Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

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Bachstail
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von Bachstail » 17.03.2020 16:29

Was genau hat die Gewaltdarstellung in Videospielen mit Crunch zu tun ?

Mir erschließt sich der Zusammenhang nicht, es sei denn, man möchte sich bewusst über fiktive und somit nicht reale Gewalt aufregen.

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VincentValentine
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von VincentValentine » 17.03.2020 16:36

Bachstail hat geschrieben:
17.03.2020 16:29
Was genau hat die Gewaltdarstellung in Videospielen mit Crunch zu tun ?

Mir erschließt sich der Zusammenhang nicht, es sei denn, man möchte sich bewusst über fiktive und somit nicht reale Gewalt aufregen.
das ist halt genau dass was er wollte - als hätte es nicht genug News dazugegeben und Möglichkeiten sich darüber auszutauschen.
Nein man muss bei einem Crunch Artikel das Gesprächsthema auf die Gewaltdarstellung lenken :Hüpf:

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SethSteiner
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von SethSteiner » 17.03.2020 16:43

EintopfLeiter hat geschrieben:
17.03.2020 15:53
Ob durch die Arbeitsverlagerung nach Hause weniger Crunch entsteht, wage ich zu bezweifeln. Man ist Zuhause ja nicht schneller und der Fertigstellungsdruck nimmt durch Homeoffice auch nicht ab. Ich würde fast sogar vom Gegenteil (zumindest zeitlich) ausgehen, was Crunchphasen doch eher begünstigen würde.

Oder habe ich Dich falsch verstanden?

VG
Ich denke schon, dass der Druck abnimmt, einfach weil man nicht mehr in der Arbeitsumgebung ist. Man ist nicht mehr umgeben von anderen Mitarbeitern, keine Pausen mehr mit anderen Mitarbeitern, einfach kein kontinuierlicher sozialer Kontakt zur Arbeit mehr. Ich will nicht sagen, dass es gar keinen Druck mehr gibt aber ich denke Home Office ist doch etwas anderes, das ein Fragezeichen hinter Crunch setzen könnte.

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EintopfLeiter
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von EintopfLeiter » 17.03.2020 17:13

Bachstail hat geschrieben:
17.03.2020 16:29
Was genau hat die Gewaltdarstellung in Videospielen mit Crunch zu tun ?

Mir erschließt sich der Zusammenhang nicht, es sei denn, man möchte sich bewusst über fiktive und somit nicht reale Gewalt aufregen.
@ Bachstail und VincentValentine

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen gewalttätigen Szenen in Videospielen und vermehrten Crunchphasen, das ist richtig.

Hier geht es rein, zumindest meinem Verständnis nach, um ein persönliches Empfinden. Und in diesem speziellen Fall schreibt Brannigan, er würde es begrüßen, wenn schon vermehrtes Arbeitsaufkommen, wenn schon das Risiko eines Burnouts der Mitarbeiter, dann für etwas Sinnvolles und Hilfreiches für die Menschheit bzw. einzelner Personen, was ja wiederum das zeigen perfider Gewalt nun mal nicht ist.

So habe ich es verstanden und so ist es doch auch legitim zu empfinden. Und passt es aus der Betrachtungsweise heraus nicht doch irgendwie zum Inhalt der News?

VG
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EintopfLeiter
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von EintopfLeiter » 17.03.2020 17:24

SethSteiner hat geschrieben:
17.03.2020 16:43
EintopfLeiter hat geschrieben:
17.03.2020 15:53
Ob durch die Arbeitsverlagerung nach Hause weniger Crunch entsteht, wage ich zu bezweifeln. Man ist Zuhause ja nicht schneller und der Fertigstellungsdruck nimmt durch Homeoffice auch nicht ab. Ich würde fast sogar vom Gegenteil (zumindest zeitlich) ausgehen, was Crunchphasen doch eher begünstigen würde.

Oder habe ich Dich falsch verstanden?

VG
Ich denke schon, dass der Druck abnimmt, einfach weil man nicht mehr in der Arbeitsumgebung ist. Man ist nicht mehr umgeben von anderen Mitarbeitern, keine Pausen mehr mit anderen Mitarbeitern, einfach kein kontinuierlicher sozialer Kontakt zur Arbeit mehr. Ich will nicht sagen, dass es gar keinen Druck mehr gibt aber ich denke Home Office ist doch etwas anderes, das ein Fragezeichen hinter Crunch setzen könnte.

Ich arbeite teilweise im Homeoffice, habe ich auch früher vermehrt gemacht und ich kann sagen, dass ich eher weniger produktiv bin und durchaus immer etwas länger benötige für das gleiche Ergebnis. Das hat durchaus mehrere Gründe. Allein aber der Austausch mit den Kollegen kann Gold wert sein oder das umfangreicherer Archiv im Büro, um mal zwei Beispiele zu nennen.

Aber ja, für den Fall, dass Du Recht hast (und ich bin sicherlich nicht repräsentativ), hat es in diesem Kontext durchaus etwas Gutes.

VG
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Doc Angelo
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von Doc Angelo » 17.03.2020 17:27

EintopfLeiter hat geschrieben:
17.03.2020 17:13
wenn schon vermehrtes Arbeitsaufkommen, wenn schon das Risiko eines Burnouts der Mitarbeiter, dann für etwas Sinnvolles und Hilfreiches für die Menschheit bzw. einzelner Personen, was ja wiederum das zeigen perfider Gewalt nun mal nicht ist.
So hab ich das auch verstanden, und so sehe ich das auch.
Wenn man bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte man nicht den Kopf hängen lassen.

Markhelm
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von Markhelm » 17.03.2020 17:29

Wenn da wenigstens mal ein gescheites Spiel bei rumkommen würde. Aber es wird wieder eine Hochglanz durchgeskriptete Ballerbude mit Fokus auf möglichst hohe reale Gewalt. Mit anschleichen durchs hohe Gras. Kennt man alles schon. More of the same...

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Akabei
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von Akabei » 17.03.2020 18:34

EintopfLeiter hat geschrieben:
17.03.2020 17:24
SethSteiner hat geschrieben:
17.03.2020 16:43
EintopfLeiter hat geschrieben:
17.03.2020 15:53
Ob durch die Arbeitsverlagerung nach Hause weniger Crunch entsteht, wage ich zu bezweifeln. Man ist Zuhause ja nicht schneller und der Fertigstellungsdruck nimmt durch Homeoffice auch nicht ab. Ich würde fast sogar vom Gegenteil (zumindest zeitlich) ausgehen, was Crunchphasen doch eher begünstigen würde.

Oder habe ich Dich falsch verstanden?

VG
Ich denke schon, dass der Druck abnimmt, einfach weil man nicht mehr in der Arbeitsumgebung ist. Man ist nicht mehr umgeben von anderen Mitarbeitern, keine Pausen mehr mit anderen Mitarbeitern, einfach kein kontinuierlicher sozialer Kontakt zur Arbeit mehr. Ich will nicht sagen, dass es gar keinen Druck mehr gibt aber ich denke Home Office ist doch etwas anderes, das ein Fragezeichen hinter Crunch setzen könnte.

Ich arbeite teilweise im Homeoffice, habe ich auch früher vermehrt gemacht und ich kann sagen, dass ich eher weniger produktiv bin und durchaus immer etwas länger benötige für das gleiche Ergebnis. Das hat durchaus mehrere Gründe. Allein aber der Austausch mit den Kollegen kann Gold wert sein oder das umfangreicherer Archiv im Büro, um mal zwei Beispiele zu nennen.

Aber ja, für den Fall, dass Du Recht hast (und ich bin sicherlich nicht repräsentativ), hat es in diesem Kontext durchaus etwas Gutes.

VG
Das genaue Gegenteil ist offenbar der Fall.

https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/home-o ... 95650.html
Man kann es sich manchmal echt nicht mehr ausdenken

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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von EintopfLeiter » 17.03.2020 19:30

Akabei hat geschrieben:
17.03.2020 18:34
EintopfLeiter hat geschrieben:
17.03.2020 17:24
SethSteiner hat geschrieben:
17.03.2020 16:43


Ich denke schon, dass der Druck abnimmt, einfach weil man nicht mehr in der Arbeitsumgebung ist. Man ist nicht mehr umgeben von anderen Mitarbeitern, keine Pausen mehr mit anderen Mitarbeitern, einfach kein kontinuierlicher sozialer Kontakt zur Arbeit mehr. Ich will nicht sagen, dass es gar keinen Druck mehr gibt aber ich denke Home Office ist doch etwas anderes, das ein Fragezeichen hinter Crunch setzen könnte.

Ich arbeite teilweise im Homeoffice, habe ich auch früher vermehrt gemacht und ich kann sagen, dass ich eher weniger produktiv bin und durchaus immer etwas länger benötige für das gleiche Ergebnis. Das hat durchaus mehrere Gründe. Allein aber der Austausch mit den Kollegen kann Gold wert sein oder das umfangreicherer Archiv im Büro, um mal zwei Beispiele zu nennen.

Aber ja, für den Fall, dass Du Recht hast (und ich bin sicherlich nicht repräsentativ), hat es in diesem Kontext durchaus etwas Gutes.

VG
Das genaue Gegenteil ist offenbar der Fall.

https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/home-o ... 95650.html
Vielleicht habe ich mich unverständlich ausgedrückt, aber das stützt meine Erfahrungen, das ich Zuhause tatsächlich etwas länger arbeite als im Büro. Ich scheine doch repräsentativer zu sein, als ich dachte.

Danke für den Link

VG
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Astorek86
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von Astorek86 » 18.03.2020 07:41

EintopfLeiter hat geschrieben:
17.03.2020 17:13
So habe ich es verstanden und so ist es doch auch legitim zu empfinden. Und passt es aus der Betrachtungsweise heraus nicht doch irgendwie zum Inhalt der News?
Das ist natürlich in Ordnung, aber Brannigan versuchte mehr als offensichtlich, das Problem weg von Crunch hin zur Gewaltdarstellung zu verschieben (nein, nicht bloß anzusprechen, sondern mit unbewiesenen Behauptungen, die er so darstellt als seien es bereits bewiesene Fakten), sodass der Crunch nurnoch eine untergeordnete bis garkeine Rolle mehr spielen würde. Ich und vermutlich die meisten anderen hier halten die Problematik mit Crunch aber für zu wichtig, um sie weg von dieser Diskussion zu bringen.

Doc Angelo hat hier auch einen massiven Beitrag dazu geleistet, wenn man sich diesen - Sorry - Blödsinn durchliest:
Was sowas angeht, sollte man wohl niemals das Uncanny-Valley durchschreiten. Denn das würde bedeuten, das unser Gehirn keinen Unterschied mehr macht zwischen Fiktion und Realität. Ein Film, der das vollbringen würde, der wäre für unser Gehirn nicht von einem Snuff-Movie zu unterscheiden. Gewalt und Leid so realistisch wie möglich? Ich glaube wer das zu Ende denkt, der wendet sich von dieser Idee ab.
Sowas muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Dann noch Menschen mit PTSD dazubringen... und mir will jemand ernsthaft sagen, es gehe dabei noch um Crunch? Sorry, Nein, da will jemand die Diskussion aufs persönliche Empfinden umbiegen. Können die entsprechenden Benutzer ja auch gerne machen, aber bitte in dazu passenden News oder in einem eigenen Thread, und nicht die ursprüngliche Thematik torpedieren. Das ist einfach frech; wenn jemand zu der ursprünglichen Thematik nichts beitragen will, soll er sich auch bitte daran halten und nicht die Diskussion anderer unterlaufen. Das Forum ist groß genug...

Wie jemand bereits anmerkte; es gibt Foren, da wäre der entsprechende Benutzer gesperrt oder zumindest verwarnt worden...
Zuletzt geändert von Astorek86 am 18.03.2020 07:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Der Chris
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Day (The Last of Us Part 2)

Beitrag von Der Chris » 18.03.2020 07:55

Kajetan hat geschrieben:
16.03.2020 19:08
Danny. hat geschrieben:
16.03.2020 18:32
aber inwieweit hilft es den Mitarbeitern, wenn wir das Spiel nicht kaufen :?
Unmittelbar und direkt nicht. Aber wenn die Geschäftsführungen merken, dass solche Meldungen irgendwann spürbare Umsatzverluste mit sich bringen, werden sie spätestens dann reagieren müssen. Es gibt genug Beispiele für die Wirkung von Kaufboykotten.
ich glaube Kapitalismus funktioniert so, dass das House immer gewinnt :Blauesauge:
Erzähl das mal den Leuten, die teilweise unter Einsatz ihres Lebens und das ihrer Familien sich für mehr Mitbestimmung, besseren Lohn und bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt haben. Nur deren Einsatz ist es zu verdanken, dass wir eine 40h-Woche haben, entsprechende Überstundenregelungen usw. usf. Und weil das wieder vergessen wurde, weil zu viel Menschen dachten, dass das wie Strom und Internet einfach aus der Leitung kommt, ist es den Firmen immer mehr gelungen davon wieder abzurücken.

Aber zum Glück lassen sich gerade in den USA immer weniger Leute für dumm verkaufen. Eine Vergewerkschaftung (Unionization klingt natürlich besser) der Spielebranche ist auf dem Wege und unvermeidbar. Dann hat es sich mit Crunch, dann wird gestreikt und was der Dinge noch sind, mit denen sich Mitarbeiter gegen Ausbeutung und Gier der Geschäftsführungen zur Wehr setzen können. Da sind also zwei gefordert. Ganz wichtig natürlich die Mitarbeiter selbst, die endlich aufstehen und sich wehren müssen. Und dann auch wir, die Spieler, die ebenfalls einen Teil dazu beitragen können, in dem wir unser Kaufverhalten ausrichten. Gibt es bei einem Entwickler einen Betriebsrat, eine Gewerkschaftsvertretung? Ok, von dem kann man kaufen. Gibt es keine, obwohl sich da 300+ Leute abrackern? Fuck you, no money for you!
Ich denk das sind zwei Themen, die nur lose miteinander verbunden sind. Das eine ist der Konsument und seine Kaufentscheidung und das andere ist das Streiten für Arbeitnehmerrechte. Letzteres ist aber nicht die Rolle, die der Käufer eines Naughty Dog Spiels im Laden einnimmt.

Man sollte zusehen, dass man mit seiner Geldbörse entsprechend abstimmt. Aber ich wehre mich ehrlich gesagt gegen diese Nebelkerze, die heutzutage sehr gerne gezündet wird, wonach die Verantwortung für alle möglichen Missstände mit immer wachsender Begeisterung auf den Konsumenten abgeladen wird. Das ist die Rhetorik von Menschen, die das 10-fache Gehalt dieses durchschnittlichen Konsumenten verdienen oder von Leuten, die sich nach einer halben BWL-Vorlesung für die Oberlehrer halten und sich nicht entblöden auf jeder Familienfeier alle Anwesenden über die Marktmechanismen aufzuklären. Für manche ist "der Markt regelt" stammeln zu können schon so was wie eine Qualifikation. Der Glaube an den Markt ist noch stark (vor allem im Bürgertum)...meine Beobachtungen der letzten Jahre haben mich nicht gerade davon überzeugt, dass es da so etwas wie selbstheilende Kräfte im Markt gäbe.

Die Klöckner hat zuletzt auch in einem unerträglich blöden Geschwafel die "Doppelmoral" der Konsumenten an der Fleischtheke angeprangert. Da ist man ganz gut beraten sich diesen Schuh eben nicht anzuziehen...es könnte nämlich auch einen Grund dafür geben, wenn "Mächtige" versuchen diese Schuld- bzw. Verantwortungsfrage nach "unten" abzuleiten. Dieser Grund ist uU nicht der Wunsch nach einem konstruktiven Lösungsansatz. Es führt nur dazu, dass die Leute schuldgeplagt vor der Fleischtheke stehen, ihren Ablassbrief in Form von Bio-Fleisch kaufen und damit das Privileg erwerben ihre Mitmenschen belehren zu dürfen...gewonnen hat am Ende wieder nur der Konzern und Politiker die zum Glück jetzt keine Lösung anbieten müssen. Dieser Konsum ist gewollt, gefördert und für den Erhalt unseres Status Quo notwendig. Politik und Wirtschaft brauchen genau diesen Konsumenten. So zu tun als müsse man einfach mal nicht konsumieren oder "richtig konsumieren" ist etwas an der Realität vorbei und verkehrt auch den gesamten Sachverhalt.

Solang man nicht erkennen muss, dass da systemisch etwas derbe schief läuft und die Verantwortung auf den Käufer abwälzt, kann man sich schön im Kreis drehen und auch in 10 Jahren noch fröhlich weiter crunchen. Über diesen Tellerrand sollte man etwas hinausschauen und an der richtigen Stelle anpacken. Deswegen sind Arbeitskampfmaßnahmen und Gewerkschaften so wichtig. Richtige Kaufentscheidungen sind eine feine Sache, finden aber am kurzen Hebel statt und sind von dem ursprünglichen Problem deutlich weiter entfernt. Im Gaming hat man vielleicht noch eine halbwegs überschaubare Community in der man kollektiv boykottieren kann, aber im Rahmen so großer Titel hab ich aber auch da fast schon wieder Zweifel.

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Kajetan
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Day (The Last of Us Part 2)

Beitrag von Kajetan » 18.03.2020 08:15

Der Chris hat geschrieben:
18.03.2020 07:55
Ich denk das sind zwei Themen, die nur lose miteinander verbunden sind. Das eine ist der Konsument und seine Kaufentscheidung und das andere ist das Streiten für Arbeitnehmerrechte. Letzteres ist aber nicht die Rolle, die der Käufer eines Naughty Dog Spiels im Laden einnimmt.
Nichts anderes sage ich. Der Mitarbeiter muss sich wehren und der Konsument kann bewusste Kaufentscheidungen treffen, um bockige Firmen abzustrafen.
Man sollte zusehen, dass man mit seiner Geldbörse entsprechend abstimmt. Aber ich wehre mich ehrlich gesagt gegen diese Nebelkerze, die heutzutage sehr gerne gezündet wird, wonach die Verantwortung für alle möglichen Missstände mit immer wachsender Begeisterung auf den Konsumenten abgeladen wird.
Wie jetzt? Soll der Konsument jetzt im Rahmen seiner Kaufentscheidungen bewusst handeln oder nicht? Dass er alleine etwas ausrichten soll, sagt auch niemand. Aber er kann wichtige Impulse setzen.

Schau Dir die USA an. Da hat McDonalds letztes Jahr einen VeggieBurger mit Pseudo-"Fleisch" angeboten. Das Teil hat sich so dermaßen gut verkauft, dass der Verband der fleischverarbeitenden Industrie dort reagieren musste. Natürlich auf eine Weise, die vollkommen nutzlos und symptomatisch für das Problem von Industrien ist, die nicht mit der Zeit gehen können oder wollen. Man hat in großformatigen Anzeigen in allen großen Tageszeitungen die Vorzüge von echtem Fleich angepriesen, aber nicht gewusst oder bewusst ignoriert, dass der Konsument von Veggie-Burgern keine Totholz-Zeitungen liest. Hier ist eine bewusste Kaufentscheidung von Konsumenten (weniger Fleisch = gut für mich und für's Klima) ein Anstoß zu umfassenden Systemveränderungen, die man durch einen TopDown-Ansatz nie starten könnte. Was aus der fleischverarbeitenden Industrie in den kommenden Jahrzehnten wird, weiß derzeit niemand, aber wenn sie überlebt, wird sie deutlich kleiner sein als heute. Weil der Kunde (!) eine bewusste Entscheidung getroffen hat. Denn auch hier quellen die Regale über von Bio-Ersatzprodukten, die es vor zwei Jahren noch nicht einmal ansatzweise gab.
Zuletzt geändert von Kajetan am 18.03.2020 08:15, insgesamt 1-mal geändert.
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EintopfLeiter
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von EintopfLeiter » 18.03.2020 09:12

Astorek86 hat geschrieben:
18.03.2020 07:41
EintopfLeiter hat geschrieben:
17.03.2020 17:13
So habe ich es verstanden und so ist es doch auch legitim zu empfinden. Und passt es aus der Betrachtungsweise heraus nicht doch irgendwie zum Inhalt der News?
Das ist natürlich in Ordnung, aber Brannigan versuchte mehr als offensichtlich, das Problem weg von Crunch hin zur Gewaltdarstellung zu verschieben (nein, nicht bloß anzusprechen, sondern mit unbewiesenen Behauptungen, die er so darstellt als seien es bereits bewiesene Fakten), sodass der Crunch nurnoch eine untergeordnete bis garkeine Rolle mehr spielen würde. Ich und vermutlich die meisten anderen hier halten die Problematik mit Crunch aber für zu wichtig, um sie weg von dieser Diskussion zu bringen.

Doc Angelo hat hier auch einen massiven Beitrag dazu geleistet, wenn man sich diesen - Sorry - Blödsinn durchliest:
Was sowas angeht, sollte man wohl niemals das Uncanny-Valley durchschreiten. Denn das würde bedeuten, das unser Gehirn keinen Unterschied mehr macht zwischen Fiktion und Realität. Ein Film, der das vollbringen würde, der wäre für unser Gehirn nicht von einem Snuff-Movie zu unterscheiden. Gewalt und Leid so realistisch wie möglich? Ich glaube wer das zu Ende denkt, der wendet sich von dieser Idee ab.
Sowas muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Dann noch Menschen mit PTSD dazubringen... und mir will jemand ernsthaft sagen, es gehe dabei noch um Crunch? Sorry, Nein, da will jemand die Diskussion aufs persönliche Empfinden umbiegen. Können die entsprechenden Benutzer ja auch gerne machen, aber bitte in dazu passenden News oder in einem eigenen Thread, und nicht die ursprüngliche Thematik torpedieren. Das ist einfach frech; wenn jemand zu der ursprünglichen Thematik nichts beitragen will, soll er sich auch bitte daran halten und nicht die Diskussion anderer unterlaufen. Das Forum ist groß genug...

Wie jemand bereits anmerkte; es gibt Foren, da wäre der entsprechende Benutzer gesperrt oder zumindest verwarnt worden...

Naja, von gewollten und offensichtlichen Themenverschiebungen sowie faktischen Behauptungen kann ich hier nichts finden. Für mich wirkt es, wie bereits geschrieben, nach einem "emotionalen Ausbruch" bezogen auf die überzogene Gewaltdarstellung und der persönlichen Einordnung, dass er in diesem Kontext den Begriff Crunch noch weniger gerne lesen mag. Ist doch auch okay, wie ich finde.

Ich glaube kaum, dass irgendwer bewusst vom Crunch ablenken wollte. Da gebe ich Dir nämlich Recht, das Thema ist zu brisant.

Ob das jetzt in einer News zu besagten Thema Sinn macht oder nicht, kann man natürlich wunderbar darüber streiten, klar. Wird hier ja auch gemacht. In einem Forum kann der Verlauf aber auch schon mal an den Randbereich des betreffenden Themas gelangen und auch darüber hinaus. Ist jetzt auch nichts Neues.

Da schon gleich von Sperrungen zu sprechen, ist aber auch extrem, meinst Du nicht.

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Doc Angelo
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von Doc Angelo » 18.03.2020 15:52

Astorek86 hat geschrieben:
18.03.2020 07:41
nicht die ursprüngliche Thematik torpedieren.
Nichts läge mir ferner. Ich bin selbst am Arbeitsplatz wegen Überstunden und Arbeitsdruck an Burnout/Depression erkrankt und leide nach Jahren immer noch immens daran. So sehr, das ich immer noch nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen kann und Hartz4 bekomme. Du kannst dir sicherlich vorstellen, das es mir hier wirklich nicht darum geht, das Thema zu verdrängen oder zu torpedieren.

In der Firma, in der ich damals war, haben wir Windkraftanlagen hergestellt. Man könnte vielleicht sagen, das es hier einen gewissen "Termindruck" gibt, zumindest wenn man möchte, das mehr Windkraft und weniger Kohle gebraucht wird. Auch dann ist es absolut bescheuert, sich so einen Druck zu machen das man davon krank wird. Da waren Menschen an den Entscheider-Positionen, die die Fehler gemacht haben, die hier bereits aufgezählt wurde. Mehr Stunden und mehr Druck führen zu einem schlechten Ergebnis.

Du kannst dir vorstellen, das es für mich nochmal umso mehr unverständlicher ist, wenn man das in in der Gaming-Branche macht. Hier gibt es keinerlei Not(!)wendigkeit. Und dann auch noch solche Inhalte. Ja, die Verbindung ist nicht besonders signifikant. Aber sie ist auch nicht vollkommen irrelevant. Wenn dich dieser Aspekt nicht interessiert, dann toleriere die anderen Beiträge bitte und schreibe über das, was Du selbst für relevant hältst.
Zuletzt geändert von Doc Angelo am 18.03.2020 15:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Crunch, schlechte Arbeitsbedingungen und Sonys tiefe Taschen bei Naughty Dog (The Last of Us Part 2)

Beitrag von SethSteiner » 18.03.2020 16:31

Okay, um doch noch mal einzuhaken. Wenn Überstunden gemacht werden, für Szenen die dir nicht gefallen oder die unangenehm sind, ist das nichts grundlegend verkehrtes. Kunst, egal ob Musik, Bücher, Film oder eben auch Videospiele hat nicht die grundlegende Aufgabe einem zu gefallen und Spaß zu machen. Es gibt viele, viele Künstler die machen schlichtweg nichts "schönes". H.R. Giger zum Beispiel oder Zdzisław Beksiński. Crunch ist scheiße, Überstunden doof aber ob das Ziel von Mehrarbeit eine hübsche Wiese ist oder ein ausgeweideter Brustkorb ist komplett irrelevant.

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