CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

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Ryan2k6
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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von Ryan2k6 » 24.01.2020 14:49

Kajetan hat geschrieben:
24.01.2020 14:39
Er klotzt jetzt einige Monate richtig ran, macht dann (je nach Rechnungshöhe) einige Monate Pause und arbeitet den Rest des Jahres an kleineren, weniger intensiven Projekten mit, um die Fixkosten zu decken. Das will er ein paar Jahre machen, bis er genug angespart hat, um sich an einem hübschen, preiswerten Fleck in Europa zur Ruhe zu setzen. Und nur noch dann arbeiten, wenn ihm langweilig zu werden droht. Ist ein guter Plan :)
Er verdient ein paar Monate viel, dann ein paar gar nichts und dann ein paar nur genug für die Fixkosten, und will damit genug sparen um für Jahrzehnte nicht mehr arbeiten zu müssen? Klingt irgendwie unglaubwürdig, aber hey, wenn er das sagt. :Blauesauge:
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Finanzberater
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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von Finanzberater » 24.01.2020 14:52

Liesel Weppen hat geschrieben:
23.01.2020 23:23
Finanzberater hat geschrieben:
23.01.2020 20:09
Crunch? Ach monatelang Überstunden schieben weil die Firma keine weiteren Leute anstellen will/kann (oder die Planung unter aller Sau ist). Ach ja Alltag in vielen Gewerben nur kümmert es da keinen.
Weit verfehlt. Crunch kommt dann zustande, wenn es am Ende eng wird. Das hat absolut gar nichts mit Produktionssteigerung zu tun. Da bringts auch absolut gar nichts Leute einzustellen. Bis die sich halbwegs eingearbeitet hätten, ist die Sache schon gelaufen. Da helfen nichtmal Experten, weil selbst Experten kennen sich in genau diesem Projekt nicht aus, soviel allgemeine Ahnung und Erfahrung die auch haben mögen.
Leute einstellen hilft nur mittel- bis langfristig. Am Ende bringt das gar nichts. Das sind keine Leiharbeiter-Jobs wie z.B. Erntehelfer, die jeder DAU ungelernt machen kann. Wenn ich als Softwareentwickler in ein neues Projekt komme, reiße ich erstmal Tage/Wochen gar nichts, ganz besonders nicht, wenn das Projekt schon im Endstadium ist. Wegen 2-3 Monaten lohnt es sich nicht da jemanden einzustellen. Der kennt sich nicht aus und kriegts auch nicht rechtzeitig hin. Der verschlimmerts eher nur indem er ahnungslos rumbastelt. Und wenns dann vorbei ist, brauchst du ihn nicht mehr.
Mein Gott sei doch net immer so altklug, ob das „am ende zu geht“ oder „produktsteigernd“ ist ist komplett egal weißte wieso? Na denk mal? Ach ja es ist trotzdem eine Belastung für den Mitarbeiter! Ja Negativer Stress bleibt Negativ, ob ich nun 16 Stunden an einem Spiel code oder 16 Stunden auf dem Bau arbeite oder 16 Stunden im LKW sitze. Es ist trotzdem der selbe Belastungszustand.

Man immer dieses gesabbel hauptsache man hat noch was dazu geschrieben.

Und das man vorher die Anzahl der Mitarbeiter an das Projekt anpasst anstatt am Ende ist ja wohl selbstredend...
Zuletzt geändert von Finanzberater am 24.01.2020 14:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Sir_pillepalle
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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von Sir_pillepalle » 24.01.2020 15:01

Alking hat geschrieben:
24.01.2020 14:48
EintopfLeiter hat geschrieben:
24.01.2020 13:14
Alking hat geschrieben:
24.01.2020 12:24
Ich finde diese Diskussion wirklich sehr fadenscheinig und scheinheilig.

Jeder Anwalt arbeitet 60 Stunden aufwärts und zwar jede Woche. In Banken, in Beratungen und Großkanzleien wird täglich 12 Stunden und mehr gearbeitet. Und die paar Studios die es gibt, die dann über einen begrenzten Zeitraum crunchen, schaffen es regelmäßig in die Schlagzeilen. Wirklich "lachhaft".

Jeder sucht sich seinen Job aus und kann kündigen, wenn für ihn die Work-Life Balance nicht stimmt.

Warum ist der Maßstab immer der, wo es ebenso schlechte oder gar schlechtere Zustände gibt. Wäre es nicht wünschenswert, bessere Verhältnisse bzw. Arbeitsbedingungen als Beispiel zu nehmen und anzustreben? Die gibt es tatsächlich auch da draußen in der Arbeitswelt.
Du beantwortest dir doch alles selber. Es gibt Arbeitgeber, wo Work and Life Balance absolut drin ist. Ich erlebe es selber seit einigen Jahren.

Daher kann jeder, der mit Crunch und Co nicht zufrieden ist, das Unternehmen verlassen. Wenn ich aber bei einem Entwickler wie CD Projekt RED arbeite, dann nehme ich ja für meinen Werdegang auch diesen Crunch in Kauf. Das macht man ja nicht 30 Jahre lang, sondern 3-4 und geht dann weiter.

Die Diskussion wird halt im Gamingbereich oftmals von Menschen geführt, die noch studieren oder gar in der Schule sind, und sich darüber beschweren. Dass es aber individuelle Entscheidungen sind, insbesondere der Mitarbeiter, wird nicht beachtet.

Klar, Erwerbsarbeit nachzugehen ist absolut freiwillig und man kann sich Arbeitsplatz und Firmenkultur immer aussuchen. Gut ,dass Menschen wie du Leuten wie mir die Augen öffnen.
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bohni
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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von bohni » 24.01.2020 15:44

Sir_pillepalle hat geschrieben:
23.01.2020 16:28
Das wird bestimmt alles besser mit agilen Methoden, oder SCRUM, oder OKRs, oder..
Seitdem wie Scrum machen haben wir praktisch keinen Crunch mehr kurz vor dem Release und wir müssen die Releases auch nicht mehr verschieben.
Ergo Crunch ist nicht notwendig, Crunch ist ein Management Problem.

Ob das jetzt an Scrum liegt oder and den Veränderung, die durch die Umstellung möglich wurden, kann man schwer entscheiden - aber es ist seitdem wirklich sehr viel besser geworden.
Zuletzt geändert von bohni am 24.01.2020 15:49, insgesamt 2-mal geändert.

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Balla-Balla
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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von Balla-Balla » 24.01.2020 17:12

Immer wieder geil wie bei diesem Thema das posting heißläuft, vielfach von Leuten, die selbst kaum einer geregelten Arbeit nachgehen, stattdessen zocken und schon mittags die Foren vollschreiben. Aber das passt ja gut in ein Land voller Moralisten und Besserwisser, so sind hier ja auch alle Klimaexperten, fragt man mal nach, mangelt es schon am fundamentalen Wissen über Fakten, Statistik und Wissenschaft.

Viele haben überhaupt keine Ahnung, wie die Arbeitswelt in bestimmten Branchen aussieht, so wurde bisher auch kaum erwähnt, dass in einem Job, wo viele Überstunden anfallen auch extrem gut verdient werden kann. Genau deshalb sind diese Jobs beliebt. Natürlich bedeutet es eine extreme Belastung, das weiß man aber vorher und man entscheidet sich dafür weil man nirgendwo anders in so kurzer Zeit so viel Geld verdienen kann. Wer nicht arbeitet oder im ÖD eine ruhige Kugel schiebt und gewohnt ist Freitags nach dem fünten Kaffee um 12 Uhr den Rechner auszuschalten, der kann das natürlich nicht nachvollziehen.
Oben hat ja immerhin mal einer jemanden thematisiert, der ein Teil des Jahres hart ranklotzt um dann im anderen Teil frei zu haben oder sich frühzeitig ganz aus dem Job zurückzuziehen. Ich selbst habe in ähnlichen Jobs gearbeitet als Fotograf und im Eventbereich. WE oder Feiertage gab es dort nicht wenn ein entsprechender Auftrag da war. Natürlich flucht man, wenn man nach diversen 60 Stunden Wochen erfährt, dass man noch ein paar Nachtschichten dranhängen muss, weil der Kunde kurz vor der deadline noch neue Ideen bekam, aber spätestens beim Schreiben der Rechnung war das Grinsen wieder im Gesicht.
Und wenn mir jetzt jemand erzählt, dass die armen Polen ja schließlich keine Wahl hätten weil sie um ihre Jobs bangen, dem rate ich mal dringend seine Vorurteile zu überprüfen. Polen ist kein 3.Welt Land und die Zeiten, dass man dort jeden miesen Job annehmen muss, sind längst vorbei, warum klagen die Bauern hierzulande wohl, dass sie von dort keine billig-Ernterhelfer mehr bekommen? Sicher wird es auch dort den ein oder anderen geben, der aus Jobangst den Stress mitmacht, die meisten wohl eher für ihr volles Konto am Ende des Projekts. Wir reden hier auch nicht über eine Kinderarbeit-Klitsche in Bangladesh sondern über ein europäisches Unternehmen, das gerade Millionen investiert um Milliarden zu verdienen, da bleibt auch beim Personal gut was hängen. Vielleicht wird dort gutbezahlte Arbeit am Computer in beheizten Räumlichkeiten auch noch mehr geschätzt als hier, wo man von Studios wie CPR nur träumen kann.

Aber nein, die Welt ist nicht gerecht und wird es auch nie werden. Wie man aber für seine moralische Empörung aus der Komfortzone heraus gerade die paar Spieleentwickler hernehmen kann, die mal nen crunch fahren, entschließt sich meines Verständnisses. Wahrscheinlich ist das enge Weltbild und die Egozentriertheit eines Vollzeitzockers ursächlich. Vielleicht mal ein Anlass, die Lebensplanung zu überdenken. Je öfter man privat und beruflich rauskommt, desto weiter der Horizont. Das echte Leben findet man halt nicht im Bildschirm, um mal mit ner Binse abzuschließen.

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dx1
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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von dx1 » 24.01.2020 17:19

Schöner Rundumschlag. Vielleicht kann man auch nachmittags posten, weil man Nachtschicht hat? Wer weiß …

Damit einzusteigen, dass die mit der falschen Meinung wahrscheinlich kein richtiges Leben haben, macht mich nicht besonders neugierig auf den Rest Deines Beitrags.
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Heruwath
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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von Heruwath » 24.01.2020 17:43

Kajetan hat geschrieben:
24.01.2020 14:21
Heruwath hat geschrieben:
24.01.2020 12:35
Die Leute legen solche Entscheidungen auf die Waage und messen anhand dessen welche davon das kleinere Übel ist. Alles rein subjektiv, da jedes Gewicht subjektiv ist, selbst in der Physik. Deswegen finde ich die Kritik der IGDA auch nicht sonderlich haltfest. Ja klar, crunch sollte man vermeiden, aber das ist es auch, denn die IGDA weiß überhaupt nichts darüber, wie die Situation und ein möglicher Rattenschwanz aussieht. Somit ist die Gewichtung der IGDA eine andere und somit recht realitätsfern im Vergleich. Die Frage, die ich mir öfter stelle ist, ob die Kritiker in der Situation auch wirklich entsprechend ihrer Kritik handeln würden.
Jetzt wirfst Du der IGDA Realitätsfremdheit auf Basis Deiner eigenen, eben frisch definierten Begrifflichkeit vor? Ohne zu wissen, wie die IGDA selbst Crunch definiert?

Ok, kann man machen :)

Die IDGA ist eine Interessenvereinigung von Entwicklern. Du kannst davon ausgehen, dass man dort weiß, was Crunch ist und welche Ausmaße es in manchen Firmen nimmt. Überreagiert die IDGA? Keine Ahnung, aber es ist eine Interessenvereinigung von Entwicklern, die zum Thema Arbeitszeit endlich das längst überfällige Gegengewicht bildet zu altväterlichen Studiobossen wie Tim Schafer (Gewerkschaften? Wieso? Sind wir nicht alle Teil einer großen Familie?) oder Psychopathen wie einem der Houser-Brüder von Rockstar, der meinte, wenn er 14h täglich arbeitet, sollen das seine Angestellten gefälligst auch!
Es ist nicht mein Ziel der IGDA etwas vorzuwerfen und ich werfe ihnen auch nichts vor. Es ist gut, dass sie Kritik äußern und es ist gut, dass Sie ein Gegengewicht bilden. Ich sage nur, dass ihre Perspektive automatisch recht realitätsfremd im Vergleich ist, weil sie (wie jeder andere, der nicht direkt mit dem Thema crunch bei CDP in Kontakt ist) nun mal nicht die selbe Menge an Informationen zur Verfügung haben.

Ich habe auch meine Begrifflichkeit nicht eben frisch definiert, diese steht schon seit einer Weile und wird nur immer wieder bestätigt. Aus meiner Erfahrung ist das immer der Grund für Auseinandersetzungen und Reibungen. Missverständnisse basierend auf unterschiedlichen Definition und vor allem Werten. Ich habe das Gefühl nur selten wird gefragt, was meinen die Leute denn mit ihrer Aussage. Und ich würde gerne wissen, was die Kritiker, aber auch CDP mit ihrer Aussage meint. Im Moment erscheint es nur wie simple Kritik, auf Basis "es ist schlecht und sollte vermieden werden". Und damit übt man nur öffentlichen Druck aus.

Ich bin voll dafür Aussagen zu kritisieren, nur erhoffe ich mir etwas mehr als nur simples "kann man machen, ist halt scheiße". Ich hoffe, dass es eine Diskussion gibt und nicht nur bei uns hier ausherhalb, sondern zwischen IGDA und CDP. Solch eine Diskussion erfordert allerdings etwas mehr, als nur ein einfaches Statement herauszugeben.

Klar, keiner braucht sich ausgiebig mit einem Thema zu beschäftigen um Kritik zu üben, die Qualität der Kritik leidet nur darunter. Keiner braucht sich Mühe zu geben zu verstehen und nachzufragen, um zu kritisieren, nur leidet die Qualität der Kritik darunter. Ich kann der Kritik der IGDA keinen hohen Wert einräumen, weil sie meiner Ansicht nach nicht über das Offensichtliche hinausgeht. Dafür haben wir uns schon zu viel mit offensichtlichen Sachen beschäftigt.
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oc1d
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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von oc1d » 24.01.2020 18:16

dx1 hat geschrieben:
24.01.2020 17:19
Schöner Rundumschlag. Vielleicht kann man auch nachmittags posten, weil man Nachtschicht hat? Wer weiß …

Damit einzusteigen, dass die mit der falschen Meinung wahrscheinlich kein richtiges Leben haben, macht mich nicht besonders neugierig auf den Rest Deines Beitrags.
Erinnert mich an's Heise-Forum :D

Ryan2k6
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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von Ryan2k6 » 24.01.2020 19:53

Was bringt einem die ganze Kohle, wenn man mit Depression und Burn Out zu Hause rumsitzt und sich über Selbstmord Gedanken macht? Und ob die einfachen Entwickler, nach Monaten mit 60+ Stunden Wochen, wirklich ausgesorgt haben, mag ich auch bezweifeln.
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ChrisJumper
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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von ChrisJumper » 24.01.2020 20:42

Das einzige was wirklich helfen würde, gegen so ein Debakel ist folgendes:

1. Das Spiel erst ankündigen und komplett fertig machen bevor nur 1 Ton darüber geschrieben und gesprochen wird.
2. Das Spiel dann erst ankündigen wenn Gameplay und Co schon fertig ist.
3. Mit einem Release von 30 Tage.

Aber auch hier sieht man direkt wieder warum das auch nicht funktionieren würde. Denn ganz bestimmt würden sich einige Denken die das Spiel dann in den 30 Tagen vor dem Release spielen...

Das einiges halt nicht ordentlich geht und man noch etwas verbessern, optimieren oder hinzufügen könnte - damit es noch besser!- wird.

Dabei kommen aber wieder neue Bugs und do weiter... ;D

Ich glaube damals hat man das so in etwa gemacht als es noch die Add-Ons gab. Da wurde einfach daran gearbeitet, die Entwickler wurden auch nach Release noch länger eingestellt auch für Bug Fixes die dann halt nur mit dem Addon ausgeliefert wurden.

Vielleicht wird es Zeit das die Spiele einfach teurer werden, aber das ist der Kundschaft wohl nicht zu vermitteln.

Es ist dann schon beeindruckend wie Nintendo das damals immer schaffte, oder es ist nur in der Erinnerung so. Vielleicht hat man sich aber auch an Softwarebugs gewöhnt.
Alking hat geschrieben:
24.01.2020 12:24
Ich finde diese Diskussion wirklich sehr fadenscheinig und scheinheilig.

Jeder Anwalt arbeitet 60 Stunden aufwärts und zwar jede Woche. In Banken, in Beratungen und Großkanzleien wird täglich 12 Stunden und mehr gearbeitet. Und die paar Studios die es gibt, die dann über einen begrenzten Zeitraum crunchen, schaffen es regelmäßig in die Schlagzeilen. Wirklich "lachhaft".

Jeder sucht sich seinen Job aus und kann kündigen, wenn für ihn die Work-Life Balance nicht stimmt.
Was daran liegt das die Studios eben zu wenige Geld bekommen für das relative.

Denn ja, im Grunde könnten die Studios kooperative zusammen Arbeiten, in zwei Zeitzonen auf der Erde und so wie alle anderen großen Unternehmen auch dann halt 24h 6 Tage die Woche.

Doch so viel sind die Unternehmen nicht bereit einzustellen und vielleicht gibt es auch zu wenig potentielle Mitarbeiter, aber letztlich glaube ich da nicht so wirklich dran weil es halt überall boomed.

Der Konkurrenzdruck und immer mehr zu Ermöglichen ist wohl das Hauptproblem. Daher aber auch immer mein Vergleich mit den Kreativen. Klar Künstler arbeiten auch "hart" an einem Buch oder einem Song. Doch die haben da weniger Freiräume und eigentlich weniger Druck.

Das Problem sind wohl einfach die Publisher und jene die die Rechte aufkaufen. Hat man ein einem Buch oder einem Song nur 1 bis 30 Leute, die davon später Leben müssen, sind es bei so umfangreichen Softwareprojekten mehrere Hundert und oft ist die Software nach 10 Jahren schon veraltet und kaum einer will sie noch (mal) kaufen. Wenn dann geht das Geld nicht an die Entwickler... sondern die Rechteinhaber.
Zuletzt geändert von ChrisJumper am 24.01.2020 20:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von Khorneblume » 24.01.2020 21:50

ChrisJumper hat geschrieben:
24.01.2020 20:42
Das einzige was wirklich helfen würde, gegen so ein Debakel ist folgendes:

1. Das Spiel erst ankündigen und komplett fertig machen bevor nur 1 Ton darüber geschrieben und gesprochen wird.
2. Das Spiel dann erst ankündigen wenn Gameplay und Co schon fertig ist.
3. Mit einem Release von 30 Tage.

Ich höre jeden Spieleredakteur dieses Planeten innerlich vor Schmerz aufschreien. :Blauesauge:

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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von greenelve » 24.01.2020 21:53

Khorneblume hat geschrieben:
24.01.2020 21:50
ChrisJumper hat geschrieben:
24.01.2020 20:42
Das einzige was wirklich helfen würde, gegen so ein Debakel ist folgendes:

1. Das Spiel erst ankündigen und komplett fertig machen bevor nur 1 Ton darüber geschrieben und gesprochen wird.
2. Das Spiel dann erst ankündigen wenn Gameplay und Co schon fertig ist.
3. Mit einem Release von 30 Tage.

Ich höre jeden Spieleredakteur dieses Planeten innerlich vor Schmerz aufschreien. :Blauesauge:
Nicht nur die. Auch Spieler sowie die PR Abteilung. Regelmäßig gibt es Gespräche zu beobachten, wie schlecht es um Konsole XY steht, denn es wurden für Zeitraum Z noch keine Spiele angekündigt und plötzlich liegt der Gedanke nahe, es werden keine mehr kommen. Für PR Abteilung ist ein zu kurzer Zeitraum auch nicht schön, man will den Hype ja ordentlich schüren.
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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von Liesel Weppen » 24.01.2020 23:01

ChrisJumper hat geschrieben:
24.01.2020 20:42
Es ist dann schon beeindruckend wie Nintendo das damals immer schaffte, oder es ist nur in der Erinnerung so. Vielleicht hat man sich aber auch an Softwarebugs gewöhnt.
Man hat sich nicht daran gewöhnt.
Subjektiv muss ich sagen, damals wurden Spiele vor Release noch gefühlt weit besser getestet. Updatemöglichkeiten gabs nicht, man konnte also nicht nachträglich nachbessern. Umso bugfreier musste die Releaseversion sein. Bugs hatten aber auch die alten Spiele, aber halt keine so schweriegenden wie heute manche Releasetitel.

ABER und das ist ein ganz großes ABER:
Im Gegensatz zu einem Super Mario Bros ist die Komplexität der Spiele geradezu explodiert. Man kann im Verhältnis zum Umfang nicht mehr "alles" testen, weils eben viel viel komplexer ist. Auf unerwartete Konstellationen trifft deswegen jetzt auch immer irgendwer. Und wie das mit den Medien heutzutage so ist, kochen die 0,1% die tätsächlich ein Problem haben schnell hoch und jeder kriegts mit, aber das 99,9% überhaupt kein Problem haben, wird übersehen.
Von daher ist eigentlich alles verhältnismäßig noch recht gut. Natürlich abgesehen von diversen Releasekatastrophen. Es ist halt selektive Wahrnehmung und die wird ja auch entsprechend negativ vermittelt.

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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von Balla-Balla » 25.01.2020 11:44

dx1 hat geschrieben:
24.01.2020 17:19
Schöner Rundumschlag. Vielleicht kann man auch nachmittags posten, weil man Nachtschicht hat? Wer weiß …

Damit einzusteigen, dass die mit der falschen Meinung wahrscheinlich kein richtiges Leben haben, macht mich nicht besonders neugierig auf den Rest Deines Beitrags.
Ich rede nicht vom "richtigen Leben" - wo hast du das gelesen? - sondern von Lebenserfahrung. Und Lebenserfahrung gibt´s halt nicht für umme hinterm Bildschirm. Vielleicht hättest du doch den ganzen Beitrag lesen sollen.

Und die vielen Nachtschichtler hier könnten ja dann mal erklären, warum sie diese, quasi, crunchtime für sich akzeptabel finden aber woanders nicht.

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Re: CD Projekt RED: Kritik von IGDA zur Crunch-Aussage des Studios

Beitrag von SethSteiner » 25.01.2020 12:00

ChrisJumper hat geschrieben:
24.01.2020 20:42
Das einzige was wirklich helfen würde, gegen so ein Debakel ist folgendes:

1. Das Spiel erst ankündigen und komplett fertig machen bevor nur 1 Ton darüber geschrieben und gesprochen wird.
2. Das Spiel dann erst ankündigen wenn Gameplay und Co schon fertig ist.
3. Mit einem Release von 30 Tage.
Einer der größten Faktoren hierbei dürfte neben dem Wunsch ein klares Enddatum zu haben, um das überhaupt zu organisieren und nicht ewig laufen zu lassen, vor allem auch die Planungssicherheit sein. Das Geld. Wenn ich etwas produzieren will, habe ich für gewöhnlich eine bestimmte Summe zur Verfügung. Um sicherzustellen, dass ich auch meine Mitarbeiter bezahlen kann, muss ich eine gewisse Ahnung haben wie lange das Projekt dauert. Dazu kommen weitere Faktoren, Werbung eben, Merchandise, Dinge in die andere Firmen involviert sind, die ihrerseits sehen müssen wieviel Personal sie in welcher Zeit für welches Produkt zur Seite stellen. Das klingt zwar toll mit den ganz kurzen Ankündigungen (na ja, für manche) und mag auch absolut von Zeit zu Zeit funktionieren aber ich denke nicht, dass es für die gesamte Branche funktioniert. Die grundsätzliche Planung ist denke ich auch nicht die Ursache für Crunch.
Vielleicht wird es Zeit das die Spiele einfach teurer werden, aber das ist der Kundschaft wohl nicht zu vermitteln.
Sie sind schon teurer geworden. Nur war diese Erhöhung schon ziemlich ungerechtfertigt. Der Markt ist vergleichsweise risikoarm, die Umsätze steigen seit vielen Jahren, die Profite steigen ebenso kontinuierlich und sind teils astronomisch hoch. Ein steigender Preise nützt niemanden etwas (außer den Publisher natürlich), hat ja auch in der Vergangenheit absolut nichts an Crunch geändert. Produktpreis und Arbeitsleistung haben keine Interaktion miteinander. Na ja und der Konsument hatte sicher sein Problem damit, gerade wenn man sich die Verelendung der Working Class in den USA ansieht. Aber auch hier ist der Niedriglohnsektor ganz groß. Hier gäbe es also nur einen Profiteur und das wäre aller Wahrscheinlichkeit nach der, der eh schon das meiste hat.

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