kommt man z.B. auf die Erziehung von Jungen und Mädchen, sowie deren Vorbildern in der Gesellschaft. Man kann aus solchen Erkenntnissen dann konkrete Lösungen erarbeiten, z.B. was für Rollenbilder man in der Öffentlichkeit verbreitet, wie man mit Sexismus am Arbeitsplatz umgeht, was das alles mit dem Gender-Pay-Gap zu tun haben könnte, uswusf. Es offenbaren sich dadurch in der Analyse zunehmend Zusammenhänge.

Wenn man nun allerdings gleich als erstes nur entgegnet: "Hey was soll das? Das ist doch männerfeindlich. Auch Frauen und nicht alle Männer!" Dann würgt man eine Analyse komplett ab und alles außer "blöde Menschen sollen aufhören, blöd zu sein" fällt einem dann nicht mehr dazu ein. Dabei bleibt zudem unklar, wer konkret blöd ist und warum. Vor allem: Niemand muss sich angesprochen fühlen. "Ich bin ja nicht so blöd, also ist das Thema für mich erledigt."

Bewegung kommt erst in die Sache, wenn man schaut, warum bestimmte Verhaltensweisen vor allem z.B. bei Männern auftreten. Wenn man schaut, welches Weltbild und welches Frauenbild diese Männer haben. Wenn man akzeptiert, dass es bestimmte systemische Problemkomplexe innerhalb bestimmter Bevölkerungsgruppen gibt, ohne das durch "aber nicht alle Männer" sofort reflexartig abschmettern zu wollen, kann man vor allem als Mann besser hinschauen und etwas ändern. Durch die Änderung der Lebenssphären von Männern, ändern sich auch die einzelnen Männer. Tut man das nicht, bleiben die Anreize vorhanden, sich blöd zu verhalten. Heißt nicht, dass jeder diesen Anreizen erliegt, aber sie sind als Einfluss nicht zu ignorieren. Und das sollte man z.B. als Mann innerhalb der "Männerschaft" schon als Problem erkennen und dem nach Möglichkeit entgegen wirken, z.B. indem man sexistische Verhaltensweisen anprangert und sanktioniert, statt im Gruppenzwang mitzumachen. Man kommt nur nie auf die Idee, dass es so ein Problem geben könnte, wenn man lediglich von Einzeltätern spricht und den systemischen Charakter (Wirkungskräfte auf alle Männer, denen man mehr oder weniger gut widersteht) verkennt.

PS: Ich sage es mal noch deutlicher. Dieses Pochen auf "all lives matter" (weil das wirklich ein exzellentes Beispiel dafür ist) hilft nicht nur nicht, sondern es behindert die Analyse des Problems, weil es die Natur des Problems verschleiert und es unidentifizierbar macht. Und das alles nur, weil man sich als privilegierte Gruppe auf den Schlips getreten fühlt, weil man das Problem nicht verstanden hat? "All lives matter" wirkt auf den ersten Blick so nobel und vollumfänglich. Aber auf den zweiten Blick ist es unglaublich ignorant und anmaßend. Da betrifft seit Jahrhunderten ein Problem spezifisch Schwarze und dann, als es endlich angeprangert wird, stellen sich Weiße daneben und machen all das unsichtbar, indem sie sagen "hey, es sollte aber nicht nur um euch gehen".
Zuletzt geändert von VaniKa am 30.06.2020 13:48, insgesamt 3-mal geändert.

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Levi 
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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von Levi  » 30.06.2020 13:47

Da wiederum würde selbst ich mich etwas distanzieren wollen, denn zu kaum einen Zeitpunkt lässt du auch nur durchblicken, dass es grundsätzlich auch in die andere Richtung geht.

Du bist jetzt quasi das andere Extrem.
Auch nicht erstrebenswert...
Du gehst daher und pauschalisierst alle Individuen einer "nicht Minderheit" als Schuldigen. Es stellen sich zum Beispiel nicht "Weiße" daneben, sondern Leute die es nicht verstanden haben!... Kleiner aber feiner Unterschied. Auch sind nicht Männer das Problem, sonder aggressive Idioten, die leider häufiger unter der männlichen Bevölkerung anzutreffen sind.
Zuletzt geändert von Levi  am 30.06.2020 13:53, insgesamt 3-mal geändert.
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VaniKa
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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von VaniKa » 30.06.2020 14:15

Levi  hat geschrieben:
30.06.2020 13:47
Es stellen sich zum Beispiel nicht "Weiße" daneben, sondern Leute die es nicht verstanden haben!... Kleiner aber feiner Unterschied. Auch sind nicht Männer das Problem, sonder aggressive Idioten, die leider häufiger unter der männlichen Bevölkerung anzutreffen sind.
Und du machst jetzt exakt das, was ich gerade als absolut unhilfreich und sogar hinderlich herausgestellt habe. Was bringt denn eine Erkenntnis, dass es sich um "Leute, die es nicht verstanden haben" oder "aggressive Idioten" handelt? Was kann man damit jetzt konkret anfangen? Was verrät das über die Ursachen und die Natur des Problems? Nichts. Aber Hauptsache, du musst dich als Angehöriger einer Gruppe nicht mehr angesprochen fühlen. Und damit zeigst du, was dir offenbar wichtiger ist. Deine Ruhe zu haben. Nebenbei kommen vielleicht noch ein paar Lippenbekenntnisse wie "die Leute sollen weniger aggressiv und idiotisch sein". Mit Binsenweisheiten offene Türen einrennen, die am Ende noch dabei helfen, dass sich nichts verändert, weil die systemischen gruppenbezogenen Dynamiken für nicht existent erklärt werden.

Bin auch fertig jetzt. Hab keine Lust, wieder seitenweise bei Null anzufangen. Ist doch jedes Mal dasselbe.

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Levi 
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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von Levi  » 30.06.2020 14:16

Lies genauer. Ich gehe zum Beispiel trotzdem drauf ein, dass es häufiger Männer sind. Anders als du die jeweils nur absolut Weiße oder Männer als das Problem generalisierst. Auch hab ich all lives matters zum Beispiel nicht nur von Weißen gehört! Das kommt tatsächlich aus allen Richtungen.
Zuletzt geändert von Levi  am 30.06.2020 14:18, insgesamt 3-mal geändert.
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HellToKitty
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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von HellToKitty » 30.06.2020 14:45

Levi  hat geschrieben:
30.06.2020 14:16
Auch hab ich all lives matters zum Beispiel nicht nur von Weißen gehört!
Ich habe "all lives matter" nur von Leuten gehört, die die Tragweite des Problems nicht erfassen und entweder nicht verstehen, dass sie mit einer solchen Aussauge relativieren, oder dies damit ganz bewusst tun. Des weiteren schützt Hautfarbe nicht vor Dummheit, schon gar nicht wenn die Verdummung systematisch funktioniert. Ich sehe mitunter auch schwarze Trump zujubeln. Das bedeutet für mich aber nicht, dass er deshalb kein Rassist sein kann.

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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von SethSteiner » 30.06.2020 15:24

Oder vielleicht ist einfach auch nicht alles relativierend, was man als solches unterstellt. Es würde der Diskussionskultur denke ich helfen weniger in Buzz Words zu verfallen (oder zu generalisieren) und stattdessen inhaltlicher sich mit dem auszusetzen was andere sagen.

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JunkieXXL
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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von JunkieXXL » 30.06.2020 15:56

All Lives Matter bedeutet, dass alles menschliche Leben gleich viel wert ist, unabhängig von der Hautfarbe. Black Lives Matter hingegen bedeutet, dass Schwarze mehr wert sind als weiße Rassisten glauben. Beide Slogans sind in sich schlüssig. Stimmt ja beides. Leider ist das Thema so emotional, dass All Lives Matter als relativierende Propaganda initiiert von Weißen interpretiert wird, die die spezifischen Probleme der Schwarzen mit Rassismus nicht anerkennen. Dafür gibt es aber keine Belege, oder?
Zuletzt geändert von JunkieXXL am 30.06.2020 15:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von Levi  » 30.06.2020 16:20

Da hätten wir jetzt das Beispiel für jemanden, der es scheinbar nicht verstanden hat. Genau dafür steht BLM nicht.
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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von papperlapapp » 30.06.2020 21:35

Wenn 4Players zu mind. 80% ein Bezahl-Service geworden ist (was sich wohl nicht mehr vermeiden lässt, wenn sie überleben wollen), dann hat jeder seinen Echtnamen hinterlegt und es wird sich auf ganz anderer Basis unterhalten werden. Ganz sicher.

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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von DancingDan » 30.06.2020 21:43

Levi  hat geschrieben:
30.06.2020 16:20
Da hätten wir jetzt das Beispiel für jemanden, der es scheinbar nicht verstanden hat. Genau dafür steht BLM nicht.
Meinst du jetzt "nicht nur" oder meinst du tatsächlich, dass BLM nicht dafür steht, dass Schwarze mehr wert sind als weiße Rassisten glauben?

Oder war das vorher anders formuliert, wobei der Edit vor deinem Post ist.

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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von Levi  » 30.06.2020 21:44

Ich würde schwören, dass da anfangs stand, dass BLM bedeuten würde, daß Schwarze mehr Wert seien, als Weiße.
Zuletzt geändert von Levi  am 30.06.2020 21:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von HellToKitty » 01.07.2020 01:06

SethSteiner hat geschrieben:
30.06.2020 15:24
Oder vielleicht ist einfach auch nicht alles relativierend.
Die Intention einer derartigen Aussage ist nicht der ausschlaggebende Punkt, um im gegebenen Kontext eine Relativierung darzustellen. Als hoffentlich Humanisten sollten wir uns doch eigentlich einig sein, dass jedes menschliche Leben wertvoll ist. Da gleicht die Aussage "all lives matter" einfach einer Binsenweisheit. Sie stellt nicht viel mehr als einen schlauer Kalenderspruch dar und lenkt dadurch ungeachtet des dahinterstehenden Beweggrunds, vom eigentlich diskutierten Problem, des strukturellen Rassismus ab.

Natürlich zählt jedes Leben, aber es geht gerade darum, dass Schwarze nicht die selben Chancen haben wie Weiße, da verstehe ich nicht, was eine Aussage wie "All lives matter" interessantes zur Diskussion beiträgt.

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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von SethSteiner » 01.07.2020 07:08

Man sollte sich vielleicht näher mit der Aussage beschäftigen, dafür ist es aber wichtig mit den Menschen zu sprechen und nicht über sie. Dann kommt sowas wie die Analogie des Comics bei raus auf den sich gern bezogen wird, der das Thema total verfehlt. Und hier geht es ja eigentlich um die neuen Forenregeln und ich denke die Regel mit den "über Spiele statt über Spieler" sollte man noch etwas weiter denken.

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Zinssm
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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von Zinssm » 01.07.2020 08:34

papperlapapp hat geschrieben:
30.06.2020 21:35
Wenn 4Players zu mind. 80% ein Bezahl-Service geworden ist (was sich wohl nicht mehr vermeiden lässt, wenn sie überleben wollen), dann hat jeder seinen Echtnamen hinterlegt und es wird sich auf ganz anderer Basis unterhalten werden. Ganz sicher.
Das dachte ich früher auch mit den Echtnamen. Facebook hat mich eines besseren belehrt. Trotzdem wären Echtnamen ein Anfang.
Das einzige was wirklich hilft sind Gesetze und Strafen. Bei jedem neuen Netzwerkgesetz wird aufgeschrieen. Die Leute merken nicht einmal das sie sich wenn's so weitergeht den eigenen Ast unterm Allerwertesten absägen.
Kickstarter?Niemals!!! :)
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Zitat eines Users:

Nur Tomb Raider werde ich so nicht weiter spielen, ohne mich. Es ist nicht mein Problem das mir dabei schlecht wird, !
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Re: 4Players: Die fünf goldenen Regeln für das Forum

Beitrag von Ryan2k6 » 01.07.2020 09:24

Nur weil die Daten im Profil stehen, heißt nicht, dass sie jeder lesen kann.
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