Interview: Ghost of Tsushima

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bohni
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Re: Interview: Ghost of Tsushima

Beitrag von bohni » 26.05.2020 16:32

Ares101 hat geschrieben:
25.05.2020 18:12
Typische Side-Note in der Geschichte, aber schon historisch verbürgt ..
In der Wiki hatte ich schon gesucht - danke.

Soweit ich weiß bezieht man sich dabei in der Regel auf die Aufzeichungen "Mōko Shūrai Ekotoba" und bezeichnet zwei illustrierte Schriftrollen, die in der Kamakura-Zeit, zwischen 1275 und 1293, in Japan entstanden sind. Der Verfasser der Schriftrollen ist unbekannt, doch wurden sie vom Takezaki Suenaga, einem Samurai der Provinz Higo in Auftrag gegeben, um seine Leistungen und Erfolge während der Mongoleninvasionen in Japan zu verewigen.
https://de.wikipedia.org/wiki/M%C5%8Dko ... ai_Ekotoba

Ergo eine Art Propagandaschrift und eben kein Versuch einer historischen Beschreibung daher fragte ich ob es da noch mehr und verlässlichere Quellen gibt. In dem von der Wiki genannten Buch ist der Quellenteil leider etwas dünn.

Gerade solche Details wie die eigene Truppenstärke und die der Gegner, werden gerne übertreiben.
Man liest z.B. auch, dass Sō Sukekuni mit seinen wenigen Truppen die Mongolen nicht aufhalten könnte. Das kann dann aber alles andere als 80 gewesen sein ... gegen 8000 ... 80 gegen 8000 sieht schon nach Literatur aus, oder?
Zuletzt geändert von bohni am 26.05.2020 16:44, insgesamt 3-mal geändert.

Ryan2k6
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Re: Interview: Ghost of Tsushima

Beitrag von Ryan2k6 » 26.05.2020 21:24

Warum? Wie jeder weiß hatte Leonidas nur 300 gegen eine Million! :D
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Raskir
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Re: Interview: Ghost of Tsushima

Beitrag von Raskir » 26.05.2020 23:11

Ryan2k6 hat geschrieben:
26.05.2020 21:24
Warum? Wie jeder weiß hatte Leonidas nur 300 gegen eine Million! :D
Das wurde nicht mal so überliefert. Es waren 300 spartiaten und ein paar Tausend Athener. Gegen eine Millionen perser. Laut Überlieferung :D

Alles bestimmt wahr. :Häschen:
Zuletzt geändert von Raskir am 26.05.2020 23:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Ares101
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Re: Interview: Ghost of Tsushima

Beitrag von Ares101 » 28.05.2020 15:26

Raskir hat geschrieben:
26.05.2020 23:11
Ryan2k6 hat geschrieben:
26.05.2020 21:24
Warum? Wie jeder weiß hatte Leonidas nur 300 gegen eine Million! :D
Das wurde nicht mal so überliefert. Es waren 300 spartiaten und ein paar Tausend Athener. Gegen eine Millionen perser. Laut Überlieferung :D

Alles bestimmt wahr. :Häschen:
Es waren 300 Spartiaten und um die 3000 Verbündete, wobei sich ein Großteil der Verbündeten rechtzeitig absetzen konnte. Die Athener haben den Thermopyhlen nicht mitgemischt. Die Zahl für die Perser ist natürlich quatsch, aber auch so 15-30 Tausend Perser ist nicht gerade wenig.
bohni hat geschrieben:
26.05.2020 16:32
Ares101 hat geschrieben:
25.05.2020 18:12
Typische Side-Note in der Geschichte, aber schon historisch verbürgt ..
In der Wiki hatte ich schon gesucht - danke.

Soweit ich weiß bezieht man sich dabei in der Regel auf die Aufzeichungen "Mōko Shūrai Ekotoba" und bezeichnet zwei illustrierte Schriftrollen, die in der Kamakura-Zeit, zwischen 1275 und 1293, in Japan entstanden sind. Der Verfasser der Schriftrollen ist unbekannt, doch wurden sie vom Takezaki Suenaga, einem Samurai der Provinz Higo in Auftrag gegeben, um seine Leistungen und Erfolge während der Mongoleninvasionen in Japan zu verewigen.
https://de.wikipedia.org/wiki/M%C5%8Dko ... ai_Ekotoba

Ergo eine Art Propagandaschrift und eben kein Versuch einer historischen Beschreibung daher fragte ich ob es da noch mehr und verlässlichere Quellen gibt. In dem von der Wiki genannten Buch ist der Quellenteil leider etwas dünn.

Gerade solche Details wie die eigene Truppenstärke und die der Gegner, werden gerne übertreiben.
Man liest z.B. auch, dass Sō Sukekuni mit seinen wenigen Truppen die Mongolen nicht aufhalten könnte. Das kann dann aber alles andere als 80 gewesen sein ... gegen 8000 ... 80 gegen 8000 sieht schon nach Literatur aus, oder?
Man muss immer auch schauen was plausibel ist. Die Zahlen zu der Schiffsanzahl für die Invasion kommt ja aus Chinesischen bzw. Mongolischen Quellen, da gibt es jetzt wenige Gründe warum die groß falsch sein sollten, insbesondere da es sich ja um einen Fehlschlag handelt.

Die 80 Samurai ergeben für ein Lehen wie Tsushima durchaus Sinn. Das ist ja eine Insel mit wenigen tausend Einwohnern, die noch dazu weitab vom Festland liegt. Ob das jetzt 50 oder 100 waren, macht für den Historiker jetzt nicht den großen Unterschied, da man wenn man selbst keine Kämpferlisten hat, ohnehin schätzen musste. Wenn man argumentieren möchte, dass da tausende Samurai waren, dann müsste man argumentieren, woher die gekommen sein sollten und warum die innerhalb von wenigen Stunden komplett weggefegt wurden. Die Besetzung der Insel geschah ja in weniger als zwei Tagen. Ein gutes Argument ist, dass die offizielle Strategie war, dass jedes Lehen sich selbst verteidigen sollte und es keine wirklich vereinigte Armee zur Verteidigung gab.
Zuletzt geändert von Ares101 am 28.05.2020 15:27, insgesamt 2-mal geändert.
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Panikradio
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Re: Interview: Ghost of Tsushima

Beitrag von Panikradio » 30.05.2020 23:59

Ein frisches Q&A auf dem Playstation Blog:

https://blog.de.playstation.com/2020/05 ... re-fragen/

Interessant u.a. zu lesen, dass Langbogen tatsächlich solch eine Durchschlagskraft hatten, wie ich dann auch mal eben auf Wikipedia nachlesen konnte. Wenn ein solch pfundschwerer Pfeil mit 160 Kilometer pro Stunde auf den Körper oder Kopf trifft, dann war die gezeigte und zunächst unrealistisch erscheinende Trefferwirkung aus dem Gameplay wohl doch nicht ganz so übertrieben wie zunächst angenommen.

Dero.O
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Re: Interview: Ghost of Tsushima

Beitrag von Dero.O » 04.06.2020 12:32

Panikradio hat geschrieben:
30.05.2020 23:59
Wenn ein solch pfundschwerer Pfeil mit 160 Kilometer pro Stunde auf den Körper oder Kopf trifft, dann war die gezeigte und zunächst unrealistisch erscheinende Trefferwirkung aus dem Gameplay wohl doch nicht ganz so übertrieben wie zunächst angenommen.
Es wird immer erst rumgemeckert, ohne sich Hintergrundinfos zu holen, bis es dann ein anderer übernimmt, um dann zu sagen "oh, ach so, na dann"
Ich tue das, was viele tun sollten:

Bei Themen, die mich sowieso nicht interessieren, gar nicht erst posten.


Let's Plays sind wie Pornos: nach dem Angucken weiß man, was abging, aber nicht, wie es sich angefühlt hat

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bohni
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Re: Interview: Ghost of Tsushima

Beitrag von bohni » 05.06.2020 12:05

Ares101 hat geschrieben:
28.05.2020 15:26
Man muss immer auch schauen was plausibel ist. Die Zahlen zu der Schiffsanzahl für die Invasion kommt ja aus Chinesischen bzw. Mongolischen Quellen, da gibt es jetzt wenige Gründe warum die groß falsch sein sollten, insbesondere da es sich ja um einen Fehlschlag handelt.
Ich meinte nur die 80 gegen 8000.
Das klingt halt wie einer gegen tausend ... ergo nach Mythos.
Oft haben solche Zahlen auch noch eine andere Bedeutung, z.B. im alten Japanisch die 8 für "Viele" usw., weswegen man das nicht zu wörtlich nehmen darf.

Ein kleiner Trupp gegen eine Armee ist plausible ... 80 gegen 8000 eher nicht.

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Dunnkare
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Re: Interview: Ghost of Tsushima

Beitrag von Dunnkare » 08.06.2020 07:21

Manche reagierten auf Ghost of Tsushima auch abfällig mit "Nur ein weiteres Assassin's Creed in Japan".

Jason Connell: Als Erstes würde ich sagen, dass es kein Assassin's Creed in Japan gibt; also ist Ghost of Tsushima schon einzigartig. Dann würde ich darauf hinweisen, dass unser Spiel in einigen Aspekten anders ist. Deshalb haben wir in der State of Play mit der Erkundung angefangen, auch wenn es schwierig ist, das zu zeigen, denn man muss es natürlich während des Spiels fühlen. Also wie es ist, dass man auf einer Mission plötzlich von jemandem gerufen wird oder dass man durch einen Vogel neugierig gemacht wird, so dass man von seinem Pfad abweicht. Manchmal ist es schwer, das zu zeigen, aber man kann ja auch dem Wind folgen, Tiere leiten einen durch die Welt. All das ist, denke ich, sehr einzigartig in unserem Spiel. Nicht zu vergessen, dass es ja in letzter Zeit kein Samurai-Abenteuer in offener Welt gab, in dem man frei umherstreifen und sich von Musik und Artdesign begleitet in dieser Art verlieren konnte. Das ist auf seine Art ein einzigartiges Erlebnis. Ich mache mir da auch keine Sorgen über das Feedback, ich freue mich darauf.
Ich fasse zusammen: "Ja, das stimmt ja auch, na und?" :mrgreen:

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TheoFleury
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Re: Interview: Ghost of Tsushima

Beitrag von TheoFleury » 01.07.2020 14:53

Kabelinternet78 hat geschrieben:
23.05.2020 15:31
Ich rieche da so etwas wie eine kleine Vorbereitung auf den 4P-Test.
ggf. wird dieses "Ghost of Tsushima" mal wieder ein Game der Kategorie:

"Klasse Wertungen bei anderen Mags, Verriss bei 4Players" :stuck_out_tongue_closed_eyes:

Wundern würds mich jedenfalls nicht, wenn das Spiel dem 4P-Schafott zum Opfer fällt.
Assassins Creed - endlich im Samurai - Japan Setting ! ABER! Made by Sucker Punch Productions, inspiriert von Akira Kurosawa :!:

Prognose: 4Players: 80% :Hüpf:
Prognose: Metacritic User: 85% :mrgreen:

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